Wenn

27. Mai 2010

für das Fotobuch noch Bilder fehlen, dann radelt Frau … äh … Mutti rasch mit in die Schule, bewaffnet mit Kamera, externem Blitz und jeder Menge Motivation, tolle Bilder von der Klasse, der Lehrerin und dem Klassensaal zu knippsen.

Im Schulhof angekommen verkündet das jüngste Kind: „Wir haben jetzt Religion, ganz neu im Stundenplan.“

Das bedeutet die Klasse wird aufgeteilt, von der Klassenlehrerin weit und breit keine Spur und die gute mütterliche Laune ist auf einmal nicht mehr unerschütterlich.

Nächster Versuch in einer halben Stunde, diesmal sogar nach Absprache mit der Klasssenlehrerin.

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Wenn man fußballmuffelige Kinder hat und auch selbst eher ein größeres Desinteresse an schwitzenden Männern, die hinter einem Ball herflitzen, entwickelt hat, dann kommen Anfragen, ob man Stickdateien zum Thema Fußball und WM testen möchte, eher ungelegen.

Beinahe jedenfalls. Denn wenn das Thema ähnlich witzig umgesetzt wird, wie es Frau Rieger tut, dann macht auch Fußball Spaß.

An dieser Stelle haben Sie bitte etliche gestochen scharfe Bilder von  den großartigen Stickmotiven vor Augen, denn leider, leider … weder Fotomodell noch Lichtverhältnisse noch Kamera waren willig. Vielleicht kann ich später mehr zeigen, doch bis dahin nur dies:

Bessere Beispiele finden Sie bei Frau Kännchen. Und alle Stickdateien, für  Maschine oder Hand, ab heute bei Frau Rieger im Shop.

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Wenn ich von tollen Eiskreationen schwärme, dann kann ich Ihnen nicht immer die Rezepte verraten. Manche davon stehen nämlich im Nachfolgerbuch des roten Backbuchs. Andere habe ich nach Gefühl zusammengerührt (man nehme fünf Zitronen, 500g Joghurt, Zucker bis es schmeckt und einen Becher Sahne oder so) . Und einige sind erst beim Punkt: der Holunder blüht! (vielleicht mit Holunderblütensirup oder die Dolden über Nacht in Zucker legen oder die Blüten mit ins Eis packen oderoder)

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Wenn der Kater mit lautem Händeklatschen vom Bett gejagt wird, dann liegt das 1. an seinen dreckigen Pfoten und 2. an der Zecke, die ich ihm aus dem Fell pflückte. (bevor sie sich festsaugen konnte). Wer hat sich Zecken ausgedacht? Und gibt es Menschen, die Zecken toll finden? („ooooh, wie niedlich sie sich vollsaugt!“)

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Was macht …

26. Mai 2010

denn die Eismaschine, werte Frau … äh … Mutti? Staubt sie schon ein, haben Sie schon das Interesse daran verloren?

Ach nein. Gerade im Moment rührt sie ein Zitroneneis. Das erste Eis, das ganz ohne Rezept einfach nur zusammengeschüttet wurde und das so herrlich sauer ist, dass es die Wangen so schlotzig nach innen zieht. Und morgen rühre ich das heute bereits vorbereitete Karamelleis. Eis gibt´s am Wochenende und besonders beim Karamelleis werde ich ein paar freundliche Gedanken zum Herrn Brüllen schicken. Weil dem hatte das so gut geschmeckt :)

Ich sage nach wie vor:  Eismaschinen sind toll.

(Stracciatella war auch lecker, nur die Schokostückchen waren zu groß.)

(evtl. sollten wir über die Anschaffung eines größeren Gefrierschrankes nachdenken)

(Holunderblüteneis!)

(Erdbeer-Rharbarbereis!)

(kann ja meine Röcke ganz einfach eine Nummer größer nähen)

so und so

26. Mai 2010

Ein dröhnender Bagger vor dem Haus und ein herrenloser 20-Euro-Schein vor dem Supermarkt.

Der Baggerfahrer lächelt freundlich zum Küchenfenster rein und ich phantasiere von Baggerschaufeln inmitten von Glasscherben auf meinem Küchenentisch. Unentspannt. Und laut isses obendrein. Die Straßensanierung hat begonnen nd beinahe hoffe ich auf einige Regenstündchen jeden Tag, denn der Regen verjagt Bauarbeiter. Gähnende Leere auf der Straße gerade eben. Und Ruhe! (und ein kläglicher Versuch, dem Regen etwas Positives abzugewinnen)

Den 20-Euro-Schein habe ich eingesteckt. Aber zuerst habe ich mich umgesehen, ob jemand so aussieht, als vermisse er einen 20-Euro-Schein. Oder ob irgendwo eine Kamera versteckt ist, die mich beim Einstecken filmt, während ein böser Reporter hinter der Ecke hervorspringt und mich fragt, ob ich nicht einen Gedanken  daran verschwenden würde, den Schein abzugeben. Ich schaue eindeutig zuviel schlechte Fernsehsendungen. Und ja, ich spielte kurz mit dem Gedanken, den Schein an der Kasse abzugeben, hatte dann aber plötzlich das Gefühl, es könne der Schein sein, den ich in Berlin verloren habe. Schein und Frau … äh … Mutti, nach langer Odysee wieder glücklich vereint.

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Ich habe das uralte Laptop reanimiert. Zuerst war ich sehr glücklich darüber. Jetzt, beim Schreiben, fällt mir wieder ein, weswegen es in den Ruhestand gehen sollte: der Bildschirmhintergrund ist zartrosa verfärbt und das macht mich, trotz rosa und irgendwie niedlich, aggressiv. Scheint ein eher rot- denn blaustichiges Rosa zu sein. Ausserdem klappt der Monitor munter auf oder zu, sowie ich das Laptop etwas ruckartiger bewege, beim Tippen zum Beispiel. Es ist ein pädagogisches Laptop, denn längere Zeit damit zu vertrödeln macht einfach keinen Spaß.

Ein neues Laptop muss her. Aber welches? (billig, schnell, gut und es muss nicht glitzern)

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Wenn man vorschlägt, ein Photobuch als Abschiedsgeschenk zu gestalten, aber nur sehr, sehr wenige brauchbare Bilder zur Verfügung hat, dann ist das ganz, ganz blöd. (noch blöder, als das Photobuch an einem Laptop zu gestalten, das einem ständig zuklappend in die Finger beisst)

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Ich brauche eine neue Haarfarbe.

1991 haben sie sich kennengelernt, der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib, auf dem Open Ohr im Mainz. Dass ich damals den großen Bruder des besten Vaters meiner zukünftigen Kinder deutlich attraktiver fand und diesen mit einem sensationell dämlichen Spruch von der Seite anmachte – ist dabei eine völlig andere Geschichte :)

Entschieden jedenfalls habe ich mich für den jüngeren Bruder und bereut habe ich es nicht.

Im Gedenken an die gute, alte Zeit und geschuldet der  Tatsache, dass es nun endlich doch auch Tageskarten für´s Festival gibt, planten wir einen Familienausflug zum diesjährigen Open Ohr. Zum letzten Mal waren wir dort vor elf Jahren, mit zwei Kleinkindern und einem quasi frischen Baby. Mit Zelt und Kocher und Bollerwagen.

Diesmal mit deutlich weniger Gepäck und ganz ohne Batikklamotten, man wird eben reifer . Und älter. Auf der Wiese herumliegen und anderen beim Kiffen zusehen oder im Schlamm am Hang sitzen und Musiktheater schauen … war früher besser. Vielleicht, weil die eigenen Kinder nun schon so groß sind und ins Open Ohr -Interessenloch fielen: zu groß für das Kinderprogramm, zu jung für Diskussionsforen, zu wenig an Musik interessiert, um wirklich Spaß zu haben. Gegen die ganz große Langeweile halfen die vielen Ständchen, die heute noch genauso wie vor zwanzig Jahren nach Patchouli duften. Und die kleine Kamera, zur freien Verfügung. Hier ein paar Bilder der Tochter:

auf der Wiese rumliegen und Leute anschauen … das Beste, immer noch.

32°C in der Sonne

und der Schlamm vom Regenguss am Abend vorher

Die Langeweile der Kinder stieg, deswegen setzten wir sie in den Zug nach Hause. Sie waren nicht beleidigt deswegen, ganz im Gegenteil, wartete doch daheim ein Liter Stracciatella-Eis und der erste „Men in Black“-Film.
Freien Ausgang hatten wir, doch die Musik ging nicht recht ins Ohr, plötzlich waren die vielen Menschen zu viel und kühl wurde es obendrein. Und so verbrachten wir den den freien Ausgang dann doch lieber hinten im eigenen Garten mit einem Glas Wein. Bis mein Zeigefinger wieder anfing zu bluten und wir uns sehr schnell auf die Suche nach gescheitem Verbandsmaterial machen mussten.
Diese elegante Überleitung macht es möglich, dass ich Ihnen mein Leid klagen kann. Denn der Finger ist zwar nun ganz gut geheilt, geblutet hat seit Sonntag auch nix mehr, doch wird eine dritte OP unumgänglich, da bei der ersten OP die Nerven in Mitleidenschaft gezogen wurden. Das sollte korrigiert werden. Aller guten Dinge sind drei und ich sage Ihnen, sollte jemals der Blinddarm entfernt werden müssen, lasse ich direkt einen Reissverschluss einbauen.

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Am Freitag hatte ich das Vergnügen, die talentierte Frau Fijn kennenzulernen. Mme Ouvrage hatte sie nämlich zum Freezerkurs geladen und damit sich die Sache auch lohnt, lud ich Töchterlein und mich dazu ein. Am Besten konnte ich Muffins (pardon!! Cupcakes!!) essen und blutbildende Getränke wie Prosecco und Rotwein zu mir nehmen, diese Freezerfolie habe ich mir für spätere Versuche mit heim genommen.

Herr Skizzenblog zeichnete einen allerliebsten Drachen für seinen Spross und irgend etwas hasenähnliches für Tochterkind und „freezerte“ mit Frau Fijn als hätte er nie etwas anderes getan.

Mme Ouvrage blieb die Sorge ums leibliche Wohl und das spontan erkrankte Kind, mir lediglich ehrfürchtiges Staunen und einige wenig hilfreiche Kommentare. Ein ganz und gar gelunger Nachmittag/Abend/sehr-spät-Abend und ich danke nochmals herzlich dafür. Und ausserdem blüht der Holunder und nächstes Wochenende gibt´s hier Eis.

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Das sollte es im Großen und Ganzen gewesen sein, liebe neugierige, besorgte, interessierte Leser und Leserinnen. Ich kann allerhöchstens noch erzählen, dass unser Erziehungsversuch ganz kläglich gescheitert ist.

Der dicke Martin duftet nun stets wie eine mediterrane Antipastiplatte, weil er am Liebsten zwischen Thymian und Oregano im Kräuterkasten auf der Terrasse schläft. Aber man kann ihm ja auch nie böse sein.

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Geschrieben habe ich diesen weltbewegenden Blogeintrag am großen Rechner im Nähzimmer und ich sage Ihnen, das macht keinen Spaß. Aber morgen … teste ich eine neue Tastatur und eine neue Maus und  dann wird alles viel besser. Bestimmt.

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25. Mai 2010

Lüftung im Laptop kaputt. Aufschrauben und hoffen.

Bis dahin: Zeitung, Bücher und mal wieder früh ins Bett. Wie altmodisch.