Statusbericht

29. Dezember 2009

Heute morgen um fünf Uhr aß ich einen Apfel.

Er blieb bei mir und das ist ein wirklich tolles Gefühl.

Die Familie ist wieder fit, nur ich, und das ist ja immer so, hänge richtig in den Seilen, mit Fieber, Schweissausbrüchen und üblen Kopfschmerzen. Und der Jüngste, der verschont geblieben ist, hustet fürchterlich und muss deswegen heute noch zum Arzt.

Eigentlich sollen heute die Familie Schwager samt dreier Kinder anreisen, doch ich glaube, ich brauche noch einen ruhigen Regeneratiostag.

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Genug gejammert!

Schicken Sie doch bitte gute Gedanken und Wünsche zu Frau Webschaf, die seit 24 Stunden vor sich hinweht. Heute wird ein kleiner Junge geboren! Ist das nicht großartig?

urgsurgs.

27. Dezember 2009

Sowie ich zwei Teelöffelchen Wasser in das Kind fülle, spuckt es diese in doppelter Menge und hübsch gallig gefärbt zurück in die rote Schüssel. Deshalb beließen wir es bei diesem einen Versuch, den fürchterlichen Durst zu stillen.

Seit fünf Uhr spuckt die Tochter in schöner Regelmäßigkeit. Manchmal auch dann, wenn sie gerade am anderen Ende übelriechende Flüssigkeiten von sich gibt.

Der beste Vater meiner Kinder war in der Notdienstapotheke und erstand einen nach künstlicher Kirsche schmeckenden Anti-Übelkeits-Sirup,  den Töchterlein allerdings im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen fand. Auf dem Beipackzettel des Sirups steht übrigens, dass dieser zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann und das verunsichert mich stark. Oder das Zeug ist irgendwie homöopathisch und das sind dann die berühmt-berüchtigten Erstverschlimmerungen. (Verzeihung. Ich werde bösartig. Ich kann nur vier Stunden in Kotzedämpfen als Entschuldigung vorschieben.)

Das Schreiben dieses Textes dauerte eine halbe Stunde. In dieser Zeit war dreimal eine rote Schüssel zu spülen. Mir ist etwas flau im Magen.

Falls ich irgendwann mal irgendwo in einem Kleinkindmutterblog geschrieben habe, dass das mit den Krankheiten besser wird, irgendwann … es tut mir leid. Das war dann wohl zu früh gefreut.

(muss jetzt mal nach dem Jüngsten sehen, der hustet so arg.)

***** update, 0:39 Uhr

Die Tochter schläft wieder seit einer halben Stunde. Wenn wir Glück haben, hatte das Zäpfchen ausreichend Zeit um absorbiert zu werden, bevor der nächste Krampf Flüssigkeiten nach außen drückte.

Der große Sohn bekam vor einer Stunde eine Schüssel vor´s Bett gestellt,  die er gerade auf dem Weg die Treppe hoch brav füllte. Er bekam eine große Dosis Vomex, in der leicht getrübten Hoffnung, dass das lange genug drin bleibt.

Der beste Vater meiner Kinder wurde gerade nach unten ins Gästebet geschickt, ebenfalls mit Schüssel. (Gästebett, weil in seinem Bett liegt seine Tochter)

Der Jüngste schläft.

Ich nicht. Heute nacht jedenfalls nicht.

(Danke für die guten Wünsche, ich nehme sie alle.)

***** update 2:22 Uhr

Schlaf wird überbewertet. Wäre heute Silvester, würde ich  mich wohl auch nicht beklagen. Also.

Der Jüngste schläft weiterhin friedlich. Töchterlein schläft sehr unruhig, hat aber bereits vier Schlucke Wasser seit einer Stunde nicht ausgespuckt, Herr Noro liegt hier in den Endzügen.

Das ist eventuell ein Trost für den Großen und den besten Vater meiner Kinder, dass das Virus so schnell durchmarschiert. Wahrscheinlich derzeit noch ein kleiner, denn wir befinden uns im „Saft-Auskotz und noch zu stark Durchfall für Zäpfchen“ – Stadium. Der beste Vater meiner Kinder liegt mittlerweile im Bett der Tochter, der große Sohn ist auf dem Sofa zwischengeparkt. Alle auf einem Stockwerk ist schonender für Frau Knie.

Die ollen Geschirrhandtücher gehen mir langsam aus und ich überlege, ob ich rasch das Bad putze, falls es mich morgen erwischt. Wenn schon kotzen, dann bitte in ein frischgeputztes Klo.

Ok, Zeit für meine Runde.

***** update 3:02 Uhr

Alles ruhig.

Wenn ich es jetzt wage, die Fleecejacke und die ausgeleierte Jogginghose gegen irgendein Deckbett, das ich irgendwo vielleicht finde, zu tauschen, werde ich dann doch noch schlafen? Oder warten alle kleinen Noroviren nur genau auf diesen Moment, um in empfindliche Magenwände zu treten?

Ich werde es wagen. Auch wenn dann wahrscheinlich der dicke Martin eine Maus auf den Teppich kotzt. Heute schockt und ekelt mich nix mehr.

***** update 3:34 Uhr

kein Schlaf.

Tochter trinkt wieder ohne Rückfahrschein und gleicht nicht mehr einem Pandabären. Sehr fein.

Sohn kotzt. Kleiner Sohn schläft. Mann schläft.

Erwähnte ich schon, dass ich Scharlach habe?

***** update 5:51 Uhr

naja, KEIN Scharlach, ich meine Angina. Halsentzündung. Aua in dem Ding unterm Kopf. Ich bin müde.

Schlafen unmöglich, bzw. nicht länger als zehn Minuten am Stück . Die Zeiten, in denen ich eine durchgemachte Nacht lässig wegsteckte sind wohl schon lange vorbei.

Ich hoffe, dass in etwa drei Stunden die ganze Familie kerngesund aus ihren Betten kriecht, damit ich für den Rest des Winters in meinem schlafen kann.

Jetzt erstmal Kaffee.

***** update 10:02 Uhr

Das jüngste Kind ist fröhlich aus seinem Bett geklettert und hat ein sehr großes Käsebrot verspeist. Töchterlein schläft und zwischendurch trinkt sie jede Menge Wasser, überstanden, wage ich zu sagen. Der große Sohn sitzt am Küchentisch und liest Zeitung. Zur Lektür ebenfalls literweise Wasser, ebenfalls überstanden.

Der beste Vater meiner Kinder schläft noch.

Und ich selbst? Ich habe eben dankend das Angebot des Schwiegervaters abgelehnt, heute Mittag Lendchen in Blätterteig zu speisen, allein der Gedanke dreht mir den Magen. Keine Ahnung, ob dies die Vorboten des Herrn Noro (ich weiß, dass das kein Noro-Virus ist, weil das ist deutlich hartnäckiger, aber „Herr Nor“o lässt sich so schön abfällig betonen) sind oder der Schlafmangel oder hysterisches Solidaritätsgefühl. Jedenfalls halte ich mich vorerst an Tee. Und weiß ja nun auch: egal, wie es weitergeht, es dauert höchstens zehn Stunden. Wenn das mal kein Trost ist.

Zweiter Kaffee des Tages

26. Dezember 2009

und der Krustenbraten gart im Ofen. Sellerie- und Karottenduft harmonieren eigentlich ganz gut mit dem vom der allerliebsten Freundin selbstgebackenen Elisenlebkuchen. Ian Anderson singt und flötet with the Frankfurt Neue Philharmonie Orchestra. Die Kindelein vernichten Plätzchen und Lebkuchen und teilen sich, der Vitamine wegen und damit die Mutter beruhigt ist, eine Mandarine. Angezogen ist noch niemand.

Und wie jedes Jahr an Weihnachten nehme ich mir vor, diese unbefangene Gemütlichkeit auch an „normalen“ Wochenenden zu leben, doch meistens klappt das nicht. Fehlen dann die Lebkuchen?

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Apropos Lebkuchen: wie jedes Jahr nur die sauteuren von Schmidt und dieses Jahr in der ganz großen Blechtruhe. Die Lebkuchen sind die allerbesten und die Truhe wird uns noch viele Jahre begleiten, jedes Jahr auf´ s Neue mit selbstgebackenen Plätzchen befüllt. Genauso wie die mittlerweile ca. 30 Jahre alte Lebkuchenblechtruhe, die ich von meiner Oma erbte. In der großen Blechtruhe ein echtes Stück Kindheitserinnerung: das Märchenhäuschen mit Schokolade-Lebkuchenherzen. Ein Papphäuschen, bei dem sich Fenster und Türen öffnen lassen. Hab ich als Kind geliebt, wird jetzt von meiner Tochter geliebt.

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Draußen übrigens strahlender Sonnenschein bei kuscheligen 10°C. Kein bißchen weihnachtlich, aber ideal, um lange Listen zu schreiben, was in nächster Zeit hier erledigt werden muss. In der Küche zum Beispiel müssen zwei Stühle neu geleimt werden. Ausserdem muss die jährliche Schrankinspektion durchgeführt werden. Dabei wird der Inhalt der Schränke überprüft auf a) wichtig und unentbehrlich und ständig in Gebrauch, b) wichtiges Küchengerät, das häufig zum Einsatz kommt, c) selten gebraucht, aber wenn, dann ist die Freude es zu besitzen riesengroß, d) unnötig, aber voll sentimentaler Erinnerungen und e) Quatsch und überflüssig. Letzteres fliegt sofort raus (= landet in der Halle und bleibt dort liegen, weil die Mülltonne gerade voll ist. Ein halbes Jahr später wird es gefunden, von irgend einem Familienmitglied, womöglich sogar von mir, und wieder in die Küche geschleift, voller Begeisterung ob der tollen Entdeckung. Seufz.) Bei der Gelegenheit werden Vorratsschränke und -schubladen auf Schädlinge und Abgelaufenes hin untersucht. Mittlerweile hab ich das aber tatsächlich gut im Griff, die Schädlinge sind sauber „eingetuppert“ und die Haltbarkeits-Fastleichen gibt es nicht mehr. (war mal ein guter Vorsatz, der tatsächlich in die Tat umgesetzt wurde. Jeah!)

Auch auf der Liste ist eine farbliche Neugestaltung der Küche, weil mir ist nicht mehr grün mit rot, mir ist mehr so vanillegelb-pastellig, aber doch irgendwie rot. Kommt Zeit, kommt Farbe.

Der Flur auch. Der ist nämlich seit unserem Einzug vor beinahe elf Jahren nicht mehr verändert worden und mittlerweile nicht mehr unseren Bedürfnissen entsprechend.

Ausserdem soll das Nähzimmer türkis werden und die Küchen-, bzw. Wohnzimmerdecke muss gestrichen werden. Das ist unvermeidlich, weil die neuen Lampen anders an der Decke hängen, als die alten, die alten Lampen aber ihre Schatten hinterlassen haben.

Und dann ist ja auch schon fast Frühling und ich darf wieder in den Garten, kriechend, robbend, knieend. Schmerzfrei, glücklich und mit ungebremsten Tatendrang.

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So. Der Krustenbraten  will gehätschelt werden, Frau … äh … Mutti muss geduscht werden und die Kindelein in ordentliche Klamotten hinein überredet werden. In einer Stunde geht´s zu Oma und Opa.

Genießen Sie den letzten Feiertag!

Was übrig bleibt:

25. Dezember 2009

Soßenflecken auf der Tischdecke, ein zerbröseltes Plätzchen unter dem Sofa und ein Wachsfleck von der zu heftig ausgepusteten Kerze auf dem Parkett.

Für die Kindelein schafften wir Griffe zum Wegwerfen an :-)

(wissen Sie, was da auf dem Bild gezeigt wird?)

Und für die ganze Familie gab´s die ravenden Hasen für die Wii.

Und als die Kindelein dann endlich gegen elf müde gespielt waren, durften die allerliebste Freundin, der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib auch noch mal ran.

Heute habe ich Muskelkater im Bauch vom vielen Lachen und die bittere Erkenntnis gewonnen: in mir steckt kein Funken Wii-Musikalität, ich hau beim Schlagzeug souverän neben dem Takt. Dafür bin ich gut im Mähdrescherfahren. Und beim Gnusurfen bin ich die Queen.

Morgen früh schieben wir einen Krustenbraten ins Rohr, den wir dann mit zu den Schwiegereltern nehmen. Die Schwagerfamilie treffen wir dort und unter Omas Baum liegen dann noch zwei, drei Sachen, die auf Kinderwunschzetteln standen. Auf meinem Wunschzettel für morgen steht nur, dass der Braten einigermaßen gelingen möge und dass die fiebrigen Wangen des hustenden, jünsgsten Kindes bis dahin verschwunden sind.

Heute übrigens ein von den Kindern und uns heißgeliebter Gammeltag in allergemütlichsten Klamotten mit einem viertelstündlichen Alibi-Spaziergang bei Sturm und Regen. Genießen Sie die restliche Weihnachtszeit!

fertig!

24. Dezember 2009

Mit vereinten Kräften wurden alle Geschenke verpackt und unter dem Baum drapiert, damit die Kindelein den ganzen Tag neugierig drumherum schleichen können. Unser Baum ist übrigens ausgesprochen charmant, an manchen Stellen scheinen Äste zu fehlen, an anderen Stellen ist er ein bißchen schief. Er ist mit Worschtkordel an der Wand fixiert und irgendwie passt er ganz toll zu uns :-)

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Erfreulicherweise sind einige meiner Last-Minute-improvisierten-Weihnachtskarten doch noch angekommen! Allerliebste Frau Brüllen, der beste Vater mener Kinder hat frankiert, ohne auf Adressen zu achten (ich hab ihn auch nicht eigens darauf hingewiesen). Entweder kommt Ihre Karte nun nie an oder Sie müssen eine horrende Nachzahlung leisten. Beides tut mir entsetzlich leid, trotzdem wünsche ich mir ersteres.

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Eine frohes Fest Ihnen da draußen!