Dünnhäutig
24. November 2009
bin ich. Es fällt mir schwer, gelassen zu bleiben. Dinge hinzunehmen, wie sie nun mal sind. Und sich über das zu freuen, was noch da ist.
Die Sache mit dem Knie ist da völlig Nebensache.
Menschen werden alt und krank. Vorher wachsen sie einem aber so ans Herz, dass man den ganzen Tag duschen möchte, wenn man dem Verfall zusieht.
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Gibt es Warmhalteplatten für einzelne Teller am Tisch? Elektrisch? Ein mittlerweile nur noch sehr langsam essen könnendes Familienmitglied möchte warme Speisen zu sich nehmen. Von Thermotellern (mit heißem Wasser) ist es nicht zu überzeugen, elektrisch soll es sein.
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Twitterlästereien, mehr oder weniger kryptische Blogeinträge, stichelnde Kommentare hier und anderswo und irgendwie scheint es, als würde dem wundersam-hochgejubelten Kleinbloggersdorf genau das passieren, was früher oder später in jedem Forum passiert: es zerfällt in einzelne Grüppchen, die sich gegenseitig argwöhnisch beäugen und irgendwann dann endlich lautstark fetzen. Vielleicht isses auch so wie in vielen Familien an Weihnachten oder in den Ferien: wenn man sich arg viel Harmonie und Verstehen wünscht, platzt irgendwem der Kragen.
Doof, das.
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Ich wollte Ihnen noch rasch ein paar Beispiele nennen, weswegen sich mein Blog in ein rosarotes verwandelt, in dem nur noch niedliche dicke Dinger Kätzchen und grandiose Nähwerke gezeigt werden.
Meine Kinder sind mittlerweile alle über zehn Jahre alt. Wenn ich Ihnen beschreibe, wie groß meine Sorgen und Ängste sind, weil zum Beispiel das jüngste Kind immer mal wieder … und immer noch und volle Kanne … und überhaupt, dann wird das viele Folgen haben. Zum einen wird natürlich das jüngste Kind höchst und zu recht empört sein, wenn seine Mutter Intimes rumquatscht. Dann werden viele freundliche Menschen viele mehr oder weniger passende Vorschläge zur Besserung/Heilung/Rettung machen und ich freue mich. Manch einer wird mir erzählen, dass er das selbst auch so erlebt hat oder sein eigenes Kind oder das Kind des Freundes der Kusine vom Chef. Ich freue mich und fühle mich nicht mehr allein. Die besorgte Mutter wird mir eine mail schicken, in der sie mich darauf hinweist, dass alle meine Probleme mit einem Schlag aus der Welt wären, wenn ich mich mehr um mein Kind kümmere. Und vielleicht zwei Wochen später oder ein halbes Jahr danach, taucht dann irgendwo ein Blogeintrag auf, in dem als Beispiel für´s Wichtigmachen und Kommentare einheimsen dieser, mein Blogeintrag, nicht etwa verlinkt oder gar getrackbackt, nein: feige kryptisch aber unmissverständlich „zitiert“ wird.
Wenn ich über meine Gedanken über das Bloggen schreibe, wird es Kommentare geben, in denen zu lesen ist, dass ich jemandem aus der Seele spreche, ins Schwarze treffe oder es auf den Punkt gebracht habe. Dann wird es Kommentare, viele Kommentare, geben, in denen man mich bittet, nicht mit dem Schreiben aufzuhören, auch wenn ich selbst noch gar nicht wusste, dass ich mit dem Schreiben aufhören will. Zwei oder drei anonyme Kommentare bescheinigen mir, dass es mir ganz großartig gelungen ist, Kommentare einzuheimsen. Genau. Das ist mein Ziel! Von der Wiege bis zur Bahre: Kommentare, Kommentare! Viele. Alle.
Einen Monat später taucht irgendwo in einem Blog … Sie wissen schon.
Wenn ich beschreibe, was ich im Krankenhaus erlebt habe und dass ich mich oft nicht gut aufgehoben gefühlt habe, melden sich Menschen, denen es ähnlich erging. Und die Krankenschwestern beschimpfen mich, weil ich den gesamten Berufsstand verunglimpfe. usw.usf.
Deshalb halt.
Nachtrag zum besseren Verständnis: mich nerven diese Anspielungen anderswo, nicht die Kommentare hier, egal ob positiv oder negativ. Schön wäre es, wenn negativ nicht immer gleich anonym bedeuten müsste. Weil anonym bedeutet für mich: wenn Du Dich nicht mal HasiMausi nennen kannst, nehme ich Dich nicht ernst und lösche Dich.
Highway to hell
24. November 2009
dudelte es aus meinem Kopfhörer, als ich in die Röhre fuhr. Danach kam „strong enough“ und zum Abschluss noch „self control“. Sehr passend gewählt, lobte ich den Radiologen.
Er zog beide Augenbrauen hoch.
Einmal natürlich wegen meiner Kniescheibe, die einfach eine Augenbrauenhochziehform hat. Kann man nicht ändern, will man noch nicht ändern.
„Hatten Sie schon mal eine Meniskus-OP?“, fragte er.
„Oh ja, zwei in diesem Jahr“, konnte ich berichten.
„Äh. INNENmeniskus?“, fragte er.
„Ja, beide OPs.“
„Oh.“
Mist.
Der Innenmeniskus ist … ausgefranst. Zerfetzt. Müssen die letzten vier Marathons gewesen sein, die ich seit der letzten OP gelaufen bin. Oder diese IronWomanTour durch die Wüste Gobi. Oder mein Trip zum Mount Everest. Keine Ahnung. Das Ding ist kaputt und in der Kniekehle wächst sie wieder, die Baker-Zyste.
Um das operierte Aussenband herum hat sich Flüssigkeit angesammelt. Die könnte ein Hinweis für einen Entzündungsprozess sein, den man aber mit Tabletten oder schlimmstenfalls Spritzen in den Griff bekäme. Was mit meinem Meniskus passieren wird … lasse ich mir am Montag von meinem Orthopäden erzählen.
Stimmung: unentspannt.
Novemberrezept Nummer 24
24. November 2009
Ich habe heute keines.
Dank „vormerk“-Funktion erscheinen diese goldenen Worte genau um sieben Uhr morgens.
Ich sollte also jetzt gerade in die Röhre geschoben werden, mit den dicken Kopfhörern auf den Ohren und dem dringenden Bedürfnis, mit dem rechten Bein zu wackeln. Was ich natürlich nicht darf, weil ja sonst alles verwackelt. Der Lärm ist fürchterlich und hat keinen Rhythmus, was es schwer macht, ihn auszublenden. Und dann kommt da immer dieses Zucken im Knie, vielleicht isses ja auch nur so ein Wegrenn-Reflex.
Ganz gemein sind auch die zehn Minuten im Kabuffchen, das Warten darauf, dass die Bilder bei einem Arzt auf dem Rechner gelandet sind, damit dieser sie begutachten kann und vielleicht schon mal eine erste Diagnose stellen kann. Ich habe dann kalte, feuchte Hände. Und mein Herzchen schlägt mir im Hals.
Vielleicht werde ich nachher ganz fröhlich und glücklich mit Oma Eis, die heute meine Chauffeuse ist, ins nächste Café rennen und wissen, dass ich nur ein bißchen mehr Geduld brauche.
Vielleicht werde ich aber auch noch ängstlicher sein, weil der Radiologe die Stirn gerunzelt hat. Dann werde ich mit Oma Eis nicht im Café sitzen, sondern ich werde sie bitten, doch rasch mit mir beim Orthopäden rumzufahren.
Wie auch immer es ausgeht, Sie werden es erfahren. Logisch :-)
kohomihisch.
23. November 2009
Ich hab neulich bei Frau Nilsson einen Kommentar geschrieben. Weil sie sich so hübsch bunt angezogen hatte.
Der Kommentar tauchte beim Neuladen nicht auf. Auch nicht, als ich irgendwann später die Seite nochmal aufrief. „Komisch“, dachte ich mir so. Nochmal schreiben wollte ich aber nicht.
Gerade eben kommentierte ich bei Frau Rieger. Schrub Namen und URL in die entsprechenden Felder und schickte ab. Der Kommentar ist weg. Und ich bin … äh … erstaunt.
Liegt´s an mir oder an Blogspot?
Ich geh jetzt mal zu Frau Brüllen und Frau Quartalsstrickerin und spamme die beiden sinnlos zu. Nur zu Testzwecken. (klappt bei beiden. Ich versteh´s immer noch nicht)
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AHA!
Wenn ich zuerst auf „Vorschau“ klicke, krieg ich die captcha-Abfrage und dann klappt´s. Frau Rieger, Frau Nilsson, jetzt hab ich wieder mal keine Ausrede mehr.
das und dies
23. November 2009
Das jüngste Kind ist auf dem Weg zu einem Freund.
Auf dem Küchentisch liegt die Sachunterrichts-Mappe, denn er hat noch Hausaufgaben zu erledigen. Mathe konnte er nicht machen, das Arbeitsheft liegt noch in der Schule.
Alleine für die Hausaufgaben in Deutsch brauchte er eine Stunde. Nicht etwa weil es zuviele waren. Oder gar zu schwere Aufgaben. Er ist einfach zu langsam. Und auch so ein bißchen zwanghaft: beim Wechseln von Tintenkiller (btw. ich HASSE diese Dinger und finde sie völlig überflüssig!) und Füller legt er das Schreibgerät, welches gerade nicht gebraucht wird, exakt nach der Heftkante ausgerichtet drei Zentimeter oberhalb des Heftes ab. Das frisst Zeit, dieses Ausrichten. Und es lässt die Konzentration in eine gänzlich andere Richtung driften. Viel Zeit kostet auch das nachträgliche Einsetzen vergessener Buchstaben.
Typische Legastheniker-Dinger: red-n, setz-n. Oder: die Röma.
Und ich bin mal wieder in der Zwickmühle. Ich will, dass er seine Hausaufgaben am Mittag erledigt, abends geht meistens nix mehr. Zwei Stunden oder mehr am Stück gehen aber auch nicht. Und die Verabredung mit dem selten anzutreffenden Freund … musste letzte Woche schon abgesagt werden. Schwierig.
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Draußen geht gerade die Welt unter. Ich habe Kopfschmerzen. Mein Kaffee ist kalt.
Trotzdem geht es mir ausgesprochen gut, denn das Haus ist einigermaßen ordentlich und die Stickmaschine hat heute noch keinen Murxs produziert. Dafür geht mein dunkelgrünes Garn gerade zu Neige und dunkelbraunes, das ich bräuchte, habe ich erst gar nicht im Haus. Ich improvisiere und alles ist gut.
Heute morgen habe ich das Nähzimmer ausgemistet und viele, viele (sehr viele) alte T-Shirts und Pullis auseinandergeschnitten. Denn mein wunderbarer Erster-Versuch-Jersey-zu-nähen-Schal hatte Begehrlichkeiten bei den Kindelein geweckt. Ich bin sehr froh und dankbar, wenn ich für die Kindelein etwas nähen darf, denn oft verschmähen sie das, was aus dem Nähzimmer kommt.
So entstand also ein Schal für das Töchterlein.

Bevor ich ihn jedoch besser knippsen konnte, um Ihnen zum Beispiel die beiden wunderbaren Stickereien darauf besser zeigen zu können, schlang (schlung? schlong?) er sich bereits um einen frierenden Mädchenhals und verschwand.
Ich kann Ihnen aber versichern, sowohl Eule als auch Fuchs sind herzallerliebste Stickereien aus der Serie „Wild im Wald“, wieder einmal aus der Feder von Anja Rieger. Und beide gibt es ab dem 26. November hier.
Töchterlein hatte früher übrigens sehr große Angst vor Füchsen. Wir haben niemals herausgefunden, worin diese Angst begründet war. Sie hatte schlimme Alpträume aus denen sie weinend erwachte. „Der Fuchs, der Fuchs!“ Wir waren sehr hilflos, zumal wir die Ursache nicht ausmachen konnten. Erst zwei winzigkleine Plastikfüchschen von playmobil nahmen dem Fuchs seinen Schrecken. Heute ist es ihr so ein klitzekleines Bißchen peinlich, diese Geschichte zu hören. Frau Rieger, diese Datei ist also für uns etwas ganz Besonderes!
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Ich habe noch kein einziges Plätzchen gebacken, für den Adventskranz gerade mal die Kerzen (immerhin!) und auch ansonsten ist mir eher Unweihnachtlich zumute. Die CDs mit den Weihnachtsliedern stehen noch immer ganz hinten im Schrank und das einzige weihnachtliche Zugeständnis bisher waren die drei Nelken und die Prise Zimt im Rotkraut gestern abend.
Ich habe keine Lust, irgendwelches Weihnachtsdekoschnickeldi zu basteln oder zu nähen und für einen Weihnachtsbaum haben wir, seit der Ofen da in der Ecke steht, auch keinen Platz mehr.
Scheinbar hat mich irgendjemand vertauscht, weil eigentlich finde ich Weihnachten schon recht gut.
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Morgen früh muss ich aus dem Haus, bevor die Kindelein aufstehen. Das ist der Preis für den frühstmöglichen Termin für ein MRT. So früh wie möglich eben.
Ich gestehe: ich bin etwas nervös. Aber auch erleichtert, weil ich vielleicht morgen mittag schon weiß, was es diesmal ist, was das Knie so verärgert.
(und weil ich schon so lange nicht mehr gejammert habe … aktueller Zustand: ich komme mit der Ferse bis an den Hintern, die Beugefähigkeit ist also vollständig wieder hergestellt. Was leider überhaupt nicht geht, ist Beugung mit Belastung. Fahrrad fahren zum Beispiel. Oder simples Treppen steigen. Schmerzt wie verrückt. Ganz neu ist auch ein helles „knack!“ bei jedem Schritt. Wenn ich so alt werde, wie sich mein Knie anfühlt, werden meine Kindelein sehr lange auf ihr Erbe warten müssen.)
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Noch was Wichtiges, weil Sie nachfragten: Das Tässchen schlummert wohlbehalten an bekannter Stelle und wartet auf seinen ganz großen Auftritt, so wie alle Termine unter einem Hut und alle Durstigen gesund sind.
(die Liste muss ich noch aktualisieren, ich weiß)