Heute im coolen Unisex-Frisörladen:

Die Frisörin in der engen Latexhose mit dem schwarzen Trägerhemdchen über dem Leopardenprint-BH, die mit den teilweise langen, schwarzen und blauen Haaren, die in vielen (sichtbaren) Körperteilen Metall trägt, die etwa halb so alt wie ich ist und unglaublich bezaubernd und hübsch in ihrer „Montur“ ist, die schnippselt an Frau … äh … Muttis Haaren herum.

Völlig uncool erwähnt sie die Dichte des Haares und lässt dabei die Schere wie einen Colt im Cowboyfilm von früher um den Zeigefinger wirbeln. Meine Haare werden quasi abgesäbelt, doch das, was da auf meinem Kopf entsteht, gefällt mir.

Die Haare werden geföhnt und und gekämmt und irgendwie rutscht es mir heraus: „Weia, jetzt sehe ich ja aus wie Paul McCartney!“ (genau so!)

„Haha!“, sagt die Frisörin, „Paul … wer?“

seufz.

Was ich so mache,

30. Juli 2009

wenn ich richtig mies drauf, gefrustet, traurig oder irgendwie so mutlos bin:

– Ich führe imaginäre Gespräche, in denen ich all das rauskotze, was mich bedrückt. Hat den Vorteil, dass ich wirklich eine Menge Sachen klar kriege. Hat den Nachteil, dass ich in folgenden, REALEN Gesprächen oft nicht mehr weiß, was ich denn nun eigentlich schon erwähnt habe und was sich nur im Kopf abspielte. (was manchmal wiederum frustrierend sein kann, meistens aber eher lustig ist)

– Ich suhle mich in Selbstmitleid. Male mir aus, wie das wohl wäre, wenn ich einfach ginge. Interessanterweise schaltet sich dann immer Frau Vernunft ein, die mir streng sagt, dass ich solch einen Mist gar nicht erst zu denken brauche, da ich a) die hinreissenden Bestien, und seien sie noch so mies drauf, niemals im Stich lassen würde, b) den besten Vater meiner Kinder, und sei er noch so wenig einfühlsam und ungerecht, niemals würde missen mögen und c) in etwa einem Meter Abstand sehr amüsiert auf das trotzige Bündelchen runterschaue, das da versucht, krampfhaft sauer auf sich und die Welt zu sein.

– Ich versuche den Kern zu finden. Den Kern des Problems. Und den dann auszuspucken. Das geht aber nur, wenn ich mich im Vorfeld gesuhlt habe. Und der gesamten Familie gegenüber gezeigt habe, dass auch ich motzig, trotzig und meckerig sein kann. (mit schlechtem Gewissen, versteht sich, denn unglücklicherweise ist mir meistens bewusst, wann ich mich etwas daneben benehme und das frustet mich dann doppelt. Sowohl die Erkenntnis als auch die Tatsache)

– Ich telefoniere nicht. Ich schreibe vielleicht eine Mail, mag darin aber nicht jammern, weil mir das im Grunde genommen peinlich ist. Ich treffe mich nicht mit anderen Menschen zum Jammern, weil ich weiß, dass alle, die ich mag (die mich kennen und trotzdem mögen), ihr eigenes Päckchen zu tragen haben und dass dieses mindestens so schwer wiegt, wie meines. Ausserdem befürchte ich immer, dass man mein aktuelles Leid nicht verstehen kann oder doof findet. Deswegen mache ich den Kram mit mir selbst aus.

– Ich gehe in den Garten. In der Erde wühlen macht den Kopf frei. Diese Option ist derzeit leider wegen körperlicher Gebrechen gestrichen. Gleiches gilt für den Gewaltmarsch durch die Wingerte oder exzessives Frustputzen, bzw. Wände neu streichen.

– Ich bin kein Frustesser, ich kann jederzeit köstliche Dinge in mich hineinstopfen. Dazu braucht es keinen blöden Anlass :-)

– eine Zeitlang dachte ich. „Boah, heute haste dir ein Glas Wein verdient!“. Das ist gefährlich. Denn für diese Form von Belohnung oder Trost oder Ermutigung bin ich verdammt anfällig. Ein Suchtproblem wärewohl absolut unnötig.

– Frustkäufe sind auch nicht so meines. Auch da ist Frau Vernunft, die mit dem mahnenden Zeigefinger,  zu präsent. Ausserdem gehe ich nicht gerne shoppen. Und bei online-Geschäften habe ich immer Angst, dass alle nur darauf warten, ein naives Landei über den Tisch zu ziehen. Nennen Sie mich gerne „verschroben“, ich stehe dazu.

– Manchmal lebe ich den Frust im Nähzimmer aus. Wenn es halt klappt. Wenn dann kein schlechtes Gewissen kommt, weil ich mich zurückziehe und die arme Familie da oben ohne mich überleben muss. (und dass obwohl die arme Familie groß genug ist, um bei evtl. auftretenden Problemen die Treppe nach unten alleine bewältigen zu können oder bei akuten Hungerattacken selbständig Abhilfe zu schaffen)

– Insofern … ich kann den Frust überleben und meine Methoden sind die Ihren. Aber schön, dass wir darüber geredet haben :-)

Jetzt: Wunsch-Ferienprogramm! Stadtbummel in Mainz.  Sie lasen oben, wie Frau … äh … Mutti zum Shoppen steht :-) Um das Vergnügen voll zu machen, werde ich einen Friseur auf meinem Kopf herumwurschteln lassen und ca. zwei Stunden in einem Elektronikmarkt vor den Computerspielen zubringen. Die Kinder haben zu viel Taschengeld und wollen dies nun verprassen. Ich trage dieses Shirt, denn das macht es irgendwie leichter:

Monster Monika von Frau Rieger, den Spruch aus dieser Stickdatei geklaut.

Wenn Sie so richtig mies drauf, gefrustet, traurig oder irgendwie so mutlos sind, was machen Sie dann?

(dem Alkohol verfallen ist KEINE Option)

Frau … äh … Mutti trägt ihren wunderbaren Leinenrock, der mit Frau Makis Letterschmingen gepimpt wurde. Ausserdem trägt sie ein großes Fragezeichen im Gesicht, denn der heutige MRT-Termin konnte nicht wahrgenommen werden.

Folgendes:

8:17 Uhr

Frau … äh … Mutti steht am Tresen der Radiologie in Worms und sagt: „Hallo, ich bin Frau … äh … Mutti! Ich habe um zwanzig nach acht hier einen Termin für ein MRT. Hier ist meine Überweisung.“

Die freundliche Arzthelferin runzelt die Stirn, blättert im Terminkalender, studiert die Überweisung und fragt: „Weshalb sind Sie hier?“

Frau … äh … Mutti runzelt nun ihrerseits die Stirn: „äh. Wegen des MRTs. Mein rechtes Knie. Da soll ein MRT gemacht werden.“

Arzthelferin: „Sie waren im April schon mal da …“

FäM: „Ja. Mittlerweile ist das Knie operiert, aber nicht in Ordnung. Deshalb soll da heute ein MRT gemacht werden.“

Arzthelferin: „Ja. Aber das steht nicht auf der Überweisung. Da steht nur drauf, was vermutet wird. Aber nicht, wie untersucht werden soll.“

FäM: „Naja, ein MRT halt.“

Arzthelferin: „Das reicht nicht. Ich muss Ihren Orthopäden anrufen, der muss mir das bestätigen.“

FäM: „Mein Orthopäde ist im Urlaub.“

Ja. So war das. Der Orthopäde ist wirklich in Urlaub und auch die herbeigerufene Kollegin konnte nur bedauernd den Kopf schütteln. So lange auf dem Überweisungsschein nicht ausdrücklich steht, dass ein MRT gemacht werden soll, wird keines gemacht.

Frau … äh … Mutti und Oma Eis tätigten deshalb einen Frustkauf beim Bäcker und fuhren unverrichteter Dinge wieder heim in die Grüne Villa.

9:03 Uhr

Frühstück in der Grünen Villa

Wenn es nicht so bescheuert wäre, wäre es zum Lachen.

(und immerhin: Blogcontent)

Hoch die Tasse VI

28. Juli 2009

Das Wandertässchen ist (oder war) bei der Frau, die mal in Brasilien lebte und hilft (oder half), einen Hexenschuss zu kurieren. Schauen Sie doch noch mal vorbei!

Da.