Watcha wearing Wednesday
8. Juli 2009
heute: kühl und Regen

Braune Cordsamthose, braunes Langarmshirt und als Sommerzugeständnis barfuß in den Schuhen. Das türkisfarbene Flatterröckchen entstand gestern und musste deshalb direkt angezogen werden.

Ein schlichter Wickelrock mit zwei Bindebändern.
Für den besseren Sitz auf ausladenden Hüften sorgen sowohl das (mittlerweile perfekt gearbeitete) Knopfloch zum Durchfädeln des längeren Bindebands und fünf Abnäher auf der hinteren Rockhälfte. Und weil Streublümchen auf türkis mit rosa Samtband allzu freundlich (=langweilig) aussahen, musste Frau Riegers verrückter Hase mit auf den Rock. Und eine handvoll Perlmutknöpchen, die dem flatterigen Stoff genau so viel Gewicht geben, dass er noch hübsch schwingt, aber nicht mehr hochgepustet wird.
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Dem Tässchen geht es gut, demnächst werden Sie erfahren, wo es sich herumtreibt.
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Zehn vor elf sitze ich heute beim Orthopäden und erfahre hoffentlich neue, erfreuliche Dinge. Damit das so sein wird, dürfen Sie gerne Daumen halten, an mich denken und gutes Karma oder so rüberschicken.
Trotz fieser Kopfschmerzen (danke, schwüle Suppe da draußen) habe ich auf Paracetamol verzichtet, damit ich ganz genau sagen kann, wo es nicht weh tut, im Krüppelknie. Seufz.
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Einschließlich heute noch drei Tage Schule. Wobei Freitag nicht zählt, weil da gibts Zeugnisse und der Tag endet nach der vierten Stunde. Und heute irgendwie auch nicht, jedenfalls für den Großen, der hat Bundesjugendspiele; der Jüngste hat einen Römertag, zu dem er ein sehr großes T-Shirt, eine Schärpe, ein Kissen zum Draufliegen und Obst zum im Liegen essen mitnahm. Und morgen machen die Großen einen Ausflug.
Ich bin ferienreif.
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Kaffee leer.
Reden ist silber und so
7. Juli 2009
Immer wenn dieses längere Schweigen aus dem Telefonhörer kommt, glaube ich, jetzt doppelt soviel reden zu müssen.
Wahrscheinlich doppelt soviel Blödsinn, denn meistens folgt dann ein gedehntes: „ach sooo“, gerne kombiniert mit einem Lachen, das klingt, wie grünes Apfelshampo riecht.
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Ich kann das einfach nicht, dieses Telefonierding. Ich rede mit Händen und Füßen, nicke mit dem Kopf und ziehe süffisant die linke Augenbraue hoch. Das ist am Telefon so einseitig.
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Der ideale Einstieg in ein „Ich bring dich in Verlegenheit, damit du Müll erzählst“-Gespräch ist die Erwähnung, dass meine Stimme ganz anders klingt, als man sie sich vorgestellt hat. Frau Antonmann sprudelte damals im Mai frisch, frei, fröhlich von der Leber weg: „HA! SIE haben ja eine komische Stimme!“ Ich fürchte, es folgte sinnloses Gestammel meinerseits.
Gestern am Telefon erfuhr ich, dass ich irgendwie „anders als ich schreibe“ klinge, worauf ich mich genötigt sah, wirre Sätze von mir zu geben.
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Es geht mir aber auch so. Ich lese ein Blog und habe die Stimme der Autorin im Kopf. Manchmal bin ich dann sehr erstaunt, dass diese „in ehecht“ ganz anders klingen, als sie das in meinem Kopf tun. Noch manchmaler kommt es dann vor, dass ich trotz bekannter Originalstimme, das entsprechende Blog immer mit der Kopfstimme lese. Das ist oft so, wenn Menschen Dialekt sprechen.
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Wenn ich sehr verlegen bin, rede ich zwar keinen Dialekt, aber ich verhaspele mich, fange an zu stottern oder packe Buchstaben an Stellen wo sie nicht hingehören. Und ich überlege während ich rede, ob das jetzt einigermaßen sinnvoll ist, was ich da rede, ob ich „als und wie richtig“ gebraucht habe und was verdammt nochmal der Unterschied zwischen „der gleichen und der selben Hose“ ist. Dies ist üblicherweise der Moment, auf den dann die längere Telefonpause folgt. Oder im Gespräch das Gegenüber die Sauberkeit seiner Nägel kontrolliert oder interessiert in den wolkenlosen Himmel stiert.
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Schreiben ist einfacher. Schweigen eigentlich auch.
Falls
7. Juli 2009
Sie mich vermissen: ich kämpfe mit Samt, Perlmut und einem verrückten Hasen.
Irgendwas ist ja immer.
6. Juli 2009
Meine Waschmaschine stinkt, als sei etwas reingekrochen und darin gestorben.
(kurzes Nachzählen der Kinder und Kater ergab, dass diese vollzählig sind.)
Regen!
6. Juli 2009
Jedenfalls ein bißchen Nässe von oben.
Frau … äh … Mutti jubelt, der Garten ebenfalls.
Jetzt heisst es rasch genießen, dass die Luft, die durch weit geöffnete Fenster und Terrassentüren ins Haus kommt, frisch und kühl ist. Die Sonne kämpft sich nämlich ab und zu schon wieder durch die Wolken, um dieses ganz besondere Klima zu zaubern: schwül bis zur Migräne.
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In der Küche ist es auch eher schwül, denn heute morgen bollerte der Backofen eine Stunde lang auf 190°C, um einige Bleche Coookies zu backen. Die Eltern der Klasse des Jüngsten Kindes waren zum Frühstück geladen und sollten, laut Aussage des jüngsten Kindes „ich glaube nix“ mitbringen. Sollten sie tatsächlich nicht, weil zwei Kinder, die wegziehen, sich mit Fleischwurst und Brezel verabschiedeten. Die Cookies wurden trotzdem gerne genommen.
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Gestern am Baggersee, reifte der Entschuss, solch ein grässliches Umzieh-Zelt zu nähen, so eines aus Blümchen-Frottee, das am Hals einen Gummizug hat und unter dem man die nasse Badekleidung wechseln kann. Denn auch das jüngste Kind ist nun glücklich in der „schau mir bloß nix ab“-Phase angelangt, die bei mir schon längst in die „na wenn du meinst, dass du DAS sehen willst“-Phase gewechselt hat. Da ich wenig bis keine Lust habe, mich mit diversen Handtüchern um meine Kinder zu wickeln, damit diese sich darunter umziehen können, bleibt als gemütlichste Lösung das Frottee-Zelt. Ich greife evtl. auf etwas attraktiveren Stoff zurück, so als Zugeständnis.
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Zwei Tage hintereinander am und vor allem IM Baggersee sorgen dafür, dass es da wieder ein gewissen Gefühl für Muskulatur in meinem Körper gibt. Schwimmen geht zwar nicht so recht mit dem Krüppelknie, ich hab´s aber trotzdem so gut es ging getan und ich fühle mich ganz großartig. Die beste Übung war eine Art sanftes „Aqua-Fit-Training“: quer über die Luftmatratze legen und gleichmäßig mit den Beinen „radfahren“. Der Wasserwiderstand war genau richtig stark, um dem Knie zu zeigen, wer der Chef ist und wo der Chef wieder hin will. Zauberhafte Bräune auf Schultern und Armen gab´s obendrein.
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Die letzte Schulwoche ist da! Die Kinder gehen jetzt nur noch in die Schule, um zu frühstücken, um Abschied zu feiern, um Bundesjugenspiele zu haben und um ihre Zeugnisse entgegen zu nehmen. Töchterlein hat ihres schon seit drei Wochen (Ende Orientierungsstufe, da gibt´s das Zeugnis früher) und feiert am Freitag eine Art Party mit ihrer Klasse. Wir freuen uns riesig auf die Ferien, auf das Zusammensein, auf die Unregelmäßigkeit und auf das „Tun, was Spaß macht, egal wieviel Uhr es ist“.
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Noch sind keine Ferien, deshalb: Kaffee leer, Bad putzen.
(in den Ferien wird das Bad natürlich auch geputzt, aber da kann ich das dann auch abends um acht machen oder um zehn, weil dann noch keiner schläft oder das Bad gerade besetzt. Ich bin nämlich Nachtputzer. Nicht zu verwechseln mit Nacktputzer.)
