Maulwurf
16. April 2009
Frau … äh … Mutti ist sozusagen ein bißchen blind. Das linke Auge hat seit meiner Geburt etwa 5% Sehvermögen. Das schwankt, manchmal schaffe ich sogar annähernd 10%. Der Sehnerv arbeitet nicht so, wie er soll und gibt bei Überlastung einfach auf. Das bedeutet nichts anderes, als dass das linke Auge, sowie ich das rechte Auge zuhalte, erst keine Farbe mehr sieht und sich dann eine Art Schatten vor den Blick schiebt. Und dann … ist nichts mehr.
Das rechte Auge ist ein bißchen kurzsichtig, schafft aber mit minimalem Brillenausgleich 100% Sehleistung. Obendrein beginnt gerade die Altersweitsichtigkeit und bald wird das Auge perfekt sein :-)
Warum ich hier so ellenlang schreibe und erkläre?
Nun. Mein rechtes Auge entwickelt gerade eine Entzündung. Nicht die Bindehaut, sondern irgendwo aussen im Augenwinkel. Augenbewegungen schmerzen, das Schließen des Auges schmerzt und wenn mir die Tränen kommen, kommen mir die Tränen weil´s weh tut, was wiederum noch mehr schmerzt. Usw.
Ich hatte so was schon mal. Damals hat man mir das Auge mit Klappe in Ruhestellung geschickt. Damals das linke Auge.
Ich bin vielleicht die nächsten Tage ein bißchen blind. Ja, ich habe Angst davor. Ich habe Angst, dass ich nicht lesen kann und sowieso, weil da fehlt halt einfach was.
Ich erzähle Ihnen das nur, damit sie sich nicht wundern, weswegen ich nicht schreibe.
(oh, und: natürlich. Irgendwas ist immer.)
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16. April 2009

hach.
nur mal so
16. April 2009
Wunderbar, die Welt jubelt, denn der Präsident hat einen neuen Hund. Muss auf die Titelseite der Zeitung und seit zwei Tagen immer wieder in die Nachrichten. Ein Wasserhund. Toll.
Ich krieg demnächst ´nen neuen Wasserhahn in der Küche. Schlagzeilenverdächtig?
Kaffeepause
15. April 2009
Die Tochter reist morgen früh bis Sonntag ins Trainingslager der Leichtathleten und muss deshalb ihre Tasche packen.
„Mamaaa? Wo ist …?“
„Mama, wo sind eigentlich …?“
„MAMAAA, hast du … gesehen?“
„Mama, brauche ich …?“
Ich hätte die Tasche schon dreimal gepackt. Und es kostet mich wesentlich mehr Energie, milde zu lächeln und hin und wieder auf den „Das brauchst du alles“ -Zettel des Sportvereins zu verweisen. Und zu sagen, wo sie frische Waschlappen findet. (ohne mich darüber zu wundern, wie man von gestern abend auf heute mittag vergessen kann, wo die frischen Waschlappen üblicherweise liegen)
Ich bin so was von entspannt und ruhig.
Vor allem auch deshalb, weil das große Kind, dem heute morgen die Cousins bis morgen abend entführt wurden, das Haus gegen elf Uhr verlassen hat. Nach dramatischen Szenen, die sich allesamt um das nichtvorhandene coole Outfit drehten. Sprüche der Mutter: „aber du gehst doch nur zu einem Freund und ihr seid HOFFENTLICH nur draußen und nicht die ganze Zeit am Computer und reisst keine Mädchen auf und nicht auf einer Modenschau“ wurden mit verächtlichen Blicken gestraft. Als die Mutter dann das Outfit des Knaben, das aus grüngemusterter Hose und blaugraugestreiften Hemd bestand, bekicherte, war das Drama perfekt: „Ich HAB´ nun mal nix anzuziehen!“, jaulte das Kindelein und verließ beleidigt das Haus. Bis heute Abend sind die Wogen geglättet und wir werden den Kleiderschrank auf gravierende Lücken hin untersuchen. Die gibt es wahrscheinlich, da das Kind nicht mit dem Wachsen aufhören will.
Ich bin noch entspannter im Hier und Jetzt …
denn auch das jüngste Kind hat sich gerade verabschiedet. (übrigens das am Besten gekleidete Kind, da immer mal wieder coole Klamotten vom großen Bruder der liebsten Tochterfreundin abfallen). Das jüngste Kind ist ein gar wonniges und fröhliches. Leider ist es mit einer eher tiefen, seltsam unmodulierten Stimme bedacht worden und mit sehr mangelndem Gespür für Text, Reim und Rhythmus. Dies hindert ihn, aufgrund seiner Fröhlichkeit, allerdings nicht am lauten Trällern munterer Weisen. Sein derzeitiges Lieblingslied ist garantiert nicht meines und es löst schrecklichen Juckreiz bei mir aus. Es singt nämlich voller Inbrunst: „Ei kän fli, ei kän flei.“ (ein englischer Text, hier in Lautschrift. Und nicht ganz originalgetreu. Und obendrein eine schreckliche Schnulze. Sie können ja mal raten)
Vor lauter Entspannung hatte ich die Idee, dass ein wenig Nähen auf der Terrasse vielleicht eine gute Idee sei. Und da die Sonne so hübsch lacht und die Vögelein so lieblich zwitschern, soll es ein leichtes Sommerröckchen sein. Die allerliebste Freundin brachte mir einen zauberhaften Kissenbezug, der ein perfektes Röckchen werden könnte. Leider habe ich mich beim Auftrennen des Kissens bereits so verausgabt, dass an Zuschneiden, geschweige denn Nähen, nicht mehr zu denken ist. (=ich hab keine Lust mehr, nur hübscher ausgedrückt, irgendwie)
Die Tochter hat das Packen beendet und ein neues Drama nimmt seinen Lauf. Es ist nicht die leidliche Klamottenfrage (Töchterlein ist da nicht so), sondern vielmehr der Mangel an Lesestoff. Von vorgestern auf gestern hat sie rasch zwei Bände von Artemis Fowl gelesen, den dritten hat sie auch schon beinahe durch. Danach wird sie in das tiefe Loch des „Ich hab nix mehr zum Lesen!“ fallen und das wird sehr schmerzhaft. Auch für mich.
(Sie las in den letzten zwei Wochen: „Der Schrecksenmeister“ (Walter Moers), zwanzig „5 Freunde“-Bände“ (Enid Blyton), „Nur Du kannst sie verstehen“, „Nur Du hast den Schlüssel“, „Nur Du kannst die Menschheit retten“ (alle drei Terry Pratchett), „Mieses Karma“ (keine Ahnung von wem, es lag halt so herum hier), „Unten am Fluss“ (Richard Adams), die Tageszeitung, diverse Lucky Luke, Marsipulami und Clever&Smart – Comics … was bleibt da noch? Ich gebe nun sämtliche Scheibenwelt-Bücher frei, das gewährt uns ca. drei Wochen Ruhe. Vielleicht.)
„Mama“, spricht das Töchterlein gerade; „Ich habe eigentlich gar keine Laufschuhe die mir passen mehr.“
Nun. Somit ist das weitere Nachmmittagsprogramm entschieden. Fein. Und die Kaffeetasse ist ja auch leer.
(Nachtrag: reduzierte Laufschuhe gefunden. Töchterlein lebt auf großem Fuße: 39 !!)
hmpf.
15. April 2009
Vielleicht ist es pädagogisch wertvoll oder es steht einfach so im Lehrplan oer es ist irgendwie ganz logisch zu begründen oder ich stelle mich da einfach nur an, ABER: ich finde es völlig bescheuert, dämlich und fies, dass das jüngste Kind während der Ferien einen dreiseitigen Aufsatz ÜBER die Ferien schreiben muss.
Klar könnte man jetzt argumentieren, dass zweieinhalb Wochen eine Menge Zeit sind, um lächerliche drei Seiten zu schreiben. Und dass man das schon von einem zehnjährigen Kind erwarten kann, läppische drei Seiten voll zu schreiben, ABER: es macht wohl erst Sinn über die Ferien zu schreiben, wenn diese nahezu beendet sind und tatsächlich etwas passiert ist. Das jüngste Kind saß demnach heute morgen eine halbe Stunde am Tisch und grübelte: „Soll ich schreiben: ich habe gespielt, geschlafen und gegessen?“
„Vielleicht ein bißchen mehr“, riet Frau … äh … Mutti.
Deshalb erwähnte das jüngste Kind in einem Satz mit vielen „und“´s, dass sein Patenonkel mit seiner Frau und sehr kleinem Baby zu Besuch gekommen ist, genauso wie seine Cousins aus Rom und dass er an Ostern Schokoladenkarotten im Garten gefunden hat. Ausserdem war er im Schwimmbad, wo er viel getaucht hat und gerutscht ist.
„Mehr fällt mir nicht“, jammert das Kind.
Klar, er könnte schreiben, dass er jeden Morgen bis halb acht geschlafen hat. Nach dem Aufstehen hat er meistens zwei Stunden mit seinen Geschwistern Lego gespielt bis es irgendwann Frühstück gab. Hinterher ging das Spiel weiter, entweder in seinem Zimmer oder im Garten. Wir haben gegrillt und in der Sonne gelacht und viel gelesen. Einmal waren wir mit dem Rad unterwegs, doch der Ausflug endete verfrüht, weil der Jüngste plötzlich fieberte. Besondere Ereignisse gab es nicht, nur viel Ruhe, Frieden und Erholung. Ein zehnjähriger Quirl profitiert durchaus davon, doch kann er das nicht in einem Aufsatz ausdrücken, das fällt selbst mir schwer, diese Zufriedenheit mit mir und dem Leben und dem Rest zu vermitteln.
Obendrein ist dieser idiotische Aufsatz wie ein kleine dunkle Wolke, denn er MUSS ja noch fertig geschrieben werden.
(Ich habe als Kind diese „was in den Ferien geschah“-Aufsätze gehasst. Aber immerhin wurden die NACH den Ferien geschrieben. Hmpf.)