Wehe wenn sie losgelassen,
27. Januar 2009
die Stoffschnäppchenjägerinnen.
„Nimm zwei Meter zahl einen“ ist ein allzu verlockendes Motto. Oma Eis und Frau … äh … Mutti hatten ihren Wagen vollgeladen, Oma Eis zahlte. (so kauft es sich ganz prima ein)
Es war faszinierend zu beobachten, wie ganz Stoffballen auf Wagen geladen wurden und der eine oder andere beliebte Stoff einem direkt aus der Hand gerissen wurde. Rosalie gab´s übrigens keinen. Find ich persönlich nicht so tragisch, denn ich habe den in letzter Zeit einfach zu häufig in den Blogs gesehen. Und schäbig finde ich ihn obendrein.
Für mich gab´s ´ne Menge Meter in orange, blau und grün. Somit ist klar, welche Farben dieses Jahr im Mutti´schen Garten vorherrschen. (ich erzähle Ihnen das jetzt schon, damit Sie ihre Garderobe passend zu den Kissen im Garten wählen können, für diese Gartenparty, Sie wissen schon. Grün, orange, blau. Und weiß.)
Ausserdem ist genau das passiert, womit ich schon seit langem rechne. Ich wurde angesprochen. Nein, nicht von einer Castingfirma, die meine Modellqualitäten sofort erkannt hat, sondern von einer Frau: „Sie sind Frau … äh … Mutti, oder? Ich lese täglich Ihr Blog!“
Wow. Das war irre. Und irritierend, weswegen ich eigentlich sprachlos war. Und verlegen. Und sinnloses Zeug gestammelt habe. Chrissie, herzliche Grüße auf diesem Weg und Entschuldigung für das hölzerne Gequatsche. Ich bin schüchtern aber eigentlich nicht doof.
Dreimal wurde ich gefragt, was ich denn mit diesem Stoff nähen will. Beim Lacktischdeckenstoff konnte ich mein schickes Täschchen vorzeigen. Aus dem Samt will ich mir einen Rock nähen und dieser schwarze Stoff mit den bunten Blumen und Schmetterlingen … das wird eine Tasche. Vielleicht für mich. Warum fragen Frauen, was sie nähen sollen? Das ist doch irgendwie Bedarfsfindung: „Wow, toller Stoff! Was könnte ich nur daraus nähen? Ich frag mal die Frau mit den komisch grauen Haaren.“
In der Fundgrube lagen zwei Vorhänge in Wunschfarben und ein wunderhübscher, original verpackter und trotzdem sehr reduzierter Bettbezug in weiß mit kleinen Röschen. Kein Rosalie :-) Diese Funde landen ebenfalls noch auf dem Wagen. Oma Eis zahlte dreistellig und das Auto der Freundin, die nie Zeit hat, wurde recht voll.
Mein IKEA-Bedarf ist jetzt gedeckt. Ausserdem bin ich mal wieder enttäuscht, denn es gab keine Schokoladentorte zu kaufen. Dabei hatte ich die den Kindern versprochen. Stattdessen gab´s eine Kiste Kekse, wobei cih die, sind wir mal ehrlich, mittlerweile leckerer selbst backen kann. Und die Chipstüten sind auch geschrumpft.
Geschrumpft ist auch mein Energiepegel. Noch sieben Stunden, dann darf ich ins Bett.
Zu Tränen gerührt
26. Januar 2009
hat mich gerade die mail von Alexandra B., die in ihrer Firma einen Gratis-Bonus bekommen hat, den sie an ihre Freunde und Bekannte verteilen darf.
Leider hat sie keine Freunde und Bekannte (SCHLUCHZ!), weswegen ich, Frau … äh … Mutti diesen Bonus quasi als Gehaltserhöhung in Anspruch nehmen darf.
Arme Alexandra. („Meine Freunde nennen mich Alex. Leider habe ich keine Freunde.“)
Immerhin. Sie hat mich zum Lachen gebracht.
(aus der Rubrik: Spam, witzig)
Abnabelungs-Gedöhns
26. Januar 2009
Der große Sohn ist gerade in so einer „ich mach mein eigenes Ding“-Phase, was bedeutet, dass er zu den Mahlzeiten sehr hungrig auftaucht und nach dem Essen wieder in seiner Höhle, pardon, seinem Zimmer verschwindet. Keine Ahnung, was er da macht. Eigentlich will ich´s auch gar nicht wissen.
Bei dem Gedanken, dass ich ihn jetzt mal hoch rufen könnte, habe ich mich ertappt. Komisch ist das. Vor etwa zehn Jahren wünschte ich mir, dass das Kind doch bitte wenigstens ZEHN MINUTEN, nur zehn klitzkleine Minuten, alleine in seinem Zimmer verbringen und mich nicht ohne Pause mit zugegebenermaßen lieblichen Stimmchen zutexten möge.
Apropos liebliches Stimmchen. Das Stimmchen brummt nur noch einzelne Worte in meine Richtung. Maximal Zwei-Wort-Sätze: „hab´Hunger.“ oder „Nix iss.“ gerne auch „Lass mich.“ Bin mir nicht sicher, ob das Kind derzeit die U5 bestehen würde.
(und dann sind da wieder diese Momente, in denen er durch die Küche wirbelt, die Spülmaschine ausräumt, einen Kuchen backt, den Tisch deckt und „endlich mal Ordnung schafft“. Oder seinem Bruder mit Engelsgeduld bei den Hausaufgaben hilft. Oder sich nicht mit seiner Schwester streitet.)
Rumgebrummel
26. Januar 2009
– da wird immer vom Biorhythmus gefaselt und das man den doch ein bißchen berücksichtigen soll. Mein Biorhythmus sagt immer „sofort schlafen“ nach dem Mittagessen. Der Alltagsrhythmus aber sagt: „Hausaufgabenbetreuung beim jüngsten Kind!“ Lange und kurze Vergangenheit wird geübt. Frau … äh … Mutti gähnte = kurz. Frau … äh … Mutti hat gegähnt = lang.
– die Farbe „hellaschblond“ macht nicht hell sondern grau. Ich sehe zwanzig Jahre älter aus mit grauen Haaren.
– es ist ein sehr geringer Trost, dass Pink auch grau gefärbte Haaare (ok, irgendwie so silbrig) hat. Pink sieht großartig aus. Ich einfach nur alt.
– jetzt sehe ich schon so alt aus, da könnten wenigstens die Pickel verschwinden.
– immer wenn das jüngste Kind dann fertig mit den Hausaufgaben ist und ich dem Ruf des Biorhythmus´ folgen könnte, kann ich nicht mehr schlafen, bin aber trotzdem quengelig.
– darf nicht quengelig sein, denn Töchterlein fordert Lektorendienste an ihrem wachsenden Buch. („jeden Tag schreib ich zehn Seiten, Mama“) Korrekturlesen bei der eigenen Tochter ist ein bißchen so, wie mit einem Streichholz nachzusehen, ob der Gashahn zu ist. Es KANN gut gehen.
– unbändige Lust auf Chips. Die, die angeblich orientalisch schmecken. Keine im Haus. Und das ist sicher besser so.
Linseneintopf
26. Januar 2009
ist wirklich lecker. SEHR lecker.
Mit viel Karotten, Sellerie und Lauch. Und einem guten Stück Suppenfleisch vom Biobauern.
Linsen haben viel Eisen. Eisen ist gut.
Aber jetzt, so am dritten Tag mit Linseneintopf zum Mittagessen (Abendessen, Mittagessen, Abendessen …), wäre mal wieder Platz für neue Geschmacksexplosionen im Mund. Irgendwie haben die mir damals nicht beigebracht, wie man kleine Mengen kocht.
Es ist übrigens eine sehr doofe Sache, ständig abzuwägen, ob man beim Essen lieber was für den wehen Magen oder lieber was gegen leere Eisenspeicher tun möchte. Beides gleichzeitig geht nämlich nicht.