Mama!
22. Januar 2007
„Wir wollen unbedingt Kohlrouladen essen!“, sagen die Kindelein, die nachhaltig von der Ernährungspyramide bei „Wissen macht AH!“ beeindruckt sind.
„Na gut ….“, sagt Frau … äh … Mutti und geht einkaufen.
Vor dem Kochen muss aber noch ein bißchen in der Küche geräumt werden. Dumm, wenn man abends zu faul dafür war.
Abgespült ist, der Herd blinkt. Oh, der Backofen hätte es auch mal nötig. Und wenn sie schon mal dabei ist, die fleissige Hausfrau, dann sind die Regale über dem Herd auch gleich dran.
Jetzt noch neue Spüllappen und Geschirrhandtücher her. Aus dem Schrank, in den alles einfach nur hineingestopft wird. Schnell noch den Schrank aufräumen. Erstaunlich, was da alles so reinpasst. Ein Päckchen Lederpflege fällt Frau … äh … Mutti in die Hand – aber das Sofa muss warten, es muss doch gekocht werden! Das Hackfleisch ist aufgetaut.
Und die Kochlust tendiert eindeutig in Richtung Spaghetti Bolognese.
Trau ich mich aber nicht, weil die Kinder wollen Gemüse.
Verkehrte Welt.
Diese Strickfrage
21. Januar 2007
war rein hypothetisch.
neudeutsch bekräftigend: ABER SO WAS VON hypothetisch (angenommen, fiktiv, gedacht, theoretisch).
Als Konditionalsatz: Würde Frau … äh … Mutti jemals stricken, könnte sie Ihre Ratschläge befolgen.
Es war reine Neugier, weil karierte Socken fänd ich geil.
ähem – öhem
20. Januar 2007
eine Strickfrage an die Sockenstrickerinnen:
Kann frau eigentlich auch karierte Socken stricken?
Ich meine – es gibt ja wild geringelte oder geflammte oder sonstwie gemusterte Socken. Aber karierte habe ich noch nie gesehen.
Hab ich da irgendwie falsche Vorstellungen?
Fimo
20. Januar 2007
ist dieses hochgiftige Zeugs, mit dem sich recht nette Sachen herstellen lassen.
Hühner (ach wie originell, Frau … äh … Mutti, schon wieder Hühner) zum Beispiel:
marmoriertes Pink an Petersilie, namenlos, aber eindeutig weiblich.
blau mit graphischem Muster in weiß, trippelnd (volle Blase?), namenlos und eher männlich.
Beide haben ein Loch im Kopf zum Aufhängen.
Vielleicht kann ich die beiden an die Reste vom Forsythienstrauch hängen, die in der Küche in der Vase stehen. Aber das wäre dann doch zu österlich.
Erste Gartenbegehung
19. Januar 2007
und Schadensaufnahme:
Die Bäume stehen noch.
Es liegen ein paar Sachen im Garten, die da nicht gewachsen sind, unter anderem ein Schuppendach. (nein, nicht das wackelnde Dach des Nachbarn, denn der hatte sein Schuppendach noch festgenagelt)
Erwischt hat es den Forsythienstrauch, das Schuppendach hat ihn sauber abgemäht.
Das soll nicht sein, mit den Forsythien in der Wildnis der Grünen der Villa. Vor fünf Jahren hatte der weltbeste Schwiegervater den Strauch gepflanzt und ihn dann drei Jahre hintereinander immer bei der Spätsommerrodung abgesenst. Tapfere Forsythie, sie trieb immer wieder aus und nachdem wir ihr einen dicken Pflock zur Seite gestellt hatten, konnte sie tatsächlich zwei Jahre in die Höhe wachsen. Mal sehen, ob sie auch diesen Schlag überlebt.
Ansonsten also kein Schaden, am Haus wohl auch nicht, allerdings ist es noch zu dunkel, um genau schauen zu können.
1991 war ich in Amerika, in Belleville, einem kleinen Städtchen in der Nähe von St. Louis. Mit meiner Freundin war ich auf dem Weg zu unseren Gasteltern, als uns die Ausläufer des Hurrican Andrew streiften. Binnen von Sekunden stand das Wasser dreissig Zentimeter hoch auf den Straßen, große Bäume stürzten um und in der Siedlung der mobile houses reichte der erste kippende Wohnwagen, um die gesamte Siedlung im Dominoeffekt stürzen zu lassen. Wir saßen in einem dieser amerikanischen Autos, diese jeepähnlichen Teile mit großen Reifen und viel Knautschzone und fuhren zentimeterweise nach Hause. Es war nur ein Ausläufer, den wir damals erlebten. Reichte aber.
Ich konnte es mir damals knapp verkneifen ein T-Shirt mit dem Aufdruck „I survived the Hurrican Andrew“ zu kaufen, welches ein Tag nach dem Unwetter in einschlägigen Läden hing. Auch heute würde ich mir kein „Ich habe Kyrill überlebt“-T-Shirt kaufen, aber froh bin ich, dass wir so glimpflich davon gekommen sind.
Für heute erwarten wir nur sehr viel Regen, aber da die Gemeinde letztes Jahr Millionen in die Hochwasserschutzmauer am Rhein investiert hat und wir obendrein quasi auf dem Berg leben, sehe ich keine Gefahr für uns.
Bei Ihnen auch alles in Ordnung?