*patsch*

24. April 2006

Die Kinder von heute sind unerzogen, rücksichtslos und frech, machen Krach, haben keine Grenzen und sind eigentlich ganz und gar ein Graus.

Natürlich geben Eltern das nicht zu, sondern loben ihren Nachwuchs über den grünen Klee in den Himmel, statt diesen mal ordentlich zurecht zu stoßen, ein Klapps hat noch keinem geschadet.

Ja, liebe Leser, so ist das. Habe ich heute selbst gelesen.

Mit gramgebeugten Kopf, weil sie bisher alles, alles, alles, falsch gemacht hat, fegt Frau … äh … Mutti die Scherben ihrer mangelhaften Erziehungsarbeit zusammen und übt an einem Kissen, wie man richtig klappst. Das Kissen weint wenigstens nicht.

Vorfreude

24. April 2006

Jostabeere

Birne

Aprikosenpfirsich

Apfel

Johannisbeere

Kirsche

Holunder

Radel mal

23. April 2006

Und während ich so jammernd auf dem Sofa sitze und mein wehes Knie mustere, erinnere ich mich seufzend vier Stunden zurück, als ich hinter dem jüngsten Kind herkeuchte.
Das Kind startet erneut einen Versuch, diese unheilvolle Maschine bestehend aus Pedalen, die zu bewegen, zwei Räder, die gerade zu halten und einem Lenker, der der Fahrbahn entsprechend zu bewegen ist, zu beherrschen.

„Zuerst den Fuß auf das Pedal, das oben ist!“, erklärt Frau … äh … Mutti zum tausendsten Mal, „danach direkt den anderen Fuß auf das andere Pedal und losstrampeln!“
„ICH WEISS!“, schnaubt das jüngste Kind und fällt elegant in den Straßengraben, mit beiden Füßen auf den Pedalen des stehenden Rades.

„Immer nach vorne schauen!“, ermuntert Frau … äh … Mutti zum tausendsten Mal, „dann klappt das prima mit dem Gleichgewicht!“
„ICH WEISS!“, pöbelt das jüngste Kind und dreht sich nach der meckernden Ziege im Schrebergarten um.

„Immer gleichmäßig treten, dann fährst du“, schnauft Frau … äh … Mutti, „PRIMA! Weiter so!“
„ICH WEISS!“, kräht das jüngste Kind und lässt sich von seiner Mutter am Gepäckträger Richtung Heimat schieben.

„Wie war´s? Hat´s geklappt?“, fragt der beste Vater meiner Kinder.
„Gut!“, sagt das jüngste Kind
„Er muss halt noch üben“, sagt Frau … äh … Mutti und möchte nur ein bißchen heulen.
(Aber bestimmt nur, weil das Knie so schmerzt)

Wenn

23. April 2006

ich so alt werde, wie sich mein rechtes Knie derzeit anfühlt (pucker, knarz, knack, autsch), werde ich alt. SEHR alt, uralt, steinalt.

(Bitte keine guten Tipps, die frusten nämlich. Das Knie ist irreparabel kaputt und züchtet sich eine Arthrose. Ich wollte halt mal jammern. In meinem Alter darf man das.)

Merke:

22. April 2006

– Kuchen ist NICHT die ideale Grundlage für eine Weinprobe.
(Zwei Stücke Rhabarberkuchen, ein Stück Zitronenkuchen)

– es ist NICHT nötig, den bereits bekannten Dornfelder zu kosten, nur weil er lecker ist
(Weinprobe ist harte Arbeit!)

– passende Adjektive für den Geschmack des Weines finden ist mit fortschreitender Probe leichter
(kratzig im Abgang, rund, süffig, reich an Gerbsäure, spannend, vollmundig, legga, nocheinbitte)

– eine Weinprobe mal eben kurz zwischen vier und halb sechs einzuschieben ist nur eine bedingt gute Idee
(acht Weine und sieben davon nocheinbitte, nur einer sehr kratzig im Abgang)

Um den beschwingten Zustand nach der Weinprobe zu halten, empfiehlt es sich, zwei der neuerworbenen Flaschen Wein mit zu Freunden zu nehmen und dort spontan zu grillen. Also nicht den Wein, natürlich.

Das jüngste Kind hat heute wiederum einen entscheidenden Schritt in Richtung seines Traumberufs Winzer getan: zusammen mit seinem besten Freund und dessen Vater fuhr er im Unimog in den Wingert, um dort irgendwelche Karten mit Traubenwicklerpheromonen an die Rebstöcke zu hängen. Gelbe und weiße und manche konnte man irgendwie aufziehen. Aber davon verstehen Mütter nix, dass ist WinzerMännersache.
Töchterlein und der Große interessieren sich übrigens nicht für eine weinlastige berufliche Zukunft. Nicht mal Weinkönigin möchte sie werden, die Tochter, und das, obwohl wir in der ehemaligen Residenz der deutschen Weinkönigin 1978/79 wohnen.