Machen Sie mir doch einfach mail eine Freude
11. Januar 2006
„Liebe Frau … äh … Mutti!
Ich lese sehr gerne Deine witzigen Berichte aus Deinem Alltag. Ich muss oft nicken und lachen, weil es bei uns genauso abgeht. Kommentieren will ich aber nicht, weil ich sowieso keine Antwort bekomme. Du gibts nur bestimmten Leuten eine Antwort. Wenn Du mehr Leuten antworten würdest, bekämst Du auch mehr Kommentare.
Nix für ungut, war nur ein kleiner Tipp, denke mal darüber nach! (*)
LG, xxx“
(*)Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung für das geneigte Leserauge erträglicher gestaltet, für Ausdruck keine Haftung
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*nachdenk*
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Antwort:
„Liebe xxx!
Ich schreibe sehr gerne witzige Berichte aus meinem Alltag. Denn wenn ich das nicht täte, könnte es passieren, dass ich schreiend wegliefe. Insofern ist das Schreiben tatsächlich eine kleine Beruhigungstherapie für mich.
Was es noch ist, das Schreiben, geht Dich – offengestanden – garnix an. Genausowenig wie die Tatsache, wem ich was wann antworte. Und warum ich nicht auf jeden Kommentar antworte. (Wobei: turbulenter Alltag – wenig Zeit – wenige Antworten – einfache, aber überaus logische Herleitung)
Vielleicht ist es unfair von mir, Deine sicherlich nett gemeinte mail hier zu veröffentlichen. Aber ich habe einen Leserstamm zu befriedigen, wie Du ja weißt und einforderst. Und die amüsieren sich sicherlich köstlich über Deine Unverschämtheit. Oder nicken und lachen und trauen sich nicht zu kommentieren, weil sie sowieso keine Antwort bekommen. Oder so ähnlich.
Kommentiere wenn Du magst, lass es wenn Du willst und maile mir keine Tipps, um die ich nicht gebeten habe.
Beste Grüße,
Frau … äh … Mutti“
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Sachen gibt´s …
saure Zeiten
10. Januar 2006
Aufgrund der Tatsache, dass die Kinder der Frau … äh … Mutti jede mögliche Krankheit oder Anomalie an sich reißen, hat die Erwähnte immerhin immer etwas, worüber sie in ihrem Blog jammern kann.
Diesmal allerdings mit lachendem und weinendem Auge.
Das jüngste Kind hat´s mit dem Darm. Der soll sich jetzt erholen und deshalb bekommt das Kind keinen Zucker mehr. Und da Frau … äh … Mutti eine Familie mit hohem Gerechtigkeitssinn ihr eigen nennt, beteiligt sich die ganze Familie solidarisch.
Lachend: die fiesen, bappigen Frühstücks“cerealien“ verschwinden vom Speiseplan.
Weinend: die allerleckersten Kuchen des besten Vaters meiner Kinder ebenfalls.
Lachend: die Speckpolster zittern vor Angst.
Weinend: schon mal überlegt oder nachgesehen, WO ÜBERALL ZUCKER DRIN IST? (es geht aber nur um Monosaccharide, zum Glück!)
Es hätte ja auch eine Zöliakie sein können. Oder eine Milcheiweißunverträglichkeit. Oder, oder. Lachen, Frau… äh … Mutti. Und genieße noch schnell die letzten Gummibärchen für etwa acht Wochen.
Zwischen-Danke,
9. Januar 2006
heute abend geht die spannende Urlaubssuche weiter.
Meine Französischkenntnisse werden eigentlich nur noch von meinen Lateinkenntnissen übertroffen. Ähem.
Interessanterweise sind DIE Vokabeln aus der Schulzeit hängengeblieben, die weder für eine warme Mahlzeit noch für ein Dach über dem Kopf sorgen. Ich kann wunderhübsch formulieren, dass le pneu geplatzt ist und ich könnte dem flic meine permit de conduire zeigen, die ich allerdings gar nicht habe und auch nie haben werde.
Die anderen Vokabeln kommen ohne Rücksicht auf Grammatik mit dem Aufenthalt im Land. Letzten Sommer suchte ich verzweifelt nach dem französischen Ausdruck für „sauglatt und rutschig“. Mittels ausdrucksstarker Gestik und Mimik und einigen unterstreichenden Lauten war eine Verständigung jedoch möglich und der Franzose nahm sein jüngstes Kind vorsichtshalber auf die Schultern, bevor er mit seinen abgelatschten Turnschuhen durch die frischberegnete Col de la Schlucht stakste. Offensichtlich hatte er meine Bemühungen als Warnung vor kinderfressenden Schlangen interpretiert. Wer weiß.
Sprachliche Barrieren sehe ich nicht. Und ich werde auch bestimmt nicht ungehalten reagieren, wenn ich mir eine wunderhübsche Essensbestellung mit allen sprachlichen Finessen aus den Rippen leiere und der freundliche garcon (das c mit Häkchen bitte denken) freundlich nickt und sich zum nächsten Gast umdreht, den er in einwandfreiem Deutsch begrüßt und bedient. Gnarf.
Schlimmer als die fehlenden Vokabeln und Grammatikkenntnisse sind aber die Hemmungen überhaupt zu sprechen. Wir werden den Bus mit allem was wir für eine Woche benötigen beladen, damit wir in der ersten Zeit nicht verhungern. :-)
Die Sache mit der Planung,
9. Januar 2006
genauer der Urlaubsplanung ist gar nicht so leicht.
Und das, obwohl Frau … äh … Mutti diesmal ganz genau weiß, was sie will:
Sonne, Strand, Meer, billig, Berge, Wald, Ruhe, billig, hübsche Städtchen, die eine oder andere Burgruine oder sonstige Sehenswürdigkeit, billig, nicht zu weit weg und billig sollte der Urlaub sein.
Diese kleinen Wünsche dem Herrn Gugel zum Fraß vorgeworfen führt zu keiner aussagekräftigen Empfehlung – leider.
Nach vielen Stunden suchenderweise am Rechner steht nun wenigstens die Richtung fest: Frankreichs Atlantikküste. Wo genau allerdings? Vielleicht hat jemand DEN ultimativenTipp? (Wir sind übrigens stehts mit zwei Zelten unterwegs und müssen nicht unbedingt FKK-Zelten :-)
Wo genau kann ich Sonne buchen?
Der vernachlässigte Haushalt
9. Januar 2006
ist allein auf die Tatsache zurück zu führen, das die allerliebste Freundin ein besonderes Weihnachtsgeschenk für Frau … äh … Mutti und dem besten Vater meiner Kinder hatte:
Wussten Sie eigentlich, dass am 16. Januar 1757 in Bonn ein Foltertarif veröffentlicht wurde, in dem 55 Zahlungen für Hinrichtungen, Folter, die dafür nötigen Ausrüstungen und die damit verbunden Ausgaben aufgelistet sind? Wussten Sie etwa nicht? Macht nix: Verbrennen bei lebendigem Leib nur 4 Reichsthaler!
Nennen Sie mir den viktorianischen Zeitplan der Familientrauer! Oder lesen Sie auf Seite 90 nach. Um den Ehemann trauert man gerne 2-3 Jahre, die Ehefrau hingegen ist nach 3 Monaten abgetrauert.
Statt das böse Sch…-Wort zu verwenden oder gar noch Schlimmere, bemühen Sie doch ganz einfach Shakespearesche Beleidigungen wie: „Ich wollte, es juckte dich von Kopf bis zu den Füßen und ich müsste dich kratzen; ich wollte dich zum schäbigsten Scheusal in Griechenland machen.“
Abschließend sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Trinidad und Tobaga etwas kleiner als Delaware sind, dass burmesische Könige kein gutes Verhältnis zu Elefanten haben, dass der rechte Arm der Freiheitsstatue 12,80 m lang ist und dass dieser fürchterliche Borborygmus, unter dem ich gerade leide, ganz einfach mit einer großen Schüssel Müslis zu bekämpfen ist.
Feines Buch!