Wir werden reifer.

27. Januar 2015

Da der Jüngste zum Beginn seiner Ausbildung noch nicht volljährig ist, verlangt das Jugendarbeitsschutzgesetz eine Untersuchung, die die Arbeitstauglichkeit bestätigt. Diese Untersuchung nahm heute unser Kinderarzt vor: der Knabe ist fit und darf auch schwer körperlich arbeiten.
Zum Abschied gratulierte der Kinderarzt ihm und uns zum Ausbildungsplätze und umarmte den schwer verdutzen Jüngsten. „Wir werden reifer…“, sagte er zu mir, fest meine Hand haltend und seufzte.
Dieser Kinderarzt hat den Jüngsten nun sein Leben lang begleitet. Er sah ihn zum ersten Mal bei uns daheim im Schlafzimmer, als der Jüngste gerade ein paar Stunden alt war. Nächstes Jahr wird er ihn zum letzten Mal sehen, wenn diese Arbeittauglichkeitsuntersuchung wiederholt und gleichzeitig die J2 gemacht wird. Dazwischen hat er unzählige Male Mittelohrentzündungen diagnostiziert, Klartext gesprochen, ermutigt, gelobt, meiner Einschätzung geglaubt und sich über jeden Entwicklungsfortschritt gefreut. Hat immer interessiert und geduldig dem Jüngsten zugehört und zu ihm heute wie vor fast 16 Jahren „alles dran, alles perfekt“ gesagt.

Ich habe heute gelernt, dass man nicht nur bei so normalen Sachen wie „letzter Kindergartentag“, „Einschulung“, „jeder Geburtstag“ und „irgendein Bühnenauftritt“ Tränen in den Augen haben kann, sondern auch bei der Vorstellung, dem Kinderarzt nicht mehr „bis zum nächsten Mal!“ sagen zu können.

Und was macht der Kater?

26. Januar 2015

Dem geht es großartig. Er hat sein Winterkampfgewicht von knapp sieben Kilo (im Sommer bringt er nur knapp fünf Kilo auf die Waage und falls Sie trotzdem erschrocken sind: er ist ein sehr großer Kater. Wirklich groß.) und schleppt sich eher undynamisch von Futterschüssel zu Küchensofa zu Sessel zu Wohnzimmersofa zu Töchterleins Bett und wieder zurück. Raus zieht es ihn tagsüber kaum, weswegen er regelmäßig vor lauter Ausgeruhtheit „seine dollen fünf Minuten“ hat. Dabei rast er über Tische und Bänke und verprügelt Kissen und Sofa. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, da er von uns höflich aber bestimmt nach draußen geleitet wird.
Er wird wohl der Einzige sein, der das nasskalte Suddelwetter sehr vermissen wird, weil dann nicht mehr den ganzen Tag ein Feuer im Ofen lodert. Dort, auf dem Sessel vor dem Ofen, liegt er nämlich sehr gerne, bis der liebliche Geruch von gegrilltem Katerbauchspeck durch den Raum wabert.
Ansonsten weiß er als kluges, gelehriges Tier, dass sowohl der Küchentresen als auch der Küchentisch für ihn streng verboten sind, weswegen er sofort schuldbewusst dort herunter springt, sowie wir den Raum betreten. Dass er nachts da eher ungehemmt ist, verraten uns lustige Katzentappsenmuster auf dem Tisch und leergeräumte Biomüllschüsseln. Ringelfranz liebt Gurkenschalen, um an sie heranzukommen hält ihn auch ein die Schüssel abdeckender Teller nicht ab.
Nach wie vor bringt er uns fette Beute mit nach Hause, nach wie vor verspeist er sie bevorzugt auf dem Küchenteppich, der danach leider in die Waschmaschine muss. Ratten, Vögel, Mäuse, einzig die Gallen und ein paar Federn bleiben übrig. (und es macht sehr wenig Spaß, morgens im Halbschlaf barfuß – lassen wir das.)
Bevor wir Katzen im Haus hatten, ich aber den Wunsch danach hegte, versuchte ich dem besten Vater meiner Kinder diese Idee zu verkaufen. (so wie damals die Idee mit den eigenen Kindern „Unser Leben wird sich kaum verändern. Echt jetzt. Bestimmt!“) Irgendwo hatte ich nämlich gelesen, dass Katzen sehr reinliche Tiere sind, die sich den halben Tag mit Körperpflege beschäftigen. „Das sind sehr saubere Tiere!“, versprach ich dem besten Vater meiner Kinder und deswegen darf ich auch gar nicht zu laut jammern, wenn nachts ein schlammiger Kater in mein Bett (immer ans Fußende, zum Glück!) hüpft und dort mit der ausgiebigen Körperpflege beginnt. „SO saubere Tiere!“, sagt dann der beste Vater meiner Kinder in einem merkwürdigen Tonfall, wenn sein Blick morgens auf mein Deckbett fällt.

Wie die meisten Katzen hat er bestimmte Macken. Er kann zum Beispiel unmöglich fressen, wenn der Boden der Futterschüssel nicht bedeckt ist, wahrscheinlich hat er Angst, in den nächsten Stunden verhungern zu müssen. Sein, wie in Katzenratgebern empfohlen, täglich frisches Wasser verschmäht er ziemlich angewidert. Lieber trinkt er aus den brackigsten Pfützen draußen, leckt die nassgeregneten Terrassenfliesen ab oder schlabbert abends aus unseren zur Schüssel geformten Händen direkt aus dem Wasserhahn. Er kann sehr energisch werden, wenn es langsam Zeit zum Zähneputzen, bzw. Katertränken ist. Am Liebsten liegt er wenn ich koche vor dem Herd, wenn ich die Spülmaschine ausräume unter der Spülmaschinenklappe oder – wirklich super – versteckt mit dem Kopf unter dem Teppich. Um meine Gesundheit ist er stets besorgt, letzte Nacht zum Beispiel ließ er mir eine Kneipp´sche Anwendung zukommen. Als ich bettwarm und völlig verschlafen gegen halb zwei auf dem Klo saß, schlängelte er sich um meine Beine. Sehr nass, sehr kalt, frisch aus dem Garten.

Man muss ihn lieben.

Und das tun wir sehr.

Nochmal häkeln –

25. Januar 2015

und direkt voran gestellt: dies wird kein Häkelblog! Es ist nur leider so, dass die Diven-Nähmaschine noch immer zur Reparatur ist und meine Finger sehr kribbeln. Irgendetwas „Kreatives“ muss ich tun.
Im Discounter meines Vertrauens gab es nun Häkelwolle im Angebot. Die Farben waren in Ordnung und deshalb dachte ich: „Och jo, zum Üben ist das ja in Ordnung.“ Jetzt sitze ich da mit acht Knäuel Übungswolle in ganz netten „och jo“-Farben und frage mich, was ich denn häkeln könnte. Die allerbeste Freundin hat hier auf dem Sofa an einem sehr entzückenden Tuch herumgehäkelt, doch um ebenfalls solch ein Tuch zu häkeln, brauche ich flusigere Wolle, nicht so ein Baumwollgarn, wie ich es jetzt habe. Und außerdem sei das was für Fortgeschrittene, behauptet die Freundin, woraufhin ich gerne Barney Stinson zitierte: „Herausforderung angenommen!“ Ich will unbedingt und sofort solch ein Tuch häkeln.
Aber gut. Baumwollgarn. Es wird wohl wieder eine Mütze, die Tochter wünscht sich sowieso eine. Vielleicht übe ich verschiedene Muster, vielleicht sieht das hübsch aus, vielleicht trägt sie sie auch. Danach brauchen wir wirklich keine Mützen mehr.
Häkeln gefällt mir gut, es macht großen Spaß, obwohl die erste Reihe nach den Luftmaschen eher unspaßig und nervig ist. Aber! Weil es gibt ja immer ein „Aber!“: mir mangelt es an Ideen, was ich häkeln könnte. Decken sind super, aber die nähe ich mir. Topflappen sind super, aber die könnte ich mir nähen. Oder bei IKEA kaufen. Häkelblümchen sind super, aber die, die mir in diesem tollen Buch so gut gefallen, sind gestrickt, das lerne ich erst demnächst. Was häkelt man denn so? Ist diese Frage jetzt merkwürdig und irgendwie falschrum? Müsste ich nicht irgendetwas toll finden und fragen, wie man es häkelt? Egal. Die Technik macht Spaß, ich will sie beherrschen, aber ich brauche keine Probeläppchen mehr. Vorschläge?

Es gibt so Tage,

24. Januar 2015

an denen sitzt man mit der allerbesten Freundin auf dem Sofa und schaut ein paar Filme. Da passiert nichts sonst, außer dass es draußen ein paar nasse Flocken schneit, die direkt wieder wegschmelzen. Die Kindelein sind unterwegs, der beste Vater meiner Kinder wurschtelt vor sich hin und ja, es gäbe natürlich immer was zu tun.
Aber mit der allerbesten Freundin auf dem Sofa, das ist heute genug.

die und das

23. Januar 2015

Ich gebe ja gerne mit unserer Fasssauna an und ja, wir lieben sie nach wie vor heiß (Haha!) und innig. Gestern abend allerdings hatte ich beim zweiten Durchgang nicht mehr so viel Spaß, als ich mir beim Aufguss die Oberschenkel verbrühte. Den dritten Durchgang sparte ich mir und kühlte stattdessen ein bißchen. (Alles wieder gut, aber ich bin sehr, sehr erschrocken.)
Apropos Aufguss: wir sind auf der Suche nach ultimativen Aufguss-Beduftungen, gerne Bio. Hat jemand eine Empfehlung für uns? Spekulatius, Erdbeerjoghurt oder Pina Colada muss es nicht sein, die klassische Latschenkiefer ist schon ganz nett.

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Ich sprach heute mit einer jungen Mutter, die mir erzählte, sie werde demnächst zum ersten Mal alleine mit ihrer Tochter Autofahren. Sie vorne, das Baby hinten, ganz alleine im Babysitz.
Bei uns ist es ja jetzt so, dass ich demnächst auch zum ersten Mal alleine mit meine Tochter Auto fahre. Sie auf dem Fahrersitz, ich daneben. Ich fühle mich ein klitzekleines Bißchen alt.

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Mein Schwiegervater ist ein sehr großer Fan des Internets. Er liebt Google und YouTube und das mit den Emails klappt auch prima, seit ein paar Jahren schreiben er und die Tochter sich regelmäßig. (Was sehr, sehr süß und schön ist, denn sie sehen sich mindestens einmal in der Woche.)
Jetzt ist es aber so, dass Schwiegervaters Laptop nicht mehr der Schnellste ist und dafür die Geduld meines Schwiegervaters gegen null geht. Er kommt also täglich mit einem Computer „der schon wieder nichts mehr tut“ vorbei.
Das Laptop macht aber brav immer genau das, was es soll, wenn wir uns seiner annehmen und das lässt meinen Schwiegervater ungläubig den Kopf schütteln. Alle Erklärungsversuche, dass mehrmaliges Anklicken hintereinander einen Vorgang nicht beschleunigen … fruchten nicht.
Und so warten wir jeden Tag darauf, dass mein Schwiegervater schlüsselrasselnd* die Treppe hochkommt, um über die Technik zu schimpfen. Kommt er einen Tag nicht, bin ich fast in Sorge.

*er schüttelt seinen Schlüsselbund, um uns rechtzeitig zu warnen, dass er gleich reinkommt: „damit ihr ordentlich angezogen seid“

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Kann mir irgendjemand ernsthaft erklären, warum Katzen so gerne in Kartons sitzen? Ich habe noch keine Katze erlebt, die nicht sofort in einen Karton springt, wenn einer rumsteht.