Blümchen, rosa, beinahe nicht kitschig
15. Januar 2015
Die Freundinnen und ich haben eine wunderschöne, gemeinsame Tradition. Jedes Jahr fahren wir im Dezember in die Landeshauptstadt, bummeln, besorgen Weihnachtsgeschenke, rasten in Cafés und gehen zusammen essen. Entspannt, ohne Hetze und ohne unsere Männer im Schlepptau, die zwar geduldig sind und stets „schau nur!“ sagen, letztlich aber doch nur gelangweilt sind, wenn wir beispielsweise in Geschirrabteilungen von Kaufhäusern herumstöbern.
Und so stöberten wir in aller Ruhe und plötzlich fiel mir Geschirr auf. Weißgrundig, mit bunten Blüten, rosa, gelb, zartlila. Ich hielt das ja immer für ein Gerücht, doch tatsächlich kann man sich in Geschirr verlieben. Völlig bescheuert und wir müssen da auch nicht drüber diskutieren, denn ja, das ist albern. Es sind ja nur Teller. Tassen. Schüsseln. Und ein zauberhaftes Milchkännchen. „Mariefleur“ von Villeroy&Boch. Zauberhaft schön, sehr, sehr teuer. Ich nahm mir einen Prospekt mit und die Idee, dass ich nun alt genug für Sammelgeschirr sei und ab sofort immer eine Antwort auf die Frage „Was wünschst du dir …?“ habe. Und sah mich im Sommer im Gartenhüttchen sitzen, Kaffee trinkend, Kuchen essend – zusammen mit den Freundinnen und Mariefleur.
Stunden später, als die Freundinnen und ich im thailändischen Restaurant saßen, zog die Freundin, die nie Zeit hat, ein Päckchen aus ihrer Tasche. „Ich hab hier noch was für dich!“, sagte sie und als ich auspackte, hatte ich vor Rührung und Freude Tränen in den Augen. Eine Milchkaffeetasse „Mariefleur“, der Grundstock für die Sammlung.
Heute bin ich meinem Gartenhüttchen-Mariefleur-Traum ein ganzes Stück näher gekommen!

Sechs Menschen passen auch prima in das Hütchen. :)

Hach. Der Frühling kann kommen!
Erstes Mal:
14. Januar 2015
– eine Mütze gehäkelt und sie in der Öffentlichkeit getragen.
Außerdem habe ich eine 25 Jahre alte Brille (wieder)gefunden und festgestellt, dass sich mein sehendes Auge weder verbessert noch verschlechtert hat. Ich habe also eine neue Brille!

(Es ist wirklich schwer, ein schlechteres Bild zu machen.)
Und ja: Häkelfieber. Ich brauche Wolle. Viel Wolle. Der Juni wäre ein schöner Monat für ein Häkelevent im Rosa Gartenhütchen, denke ich.
Frühlingsgefühle
13. Januar 2015
15 Grad Außentemperatur zogen mich raus in den Garten. Morgens erntete ich Rosenkohl, nachmittags beseitigte ich Sturmschäden. Die Birke sollte nun eigentlich keinen Reisig mehr zum Abwerfen haben, ich sammelte einen großen Grünschnittsack zusammen. Efeu und vergessene Goldruten schnitt ich zurück und die erste Brennnessel fand ich auch. Autsch.
Hinten im Garten, beim Rosa Gartenhüttchenkäfer, entdeckte ich, dass die Nachbarn es scheinbar nicht wollen, dass ich rasch durch ihren Garten zu meinem neuen Garten husche. Ein Hasendrahtzaun ist gespannt. Zuerst war ich enttäuscht, aber dann freute ich mich doch sehr, denn dieser Zaun kommt unseren Hühner- oder Laufentenplänen, die wir dieses vielleicht Jahr verwirklichen wollen, sehr entgegen.
Anderthalb Stunden wuselte ich herum, dann waren die Grünschnittsäcke voll und mir war klar, dass ich mit Wollpulli und -socken eindeutig zu warm angezogen war.
Kann es bitte wieder kalt werden? Und vielleicht ein bißchen schneien? Ich möchte noch keinen Frühling, ich möchte Eis und Schnee, klirrende Kälte und damit einen Grund, in die Sauna zu gehen. Ich will unbedingt nochmal im Schnee spazieren gehen und einen Schneemann bauen!
Und mich noch ein bißchen auf den Frühling vorfreuen.
Immer weiter, immer weiter.
12. Januar 2015
An Weihnachten wurde der Jüngste krank. Fieber und ein fieser Husten, fast zwei Wochen lang war er krank. Und steckte in dieser Zeit den besten Vater meiner Kinder an, langsam kommt der wieder auf die Füße. Der große Sohn lag ebenfalls flach und jetzt hat es die Tochter erwischt. Seit gestern hustet sie und ihre Augen haben diesen verdächtigen Fieberglanz.
Ich hätte dann genug, mag mir keine Sorgen mehr machen müssen und dieses vierstimmiges Gehuste zerrt mir an den Nerven, raubt mir nachts den Schlaf.
Genug gejammert und auf Holz geklopft: mir geht es gut.
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Die Häkelei geht weiter! Nachdem ich gestern unfreiwillig halbe Stäbchen zu halbkreisförmigen Läppchen verarbeitet hatte, konnte mir Oma Eis heute zeigen, wie das mit diesen Stäbchen richtig geht, halb und ganz, doppelt und dreifach sei nun kein Problem mehr, behauptet sie. Mein neues Probeläppchen zeigt jetzt, dass ich sechs verschiedene Muster häkeln kann!
Ich fühlte mich also gewappnet für mein niederländisches Blumen- und Gemüsehäkelbuch:

„100 Bloemen“ von Lesley Stanfield
Leider musste ich beim Durchblättern entdecken, dass es nicht reicht, häkeln zu lernen. Die wunderschönen Trichterwinden und die Karotten … werden gestrickt. Das scheint auch unter dem Buchtitel zu stehen „om te haken en te breien“.
Es sieht also so aus, als müsste ich auch noch Stricken lernen.
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Diese Häkelsache führt übrigens dazu, dass ich gewisse Wollmängel im Haus bemerke. und feststelle, dass ich für meine drei Häkelnadeln keine hübsche Aufbewahrung habe, für künftige Häkelarbeiten ebenfalls nicht! Missstände hier! Ich muss mir also eine Häkelnadelaufbewahrungsrolle und ein Häkelwolle- und Häkelarbeitsaufbewahrungsutensilo nähen, habe aber irgendwie nicht den passenden Stoff dazu. Hier ergeben sich also unabsehbare Folgenkosten und keiner von Ihnen da draußen hat mir das verraten!
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Bin weg, die meisten der kranken Familienmitglieder sind versorgt. Ich muss Stäbchen üben.
Häkeln? Hurra!
11. Januar 2015
Diesen Blogartikel hätte ich schon im letzten Sommer schreiben sollen, denn ich hatte ja sehr laut getönt: Wenn das Rosa Gartenhüttchen steht, lerne ich häkeln!
Das Gartenhüttchen stand, aber zum Lernen fehlten Zeit und Lust. Heute aber! Heute suchte und fand ich Wolle im Nähzimmer, kramte die schon lange gekaufte Häkelnadel hervor und griff mir das Buch „Perfekt Stricken (mit Sonderteil Häkeln)“ aus dem Regal.
Sämtliche kranke Menschen im Haus hatten sich in ihre Betten zurückgezogen, die Tochter buk Trostkuchen und ich … fing einfach an.

Häkeln habe ich schon einmal gelernt, damals in der Grundschule. Vage hatte ich irgendetwas mit Stäbchen im Hinterkopf, aber leider ist es beim Häkeln nicht so wie beim Radfahren: man das total verlernen. Wobei ich nicht ausschließen will, dass ich das verlernen wollte, weil das Häkeln in der Grundschule eine echte Qual war. Mühsam hatte ich einen roten Topflappen gehäkelt, nicht quadratisch, sondern eher trapezförmig, aber immerhin ein Lappen. Beim Umhäkeln mit Mausezähnchen hatte ich tatsächlich Spaß, das ging mir erstaunlich leicht von der Hand. Vielleicht mochte ich auch die gelbe Wolle sehr. Auf den Topflappen bekam ich einen Gnaden-Vier. Zum einen, weil ich nur einen Topflappen und kein Paar gehäkelte hatte und zum anderen, weil die Mausezähnchen sicher fremd-gehäkelt waren. Dieses Gefühl der Machtlosigkeit, weil die Handarbeitslehrerin mir einfach nicht glauben wollte, kann ich noch immer spüren. Doofe Nuss, diese Lehrerin.
Luftmaschen sind wirklich, wirklich leicht. Nach etwa zwanzig Luftmaschen wurden sie beinahe regelmäßig und mein verkrampfter Zeigefinger, um den die Wolle gewickelt war, begann sich zu entspannen. Eigentlich muss ich jetzt nur noch den Trick lernen, wie der Faden zwischen Finger und Nadel immer die richtige Länge hat.
Nach den Luftmaschen wurde es spannend. Im Buch kam die Lektion „Kettmasche“. Der Anfang war leicht, was ich da machen sollte war wirklich nicht kompliziert. Einzig die Ausführung! Ständig stach ich durch den Wollfaden oder verhedderte sämtliche Fäden miteinander, verlor den Faden oder die Häkelnadel, aber nur einmal warf ich den Kram entnervt auf den Boden. Und was ich noch immer nicht weiß: die erste Luftmaschenschlinge: ist die dann die letzte Masche in der Rückreihe und häkelt man danach oder davor so eine zusätzliche Luftmasche?
Nach der Kettmasche kam die „Feste Masche“ und was soll ich sagen: wenn man erstmal so ein Gefühl für Wolle und Häkelnadel hat, dann ist das, als würde ein Rädchen einrasten. Ich häkelte fleißig vor mich hin, Reihe hin, Reihe zurück und pfiff ein fröhliches Lied. Meiner Häkelkarriere steht nichts mehr im Weg!
Bevor ich das Kapitel „Stäbchen“ lernen konnte, musste ich allerdings Himbeer- und Schokoladen-Muffins essen.
Danach betrachtete ich Stolz meine ersten Werke:

Kettmaschen und feste Maschen. Letztere sollen sich eventuell nicht so um sich selbst drehen und vielleicht habe ich da wirklich etwas falsch gemacht, aber das ist egal, denn es macht wirklich Spaß. Und ich kann mir ziemlich gut vorstellen, dass ich nicht gänzlich ungeschickt bin. Völlig größenwahnsinnig sehe ich jetzt schon jede Menge Häkelblümchen und ganze Häkeldecken, mit oder ohne Granny Squares vor mir. Im Buch gibt es das Kapitel „Irische Häkelei“. Wenn ich dieses Kapitel bewältigt habe, werde ich vielleicht so etwas:

häkeln können! Derzeit kann das die Klecksefrau, aber ich will das unbedingt auch lernen, damit ich nicht immer auf Weihnachten warten muss, bis ich neue Gemüsebroschen bekomme.
Ein Buch mit vielen solcher hübschen Häkelschnickeldis steht schon lange im Regal, allerdings auf niederländisch. Ich hoffe, dass dies kein allzu großes Hindernis sein wird.
Hach. Häkeln. Das wird was.
(und weil auf Instagram vorsichtig nachgefragt wurde: so ein Rosa-Gartenhüttchen-Häkel-Event … könnte stattfinden. Ich gebe den Termin dann rechtzeitig bekannt!)