Januar:

Neues Jahr, neues Glück, neue Vorsätze.

Ich beschließe der depressiven Phase mit Sturheit und jede Menge Glitzer zu begegnen. Will jeden Tag etwas finden, das für Freude sorgt oder mir hilft, aus dem Loch zu kriechen.

An manchen Tagen schaffe ich es kaum aus dem Bett, an anderen (wenigen) habe ich so viel Energie und lasse mich von Begeisterung mitreißen und anstecken, dass ich mit der allerbesten Freundin einen Wanderurlaub plane! (er findet nicht statt, ich schaffe es nicht. Das tut mir immer noch so leid!)

Ich schaffe das Haushaltsgedöhns einigermaßen, koche ab und zu Köstlichkeiten und manchmal begleite ich den Gatten bei den Hunderunden. Alleine kann ich nicht mit den Hunden gehen, ich bin zu kraftlos, kann mich nicht durchsetzen und keine Verantwortung übernehmen. Keine guten Voraussetzungen, um verantwortungsvolle Hundehalterin zu sein.

Ein bißchen aus dem Haus komm ich auch. Wir besuchen einen Science Slam, gehen mit dem Großen essen und treffen Freunde.

Gegen Ende des Monats bringe ich die Stickmaschine zum Glühen, jede Menge „Nazis raus“- „Broschen“ entstehen.

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Februar:

Der Monat beginnt mit geballten Terminen: wir sind zum Neujahrsempfang der Grünen eingeladen, der „Marktplatz für Demokratie“ findet statt und ein Abschiedsessen muss zelebriert werden. (das Tapas in Nierstein schließt. Die Freunde und wir sind sehr traurig, Gambas al ajillo werden uns fehlen.)

Die Stickmaschine spuckt weiterhin Unmengen von „Nazis raus“-Broschen aus, ich verschicke sie gegen eine Spende an „Rheinhessen gegen rechts“ an sehr viele Menschen.

Außerdem übe ich weiterhin das Konterglitzer gegen Depressionslöcher. Stapele mir bunte Stoffe für künftige Quiltdecken auf den Nähtisch, schaffe es aber nicht, sie zu nähen.

Male Buchstaben für den Schriftzug „Menschenrechte statt rechte Menschen“ am Hallentor und male 15 extra „r“s, weil witzige Idioten das „r“ immer wieder abreißen. Wir erstatten regelmäßig Anzeige, ich jammere regelmäßig meine Instagramstories darüber voll. Irgendwann trudeln Päckchen mit Stiften und Laminierfolien ein, dazu ermutigende und aufbauende Worte: nicht aufgeben. (niemals!)

Ich stürze mich in die Vorbereitungen für meinen nachgeholten „Adventsbrunch“. Diese machen fast genausoviel Spaß wie das eigentliche Fest. Während des Brunches ertappe ich mich dabei, wie ich selig meine Gäste angrinse und sie alle furchtbar lieb habe.

Gegen Ende des Monats wird gewählt. Das Ergebnis überrascht wenig, ist aber deshalb nicht weniger schlimm. Wir blenden unseren Frust aus und feiern stattdessen den Jüngsten. 26 Jahre dürfen wir schon mit ihm leben, wie toll ist das denn?

Nach der Feier muss ich mir eingestehen, dass „ein bißchen gut“ nicht gut genug ist. Und dass Sturheit kein Werkzeug gegen Depressionen ist.

Ich packe einen Koffer und eine Tasche und ziehe für vier Wochen in die Rheinhessenfachklinik zur stationären Therapie.

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März:

Die Zeit in der Klinik ist hart.

Ich muss mir das Zimmer mit einer Patientin teilen, Dusche und Toilette sind überm Flur, die Mahlzeiten ordne ich unter „stets bemüht“ ein und es dauert ein paar Tage, bis ich ankomme, aufhören kann, mich zusammenzureißen und zu funktionieren.

Einzelgespräche, Gruppentherapien, geregelte Mahlzeiten, Frühsport, Spaziergang, Ergotherapie – ein straffer Stundenplan wird durchgezogen. Abends falle ich totmüde ins Bett, kann aber keine Nacht durchschlafen, weil der Nachtdienst alle zwei Stunden schaut, ob alles ok ist. Der Schlafmangel macht mir sehr zu schaffen, ab der dritten Woche habe ich mich aber daran gewöhnt.

Eine Medikation wird eingeführt und, da ich sie nicht vertrage, wieder umgestellt. Mit dem Ergebnis, dass ich fast die Treppe hinunterstürze, weil sich mir der Boden entgegenwölbt. Zwei Tage lang bin ich ziemlich „drauf“, dann tut das neue Medikament was es soll.

Mit den anderen Patienten und Patientinnen verbringe ich sehr viel Zeit über Puzzles gebeugt. Unfassbar intime Geschichten werden ausgetauscht, wer, wann, womit Probleme hat. Es ist ein geschützter Raum, die 19jährige Transperson tauscht sich mit dem 56jährigen Angstpatienten aus, die Frau mit der Essstörung unterhält sich mit dem Typ, der irgendeine Psychose hat. Es wird wahnsinnig viel gelacht und herumgealbert, keine Spur vom Kuckucksnest, ich bin Teil der bekloppten Familie.

Ich lerne viel über Depressionen und wie ich damit leben kann, nebenbei läuft eine weitere Diagnose an. (läuft, Stand heute, immer noch, ich werde irgendwann vielleicht berichten).

Zack sind die vier Wochen um, die Tochter kommt mich abholen und ich werde von 23 Mitbekloppten zum Abschied umarmt.

Daheim schlafe ich tief und fest und quer im großen Bett, der Gatte kommt erst am nächsten Tag aus Singapur zurück.

Überraschenderweise (haha) bin ich nicht geheilt, aber gestärkt und zuversichtlich. Außerdem will ich auf gar keinen Fall jemals wieder in die Klinik, selbst wenn es nicht so schlimm wie befürchtet war.

„so, jetzt erstmal ne langsame Wiedereingliederung!“, dachte ich. Stattdessen ging es sofort wieder drunter und drüber. Mein Schwiegervater landete nach Reanimation auf der Herzintensivstation und niemand wusste, ob und wie es mit ihm weitergeht. Die Familie war vollzählig versammelt, denn eigentlich wollten wir seinen 91. Geburtstag mit ihm feiern. Stattdessen verbrachten wir abwechselnd sehr viel Zeit im Krankenhaus und begannen alles Weitere zu planen, als sich abzeichnete, dass er über den Berg ist.

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April:

Ich begann einen neuen Job, ich wurde (und bin jetzt) Pflegekraft für meinen Schwiegervater. Ganz offiziell, meine Dienstleistung wird meiner Rente angerechnet.

Bevor mein Schwiegervater heimkam, wirbelte ich einmal durch seine Wohnung. Wir hatten das bisher nicht für nötig gehalten, aber hui. (little do we know) Ich sortierte, mistete aus, räumte um und putzte sehr, sehr viel. Wir organisierten einen Duschhocker und einen Rollator, eine Pflegestufe wurde ermittelt, Physiotherapie organisiert und drei Wochen, nachdem ihn der älteste Neffe leblos gefunden hatte, stieg mein Schwiegervater wieder die Treppen in den vierten Stock hoch, vier Wochen später fuhr er mit dem Dreirad einkaufen.

Anfänglich wehrte er sich gegen meine Unterstützung, heute findet er sein „Pascha-Leben“ (seine Worte) toll und erzählt allen Menschen, wie streng ich mit ihm sei. (ich habe ihm einen Zettel an sein Medikamentenkästchen geklebt: „Nimm die. wenn Du gesund sterben willst!“ Klappt!)

Neben dem Opa-Dienst wühlte ich mich durch den Garten. Endlich draußen sein, endlich die Hände in die Erde stecken, durchatmen und endlich, endlich, endlich daheim und in meinem Leben wieder ankommen.

Die Familie rückte an Ostern an, den Opa besuchen und bei uns essen. Außerdem heckten die Kindelein mit den Neffen einen wunderbaren Plan aus: Haus-, Garten- und Viecherbetreuung, damit wir im Sommer vier Wochen in Schweden urlauben können. Großartig!

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Mai:

Mein Schwiegervater und ich sind nun ein eingespieltes Team, mittlerweile lässt er es an Pia-Tagen ruhiger angehen und begrüßt mich auch schon mal noch im Schlafanzug. Wir setzen uns zusammen an den Tisch, er frühstückt und erzählt, ich höre zu und nicke aufmunternd. Dann schickt er mich an meine Arbeit, damit er in Ruhe Zeitung lesen kann. Mit diesen Arrangement sind wir beide zufrieden.

Haus und Garten habe ich wieder im Griff, nur die Sache mit den Hunderunden ist schwierig. (übrigens bis heute) Ich schaffe es einfach nicht, mit beiden Hunden loszulaufen. Keine Ahnung warum.

Ich finde eine Psychiaterin, die mir meine Medikation verordnen kann, bzw. deren Bedarf im Auge hat und die die Diagnose der anderen Sache fortführt. Eigentlich nicht fortführt: sie beginnt von vorne, weil die Standardtestung auf Männer ausgelegt ist. Interessantes Thema, muss ich mal erzählen. (Notiz an mich)

Die Freitagsfreundin und ihre Tochter fahren mit mir zu Tochter für ein Wochenende nach München. Einen Ausflug nach München haben wir vor fast zwanzig Jahren schon mal zusammen gemacht, das wollten wir wiederholen. (diesmal ohne Feueralarm in der Nacht in der Jugendherberge) Ein wundervolles Wochende voller „weißt-du-nochs,“ als die beiden Töchter die zweigebärmuttrigen Zwillinge Annemarie und Marianne waren. Die Freitagsfreundin und ich versicherten uns auf dem Heimweg gegenseitig, welch großartige junge Frauen die beiden geworden sind. wie perfekt wir sie erzogen haben (oder sie uns) und dann erinnerten wir uns mit leisem Schauder an Magen-Darm-Grippen, Läuse, Trotzanfälle, Scharlach, Elternabende und all den Spaß, den Eltern jüngerer Kinder so haben. Wir waren dann kein bißchen nostalgisch und wehmütig mehr, sondern einfach froh, dass die beiden sich nach so vielen Jabren immer noch mögen. Wir werden solch ein Treffen unbedingt wiederholen.

Als Einstieg ins Wanderleben und zur Vorbereitung auf den Sommerurlaub fuhren wir mit Rucksack, Zelt und beiden Hunden mit mehreren Zügen und Regionalbahnen und tausenden von Menschen, die ähnliche Pläne hatten, in den Schwarzwald. Wandern ist schön, Zelten ist schön und Menschen, die das auch mögen auf Trekkingplätzen zu treffen sowieso.

Außerdem im Mai: Hochzeitstag! Dreißig Jahre gemeinsam durch Höhen und Tiefen und ich liebe diesen Mann noch immer wie damals, als alles frisch und aufregend war.

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Juni:

Der Opadienst läuft weiterhin prima. Mein Schwiegervater bittet mich darum, Ungenutztes auszusortieren und zu entsorgen, unter anderem auch den Sekretär meiner schon lange verstorbenen Schwiegermutter auszuräumen. Das berührt mich sehr. Einerseits sein Vertrauen zu mir, in den Sachen seiner Frau herumkramen zu dürfen, andererseits dann die vielen Erinnerungen an meine Schwiegermutter, die ich in Händen hielt. War ein besonderer Moment, über den ich einige Tage nachdenken musste.

Der Gatte verreiste für eine Woche zu einem Hochtourenkurs in die Berge. Ich wuppte das Leben daheim wieder ganz gut, sogar die Hunderunde alleine. Da die Afrikanische Schweinepest die Wildschweine in der Gegend dahinraffte und möglichst nicht verbreitet werden sollte, herrschte Leinenzwang und ich übte mich in der hohen Kunst des Leinenmakramees.

Weil ich plötzlich wieder Kraft, Energie und Lust, was zu tun hatte, engagierte ich mich wieder mehr in der Bürgerinitiative „Nierstein gegen Rechtsextremismus“. Besuchte das „Kino im Park“, nahm an der Demo gegen die Eröffnung des A*D-Büros und Plenumssitzungen teil und hörte mir selbst sehr erstaunt zu, als ich zu der Frage, ob ich mit ins Sprecherinnenteam der Initiative kommen wolle, „ok.“ sagte.

Aufeinmal hatte ich etliche Termine im Kalender, eine weitere Aufgabe und deshalb packte ich erstmal meinen Rucksack für den Sommerurlaub! :)

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Juli:

Schweden! Der Kungsleden, mein Endgegner.

Eine phantastische Wanderung. Ich habe unendlich viel Freude und reines Glück gespürt, vergleichbar vielleicht mit diesem „runners high“. Die Landschaft, die Weite, die Farben, die Ruhe, diesmal auch das Wetter – alles perfekt!

Ich war nahezu untrainiert, schaffte aber die anvisierten Tagesetappen gut, war aber am Ende der Tour immer so erschöpft, dass ich das Zelt nicht mehr aufbauen konnte, das musste jedes Mal der Gatte übernehmen.

Einmal fiel ich in einen Fluß (der Gatte behauptet, es sei nur ein breiter Bach gewesen), einmal knallte ich kopfüber den Weg runter. Es muss spektakulär ausgesehen haben. Verletzt habe ich mich bei beiden Aktionen nicht, nach dem Kopfübersturz musste ich mir nur ein Steinchen aus dem Knie puhlen und hinterher wackelige Beine veratmen. Wir stapften durch Schnee, Matsch und Blockwerk, über Wiesen, Holzplanken und überquerten unzählige Gewässer, meistens über Gitterrostbodenbrücken, die mich sehr forderten. Wir küssten uns auf jeder Brücke, hatten ein gutes gemeinsames Tempo, konnten stundenlang miteinander schweigen und waren uns einig, dass es nicht um Tempo und Stecke, sondern ums Draußen-Sein geht. Da die Nächte nicht dunkel wurden, hatten wir keinen Zeitdruck bei der Zektplatzsuche und ach, es hätte alles so perfekt sein können, hätte sich nicht Frau Knie zu uns gesellt.

Ein sehr langer Abstieg nach sehr steilem Aufstieg und sehr schwierigem Weg über Blockwerk und rutschigem Schneematsch waren zu viel. Die Schmerzen wurden fies und ich bereue es noch heute so sehr, dass wir uns nicht in der Nähe der letzten Hütte einen Zeltplatz gesucht haben. Stattdessen stiegen wir die letzten schier endlosen acht Kilometer noch ab, weil dort am Ende eine Dusche, ein Hotelbett und Pommes lockten. Während der letzten beiden Kilometer heulte ich vor Wut und Schmerzen, mittlerweile nicht mehr nur Schmerzen im rechten Knie, sondern auch durch das schonende Gehen im linken Schienbein. „Schienbeinkantensyndrom“, erklärte mir Wochen später meine Physiotherapeutin, „kommt von zu schnell zu viel.“ Tja.

Wir ruhten einen Tag, aber ein Tag reicht nie. Deshalb wanderte der Gatte die nächste Etappe allein und ich kam in den Genuss mehrerer Busfahrten. Sehr komfortabel, auf gepolsterten Sitzen, mit Gurt und klimatisiert. Bevor ich mir selbst zu sehr leid tun konnte, verhinderte eine Rentierherde die Weiterfahrt des Busses und ich konnte in aller Ruhe diese wirklich hübschen Tiere bewundern.

Der Gatte und ich trafen uns wieder, aber wandern klappt noch immer nicht. Deshalb zelteten wir an einem Fluß, hielten dort die außergewöhnliche Hitzewelle schwimmend sehr gut aus und schafften irgendwann dann doch noch die letzte 140 Kilometer des Kungsledens.

Ich habe ihn schon wieder nicht ganz geschafft, der Teil mit den vielen Bootpassagen fehlt. Keine Ahnung, ob wir es NOCHMAL versuchen. Diesmal bin ich jedenfalls nicht frustriert.

Wir hängten noch ein paar Tage in Stockholm an, besuchten das grandiose Vasa-Museum und nach vielen, vielen Tagen mit sehr wenig Menschen, waren die vier Stunden Prideparade im Gedränge eher fordernd. Aber wow, wie toll war das! Ich habe bis zum Ende des Zuges gejubelt, geklatscht und getanzt. Welch ein Fest!

Welch ein Urlaub! (nächstes Jahr bleiben wir daheim, bzw. machen wir nur kürzere Touren.)

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August:

Keine Zeit, mich vom Urlaub zu erholen! Die Arbeit in der Bürgerinitiative begann sofort. Ich saß im Handarbeitsbüro, plante und baute einen Infostand für Deutschlands kleinsten CSD (der in Nierstein, zum dritten Mal in Folge!) und das Internationale Kulturfest auf und war mittendrin in Planungen für weitere Veranstaltungen, Vorträge, Infoabende und Weiterbildungen. So viel Neues zu lernen!

Und weil Frau Knie weiterhin unfreundlich war, holte ich mir Cortison und ein Rezept für Physiotherapie beim Orthopäden ab. Das Knie ist kaputt, kann man wenig machen, außer durch Muskulatur stärken. Ist halt doof, wenn es gerade weh tut, aber das wird schon wieder. Ein künstliches Gelenk möchte ich (noch) nicht.

Franz, der sechs Wochen zuvor verschwunden war und von dem wir uns schon leise verabschiedet hatten wurde vom Jüngsten gesichtet. Ich machte mich sofort auf den Weg und auf mein Rufen hin, kam ein dürres, klappriges, struppiges Katerchen maunzend aus dem Gebüsch gehumpelt. Wir begannen umgehend mit dem Aufpäppeln und Entfilzen seines Fells. Die Tierärztin nahm Blut ab und daraufhin wurde die Schilddrüsenmedikation neu eingestellt. Außerdem gab es ein Schmerzmittel zur täglichen Einnahme wegen der wehen Hüfte. Und Hausarresr für drei Wochen, damit das Vieh wieder lernt, wo es hin gehört :)

(mittlerweile hat Franz längst wieder Freigang, hat fast zwei Kilo zugenommen, glänzendes Fell und liegt am Liebsten auf dem Sofa des Jüngsten, dort hat er seine Ruhe.)

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September:

Mein Terminkalender bleibt voll. Ich wundere mich, wie voll berufstätige Menschen Zeit und Kraft für ein Ehrenamt finden. Wir planen mit der Bürgerinitiative ein Grillfest, nehmen beim rhine-clean-up teil, planen einen weiteren Marktplatz für Demokratie, treffen uns weiterhin jeden Freitag für mindestens zwei Stunden im Handarbeitsbüro und dazwischen ploppen ständig irgendwelche Nachrichten auf, Fragen, die beantwortet werden wollen und Informationen, die irgendwohin sollen. Ich hane nach wie vor großse Freude an dieser Arbeit, achte dabei aber sehr gut darauf, dass das alles nicht zuviel wird.

Nebenbei wird es langsam herbstlich draußen. Die Lese ist in vollem Gang und das ist so krass! Ich erinnere mich daran, dass wir zum Geburtags des Gatten Ende Oktober Federweißer tranken, dies jetzt im September, bei über zwanzig Grad zu tun – ist falsch.

Die Tochter feiert ihren 28. Geburtstag, irgendwo in den Bergen. an ihrem Wohlfühlort. Wir gönnen es ihr sehr! (sie ist mittlerweile fertig mit dem Masterstudium und arbeitet weiterhin als Ingeneurin für die Deutsche Luft- und Raumfahrt. Das Thema „promovieren?“ schwebt immer mal durch den Raum, aber so richtig rückt sie nicht damit raus. Vermutlich werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. :))

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Oktober:

Wir brauchen das beide, deshalb machen wir einen klitzekleinen Urlaub im Wingert. Eine Nacht im Zelt, die Hunde nehmen wir mit. Weil die Lese größtenteils abgeschlossen ist, sind wir ungestört an unserem Lieblingszeltplatz. Es wird schon wieder sehr früh dunkel und überraschend kalt. So kalt, dass ich mitten in der Nacht die unruhigen Hunde zu mir unter den Schlafquilt hole. Danach ist uns allen warm und wir schlafen bis zum Sonnenaufgang. Den Sonnenaufgang draußen zu erleben, egal in welcher Jahreszeit, gehört zu den schönsten Momenten meines Lebens.

Für ein Wochenende traf ich mich mit der Tochter in Berlin. Wir hatten eine wunderbare Mutter-Tochter-Zeit! Vor vielen, vielen Jahren war ich mit der allerbesten Freundin in der Charité in der Virchow-Ausstellung. Ich berichtete so begeistert davon, dass die Tochter seit damals die Ausstellung sehen wollte. Wir nahmen uns sehr viel Zeit dafür und brauchten hinterher einen Kaffee, Ruhe und dann erst den Austausch darüber. wie wir uns nun fühlten.

Am nächsten Tag gruselten wir uns durch das Ugly Food Museum, kosteten tapfer alles, was man kosten muss, um sich an die Wall of Fame schreiben zu dürfen und schon war das Wochenende vorbei. Wir planen aber schon das nächste!

Wieder daheim kratze mein Hals und die Nase schnupfte. Trotz negativem Coronatest sagte ich den Opadienst ab, einen fiesen Schnupfen kann mein Schwiegervater auch nicht gebrauchen.

Gerade als wir die Einkaufsliste für die Cocktailparty anlässlich des Gattengeburtstages füllen wollten, entdeckte ich rote Flecken auf Brust und Rücken des Gatte. Die bekommt er immer, wenn er fiebert. Das tat er, außerdem schlief er fast drei Tage durch. Wir sagten allen Gästen ab. Traurig, aber tja. Auch beim Gatten kein Corona, nur ein fieser Infekt. Ich schloss mich solidarisch nochmal an und damit war der eigentlich schöne, goldene, buntbelaubte Oktober gegen Ende ziemlich doof.

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November:

Sie sehen es: wir sitzen nach wie vor jeden Freitag im Handarbeitsbüro. Mittlerweile sind wir bekannt. Man weiß, warum wir tun was wir tun. Man unterhält sich mit uns und Zuwachs hat unser Trüppchen auch schon bekommen. Für nächstes Jahr haben wir viele Ideen, dann werden wir nicht mehr nur still vor uns hinwerkeln. Ich freue mich drauf, Ihnen davon zu erzählen!

November. Wow, das Jahr rennt jetzt ziemlich schnell! Der DREISSIGSTE Geburtstag des Großen wurde groß gefeiert. Der Gatte hatte ein klitzekleines emotionales Problem mit der Tatsache, dass sein erstes Kind DREISSIG wurde, aber es gab keinen weiteren (Be)Handlungsbedarf. Der Jüngste und die Tochter hatten dem irgendwie planungsunwilligen Bruder eine Feier samt Gästen und Verpflegung organisiert, wir Eltern sorgten für eine stilvolle Cocktailbar. Ursprünglich wollten wir nur drei Stunden bleiben und dann „die jungen Leute“ feiern lassen. aber die jungen Leute kamen nach und nach auf ein Schwätzchen zu uns und so wurde es auch für uns spät. Macht ja nix. Und ich freue mich sehr zu sehen, was das für tolle junge Leute geworden sind. Manche kenne ich schon seit der gemeinsamen Kindergartenzeit mit dem Großen. An schönsten aber war, dass ich den jüngsten Partygast, ein zwei Wochen altes, quasi Frischgeborenes, halten durfte. Wie süß diese Winzlinge sind! Und wie sie duften! Ich wollte es aber nicht behalten, weil – wie im Mai geschrieben – Magen-Darm-Infekt, Läuse, Scharlach, Trotzanfälle und Elternabende. Hab ich durchgespielt, reicht.

Außerdem brauchen wir gar keine Kleinkinder, um uns Sorgen zu machen. Wir haben ja Haustiere. Franz kam mit einem Biss an der Wange heim. Der Biss entzündete sich heftig, so dass eine Drainage gelegt werden musste. wir ständig zur Wundpflege beim Tierarzt antanzen durften und der Kater uns, sein Leben und den blöden Trichterkragen hasste. Überstanden, alles geheilt. Phew.

Den restlichen November verbrachte ich mit Initiativenkram. Wir bekochten den Ex-Generalsekretär der CDU und hörten seinem Vortrag „Tu was!“ zu und danach organisierten wir rasch den Stand für den Adventsmarkt. „Rasch“, man kennt es.

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Dezember:

Nach dem wichtigsten Tag des Jahres, langjährige LeserInnen wissen, dass es sich dabei um den Binzessinenntag handelt, waren die Höhepunkte des Jahres ausgeschöpft :) (der 55. Geburtstag schon. Wann ist das passiert, wann ist die Zeit so gerannt?)

Ich feierte nicht, weil keine Lust und keine Zeit. Es gab Kaffee&Kuchen mit der Familie und abends ein gemeinsames Essen mit den Freunden. die so gar keinen Grund zum Feiern hatten und Ohren brauchten.

Dann kam der Adventsmarkt, an dem die Bürgerinitiative „Nierstein gegen Rechtsextremismus“ vertreten war. Ich war so aufgeregt, denn dieser Stand war mein Baby. Ich hatte ihn gewollt, hatte im Plenum mit „Einnahmen und größerer Bekanntheit“ argumentiert. letztlich dann fast alles organisiert und als das Ding rum war und ich grinsend die Einnahmen zählte … das war schon ein gutes Gefühl. Zwei Tage im Regen stehen hatten sich doch gelohnt.

Wir versuchten das Ding mit der Entschleunigung, vorher schob ich aber noch rasch eine Demo ein und wurde dabei zum ersten Mal von der Polizei kontrolliert. Und als harmlos durchgewunken.

Ein weiterer Versuch, Ruhe und Gemütlichkeit zu etablieren. Das klappte eigentlich ganz gut, aber dann war da noch das Adventsglühen mit den Grünen, ein Essen mit den Neffen, das Haus füllte sich mit Gästen, wir mussten zum traditionellen Weihnachtsblasen, wahnsinnig viel musste gegessen und getrunken werden. Es wurde gelacht, gesungen und getanzt, kein bißchen gestritten, ich habe nicht geweint (wie letztes Jahr) und wenn ich diesen Satz fertig getippt habe. küsse ich den Gatten, weil dann ist Mitternacht und das Jahr rum.

Welch ein Jahr, welch ein Ritt.

2026 gerne unaufgeregter!

Rutschen Sie gut!

immer die Ihre!

Adventsbloggen, 23. Dezember

23. Dezember 2025

Hurra, ohne Kopfschmerzen aufgewacht! Mittlerweile habe ich schon wieder so oft Kopfschmerzen, dass ich an schmerzfreien Tagen meinen Kopf wie ein rohes Ei halte, ständig in Erwartung, dass es wieder weh tut.

Aber: schmerzfrei und fit, somit stand ich um neun Uhr in der Küche und kochte Rotkraut. (weil aufgewärmt schmeckt es am Besten) Es duftete sehr weihnachtlich, ich mag die Mischung aus Zwiebel, Apfel, Rotkraut und Nelken sehr. Das Glas Quittengelee, das auf dem Tresen stand, landete zusammen mit einem Schuss Weißwein im Topf,sehr gute Idee.

Die Tochter widmete sich währenddessen den zwei Kilos Rosenkohl und putzte mit Todesverachtung, sie mag Rosenkohl nicht.

Dienstag ist Opa-Tag, so auch heute. Putzen musste ich fast nichts, die Neffen sind erst gestern Abend abgereist und haben die Wohnung ordentlich hinterlassen, ich musste nur die Medikamente richten. Für ein Schwätzchen blieb reichlich Zeit und es ist jetzt endlich auch geklärt, wann er zum Essen zu uns kommt. Ich verabschiedete mich früher als sonst, denn daheim wartete die Küche auf mich.

Zwei Kilo Zwiebeln wollten für einen großen Pott Gulasch geschält, geschnippelt und angebraten werden. Die Tochter und ich schnieften sehr wegen der Zwiebeldämpfe in der Küche. Ich briet das Fleisch an, drückte eine halbe Tube Tomatenmark dazu, kippte die Zwiebeln obendrauf und löschte mit einer halben Flasche Rotwein ab. Noch ein bißchen Salz, Pfeffer und Wasser dazu und dann hatte ich vorerst mit dem Gulasch nix mehr zu tun, der durfte auf kleiner Flamme vor sich hinschmoren. Paprika (süß und ungarisch) kommt morgen zum Aufwärmen dazu, dann wird es hoffentlich schmecken. (wird es)

Nachdem sämtlicher Kochdunst aus der Küche gelüftet war, widmete sich die Tochter dem Nachtisch und damit waren die Vorbereitungen für morgen abgeschlossen!

Der DHL-Bote fuhr vor und ich freute mich sehr, eine Kiste Orangen und das Weihnachtsgeschenk für den Großen waren angekündigt. Leider fuhr das Auto wieder weg und zwei Minuten pingte „ konnte nicht zugestellt werden“ in der App auf. Ich veratmete Wut und Genervtsein, müssen wir halt morgen nochmal zur Post und irgendwann zwischen Hunderunde, Topftetris auf Herd und Backofen, Tisch decken und hübsch anziehen ein Geschenk einpacken.

Nach einer kurzen Pause auf dem Sofa knobelten wir die Duschreihenfolge aus und als wir alle wieder entzwiebelt waren, kam der Große an, fünf Minuten später die allerbeste Freundin. Somit ist die Weihnachtsgesellschaft im Haus vollständig! Zum Weihnachtseingrooven gab es Kaffee, Stollen, Lebkuchen, Christmas Crunch, gebrannte Mandeln, Dominosteine und Plätzchen. Der Gatte brach zu Hunderunde auf, die Tochter und ich erzählten sehr ausführlich und unter großem Gelächter den Inhalt des schlechten Weihnachtsfilms von gestern nach, als Warnung für andere sozusagen. Währenddessen schmückte ich den „Weihnachtsbaum“. Unser Weihnachtsbaum ist ein „lebensgroßer“ Druck auf Stoff, ich pinnte mit Sicherheitsnadeln gestickte Sterne und Stoff- Jo-jos daran. Sieht hübsch aus! Diesmal eben mit Sicherheitsnadeln, nachdem Lutz letztes Jahr die nur mit Stecknadeln befestigte Dekoration abgepflückt und sorgsam zerkaut hatte.

Der Gatte kam zurück, wir versorgten den Kater mit Medizin und Abendessen, die Hunde nur mit Abendessen und zogen los, um den Schreinerfreund und die Freitagsfreundin zum Weihnachtsblasen abzuholen.

Der Park war voll, Bürgermeister und Pfarrerin hielten kurze Reden, der Posaunenchor blies und wir sangen schief, nicht ganz textsicher aber inbrünstig „Oh du fröhliche“ und „Stille Nacht“. Danach gab es jede Menge Begrüßungen und Umarmungen, man trifft sich halt noch mal im Park, bevor der Weihnachtswahnsinn los geht. Weihnachtswünsche wurden ausgetauscht und „bis spätestens nächstes Jahr“. Dazu gab es Glühwein von der Feuerwehr in gewohnt schlechter Qualität, aber er gehört irgendwie dazu. Die Kindelein verabschiedeten sich, den wohl dem, der mit einem Winzer befreundet ist, der seinen Weinkeller öffnet und feine Tröpfchen ausschenkt. Wir waren kurz in Versuchung, auch mal im Weinkeller vorbeizuschauen, aber dann lockte das heimische Sofa doch mehr und außerdem wollen wir morgen fit sein.

Wir verabschiedeten den Schreinerfreund und die Freitagsfreundin und kuschelten uns zu dritt mit zwei begeisterten Hunden, die sehr selten nur mit drauf dürfen, auf das Sofa, gönnten uns einen halben fingerbreit Whisky und tja – wir Partylöwen gehen jetzt schlafen. Mal sehen, wann die Kindelein heimkommen und wie ausgeruht sie morgen sind.

Ich bin übrigens immer noch völlig entspannt und völlig ungestresst. Und wenn ich morgen vielleicht schon wieder keine Kopfschmerzen habe, wäre das das allerbeste Weihnachtsgeschenk!

Aufgestanden mit leichten Kopfschmerzen, ein komisches Pieken hinter dem Auge. Gefrühstückt mit Kopfschmerzen, eingekauft mit nervigen Koofschmerzen, mit der Tochter traditionell einen furchtbaren Weihnachtsfilm (diesmal „Last Christmas“. Was für ein Schwachsinn!) geschaut, mit stärkeren Kopfschmerzen rumgehangen und irgendwann ins Bett mit üblen Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen bei denen jede Haarwurzel ihren eigenen Schmerz hat, so dass der Kopf nicht einfach abgelegt werden kann. Der Nacken heult, egal ob er gebeugt, gerade gehalten oder überstreckt wird und die durch den ständigen Schmerz hochgezogenen Schultern stimmen irgendwann mit ein.

Keine Migräne, einfach „nur“ Schmerz.

Eine Schmerztablette nahm die Schmerzspitzen und ich konnte schlafen.

Adventsbloggen, 21.Dezember

21. Dezember 2025

Ausschlafen, Hunderunde, Frühstück, Haushaltsgedöhns und zack war es kurz vor eins und die Tochter da.

Begrüßung, kurzer Austausch und dann musste ich los, die restlichen Plätzchen vom Adventsmarkt ins Café Welcome bringen, dort werden sie Plätzchenteller füllen.

Wieder daheim ein dringend benötigtes Mittagpäuschen, danach Kaffee, Lebkuchen, Plätzchen und Erzgebirgechriststollen (vom Exkommilitonen der Tochter pünktlich zum Fest zu uns geschickt) mit Gatte, Tochter und Jüngstem.

Kurz darauf wieder los, die Grünen hatten zum „Glühen für den Klimaschutz“ eingeladen. Im Hof vom gastgebenden Winzer trafen wir auf die halbe Bürgerinitiative und weil wir nicht nur zusammen aktiv gegen rechts arbeiten, sondern uns auch mögen, war das ein sehr schönes Treffen. Ich habe drei Becher Glühwein getrunken und das war einer zuviel. Außerdem hatten wir spontan drei Idee fürs Handarbeitsbüro, das nächste Jahr wird toll! (und bunt!)

Vom Winzer direkt ins Restaurant, dort trafen wir alle unsere Kinder und die beiden Neffen. Der jüngere Neffe verabschiedete sich direkt wegen beginnender Erkältung. Kurze Zeit später traf auch mein Schwiegervater ein.

Wir aßen Burger (die vegane Variante ist sehr gut!), mein Schwiegervater Hühnchen mit Pommes und extraviel Soße, alle wurden satt.

Der Abend endete dann recht schnell, alles waren müde. Der Gatte und ich vom Glühwein, der Große und der Neffe vom Zujubeln der 05er im Stadion, der Opa vom Essen. Die Tochter und der Jüngste gähnten solidarisch mit.

Daheim noch ein kurzer Austausch mit dem Neffen über die restliche Familie und eine Absprache, engeren Kontakt zu halten. Der Neffe verabschiedete sich „bis spätestens März!“ (Opas Geburtstag) und ich tippe pflichtbewusst die letzten Worte, bevor ich endlich schlafen kann. (dabei hätte ich den heutigen Tag schon interessanter erzählen können. Egal, Schlafenszeit.)

Adventsbloggen, 20.Dezember

21. Dezember 2025

Nach der Hunderunde im Fisselregen und einem gemütlichen Frühstück stand eigentlich gemeinsames Putzen auf dem Plan: der Gatte wollte das Arbeitszimmer für Übernachtungsgäste aufräumen und putzen, ich das Nähzimmer, damit eine Übernachtungsmatratze auf dem Boden Platz hat.

Weil wir aber beide wirklich gut im Prokrastinieren sind, fuhren wir ins blaugelbe Möbelhaus, damit ich zerfledderte Aufbewahrungskartons gegen Plastikboxen austauschen kann. Außerdem fehlte im Nähzimmer eine Kaffeetassenabstellmöglichkeit für den Gatten, auch ein wichtiger Grund, am Samstag vor Weihnachten zur IKEA zu fahren. Wir kauften beinahe nichts Unnötiges, außer den drei solarbeleuchteten Lampions für die Terrasse, aber der nächste Sommer kommt … vermutlich schneller als gedacht,

Zum Abschluss gab es Plantbullar mit Pommes und Erbsen. Joah. Die Plantbullar waren gut aber kalt, die Pommes heiß aber nicht durch und die Erbsen warm aber zu weich. Egal, wir waren satt und tatsächlich nicht völlig durch den Wind.

Ich muss mich bei dieser Gelegenheit selbst loben, weil ich das mittlerweile wirklich gut schaffe, in Menschenmengen entspannt und gut gelaunt zu bleiben. Und außerdem habe ich mit dem Rücken zum Raum gegessen! Erwähnenswert, denn normalerweise suche ich mir immer den Tisch in der hintersten Eck mit Blick über den ganzen Raum. Heute nicht, morgen mache ich vielleicht es ganz Verrücktes und unterhalte mich zwanglos mit Fremden. (Mal sehen.)

Daheim angekommen hatte ich noch so viel Schwung, dass ich umgehend im Nähzimmer verschwand und drei Stunden lang Krusch, Kram, Krempel und Stoffe aus Pappkartons in Plastikboxen räumte, mich sehr über die vergessenen und wiederentdeckten Schätze freute, Regalbretter ummontierte und am Ende ein ordentliches Regal im Nähzimmer-Kabuff (Das Nähzimmer war ursprünglich als Küche gedacht, das Kabuff ist ein kleines Räumchen, wohl eine Vorratskammer. Das Kabuff war schon begehbarer Kleiderschrank, Minischlafzimmer und Raum für alles, was dringend weggeräumt werden muss. Superpraktisch und multifunktional.)

Um eine Kaffeetassenabstellmöglichkeit hatte ich einen (weiteren) Rollwagen gekauft, diesmal einen kleineren, der genau unter den Nähtisch passt. Als der zusammengebaut war, hatte ich zu nix mehr Lust, außer das Ding einzuweihen. Für Kaffee war es zu spät, aber ein Glas Riesling und eine Schüssel Brezelchen passen drauf, der Gatte ist hochzufrieden.

Ein Stündchen saßen wir zusammen auf dem Nähzimmersofa und planten Urlaubsaktivitäten (Garten, Baumarkt und diverses Computer- und Smart-Home-Gebastel).

Jetzt könnte ich noch ein paar Geschenke einpacken, aber ich bin doch zu müde. Außerdem ist mir glühendheiß eingefallen, dass ich keine einzige Weihnachtskarte geschrieben habe und auch nicht mehr dazu komme. Eingefallen ist es mir, weil ich eine Weihnachtskarte der Tierarztpraxis aus dem Briefkasten gezogen haben. Eventuell haben wir dieses Jahr dort die Gold VIP Membership gewonnen, weil wir monatlich mindestens einmal mit einem der Viecher dort waren und jedesmal dreistellige Beträge zahlten. (Was tut man nicht alles für die lieben Tierchen.)

Feierabend für heute. Morgen gibt es ein volles Programm mit sehr viel Familie.