Adventsbloggen, 23. Dezember

23. Dezember 2025

Hurra, ohne Kopfschmerzen aufgewacht! Mittlerweile habe ich schon wieder so oft Kopfschmerzen, dass ich an schmerzfreien Tagen meinen Kopf wie ein rohes Ei halte, ständig in Erwartung, dass es wieder weh tut.

Aber: schmerzfrei und fit, somit stand ich um neun Uhr in der Küche und kochte Rotkraut. (weil aufgewärmt schmeckt es am Besten) Es duftete sehr weihnachtlich, ich mag die Mischung aus Zwiebel, Apfel, Rotkraut und Nelken sehr. Das Glas Quittengelee, das auf dem Tresen stand, landete zusammen mit einem Schuss Weißwein im Topf,sehr gute Idee.

Die Tochter widmete sich währenddessen den zwei Kilos Rosenkohl und putzte mit Todesverachtung, sie mag Rosenkohl nicht.

Dienstag ist Opa-Tag, so auch heute. Putzen musste ich fast nichts, die Neffen sind erst gestern Abend abgereist und haben die Wohnung ordentlich hinterlassen, ich musste nur die Medikamente richten. Für ein Schwätzchen blieb reichlich Zeit und es ist jetzt endlich auch geklärt, wann er zum Essen zu uns kommt. Ich verabschiedete mich früher als sonst, denn daheim wartete die Küche auf mich.

Zwei Kilo Zwiebeln wollten für einen großen Pott Gulasch geschält, geschnippelt und angebraten werden. Die Tochter und ich schnieften sehr wegen der Zwiebeldämpfe in der Küche. Ich briet das Fleisch an, drückte eine halbe Tube Tomatenmark dazu, kippte die Zwiebeln obendrauf und löschte mit einer halben Flasche Rotwein ab. Noch ein bißchen Salz, Pfeffer und Wasser dazu und dann hatte ich vorerst mit dem Gulasch nix mehr zu tun, der durfte auf kleiner Flamme vor sich hinschmoren. Paprika (süß und ungarisch) kommt morgen zum Aufwärmen dazu, dann wird es hoffentlich schmecken. (wird es)

Nachdem sämtlicher Kochdunst aus der Küche gelüftet war, widmete sich die Tochter dem Nachtisch und damit waren die Vorbereitungen für morgen abgeschlossen!

Der DHL-Bote fuhr vor und ich freute mich sehr, eine Kiste Orangen und das Weihnachtsgeschenk für den Großen waren angekündigt. Leider fuhr das Auto wieder weg und zwei Minuten pingte „ konnte nicht zugestellt werden“ in der App auf. Ich veratmete Wut und Genervtsein, müssen wir halt morgen nochmal zur Post und irgendwann zwischen Hunderunde, Topftetris auf Herd und Backofen, Tisch decken und hübsch anziehen ein Geschenk einpacken.

Nach einer kurzen Pause auf dem Sofa knobelten wir die Duschreihenfolge aus und als wir alle wieder entzwiebelt waren, kam der Große an, fünf Minuten später die allerbeste Freundin. Somit ist die Weihnachtsgesellschaft im Haus vollständig! Zum Weihnachtseingrooven gab es Kaffee, Stollen, Lebkuchen, Christmas Crunch, gebrannte Mandeln, Dominosteine und Plätzchen. Der Gatte brach zu Hunderunde auf, die Tochter und ich erzählten sehr ausführlich und unter großem Gelächter den Inhalt des schlechten Weihnachtsfilms von gestern nach, als Warnung für andere sozusagen. Währenddessen schmückte ich den „Weihnachtsbaum“. Unser Weihnachtsbaum ist ein „lebensgroßer“ Druck auf Stoff, ich pinnte mit Sicherheitsnadeln gestickte Sterne und Stoff- Jo-jos daran. Sieht hübsch aus! Diesmal eben mit Sicherheitsnadeln, nachdem Lutz letztes Jahr die nur mit Stecknadeln befestigte Dekoration abgepflückt und sorgsam zerkaut hatte.

Der Gatte kam zurück, wir versorgten den Kater mit Medizin und Abendessen, die Hunde nur mit Abendessen und zogen los, um den Schreinerfreund und die Freitagsfreundin zum Weihnachtsblasen abzuholen.

Der Park war voll, Bürgermeister und Pfarrerin hielten kurze Reden, der Posaunenchor blies und wir sangen schief, nicht ganz textsicher aber inbrünstig „Oh du fröhliche“ und „Stille Nacht“. Danach gab es jede Menge Begrüßungen und Umarmungen, man trifft sich halt noch mal im Park, bevor der Weihnachtswahnsinn los geht. Weihnachtswünsche wurden ausgetauscht und „bis spätestens nächstes Jahr“. Dazu gab es Glühwein von der Feuerwehr in gewohnt schlechter Qualität, aber er gehört irgendwie dazu. Die Kindelein verabschiedeten sich, den wohl dem, der mit einem Winzer befreundet ist, der seinen Weinkeller öffnet und feine Tröpfchen ausschenkt. Wir waren kurz in Versuchung, auch mal im Weinkeller vorbeizuschauen, aber dann lockte das heimische Sofa doch mehr und außerdem wollen wir morgen fit sein.

Wir verabschiedeten den Schreinerfreund und die Freitagsfreundin und kuschelten uns zu dritt mit zwei begeisterten Hunden, die sehr selten nur mit drauf dürfen, auf das Sofa, gönnten uns einen halben fingerbreit Whisky und tja – wir Partylöwen gehen jetzt schlafen. Mal sehen, wann die Kindelein heimkommen und wie ausgeruht sie morgen sind.

Ich bin übrigens immer noch völlig entspannt und völlig ungestresst. Und wenn ich morgen vielleicht schon wieder keine Kopfschmerzen habe, wäre das das allerbeste Weihnachtsgeschenk!

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