27. Juni 2020

27. Juni 2020

Ein Samstag voller kleiner Dinge. Ein bißchen Haushalt, ein bißchen mehr einkaufen. Ein wenig im Garten ernten, zwei Blumenkästen bepflanzen. Zwischendurch essen, Kaffee trinken und als der Gatte und ich uns ein Minütchen zum Ausruhen aufs Sofa setzten, erwachten wir eine halbe Stunde später wieder.

Eine Klamottenbestellung kam an und neben fünf einen Tick zu großen Boxershorts, besitze ich nun zwei schwarze Kleider. Das eine sieht aus wir ein Zelt, das andere hat Puffärmel und vermutlich will ich damit meine Kindheit wieder aufleben lassen. Ich mag sie aber beide, das Kleid mit dem verwegenen Animalprint gefiel mir aber weder vom Schnitt noch vom Material her. Wie toll wäre es, hätte uns der Waschmaschinentechniker nicht erneut versetzt. Dann wären meine neuen Kleider nämlich schon gewaschen und einsatzbereit! Und die Wäscheberge, die sich seit einer Woche türmen, könnten endlich abgetragen werden.

Tja. Ein sehr ereignisloser Tag, dem jetzt ein sehr entspannter Abend folgte. Geschlafen wird früh, denn morgen geht es zeitig los, wir laufen eine Hiwweltour!

26. Juni 2020

26. Juni 2020

Die gestern gekauften Kräuter und Blumen warteten auf frische Erde und einen Platz in der Sonne (auf der Terrasse). Doch bevor sie den bekommen könnten, musste ich erst die schweren Holzkästen aus dem oberen Gartenstück zurück auf die Terrasse schleppen. Diese Kästen sind mit Teichfolie ausgekleidet und vielleicht haben Sie mich fluchen hören, als ich versuchte, diese Folie mit einem nur semigut funktionierenden Tacker wieder ordentlich zu befestigen. Ein Kasten musste komplett neu eingekleidet werden, das übernahm der vom Rennen heimgekehrte Gatte. Ich wuchtete derweil 150 Liter Blumenerde von links nach rechts und bemühte mich, beim Befüllen der Kästen nicht zu viel Erde daneben zu werfen. Immerhin ist die Terrasse ja noch niegelnagelneu. Eingepflanzt war dann schnell und eigentlich wollte ich danach im oberen Garten jäten und mähen, zurückschneiden und umpflanzen.

Uneigentlich klingelte das Telefon und Oma Eis kündigte zwei Steigen Erdbeeren an. Somit hatte sich meine Tagesplanung spontan geändert, statt Gartenarbeit Konfitüre kochen.

Das Kochen an sich ist kein Problem, doch das Putzen der teilweise etwas angeschlagenen Erdbeeren dauerte dann doch eine Stunde, das Vorbereiten der Gläser eine weitere halbe Stunde. Aber am Ende standen dreißig Gläser Erdbeerkonfitüre auf dem Tresen, es duftete ganz wunderbar und die nach dem Honigschleudern entklebte Küche klebte wieder.

Auf Gartenarbeiten hatte ich dann keine Lust mehr, aber glauben Sie mir, gelangweilt habe ich mich trotzdem nicht. Irgendwas ist ja immer zu tun.

Der Gatte machte Feierabend und wir feierten diesen mit einem Kaffee am Gartenhüttchen bei den Bienen. Und weil wir schon mal da waren, schauten wir rasch die Völker durch. Im großen Volk gibt es wenige Eier, noch weniger verdeckelte Brut und irgendwie passt das nicht so. Das Bienenvolk sieht das wohl auch so, denn mitten auf der Wabe prangte eine wunderschöne, bereits verdeckelte Weiselzelle. Hier wird also eine neue Königin herangezogen. Wir überlegten kurz, wie wir jetzt Verfahrens beschlossen, dass wir die Bienen einfach machen lassen. In zwei Wochen sollte die neue Königin dann da sein und hoffentlich ist das Volk dann zufrieden. Das zweite Volk wächst und gedeiht weiterhin. Wir hängten eine weitere Mittelwand ein, damit sich das Volk nicht langweilt. Mittlerweile wurden die Bienen etwas laut und umbrummten mich hektisch. Ein Blick zum Himmel verriet den Grund, da braute sich etwas zusammen.

Wir packten die Deckel auf die Beuten und hechteten zur Terrasse, um die Sonnensegel abzuhängen und die Polsterauflagen zu verräumen. Als wir fertig waren, regnete es sieben bis zwölf Tropfen. Doch es kühlte doch so viel ab, dass wir die Frozen Strawberry Margaritas auf dem Sofa statt auf der Terrasse trinken. Feierabend, Wochenende! \o/

25. Juni 2020

25. Juni 2020

Gestern habe ich ausgesetzt, denn gestern war ein Tag, der mit einer Beerdigung begann und einer Geburtstagsfeier endete. Beides mit Abstand, aber nur Letzteres war schön. Die Bestattung war um elf Uhr morgens, eine Urnenbeisetzung im neueren Teil des Friedhofes. Dort ist Schatten Mangelware. Das Totengeläut dauerte viel zu lange (und der Opa brummte, er habe an so heißen Tagen früher extra kurz geläutet) und der Pfarrer, der im Schatten eines dünnen Bäumchens stand, sprach viel zu lange. Um seine 70+ Schäfchen in der Trauergemeinde, die sich schließlich setzen mussten und sich statt Tränen den Schweiß wegwischten, war er nicht sehr besorgt. Irgendwann war es überstanden. Ich nahm mir einen kleinen Sonnenstich samt Frierschwitzens und fieser Kopfschmerzen mit heim und leider gab es den Beerdigungsstreuselkuchen nur im allerengsten Familienkreis mit Kindern und Opa auf der Terrasse. Karl-Otto, des Gatten Onkel, hätte vermutlich lieber ein rauschendes Fest mit sehr viel Wein gehabt, aber wir werden das nachholen. Ich bin sehr traurig über diesen plötzlichen Tod, denn Karl-Otto war der erste, der mich in dieser neuen Familie aufnahm, damals bei der Silberhochzeitfeier von des Gatten Eltern: „Wann du net Karl-Otto zu mir saast, sach isch Kloakinnerschuulsdonde zu der.“ Alla. Unsere Neujahrsrundgänge werden jetzt ein bißchen kürzer und weniger bunt sein.

Bis zur Geburtstagsfeier der Freundin hatte sich meine Körper wieder auf eine normale Temperatur eingependelt, aber die Kopfschmerzen waren noch nicht verschwunden. Ich kippte todesmutig einem Aperol Spritz drauf und tatsächlich halt der. Wir saßen bis elf draußen, schwätzten und lachten und wenn ich gewusst hätte, dass der doofe Hund ab halb vier mit Bauchgrummeln nicht mehr würde schlafen können, wäre ich viel früher ins Bett.

So begann der heutige Tag echt sehr früh und dementsprechend müde war ich. „Wahrscheinlich ist Lola nicht fit und kann gar nicht so lange laufen!“, behauptete ich vor der Hunderundefreundin, doch die schleifte mich und den sehr fitten und fröhlichen Hund erbarmungslos durch die Wingerte hoch. Oben wehte ein frisches Lüftchen und während wir schwätzten und unsere Hunde davon abhielten, Mäuse zu jagen und sich in Undefinierbarem zu wälzen, vergingen anderthalb Stunden und mein Schrittzähler zeigte etwas über neun Kilometer.

Wieder daheim wechselte ich zum ersten Mal die Klamotten. Jahreszeit und Hitzewallungen machen das nötig. Erwähnte ich übrigens schon, dass die Waschmaschine kaputt ist und der Fachmann _bald_irgendwann kommt?

Im Nähzimmer war es schön kühl und ich verbrachte den restlichen Morgen mit dem Nähen von Kissenbezügen für die Terrassenkissen. Der Gatte lockte mich zu Kaffee und Rest-Streuselkuchen auf die Terrasse und danach konnte ich wortwörtlich die Augen nicht mehr aufhalten. Spät ins Bett und früh wieder raus, ich hielt einen ausgiebigen Mittagsschlaf, aus dem ich weder zerknautscht noch knurrig, sondern wirklich erfrischt erwachte.

Der Rest des Tages verging mit Kleinkram. Ich pflückt ein Kilo Himbeeren und fror dieses sofort ein. Wenn eine große Menge zusammengekommen ist, will ich entsaften und Gelee kochen. Ich stellte sehr erfreut fest, dass die Kirschen an unserem uralten Baum dieses Jahr nicht nur aus Haut und Kern bestehen, sondern tatsächlich ein wenig köstliches Fruchtfleisch aufweisen. Morgen werde ich also Kirschen pflücken und – was sonst- entsaften. Vor zwei Jahren habe ich schon mal Kirschsaft gemacht, der schmeckte köstlich.

Der Gatte beendete seinen Arbeitstag und nach dem Feierabendkaffee brachen wir zum Baumarkt auf. Terrassenkästen wollen bepflanzt werden, ich brauchte Kräuter und Blühendes. Außerdem sind die alten Polsterboxen kaputt, da muss Ersatz her. Für hinter das kommende Gewächshaus fehlen noch Platten, eine Rolle Kastanienzaun fehlt ebenfalls und ach. Diese Baumärkte sind für mich ja verführerische und ideenanregender als jeder Klamotten- oder Schnickeldiladen.

Wieder daheim kochte ich rasch Quinoa, warf Gemüse, Schafskäse, Olivenöl und Balsamico hinein und jetzt sitzen wir satt auf der Terrasse, irgendein Nachbar hört sehr laut einen Kirchenchor juhubiliehieren und alles ist ganz schön schön.

23. Juni 2020

23. Juni 2020

Jeden Sommer passiert es. Wenn ich zum ersten Mal richtig schwitze, die Sommerwärme als unangenehm und belastende empfinde, glaube ich, der richtige Zeitpunkt für ein luftiges Kleid sei nun gekommen. Als ich heute auf der Terrasse die Terrassenmöbel abschrubbte und trotz sehr viel kaltem Wasser vor mich hin zerfloss, schwor ich mir: heute abend gibst du Geld aus, denn sämtliche Nähexperimente scheiterten. Meistens schon daran, dass ich nicht den passenden Stoff fand.

Nähen will ich nicht, keine Zeit, keine Lust. Also stöberte ich.

Ich fand heraus, dass frau diesen Sommer viel Stoff trägt. Es wird gerafft und gerüscht, Spitze oder wenigstens Volants kommen zum Einsatz und eine echte Kindheitserinnerung ist auch wieder da: der Puffärmel! Für jedes Kleid steht übrigens nur eine bestimmte Menge an Stoff zur Verfügung: je kürzer die Rocklänge, desto länger der Ärmel, je länger der Rockteil, desto trägerloser das Oberteil.

Mittlerweile habe ich eine Ahnung, welche Farben und Formen mir stehen und ich weiß ganz sicher: das Hängerkleidchen oder die pfiffige A-Form gehören nicht dazu. Alles, was unter dem Busen nicht zu einer ungefähren Taillenform führt, lässt mich sehr schwanger aussehen. Alles was schulterfrei ist, führt unweigerlich zu oberkörperfrei (was des Gatten Augen glänzen ließe) weil ich mich viel zu undamenhaft bewege. Puffärmel, womöglich sogar in weiß, sahen an meinem etwa siebenjährigen Ich wirklich niedlich aus, heute sähe ich darin aus wie eine sehr große Kochmütze mit einem kleinen Kopf obendrauf. Sämtliche Volants und raffinierten Raffungen lassen mich wie ein Wohnzimmerfenster aus den 70ern aussehen, ich bin einfach zu groß und breit dafür.

Tatsächlich habe ich drei Kleider bestellt, mal zum Anschauen. Und vorsichtshalber noch einen 5er Pack Herren-Boxershorts dazu, weil die mit einem Trägerhemd oder Bikinioberteil ebenfalls für angemessene Luftigkeit sorgen. Aber so ein luftiges Kleidchen, das ich mir einfach nur überwerfen muss … das wär schon was. Mal sehen.

22. Juni 2020

22. Juni 2020

Ziemlich genau zwei Jahre nachdem ich „Wir könnten doch mal rasch die Terrasse schön machen“ sagte, ist sie fertig geworden. Heute hat Elton die Dehnungsfugen, die Übergänge zur Wand und die Wasserablaufkanten mit Silikon gefüllt. Er hat akribisch aufgeräumt und geputzt und als er fast fertig war, hat er seine Kaffeetasse umgekippt. Jetzt ist die Terrasse also auch getauft und wir wissen obendrein, dass Feinsteinzeug sich wirklich leicht reinigen lässt. Der Chef kam zu Abnahme und ja, wir sind äußerst zufrieden. „ Hab isch sehr gut gearbeitet, freu isch misch auch.“, fasste Elton zusammen und ich kann empfehlen: liebe Menschen aus Nierstein und Umgebung, wenn Sie jemanden für Arbeiten rund um Garten/Terrasse/Hof suchen, fragen Sie bei Gomes nach. (Voll die Werbung hier! Ich wünschte, ich bekäme sie bezahlt.)

Ansonsten ist hier nicht viel passiert, denn ich habe meinem neuen Hobby „Kopfschmerz, so oft wie möglich“ gefröhnt. Als Grund ließe sich diesmal „schlecht geschlafen“, „schwüles Wetter“ oder, laut Dr. Google, der eine oder andere Hirntumor nennen. Ich wähle selbstverständlich die beiden ersten Optionen und füge noch ein paar Hormone dazu, egal ob zu viel oder zu wenig davon, irgendwas ist mit den denen ja immer.

Einen sehr großen Einkauf haben wir noch erledigt. Sehr groß, weil wir uns anderthalb Wochen davor gedrückt haben. Da in der Obstschale jetzt nur noch eine trockene Zitrone lag und im Gemüsefach des Kühlschranks die Salami des Jüngsten, die Hafermilch leergetrunken und kein einziges Stück Schokolade mehr im Haus war (Katastrophe!), müssten wir los. Vorher machten wir rasch einen Abstecher zu den Oppenheimer Bienen, weil das eine Ablegervolk seine Königin noch nicht gezeigt hat. Die wird es auch nicht zeigen denn alle Anzeichen sprechen dafür, dass eine Arbeiterin den Job übernommen hat. Morgen zeige ich hier ein paar Bilder und erkläre auch, was das bedeutet und was wir tun werden. Heute esse ich nur noch ein Stück Schokolade (endlich habe ich eine vegane Sorte gefunden, die mir wirklich schmeckt!) und schlafe früh. Morgen will ich nämlich a) keine Kopfschmerzen haben und b) die Terrasse wieder hübsch machen!

Hurra! Die Terrasse ist ENDLICH FERTIG!!!