Goldesel gesucht!

2. Juli 2009

Bitte geben Sie Ihrem Kind 5,- Euro, ein weißes, langes, altes T-Shirt und einen Schal mit!

Die Kosten für den Ausflug betragen 15,60 Euro. ( Zug-/ Schiff-Fahrkarte und Burgeintritt)

Bitte denken Sie an die Überweisung des Geldes für unsere Klassenfahrt in Höhe von 90,- Euro

10,- Euro wird der Ausflug des großen Kindes kosten, schätze ich.

Die Schulbuchlisten sind schon da, dieses Jahr wird´s richtig teuer. (nach den Sommerferien wird dann noch Kopiergeld eingesammelt. Und informiert, welche Lehrkraft welche Hefte in welchem Format und welcher Randbreite, liniert oder kariert oder gar rautiert bevorzugt. Und natürlich von welcher Heftmarke.)

*****

Ich rechne ja immer noch um UND ich ertappe mich bei dem Gedanken, ob meine Ausflüge früher über 30,- Mark gekostet haben. Bin ich ein zittriges, altes Weib, das von „jaja, früher war alles besser“ schwärmt?

Der Ausflug mit den Zug, dem Schiff und in die Burg … das wird toll, keine Frage.

Wir nagen auch nicht am Hungertuch, werden nicht spontan verarmen.

Vielleicht bin ich geizig. Vielleicht geht mir auch ein bißchen das Verständnis ab, weswegen „Wandertage“ zu „Events“ hochgebauscht werden müssen.  Immer größer, schneller, weiter und die meisten Kinder kennen nicht mal ihre eigene (Wohn)Gegend.

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Ich habe drei Ausflüge zum Wormser Judenfriedhof erlebt, das war dann wiederum das andere Extrem, denn als Elfjährige fand ich nicht den rechten Zugang zu bemoosten Grabsteinen, als 13jährige war mir alles egal und als 15jährige habe ich mich zum Rauchen hinter dem größten Grabstein versteckt. Da ich ein Wormser Gymnasium besuchte, war ein Besuch des Friedhofs fester Bestandteil des Lehrplans. Sicher gut und wichtig, aber als Ausflugsziel dann doch eher ungeeignet.

Der beste Wandertag, den ich je erlebte, war der, den wir im Klassensaal verbrachten. Mit jede Menge Farben und Pinsel und einem Overheadprojektor, mit dem wir ein Motiv von Snoopy an die Wand warfen, das dann akribisch ab- und ausgemalt wurde. Mit Gesang und Gelächter und Picknick auf den Tischen. Ich hab schon immer gerne Wände angemalt :-)

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Ich habe zwölf Jahre lang Zeltlager betreut, bzw. geleitet. Zwei Wochen lang im Sommer kamen 40-50 Kinder auf den Zeltplatz in Niederwiesen. Samstags und Sonntags verließen wir stets das Gelände für einen größeren Ausflug, um vor kinderwehkranken Eltern zu flüchten, die spontan mal vorbeischauen wollten und damit eine Heimwehwelle ohnegleichen hätten auslösen können. Wir fuhren mit den Kindern in den Zoo. Oder ins Schwimmbad. Zwei- oder dreimal waren wir im Luisenpark in Mannheim. „Laaaangweilig!“, jammerten die Kinder vorher, aber in der Lagerzeitung standen lange, begeisterte Artikel über die Ausflüge. (und über Nachtwanderungen, Schnitzeljagden und Bachwanderungen) Unser Etat war klein, aber ich behaupte, die besten Sachen die wir im Zeltlager gemacht haben, kosteten fast nichts.

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Falls Sie es noch nicht getan haben: Stimmen Sie doch bitte noch bei Frau Brüllen ab!

(und nein! Hier zu lesen verpflichtet nicht, für mich zu stimmen)

26 Kommentare zu “Goldesel gesucht!”

  1. tanja sagt:

    Ich erinnere mich sehr gut an eine Sternwanderung: Mit dem Zug ging es ins für jede Klasse in ein anderes Nirgendwo und von da aus mit vielen kleinen Aktionsstationen zu einer riesigen Lichtung im Wald, wo wir uns alle wiederstrafen und dann gegrillt wurde.

    1100 Schüler waren wir und es war großartig. Ich glaube, die Bahnfahrt hat knapp unter 10 DM gekostet (ein Extrazug für unsere Schule!), das Grillen wurde gesponsort und von Eltern organisiert.

    Andererseits hat unsere Abschlußfahrt um die 500 DM plus Taschengeld gekostet. Das war damals fast schon ein halber Familienurlaub, aber für „arme Familien“ hat die Schule einen Hilfefonds gehabt – ob den jemand genutzt hat, weiß ich nicht, waren ja fast nur Akademiker- und Großgrundbesitzerkinder… *augenroll*

    Ich versteh auch nicht, warum immer alles größer, weiter, teurer werden muss, aber das fängt ja schon bei den Kindergeburtstagen an. Und das ist wieder ein anderes Thema.

  2. Ela sagt:

    Falls Sie den Goldesel gefunden und ausreichend bemüht haben,schicken Sie ihn bitte vorbei!

  3. Jessica sagt:

    das mit dem geld umrechnen mach ja selbst ich noch…
    aber psssssst ;)

  4. scrapleo sagt:

    Oh ja, das kenne ich auch… Hier mal 100 Euro Klassenfahrt, da mal 100 Euro. Da 2,50 Euro, hier das. Büchergeld, Klamotten, die im Kunstunterricht oder in der AG versaut werden und erneuert werden müssen. Zeugnisgeld-Diskussionen. Und „die xxx hat heute aber ein neues Nintendo-Spiel bekommen“..! 40 Euro für den Ferienkurs hier, 25 für den in der Folgewoche dort.

    „Wollt Ihr Eure Tochter nicht auch zum Kniggekurs im Hilton anmelden?“ (kostet nur schlappe 100 Euro – nee, das muss doch wirklich nicht sein!!!)

    Und da wurde ich dann doch tatsächlich neulich noch schräg angeschaut, warum ich meine 8-jährige Tochter nicht mitnehme auf ein Konzert, bei dem die Karte 118 Euro kostet, wo sie den Künstler nicht kennt, die Lieder nicht und welches sowieso gar nicht für Kinder geeignet ist, weil am nächsten Tag Schule ist!!!

  5. Dani sagt:

    Da bin ich doch froh, dass es beim Ausflug vom Großen „nur“ zum Markkleeberger See geht, mit der Bahn gefahren wird (kostenlos für Kinder in Leipzig) und nachher ein Eis aus der Gruppenkasse bezahlt wird (die auch freiwillig ist). Wasserpistolen sind erlaubt, Rucksack mit Badehose, Trinken und Tatüs zu bepacken…kosten wird mich das nix.
    Aber der Große ist ja auch noch im Kiga…wer weiß, was noch auf uns zukommt….

  6. ami sagt:

    gott ist das TEUER!! also bei uns früher, da fuhren wie nie weiter als heimatgegend quasi. na. ich fang schon mal das sparen an….

  7. Daniela sagt:

    Wir waren „nur“ im Schwimmbad mit Wasserrutsche: Kosten für eine siebte Klasse mit 28 Kindern: Eintritt pro Person 7,50 Euro für 4 Stunden, Busfahrt zum Schwimmbad pro Person 9 Euro. Das ist dann aber auch der einzige Ausflug im Jahr.

  8. Erzangie sagt:

    Na ja, wenn ich mal als BWL-Studentin klugscheißern darf: die Euros kann man nicht mehr eins zu eins in DM umrechnen. Nicht, weil wir ja alle betrogen werden, sondern weil die ganz normale Inflationsrate über die vergangenen Jahre dazu geführt hat, dass Eurobeträge annähernd die ehemaligen DM-Werte angenommen haben (noch ein bißchen darunter, aber fast). Der obengenannte Ausflug hätte also in der guten alten Zeit etwa 15 Mark gekostet :-))

    Dieses höher, schneller, weiter haben im Übrigen schon meine Eltern bemängelt, als ich selbst in der Schule war. Ich glaube, das ist so ein Generationendings.

    Trotzdem: ich stöhne am Anfang des neuen Schuljahrs immer mächtig unter den Kosten. Und ich habe nur zwei! Bei Ihnen, liebe Frau Mutti, kommt ja noch einer oben drauf.. Ich wäre dafür, das Kindergeld nicht zu erhöhen, sondern Schule mit allem Material kostenlos anzubieten. Da käme das Geld vielleicht noch eher dahin, wo es benötigt wird.

    Lieben Gruß
    Erzangie

  9. Frau_Mahlzahn sagt:

    Ah, danke, dass Du mich erinnerst, dass ich besser mal sparen anfange für die Schul- und Herbstausstattung, die die Kinder dann brauchen werden… Uaaah.

    Bei Mutzes Schule hält es sich einigermaßen in Grenzen mit den Kosten für die Schulfahrten, denn man fährt zwar schon zum dritten Mal dieses Jahr, dafür aber ganz in die Nähe und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Und Mosches Lehrerin versucht so viel wie möglich kostenlos zu bekommen, ansonsten will sie nicht mehr als zwei Euro pro Eintritt einfordern müssen… Wenn’s was wirklich tolles ist, ihretwegen auch drei, aber meistens bevorzugt sie eh den Ausflug zum Spielplatz, Bach oder Biotop, *ggg*. Sehr sympathisch…

    Aber ich höre gelegentlich von Schulen, die die Klassenfahrten wirklich zum Event machen, gerne auch zwei Mal im Schuljahr für viel, sehr viel Geld, ins Ausland fahren… Unglaublich.

    Und die Diskussion darum, ob man immer ein Budget braucht, um was auf die Beine zu stellen, hatten wir kürzlich auch bei einer Besprechung, und ich meine: nein, braucht man nicht.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag!

    So long,
    Corinna

  10. Feuervogel sagt:

    Hallo Frau Mutti,
    na, dann bin ich heute mal die „andere Stimme“ und vertrete eine etwas abweichende Meinung. Denn … obwohl auch ich meine, dass es ganz schön viel Geld ist, denke ich doch „es ist für mein Kind“. Und wenn es Spaß macht und ich es mir leisten kann, warum nicht. Wir selber geben doch auch Geld für Klamotten, Essengehen, Konzerte und anderes Tüdelü aus.

    Mir ist sehr wohl bewusst, dass es Familien gibt, die das Geld einfach nicht haben – bei uns in der Kita sind das meistens die Mütter, die wie eine abgebrannte Tabakfabrik riechen – und dass es Kinder gibt, die damit dann vielleicht aus finanziellen Gründen ausgegrenzt werden. Also wäre es gut, wenn es preiswerte und aufwendigere „Events“ gäbe.

    Und dann noch dies: Wir haben hier Kinder, die haben nicht mal Urlaub von der Kita. Die sind bis auf die Schließzeit über Weihnachten das ganze Jahr da. Denen gönne ich die großen Events von Herzen.

    (Und jetzt bin ich mal gespannt, was ich für Feedback bekomme.:)

  11. fraumutti sagt:

    :-) Frau Feuervogel, welches Feedback erwarten Sie denn?

    Ich gestehe das offen ein, ich bin da ein wenig verschroben. Wir gehen sehr selten essen, wir kaufen eher selten Klamotten und Konzerte .. naja, ich hab Platzangst. Das aber nur nebenbei.

    Wer sein Geld in Nikotin statt in Freizeit investiert … naja. Das ist ein Lebensstil, den ich nicht wirklich toll finde, aber jedem das Seine. Und dass Familien, die finaziell eher schlechter gestellt sind, gerne dem Nikotin zusprechen, das lehren uns ja die privaten Sender. (*ironielämpchenblinkt*)

    Zum eigentlichen Thema: Frau Mahlzahn ist da nahe dran: „wie läßt sich etwas noch steigern?“
    Ich hab hier mal ein Beispiel: Als der Große aus dem Kindergarten kam, gab´s zum Abschluss eine Übernachtung im Kindergarten. Als die Mitlere zwei Jahre später aus dem Kindergarten kam, gab´s einen Ausflug, ein Abschlussgrillen und eine Übernachtung im Kindergarten. Wiederum zwei Jahre später verließ der Jüngste den Kindergarten, nach einer drei tägigen Abschlussfahrt.
    Ich gebe gerne Geld für meine Kinder aus, das ist keine Frage. Sie dürfen an Ausflügen und Klassenfahrten teilnehmen. Doch ich stehe nicht dahinter. enn eine Klasse geschlossen zu einem Indoor-Spielplatz gekuscht wird, ist in meinen Augen das Ziel eines Ausfluges verfehlt. Ich glaube nämlich, dass das Ziel eines Ausfluges die Stärkung der Klassengemeinschaft unter dem Aspekt gemeinsam etwas zu erleben ist. „Erleben“ ist billig zu haben, wenn man den Mut hat, mal über das Murren der Kinder, die diese Anspruchshaltung leider schon im Kindergarten „anerzogen“ bekommen, ignoriert. Dann wird ein simpler Spaziergang, vielleicht mit einem Insekten/Vogel/Pflanzenbestimmungsbuch und einer Lupe in der Hand, zum Abenteuer.

    Ich hab da vielleicht wirklich altmodische oder irgendwie verklärte Ansichten und wir leben das hier auch so. Und die Kinder, die ihr Leben aus welchen Gründen auch immer in KiTas verbringen, die haben auch an kleinen „events“ Spaß. Behaupte ich halt :-)

    Zum Nachsatz: ist mir völlig schnuppe, ob es viel kostet wenn ich dabei bin oder wenn ich nicht dabei bin. Im ZWeifelsfall bin ich dann lieber nicht dabei, weil es dann billiger wird. (wir waren – Weihnachtswunsch einlösend – vor ein paar Wochen in Frankfurt im Rebstockbad. Weil da gibt´s tolle Rutschen und ein Wellenbad. Das wollten die Kindelein erleben, wir haben´s ihnen zu Weihnachten geschenkt. Der Spaß hat uns, inklusive obligatorischer Schwimmbadpommes die zum Geschenk dazu gehörten, einen Stiefel Geld gekostet. Und das, obwohl wir die Getränke mit gebracht haben. Nach drei stunden fuhren wir wieder heim, weil es laut, voll und – langweilig – war. Am Baggersee halten wir es deutlich länger aus, für sehr viel weniger Geld. Klar, nur im Sommer. Im Winter freuen wir uns drauf. Ist eben wie mit Erdbeeren im Dezember: die muss man auch nicht essen, man kann sich auf den Sommer freuen.

    Wie gesagt: Mutti ist verschroben.

  12. Feuervogel sagt:

    Ach ja, was sich mir auch noch aufdrägt ist die Frage, warum Kinderunternehmungen (ohne Beisein der Eltern?) eigentlich nichts kosten dürfen. Dürfen unsere Kinder nur aufs Familienbudget schlagen, wenn wir dabei sind?
    Oder verstehe ich etwas falsch?

  13. Frau_Mahlzahn sagt:

    @Feuervogel: mein Problem mit so großen Events ist, dass ich mich sorge, worauf die Kinder sich denn später noch freuen sollen, was sie später noch als Kick haben, wenn jetzt schon alles Event ist?

    Außerdem, ich kann es schlecht in Worte fassen, möchte ich, dass meine Kinder auch die Freude an dem Naheliegenden nicht verlieren, dass sie auch an kleinen Dingen Spaß haben. Und was das Reisen angeht, halte ich es mit Peter Rosegger: „Ja, man soll die Fremde kennen lernen, aber früher noch die Heimat.“

    Schwer zu erklären… Alle bemängeln immer, dass die Kinder nur noch Events wollen, ungenügsam sind, konsumgeil etc. — aber woran liegt das denn?

    Vielleicht kann es jemand anderes besser auf den Punkt bringen.

    So long,
    Corinna

  14. linea sagt:

    Hallo,
    ich stimme Ihnen Völlig zu Frau…äh..Mutti- und frage mich auch wo es hinführen soll.
    Mein Stärkstes Negativbeispiel ist unsere Jüngste, die in der 8. Klasse ist. An unserer Schule fährt man in dem Jahrgang zum Skifahren- ein teurer Spaß, aber das weiß man,ab der 5. Soweit ok., aber ich fragte mich nun vor zwei Wochen, ob man dann in 8.2 noch mit den Kids klettern fahren muss (das nebenbei bemerkt für „Klettererfahrene“ nur lächerlich war- 3 jämmerliche Stationen für schlappe 17 €)?-
    In der 12 fährt man mal eben mit dem Bioleistungskurs für einen Tag ans Wattenmeer (vom bergischen Land !!)- das ergibt einen tatsächlichen Aufenthalt von knappen 3 Stunden. Und wenn man was sagt, kommt auch dort so ein Spruch, wie es sind ja unsere Kinder- gönnen Sie es Ihnen doch.- Hallo?! Vielleicht will ich es aber gar nicht, dass es für die Jugend normal ist- 9 h Bus zu fahren, um dann etwas Watt zusehn. Was lebt man denen denn dann vor??-
    @Feuervogel- ich finde nicht, dass ein tolles Event nur durch höhere Kosten enstehen kann. Wir haben bewusst die Kindergeburtstage anders gefeiert- nicht im Schwimmbad oder anderswo „fremdorganisiert“- und manchmal hatte ich das Gefühl es gab Listen von Kindern, die mit uns feiern wollten, weil sie hier Superevents auf andere Art erleben konnten.
    Viele Grüße Heike

  15. Daniela sagt:

    Wie, bei Euch gibt es keine Klassenkasse und keine Elternspende? Was ist mit dem Förderverein der diversen Schulen?
    Und der Wasserkasten, den die Eltern reihum ins Klassenzimmer stellen, damit die Kindelein nicht aus dem Wasserhahn trinken müssen?

    Bei uns herrsch Lehrmittelfreiheit, komischerweise kommen trotzdem immer 2-3 Extrabücher dazu. Das Kopiergeld fällt auch an, denn Kopien sind anscheinend keine Lehrmittel.

    Der Hammer war, dass die Lehrerin fragte, ob ein paar Eltern mal das völlig versiffte Klassenzimmer streichen könnten, da dafür keine Mittel genehmigt worden sind. Aber bitte nicht mit irgendeiner Farbe, sondern der exakt vorgeschriebenen, sündhaft teuren Farbe.

  16. sabine sagt:

    Liebste Frau Mutti,

    ich bin auch ein altes Weib ( 42!)

    ich erinnere mich, dass unsere Klassenabschlussfahrt nach Berlin (damals war das für uns \große weite Welt) sage und schreibe 200,- DM für eine Woche inklusive Zugticket für Hin- und Rückfahrt gekostet hat und sogar noch ein paar Eintritte und das Kaffeetrinken im Reichstag beinhaltete: Es gab damals eine Taschengeldempfehlung von 50,-DM (die Mahlzeiten waren ja in der Jungendherberge abgedeckt) und alle Eltern hielten sich daran.

    Als meine Kinder Ausflüge machten, hatten manche Kinder 25,-€ als Taschengeld für EINEN Tag dabei.

    Früher war alles besser*;-))

    Liebe Grüße,

    Sabine

  17. griselda sagt:

    Das humanistische Gymnasium im Nachbarort schießt bei uns den Vogel ab:
    Die Oberstufe fährt – nein fliegt- nach China.
    Regelmäßig, im Rahmen eines Schüleraustausches.
    Da man das auch schon Jahre voraus weiß, kann man sparen, gell?
    Und es ist ja freiwillig.
    Und überhaupt.

    Da entsteht eine Spaltung der Klassengemeinschaft, und das ist ja genau das Gegenteil von dem, was man mit Klassenfahrten erreichen will.

    Aber zumindest herrscht in Ba-Wü. Lehrmittelfreiheit.

  18. scrapleo sagt:

    … es sind auch manchmal Kleinigkeiten, die nerven: Warum muss eine Schulklasse beispielsweise in den Film „VOrstadtkrokodile“ gehen? Das kostet nicht viel Geld (Schulklassenpreis 2 Euro pro Kind, find ich okay), aber welcher Mehrwert steckt dahinter außer Zeit totschlagen?

    Der Gag ist doch, lernen muss ich mit meinem Kind daheim, weil in der Schule so viele Vergnügungen unternommen werden!! Dabei würde ich gerne mal am Wochenende mit Töchterlein ins Kino gehen.

    Von Indoorspielplätzen ist für Schulausflüge genauso wenig zu halten. :-(

    Ich stimme zu, **Gemeinschaft erleben**, dass ist das worauf es ankommt. Dann sollen die Kids lieber noch ne Runde wandern gehen. Oder irgendwo schön picknicken.

    Und oben klang es schon an: Bei Kindergeburtstagen gilt (aus Bequemlichkeit der Eltern) auch immer: Schöner, größer, teurer, weiter! Wir feiern mit unserer Tochter seit Jahren in der Wohnung oder im Park (mangels Garten). Und das Programm machen wir individuell nach einem Motto (dieses Jahr: Zauberei). Selber machen heißt die Divise. Damit geben wir unseren Kindern mehr als andere mit ihren Kino-Geburtstagen, Geburtstag im Theater, Geburtstag bei sonstigen Animateusen. Isch krisch da die Krieeeeeeeeeeeeese!!!

  19. Christine sagt:

    Sie haben meine vollste Zustimmung. Bei meinen drei Kindern (Gottseidank liegt das Kapitel Schule hinter uns!) gingen die Wandertage stets in die nächstgrößere Großstadt – Zugfahrzeit eine Stunde. Dort wurde sich dann herumgetrieben, die Betuchteren ließen mit vielen Trips zu McDonald und teurem Markenklamottenshopping die weniger Betuchten grün werden vor Neid, welche hinwiederum ihre mitgebrachten Brote armselig auf der Parkbank verdrücken mußten. Wenn man Glück hatte, fanden sich alle wieder zum vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort, wenn nicht, hatte der Lehrer ein Problem. Binnen kürzester Zeit wurden bei anstehendem Wandertag Rufe nach der drei Stunden entfernten Mega-Großstadt laut, denn die nahegelegene war schnell kalter Kaffee. Wurde der Mega-Großstadt stattgegeben, Programm siehe oben, nur noch teurer. Ich habe die Wandertage fürchten gelernt und bin froh, daß der ganze Blödsinn hinter uns liegt.

  20. Frau_Mahlzahn sagt:

    ****Ich glaube nämlich, dass das Ziel eines Ausfluges die Stärkung der Klassengemeinschaft unter dem Aspekt gemeinsam etwas zu erleben ist. “Erleben” ist billig zu haben, wenn man den Mut hat, mal über das Murren der Kinder, die diese Anspruchshaltung leider schon im Kindergarten “anerzogen” bekommen, ignoriert. Dann wird ein simpler Spaziergang, vielleicht mit einem Insekten/Vogel/Pflanzenbestimmungsbuch und einer Lupe in der Hand, zum Abenteuer.

    Wie schon erwähnt, die Lehrerin meines Sohnes (Vorschulklasse, wir Eltern beten, dass sie die Kinder in die erste Klasse begleiten wird) schaut, dass Ausflüge wenig kosten und wenig Aufwand bereiten. Und tatsächlich:

    die schönsten Klassen“ausflüge“, die meinen Sohn am meisten begeistern, sind die zum Biotop…

    ganz hinten in einer Ecke des Schulhofes. Da verbringen sie Stunden, die Kinder sind glücklich — und haben am Ende des Tages was gelernt.

    Es gibt so viel, was sich eingeschlichen hat, womit aber niemand wirklich zufrieden ist. Z.B. die teuren Geschenke zu Geburtstagsfesten (da karren die kleinen Gäste Riesenpakete an…) und die prallgefüllten Tüten, die die eingeladenen Gäste wieder mitnehmen… Und jeder ärgert sich drüber und findet, dass es unnötig ist — aber niemand traut sich, es anders zu machen…

    Meine Erfahrung ist: je mehr Event, je mehr von allem, je größer, je toller… desto unzufriedener im Grunde die Kinder.

    Dabei wär’s so unnötig.

    So long,
    Corinna

  21. Sandra sagt:

    .. interessantes Thema.
    Zumal ich heute mit meiner ersten Klasse im Nachbarort in einem (kostenlosen) Barfußpark war und die Kinder Spaß „ohne“ Ende hatten. (Das Beste war das Bad im Schlamm und die kalte Dusche danach). Dankenswerterweise sind die Eltern gefahren :-)))
    Aber ob dieser Ausflug die Zustimmung aller Eltern gefunden hat, weiß ich auch nicht.
    Allerdings weiß ich auch nicht, wie man dem „Schulmaterialgeld“ entgehen könnte. Die Schule hat ja meistens gerade genug für die Bücher und eventuell Arbeitshefte ….

    Jedenfalls fand ich den Ausflug gelungen – nur noch einmal Nachduschen müssen die Kinder nun zuhause – warm.
    Lieben Gruß
    Sandra

  22. Lehrerin, verschroben sagt:

    Liebe Frau Mutti,

    wenn Sie verschroben sind, bin ich’s auch. Und auch noch Grundschullehrerin! Eine von denen, die von Eltern Geld einsammelt.

    In der Nähe meiner Schule, zwei Stunden Fußweg durch den Wald oder ein halbes ÖPNV-Stündchen entfernt, liegt ein wunderbares Ferienheim. Schlicht, einfach und gemütlich, vor dem Haus eine große Wiese, drumherum Wälder und Felder. Ganz hervorraged geeignet für eine Klassenfahrt von 9jährigen Kindern! Völlig eventfrei, aber am Abend müde getobte und abenteuersatte Kinder. SEHR preiswert ist das Haus außerdem. Dafür müssen die Benutzer auch selber einkaufen, kochen, spülen (von Hand!)und am Ende das Haus gereinigt hinterlassen.
    Der Elternabend zur ersten Planung der Klassenfahrt stand an. Für meine Kollegin und mich war es in Ordnung, mit 17 Kindern vier Tage lang im Selbstversorgerhaus zu leben und alle Küchendienste selber zu leisten, neben dem normalen Kinder-Betreuungsprogramm natürlich. Wir fanden es sogar richtig sinnvoll, die Kinder nicht nur zu bespaßen, sondern mit anpacken zu lassen. Und wir hatten die Erfahrung von einer früheren Freizeit in dieser Unterkunft, dass am Ende alle SEHR begeistert nach Hause kamen!

    Auch die Eltern unserer Schüler fanden unser Vorhaben ganz wunderbar. Fast ganz wunderbar. Ich bat nämlich um ein oder zwei oder drei Freiwillige, die am Ende der Klassenfahrt das Haus einmal durchwischen würden, während wir zwei Lehrerinnen mit den Kindern zurück zur Schule wandern würden.

    Sie ahnen, was kommt? Um es kurz zu machen: Es ließen sich keine Freiwilligen finden. Niemand war bereit zu putzen.

    Gefahren sind wir am Ende in ein wesentlich teureres, weiter entferntes Haus mit Vollverpflegung und Rundum-Service.

    Ich lese Ihren Blog schon lange. Still (bis eben), aber sehr sehr gerne. Alles Gute für Sie und einen wunderschönen Sommer!

  23. Sabine sagt:

    Liebe frau…äh…Mutti!

    Würden Sie netterweise den Goldesel dann bei mir vorbeischicken? Muß auch nicht nett verpackt sein! DANKE!

    GLG, Sabine

  24. Cady sagt:

    Auch ich lese nun schon eine Weile mit – und das sehr gern. Diesmal moechte ich auch etwas schreiben.

    Ich kann sie verstehen, auch wenn ich noch keine Mutti bin, Frau schon, und noch immer ein bisschen Kind … so manchmal. Aber ich komme aus einer Lehrerfamilie, habe Lehrerfreunde und finde „Erziehungsfragen“ spannend… brauche ich sie doch eines Tages vielleicht auch mal… wenn ich die Zukunftskinder nicht zu den Zukunftsgrosseltern schicke, denn die haben ihre Sache doch so gut bei uns gemacht… und uns gezeigt, wie gluecklich man mit den kleinen Dingen der Welt werden kann (liegt vielleicht auch daran das es in den ersten paar Kindheitsjahre auch nicht so viele grosse Dinge gab).

    Aber auch bei uns kamen Schulfahrten hinzu, nach Prag und London und Venedig… zum Spass und ein bisschen Kultur erlernen… Zusammenhalt ist entstanden egal wo man war, das geb ich zu. Dennoch war’s spannend das auch in einem anderen Land zu erleben.

    Es ging auch nach Polen und nach Frankreich… zum Schueleraustausch. Da gab es eine Menge mehr zu lernen als zu Hause, denn es ging auch um interkulterellen Austausch und um Verstaendniss, ganz zu Schweigen vom Anwenden der ersten Sprachkenntnissen. Damals war die Welt noch nicht ganz so vernetzt wie heute. Und fuer einige meiner Freunde waren das Erfahrungen, die sie in den 10 Jahren seit wir aus dem Gymnasium sind nie wieder gesammelt haben.

    Aus diesen Gruenden wuerde ich meinem Kind (in der 12. Klasse) auf jeden Fall einen Schueleraustausch ermoeglichen – gerade auch nach China!

    Und sicher kann man die Events auch spaeter noch toppen – die Welt ist gross! Getoppt werden sie oft mit den kleinen Dingen im Leben, der Einfachheit. Die Wertschatzung dafuer lernen die Kinder allerdings nicht in der Schule, sondern zu Hause. Da bin ich mir bei Ihnen, Frau Mutti und vielen der anderen Kommentorinnen, sicher.

    Und ja, bringen sie diese Denkanstosse auch bei Elternabenden vor… allerdings ohne gleich alle kostspieligen Moeglichkeiten von Heute zu verdammen, denn auch diese koennen Tuere und Tore in ihren Kindern eroeffnen, wenn sie richtig genutzt werden… und nicht nur zur verdummenden Bespassung gedacht sind.

    Nur so ein paar Gedanken von einer Nicht-Mutti oder einer Zukunftsmutti… wer weiss.

  25. ela sagt:

    Ich bin auch eine von den Geld-Einsammlerinnen ;-) und ich versuche jeden Euro einzusparen, weil meine „Kundschaft“ echt kein Geld hat.
    Mir bricht es das Herz, wenn ein Kind sich nicht für ein Projekt anmeldet, weil es weiß, dass Mama keine 3 Euro für eine Woche im Kochprojekt übrig hat.
    lg
    ela

  26. Frau Brüllen sagt:

    (na, da wird der A-Blogger Status aber massiv ausgenutzt, um an das Tässchen zu kommen gnihihihi ;-))
    Zum Thema: montag sind 15 CHF für den Krippenausflug in den Europapark fällig…