Kuchen und kochen.

7. Februar 2016

Wir haben verschiedene Traditionen in der Grünen Villa, die wir liebevoll hegen und pflegen. Eine der schönsten ist das Kreppelessen mit Freunden an Fastnacht. Der beste Vater meiner Kinder verkleidet sich als Kreppelbäcker und stellt sich ein paar Stunden in die Küche, um uns alle mit heißem Gebäck, frisch aus der Friteuse, zu verwöhnen.

Ich habe das neulich schon mal erwähnt und wurde nach den geheimen Backtipps und natürlich nach dem Rezept gefragt. Der ultimative Tipp des Bäckers ist: Kreppel kann man nur an Fastnacht backen. :)

Kreppel, Berliner, Pfannkuchen, Krapfen

500g Mehl

40g Hefe

1/8 l Milch

100g Zucker

1 Prise Salz

100g Butter oder Margarine

Aus diesen Zutaten einen Hefeteig zubereiten und diesen an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit kann man prima die Friteuse saubermachen, vielleicht deshalb, weil das Fett vom letzten Sommer noch drin ist, in dem man einmal Calamari frittiert hat und das eigentlich noch mal machen wollte, aber dann hat es geregnet, der Herbst kam und dann war plötzlich Fastnacht und die Friteuse braucht man eben selten. Wenn sie sauber ist, wird sie mit frischem Fritierfett gefüllt und auf 160°c geheizt.

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Der beste Vater meiner Kinder walzte den Teig etwa zwei Zentimeter dick aus …

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danach stach er mit einem Glas Teigstücke aus, die zum Ausruhen auf ein leichtbemehltes Blech kamen. Wenn man ihnen ein bißchen Zeit gibt, gehen sie nochmal schön auf. Wenn eine hungrige Meute am Tisch sitzt und es etwas schneller gehen soll …

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landen die Teigstücke eben früher in der Friteuse. Wenn sie auf der einen Seite gebräunt sind, müssen sie gedreht werden.

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Nach dem Fritieren werden die noch heißen Kreppel mit der Lieblingskonfitüre gefüllt, das geht am Besten mit so einem Spritzbeutel und einer langen Düse. Puderzucker drüberstauben, fertig, essen! Am Besten schmecken sie, wenn sie noch heiß sind!

Wir freuen uns jedes Jahr sehr auf unser Kreppelessen und weil man Tolles gerne teilt, habe ich „meine Syrer“ zum Kreppelfest geladen. „Kommt um drei!“, sagte ich, „Es gibt Kuchen!“

Die beiden sagten zu und kamen pünktlich und schwer bepackt. Wann wir denn essen wollten und wieviele kämen, fragten sie und begannen sehr geschäftig in meiner Küche herumzukramen. Sie kennen sich ja mittlerweile aus, denn beim Sprachunterricht reiße ich ständig Schränke auf und zerre zu benennende Gegenstände heraus.

Mittlerweile waren die Freunde eingetroffen, die Kreppel (und eine Fuhre Waffeln) dufteten, doch „meine Syrer“ wollten nicht am Tisch Platz nehmen. Sie schnippelten Tomaten und hackten sehr viel Petersilie und fritierten einen Berg Fladenbrot in meiner größten Pfanne, rührten in meiner größten Schüssel griechischen Joghurt und Tahina zusammen, Kreuzkümmel- und Knoblauchduft stieg auf.  In einem kleinen Glas quoll Couccous vor sich hin, auf dem Herd kochten Kichererbsen.

„Fada“ und „Taboula“ (<- Lautschrift) wurde liebevoll auf Tellern und Platten angerichtet und auf den Tisch gestellt.

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Kreppel und Waffeln passen prima zu „Fada“ und „Taboula“ stellten wir fest, sogar ein Bier kann man dazu trinken. Oder zwei.

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Und als wir also so zusammensaßen, ziemlich satt und sehr begeistert von den Köstlichkeiten, die uns aufgetischt worden waren, wurde mir klar: ich muss meine Einladungen künftig etwas unmissverständlicher und deutlicher formulieren. Ich hatte zu „Kuchen“ eingeladen, verstanden worden aber war „kochen“! Im ersten Moment war mir das schrecklich unangenehm und peinlich, aber letztlich konnten wir darüber lachen. Und die Freunde baten darum, bald wieder zur „Kuchen“ eingeladen zu werden.

Das lässt sich vermutlich bald einrichten.

9 Kommentare zu “Kuchen und kochen.”

  1. Inge K sagt:

    Schön! Gelebte Integration! Da geht mir das Herz auf…
    WEITER SO!!!

  2. Evi Balzar sagt:

    Ich finde das (Sie) toll.

  3. moni sagt:

    Herrlich,
    da braucht es nicht viele Worte und bei den Bildern geht einem das Herz auf!

  4. Svenja sagt:

    <3

  5. Gabi K sagt:

    hach, solche „jeder bringt was mit Feten“ sind doch die besten und wenn man dabei über den „Tellerrand“ gucken kann, um so besser! Gefällt mir sehr!

  6. Seifenfrau sagt:

    Ach sooo: Sie meinen Krapfen.
    Faschingskrapfen.

    Helau!

  7. Petra sagt:

    Ich lese Ihre Texte so gerne. Und solche wie diese machen ganz viel Mut „wir schaffen das“ -Danke!
    Liebe Grüsse
    Petra

  8. Erika sagt:

    Einmal mehr Frau Mutti: gut gemacht! Ich freu mich mit.
    Liebe Grüsse Erika

  9. Eva sagt:

    Klasse! An Euch kann ich mir ne Scheibe abschneiden.
    LG Eva

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