Engelsmusik

7. Dezember 2008

Kalt draußen und ausserdem dunkel. Keinen Hund jagt man vor die Tür, das Sofa lockt und nach einigen vergnüglichen Wii-Fit-Stunden (morgen mehr darüber) auch keine Kraft mehr, das Haus zu verlassen. Und keine Lust.

Doch nein, das „Offene Singen im Advent“ in der Katharinenkirche stand unerbittlich im Kalender. Und das Töchterlein singt.
Auf dann. Stimme ölen, warm anziehen, die Engel und die Kamera einpacken und los.

Eine halbe Stunde später:

Die Engel haben sich einen Platz in der ersten Reihe gesichert und vor Staunen ob dieser wundervollen gotischen Kirche bleibt ihnen der Mund offen.

Der Blick in den Altarraum, mit Kanzel und Adventskranz:

Der Blick zur Seite jagt kleine Gruselschauer über den Rücken. Immerhin ist es eine evangelische Kirche, so dass goldglänzende Märtyrer mit klaffenden Wunden und gequälten Augen nicht vorhanden sind.

Langsam beginnen wir zu frösteln, doch das ist ganz schnell verflogen, als ganz zart von hinten Kinderstimmen erklingen. Mit „Seht die gute Zeit ist nah“ zieht der Kinderchor ein.

Das Programm:

Gemeinde: EG 536 Singet fröhlich im Advent
Kinderchor: Vom Himmel hoch, o Englein kommt
Gemeinde: Wir sagen euch an den lieben Advent
Kinderchor: Morgen Kinder wird´s was geben
Gemeinde: EG 32 Zu Bethlehem geboren
Kinderchor: Es ist ein Ros´ entsprungen
Gemeinde: EG 45 Herbei, o ihr Gläubigen

Die Engel verbringen diese Zeit in Frau … äh … Muttis Tasche mit Blick auf die Kirchendecke.

Zusehen dürfen sie erst wieder, als der Kinderchor „Willkumm Jul!“ singt.

stark geschrumpft ist der Chor, denn die jüngeren Kinder bewältigen die folgenden Lieder noch nicht.

Der Posaunenchor spielt „Bourrée“ von Johann Sebstian Bach

Das große Kind ist offensichtlich sehr entzückt.

Kinderchor: Hodie Christus natus est (Benjamin Britten)
Gemeinde: EG 53 Als die Welt verloren, Christus ward geboren
Kinderchor: Als ich bei meinen Schafen wacht

Posaunenchor: Andante aus 9. Sinfonie von Antonin Dvorák

Das jüngste Kind lehnt sich an meine Schulter und beginnt bitterlich zu weinen. Die Stimmung und die süße Musik, dazu noch Hunger und ein bißchen frieren tragen auch dazu bei.

Der Kinderchor singt sein letztes Lied: Noël, die Gemeinde schließt das Offene Singen mit EG 13 Tochter Zion.

Das jüngste Kind lacht wieder, die Tochter darf einen Euro in die Kollekte schmeissen. Der Große muss noch Latein üben, die Engel ruhen in Frau … äh … Muttis pompadura und in Frau … äh … Muttis Kopf ist eine wunderbare Idee gewachsen, was die Engel auf ihrer nächsten Reise begleiten wird.

Abschließend noch ein Bild der wundervollen Orgel in der Katharinenkirche:

Vielleicht gehen die Engel jetzt noch mal mit auf den Weihnachtsmarkt. (falls der noch nicht seine Pforten geschlossen hat.)

5 Kommentare zu “Engelsmusik”

  1. Mrs.Gräde sagt:

    …sehr vergnügliche Engelsunternehmungen und in der Kirche waren sie ja auch nicht so penetrant wissbegierig, wie an der Nähmaschine…DAS hätte ich nicht ertragen, so ein neugieriges Engelsvolk.
    Respekt für die Geduld !

  2. jette sagt:

    Ach toll.
    (Waren wir da?)

    Antwort von Frau … äh … Mutti:

    (ja!)

  3. Anonym sagt:

    Erinnert mich ein bischen an den Gartenzwerg aus der fabelhaften Welt der Amelie.
    Schön!

  4. Frau Antonmann sagt:

    Was geht's den Engeln gut.

  5. Tica sagt:

    Mein Kompliment an den Chor!!! Wir singen die Lieder von Britten auch im Chor, allerdings zu Dreißigst und nicht zu fünft. Und wie sind ein bisschen älter… ;)