Manche Menschen

6. Januar 2009

sind nicht gut zu Vögeln.

Frau … äh … Mutti aber schon. Deshalb füttert sie Vögel erst dann, wenn der Boden steinhart gefroren ist und/oder unter einer Schneedecke liegt.

Da aber seit letztem Winter immer häufiger Vogelfutter verkauft wird, das Ambrosiasamen enthält, wird das Futter selbst zusammengestellt.

Ich habe in der örtlichen Raiffeisen („die Bäuerliche“) zwei Schaufeln Sonnenblumenkerne und zwei Schaufeln Fettfutter für gigantische 81 Cent gekauft.
Beim Lieblingsmetzger 200g Rindertalg für 85 Cent.
Im Supermarkt eine Packung grobe Haferflocken für 35 Cent und ungeschwefelte Rosinen für 45 Cent. Walnüsse aus dem Sammelvorrat, Haselnüsse aus der Weihnachtsbäckerei.

Walnüsse und Haselnüsse grob zerhacken und mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Fettfutter und Rosinen vermischen. Ich mache das „nach Gefühl“, ungefähr anderthalbmal soviele trockene Zutaten wie Talg.
Der Rindertalg wird erhitzt bis er flüssig ist, bitte nicht kochen! Danach den flüssigen Talg über die trockenen Zutaten schütten und gut vermengen. (man kann auch die trockenen Zutaten in den Talg geben, falls man unsicher ist, ob man genug Fett hat, um das Gebrösel zu binden)

Ein bißchen ruhen lassen (fünf Minuten).

Danach die bröselige, irrsinnig fettige und obendrein sehr stinkige Masse zum Beispiel in Plätzchenformen füllen. (auf Alufolie, damit die Plätzchen nach dem Festwerden wieder abgelöst werden können.)

Wenn man, so wie ich, vergessen hat, direkt eine Aufhängung mit in die Vogelfutterplätzchen zu basteln, hängt man die ausgehärteten Teilchen mitsamt Förmchen auf.

Ich habe eine Büroklammer aufgebogen, vorsichtig durch die Masse gebohrt und das Plätzchen in die dünnen Zweige des Flieders gehängt. Das ist einigermaßen katersicher und dennoch meisenfreundlich.

Natürlich kann die Masse auch konventionell in Blumentöpfe gefüllt werden.
Vor dem Füllen eine Schnur durch die Öffnung des Topfes ziehen, die Schnur innen mit einem querliegenden Hölzchen „verankern“. Nach dem Einfüllen der Masse ein, zwei Stöckchen in den Topf stecken, damit die Vögel sich zum Fressen festklammern können. (hier: praktischerweise die Barbarazweige)

Das Ganze ist nicht sehr zeitaufwändig und obendrein ein richtig günstiges Vergnügen. Meine „trockenen Vorräte“ reichen noch für zwei weitere Fuhren, wobei ich auch ein bißchen Futter ohne Fett an trockene Stellen streue.

Ob das nun ein Zeitverbringding à la Frau Antonmann ist, sei dahingestellt, da die Masse doch etwas unappetitlich ist und kleinere Kinder vielleicht nicht sooo viel helfen können. Kleinere Kinder können aber zum Beispiel die Blumentöpfe mit Plakafarbe bemalen oder mit Papier bekleben. Kann ich mir sehr hübsch vorstellen. Und die Vögel freut´s bestimmt auch, so oder so

8 Kommentare zu “Manche Menschen”

  1. Anett sagt:

    Sehr schöne Idee

    unsere Vögel im Schrebergarten mögen auch Äpfel, die wir mit einem großen Nagel oder Schraube durchbohrt und mit Schnur am Baum aufgehangen haben

  2. anabel sagt:

    Oha… ich glaube, ich habe eine Mini Ambrosia im Blumentopf am Küchenfenster… habs für eine verirrte Tagetes gehalten und kultiviert…
    Ich entsorg das Teil mal lieber ganz schnell.
    Sie sind meine Retterin :D :ok:

    LG

    anabel

  3. Jessie sagt:

    Na und wer die Zeit nicht hat und die Vögelchen trotzdem verwöhnen möchte, kann Vogelfutter bei DM kaufen, garantiert ohne Ambrosiasamen.

  4. Spillie-Mama sagt:

    :D
    Ich danke ihnen Frau…äh…Mutti…besser hätte man es nicht erklären können.
    Ich konnte es natürlich nicht erwarten und hab schonmal rumgegoogelt und gesehen, dass man das auch mit Magarine machen kann. Das ist vielleicht ist das weniger „stinkig“.
    Gut das Sie das mit dem Faden erwähnt haben – das hätte ich auch vergessen. vergesse ich auch immer sehr gerne bei den Bügelperlenkunstwerken ;-)
    Vielen Dank für die schöne Idee – in Anbetracht der Schneemengen steigen wir am Sonntag in die Vogelfutterproduktion ein.
    Frau Amsel und Herr Spatz werden es uns allen danken…
    :D :D :D

  5. ami sagt:

    sollte es einen vogelhimmel geben, dann bekommen sie wohl den fensterplatz. wie wunderbar ist das denn bitte! selbstgeformte futteranhängerchen……ich hörs von den dächern zwitschern:)

  6. Jeanie sagt:

    Das haben die Kinder in der Schule gemacht für die Waldweihnacht – sie hatten einen „Christbaum für Tiere“ geschmückt… die Erzieherinnen haben auch sehr geja,mmert über den Gestank und das Gedreckle ;) Aber tolle Ergebnisse gab es!! Draußen im Garten hängen auch zwei Blumentöpfe voll mit Vogelfutter… Eine tolle Sache sowas – aber ich selber hab mich da noch nie drangetraut…

  7. Ritterstern sagt:

    Na, über das Füttern der Vögel brauch ich mir hier gar keine Gedanken zu machen :D
    Die Scharen von Spatzen, Meisen und sonstigem Federgetier, die sich über das Hühnerfutter hermachen, werden immer größer. Scheinbar spricht es sich rum :D
    Dafür futtert das Ausbrecherhuhn dann den Katzentieren ihr Futter weg. (das allerdings jetzt wegen nächtlichen 20 Minusgraden im Hausflur steht – sehr zum Leidwesen des Huhns…)
    Aber das Rezept ist toll und ich hab es mir mal abgespeichert. Mich ärgert nämlich auch immer, das im gekauften Vogelfutter so fieses Zeug ist.

    Liebe Grüße ins warme Rheintal! Wir haben hier tagsüber grad so gegen 15° Grad minus.

  8. Anja sagt:

    „Deshalb füttert sie Vögel erst dann, wenn der Boden steinhart gefroren ist und/oder unter einer Schneedecke liegt.“

    Mittlerweile gibt es neuere Erkenntnisse, die besagen, dass Vögel nicht erst dann unterstützt werden sollen, wenn alles gefroren ist. Zwei Hauptargumente: Die Vögel sollen schon vor dem Schnee wissen, wo sie etwas finden können, damit sie nicht erst dann weite Strecken energiezehrend zurücklegen müssen auf ihrer Suche. Das andere sehe ich selber täglich vor meinem Fenster: Die Vögel beschränken sich nicht auf das angebotene Futter, sondern suchen zusätzlich permanent die Äste nach Insekten ab. Spätestens zur Brutzeit brauchen auch die reinen Körnerfresser Insekten. Und die suchen sie sich schon. Früher hieß es ja immer, dass die Vögel das selbersuchen verlernen, wenn man ihnen Futter anbietet. Dem ist nicht so.

    Sorry für die Klugscheißerei, aber ich beschäftige mich sehr mit dem Vogelthema, da es mir am Herzen liegt. Daher konnte ich das nicht unkommentiert stehen lassen.

    Ihre Eigenproduktionen finde ich jedenfalls ganz entzückend, Frau Mutti :)

    LG Anja