Vorbilder
6. August 2008
Töchterlein soll das Bild ihres Vorbildes mit in die Schule nehmen.
„Ich habe kein Vorbild“, sagt sie. Beschließt dann aber, dass sie ein Bild ihrer Mutter mitnehmen will und das ist ein wundervolles Kompliment für mich.
Und eine kleine Bestätigung, dass das doch nicht so wahnsinnig falsch sein kann, was ich da mit meinen Kindern veranstalte. (Selbstverständlich ist das so, so lästern die bösen Zungen, die Kinder kennen es auch nicht anders. Kinder lieben auch die Eltern, die sie misshandeln. Schweigt still, ihr Stimmen)
Ich selbst würde mich nicht unbedingt als Vorbild wählen. Ich nehme stattdessen die Mutter des Freundes des großen Kindes, die ihren bettlägerigen Schwiegervater pflegt, dessen und ihren Haushalt wuppt, einen großen Garten wunderbar und ertragreich in Schuss hält, zwei klugen, pubertierenden Kindern die Freude und den Ehrgeiz am und zum Lernen erhält, jeden Tag frisch und gesund (mit Gemüse aus dem Garten) kocht und dabei immer lächelt. Und mir heute spontan einen großen Strauß Dahlien gebracht hat, denn „unsere Männer schenken uns ja keine Blumen“. Wir kennen uns kaum, der gemeinsame Kaffee wird verschoben und verschoben. Aber mein Herz ging heute weit auf und ein bißchen Heldenverehrung schlich sich ein.
Wie macht sie das? Wo nimmt sie die Kraft her? Und die Motivation? Tolle Frau. So möchte ich werden wenn ich groß bin.
6. August 2008 um 12:49
Die Frau hört sich ein wenig nach Bree van de Camp an. Gruselig…
(Und ich finde, Du bist wunderbar, so wie Du bist. So als Frau. Und als Mutter im Besondern.)
Antwort von Frau … äh … Mutti:
oh, kein bißchen Bree. So ganz und gar nicht. Eine ganz natürliche Frau mit grauen Strähnen, Falten um die Augen und Socken in den Sandalen :-)
6. August 2008 um 13:19
Ich kannte auch so eine Frau – ich fand immer toll wie sie ihren Haushalt, Kinder und ihren kleinen Laden schmiss und beneidete sie auch ein bisschen darum.
Dann zogen wir weg und der Kontakt war nur noch selten – irgendwann schrieb sie mir einen Brief … aus der Reha – sie hatte einen Nervenzusammenbruch und wog nur noch 34 Kilo!
…
6. August 2008 um 14:09
Das hast du wunderschön geschrieben, es macht mir Pipi in die Augen. Alles hat seine eigene Wahrheit.
Liebe Grüße,
Anne
6. August 2008 um 22:14
Wow, wie hast du das gemacht? Ich wünsche mir auch, dass meine Tochter in einigen Jahren nicht Vorbilder hat wie Tokio Hotel o.ä.
Kompliment! Gut hingekriegt! :ok: