Ausgang für die Katerlinge
17. August 2008
Zwei pubertäre Kater, die es von klein auf gewohnt waren, im Freien herumzuschnuffeln, langweilen sich eingesperrt im Haus ziemlich schnell.
Zwei gelangweilte Katerlinge machen eine Menge Sachen die sie eigentlich nicht sollen. Zum Beispielen prügeln sie sich gegenseitig oder den armen Diego, der gar nicht weiß wie ihm geschieht, immerhin ist er ein freundlicher, älterer Herr. Manchmal pinkeln gelangweilte Katerlinge auch in Ecken, in denen sie das eigentlich nicht tun sollen. Oder sie schreien ständig, dass sie hungrig sind, obwohl sie eigentlich nur nicht wissen, was sie sonst tun sollen. Sehr menschlich, eigentlich.
Deshalb durften die Katerlinge gestern zum ersten Mal raus. Knappe drei Stunden durften sie durch den Garten rasen, die Nachbarkatze erschrecken, den Holunder erklimmen, Grashalme fange, sich vor herabstürzenden Blättern fürchten und sich vom großen Tigertatzikatzi Diego die coolen Stellen im Garten zeigen lassen. Mit dem „Gabel auf Schüssel“ -Trick lockten wir sie wieder ins Haus und verriegeln Fenster und Türen für die Nacht. (die Katzenklappe steht auf „nur rein“, das bedeutet, dass wir drei, viermal in der Nacht dem großen Kater das Schlafzimmerfenster zum Rausspringen öffnen müssen. Seufz.)
Heute morgen turnten die Katerlinge in unserem Bett herum, während wir versuchten, den Kaffee, der uns von den hinreissenden Bestien kredenzt worden war, zu genießen. Als dann außen auf der Fensterbank der große Kater saß und so etwas wie „ey, kommt doch raus!“ maunzte, während drinnen Matze und Martin „die lassen uns nicht“ jammerten, war es aus mit der Ruhe. Wir öffneten das Fenster und ich begab mich samt Kaffee zum Katerhüten in den Garten.
So ein Garten ist wahnsinnig aufregend für kleine Kater. Das erkennt man ganz wunderbar an den höchst aufmerksam aufgerichteten Ohren. Und der Unfähigkeit, zehn Sekunden an einem Fleck sitzen zu bleiben, so dass sich einigermaßen hübsch Bilder schießen lassen.
Hier also Matze. Unbefugte dürfen das Haus des großen Kindes nicht betreten, nur zur Erklärung.
Martin beobachtete das Geschehen mit Rückendeckung.
Eine Gerte vom Flieder durch´s Gras gewischt und die Katerlinge sind glücklich. Manchmal fangen sie auch die Zehen, aber sie haben ja noch so niedliche, kleine Milchzähne.
Matze will ein Hund werden, wenn er groß ist. Vermute ich. Ich habe noch nie eine Katze hecheln sehen. Sie?
Eine Spielmaus an einer Schnur …
und die Katerlinge trainieren Hochsprung.
Es ist uns gelungen, Martin und Matze müde zu spielen. Nach einem Nickerchen unterm Flieder entdecken sie die Vorzüge des Freiluftpinkelns (brave Kater!), danach halfen sie ein bißchen bei der Ernte der Holunderbeeren, buddelten in der frisch umgeschichteten Erde und trampelten den Giersch platt. Zur Belohnung gab es für jeden einen vollen Futternapf, der binnen Sekunden in immer praller werdenden Bäuchen verschwand und die Katerlinge brachen quasi an Ort und Stelle zusammen. Im Tiefschlaf.
Auch wenn ich das Gegenteil hoffe, so weiß ich doch, dass sie gegen vier Uhr morgens zwei sehr muntere Katerlinge sein werden. Ach. Bald wird die Katzenklappe wieder aktiviert. Bald ist alles gut. Auch für uns.
17. August 2008 um 20:37
Martin ist jetzt schon wunderhübsch..ähm ich meinte ein kleiner weiberheld (ich weiss doch, dass katerlinge harte kerle sind..und harte kerle sind nicht hübsch) aber super actionfotos :D
18. August 2008 um 08:21
Tolle Fotos haben Sie von Ihren Katerlingen gemacht! Sind wirklich zwei schmucke Kerlchen!
Ich wünsche einen guten Wochenstart,
liebe Grüße, Iris
18. August 2008 um 08:25
Was hab ich dir gesagt? Ha! Habe ich es nicht gesagt?! *lach*
Unser neuer Otto hatte uns nach 3 Tagen soweit, dass wir ihn nach draußen ließen, Katzen können ihren Bedürfnissen wirklich sehr nachdrücklich Ausdruck verleihen.
19. August 2008 um 08:18
Das „Hecheln“ wurde mir von meiner katzenquelle wo ich meine beiden katastrophen herhabe als „flemen“ erklärt…. die teufel riechen dann quasi sogar mit dem maul… und nicht immer nur aus dem selbigen :D
19. August 2008 um 13:22
Hecheln können Katzen auch…vor allem junge Katzen, die noch nicht wissen, wann es genug ist mit spielen. Dann sind die völlig platt und fertig und hecheln dann auch….große Katzen hecheln eigentlich gar nicht mehr, weil sie vorher aufhören zutoben. Wenn doch— Tierarzt, evt Herzproblem.
Flemen tun Katzen auch, sieht aber nicht aus, wie das Hecheln eines Hundes…. :D