Das milde Rheintal,
26. Mai 2008
in dem der Frühling immer drei Wochen früher beginnt, der Winter meistens ohne Schnee vorüber geht und der allerleckerste Wein gedeiht … ist ein unerträgliches Loch. Jedenfalls heute.
Man hat das Gefühl, mit jedem tiefen Atemzug zu Ertrinken. Kleidung ist klamm, Bettwäsche ist klamm, Haare sind klamm und kräuseln sich zu lustigen Frisuren.
„Schwül“ beschreibt es nur sehr unzutreffend. Es ist schwülkühl, ohne ein erlösendes Lüftchen. Der Schweiß weiß nicht wohin, obwohl er bei kleinster Bewegung reichlich fließt. Selbst die Farben sind verschleiert. Das Grün der Bäume wirkt grau, der Mohn versucht zu leuchten und resigniert. Der Himmel ist schmutzigweiß und die Erde sieht aus wie Zement. (und fühlt sich auch so an)
Alle Fenster und Türen im Haus sind weit geöffnet und es riecht ganz wunderbar nach Holunder, aber auf Erfrischung oder gar Durchzug wartet man vergebens. Die Vorstellung, mich gleich ein Stündchen an den Herd stellen zu müssen, ist wenig erbaulich. Bei solchem Wetter geht gar nichts, weder vorwärts noch rückwärts.
Ich sehne das erlösende Gewitter herbei, selbst wenn dieses garantiert mit Sturm und Hagel über meinen Garten hereinbricht. Die klare Luft und die satten Farben entschädigen für alles. Kann mir jemand eine Stricknadel leihen, damit ich mal kräftig in den Himmel pieken kann?
26. Mai 2008 um 13:00
*extradickeStricknadelrüberreich*
Würdest Du dann freundlicherweise bei uns auch gleich noch vorbei pieken? Ähnliches Situation nämlich auch hier vor dem Haus- ich schwööötze ganz fööörchterlöööch… und die Kinder sind leidlich.
26. Mai 2008 um 13:48
Ich reiche Ihnen gleich zwei Nadeln rüber – zum Stricken! Das entspannt ungemein und ist nicht schweißtreibend …. lieben Gruß, Susel ;)
26. Mai 2008 um 15:22
Schwitzen? Ähm, also ich überlege gerade, ob ich den Ofen anheizen soll, das Thermometer schafft es heute nicht über 12°C, dafür haben wir seit gestern nacht endlich den langersehnten Regen!
Stricknadeln, sorry, die brauche ich gleich selber, gehe unter die Wolldecke zum Stricken :D
Liebe Grüße
Astrid
26. Mai 2008 um 16:01
Hier auch. Rhein und schwül. Aber schwülheiss. Und dabei hat der Wettermann von Saharaluft gefaselt.
26. Mai 2008 um 16:44
Hallo,
wenns hilft: welche Nadelstärke darfs denn sein?
Der Saharawind bringt doch nur den Sand… :D Da darf man sich dann das Staub- ich meine, das Sandwischen sparen.
Liebe Grüsse
illy
26. Mai 2008 um 20:00
Schön geschrieben; das passt auch hier genau (bis auf den Holunder, der noch nicht). Aber es ist so unerträglich schwül, dass man sich die Haut ausziehen möchte.