unentbehrliche Haushaltshilfe
17. März 2008
Es hat gewisse Nachteile eine Wildnis direkt am Haus zu haben. Man muss sich nämlich das Haus mit vielen Lebewesen teilen, die man in der freien Natur deutlich sympathischer findet.
Ameisen zum Beispiel. Die sind im Garten sehr nützlich und dort mag ich sie auch. Im Vorraum zur Terrasse allerdings haben sie nichts zu suchen und deshalb stehen dort auch immer fiese Giftköder.
Spinnen zum Beispiel. Die sind im Garten sehr nützlich und dort mag ich sie auch. Im Schlafzimmer allerdings haben sie nichts zu suchen und deshalb werden sie dort auch immer gefangen und aus dem Fenster geworfen.
Mäuse zum Beispiel. Die sind bestimmt im Garten auch nützlich und wenn sie nur Katerergänzungsfutter sind. Niedlich sind sie obendrein. Allerdings nicht in meiner Küche.
Schon vorgestern war mir diese spezielle Geruch, so säuerlich irgendwie, aufgefallen. Kann ja nicht sein, oder? Zwei Kater im Haus, da gibt´s keine Mäuse.
Gestern roch es auch komisch, doch es gab keine Mäuseköttelchen in den Ecken. Vielleicht stinkt der Abfluss wegen der Wetteränderung. Das ist manchmal so.
Herr von Sauerstein benahm sich etwas merkwürdig. Er schlich an der Küchenzeile entlang, kroch zwischen die Lücke von Schrank und Wand und – böser Kater, allerstrengstens verboten! – sprang auf die Spüle (von der er sofort wieder herunterflog, der böse Kater). Das ganze Katertier bestand nur aus Aufregung, von den Schnurbartspitzen bis zu den vorwitzigen Haarbüscheln an der zitternden Schwanzspitze.
Freundlich öffnete ich ihm die Schranktüren unter der Spüle, um ihm zu zeigen, dass dort ausser einer Sprudlerkartusche, zehn Flaschen diverser Alkoholika in verschiedenen Alters- und Verdunstungsstadien, drei Tabletts und einiger ordentlich (hüstel) gesammelter Plastikstüten nichts zu finden ist. Bis auf einen sehr deutlichen Geruch.
Der Kater sprang umgehend in den Schrank und warf dabei zwei Flaschen um.
„Doofer Kater, da ist nix, ich muss nur mal wieder den Schrank auswischen.“, schimpfte Frau … äh … Mutti, zerrte den Kater am Schwanz aus dem Schrank und setzte sich wieder zu Gemüsesüppchen und dem Anhalter (btw. „Per Anhalter durch die Galaxis“ liest sich deutlich besser, schöner, phantasievoller, skuriler und lustiger. Der Film kommt nicht mit. Ist ja meistens so.) auf´s Sofa. Der Erdbeerkater beschäftigte sich mit angespanntem Auf- und Ablaufen vor der Küchenzeile.
In der Werbepause beschloss Frau … äh … Mutti, dem Erdbeerkater beschwichtigend zuzureden, er solle doch lieber zu mir auf´s Sofa kommen, statt Sprudlerkartuschen im Schrank zu belauern, als sie es hörte. ES! Das Rascheln. Das typische Knabbern. Das typische MÄUSE-Knistern. Sehr gut! Braves Katerchen! Recht hast du gehabt.
Frau … äh … Mutti öffnete die Schranktür und sah ein *seufz* sehr niedliches braunes Feldmäuschen zwischen die Flaschen huschen.
Und so begann die nächtliche Reinigungsaktion. Im Wohnzimmer lockten die bösen Zombies mit Milla Jovovich, doch in der Küche gab es etwas zu tun.
Sämtliche Flaschen mussten auf den Tresen, die Tabletts dazu. Die Plastiktüten wurden ineinandergestopft, Krusch und Kram ausgeräumt und ausgeschüttelt. Keine Maus.
Die hatte sich längste durch das Loch im Schrank, durch das die Wasserrohre laufen, verzogen. Doch der Kater raste an der Küchenzeile entlang.
Frau … äh … Mutti schloss die Küchentür, klappte die Fußblende der Küchenzeile ab, ignorierte die Staubratten, zog sich zu den Zombies auf Sofa zurück und harrte der Dinge die da kommen sollten.
Fünf Minuten später hatter der Erdbeerkater seine Pflicht erfüllt. Zwar musste er nachdrücklich mit seiner Beute vom Sofa geschickt werden, doch seine lobenden Streicheleinheiten waren ihm gewiss.
Das Knacken und Knurpseln unter dem Küchentisch passte wundervoll zu den stöhenden Zombies im Fernsehen und ich war dann auch in der richtigen Stimmung, um das Gedärms und die kleine Blutlache wegzuwischen.
Der Kater (der tolle) durfte wieder auf´s Sofa, wurde noch rasch von zwei dicken Zecken befreit und die Küche blieb so wie sie war, mit offener Schranktür und Staubflocken unter dem Schrank.
17. März 2008 um 10:48
ich fange unsere Mäuse mangels Kater mit Nutella und ner Lebendfalle :) In unserer alten Wohnung hatten wir da einige dieser puscheligen Tierchen… Ob die Nummer 69 mausfrei ist, wird sich herrausstellen, Mauseingänge gabs ja genung *g*