Dies und das

13. Dezember 2007

Gemüsekisten sind eine großartige Sache. Kurz nach acht Uhr klingelt es und man bekommt eine große Kiste voller Köstlichkeiten, ganz ohne lästigen Einkauf im trüben Grau und ohne Überlegungen, welche Vitamine man der Familie zur Erkältungsprophylaxe zukommen lässt.
Bleibt einzig die Frage, wie man einen Sack Grünkohl so zubereitet, dass auch die hinreissenden Bestien nicht umgehend klagen, man will sie vergiften. Sie (die hinreissenden Bestien) sind zwar längst nicht mehr so mäkelig bei der Futteraufnahme wie früher, doch grünes Essen in großer Menge macht sie misstrauisch. Wer also eine wunderbare Idee hat, wie ich den Grünkohl zubereiten könnte, dass er wie Nudelauflauf schmeckt, der darf mir sein Rezept gerne zukommen lassen.

Das war die eine positive Nachricht des Tages.

Die andere postive Nachricht ist, dass die Schule der beiden großen Kinder nicht von einem Amokläufer heimgesucht wird. Gestern mittag nämlich kamen die beiden Großen mit der Geschichte nach Hause, dass mit schwarzem Stift an eine Wand Folgendes geschrieben stand: Am Freitag seid ihr alle tot!
Dass ich besorgt war, ist milde ausgedrückt. Auch die Mutter einer Klassenkameradin der Mittleren äusserte ihre Bedenken und die Kindelein selbst schwankten zwischen „Hurra, vielleicht haben wir schulfrei!“ und „und wenn jetzt wirklich was passiert?“
Doch noch am Abend erfuhren wir, dass es sich um einen Schülerstreich (Streich?!) handelte. Die Polizei spricht von einem Trittbrettfahrer und sie weiß auch, wer es ist. Die Schule wird somit nicht geschlossen. (und wieder gibt es keine neue dramtatische Meldung für einen privaten Fernsehsender, der umgehend beim Direktor nachfragte, ob er filmen darf)
Auch wenn ich nun erleichtert bin, dass meine Kindelein wohlbehalten wieder aus der Schule heimkommen werden, frage ich mich doch, wie dieses Kind auf die Idee gekommen ist, eine solche Botschaft an eine Wand zu schmieren. „Naja, die werden ´ne Arbeit schreiben“, meint der beste Vater meiner Kinder lakonisch, aber irgendwie reicht mir das nicht als Erklärung. Vielleicht ist es mit pubertätsbedingten Ausfällen zu erklären (haben wir gestern abend bei „pur+“ gelernt, dass in der Pubertät das Hirn nicht mehr funktioniert), der Schreiber ist 16. Auch in der Haut der Eltern möchte ich nicht stecken, die nun den Einsatz der Polizei bezahlen müssen und obendrein damit klarkommen müssen, dass ihr Kind einen eher merkwürdigen Humor hat.

Ich bin geneigt „Früher war alles besser!“ zu sagen. Doch erstens verkneife ich mir solche Aussagen, weil sie ein Hinweis auf mein hohes Alter sind und zweitens stimmt das garnicht, denn ich erinnere mich genau, dass wir wegen einer Bombendrohung fluchtartig das Schulgebäude verlassen mussten und es erst zwei Tage später wieder betreten durften. Eine Bombe wurde nicht gefunden und eine Berichterstattung im Fernsehen gabe es auch nicht, mangels privater Sender. Damals war es ein Oberstufenschüler, der eine Klausur nicht schreiben wollte. Er durfte dann an meiner Schule nie wieder eine Klausur schreiben.
Früher war doch nicht alles besser, es gab zum Beispiel keine Gemüsekiste.

9 Kommentare zu “Dies und das”

  1. Monika sagt:

    Hallo,
    ich hätte ein Rezept für deinen Grünkohl.
    Eine Grünkohl-Tomatenlasagne mit
    Erdnüssen.
    Liebe Grüße von Monika

  2. MeinMann-Bloggerin sagt:

    Seltsam, dass ich diese Geschichte hier lese. Auch an einer Schule in unserer Stadt (und ich komme nicht aus der Nähe) stand an der Wand: Am 12. seid ihr alle tot! Gestern waren dann an jeder Schule im Ort je zwei Polizisten anwesend. Manche Eltern haben ihre Kinder nicht in die Schule geschickt und einige sind früher nach Hause gegangen. Passiert ist zum Glück nichts. Aber die Verunsicherung war groß. :(

  3. Alke sagt:

    Ich glaube, darum habe ich keine Gemüsekiste, weil sowas wie Grünkohl drin sein könnte.
    (Und natürlich, weil ich nur 2,5 von 7 Tagen in der Woche zuhause bin und kochen könnte).

  4. Platypus sagt:

    Ich hab mal einen Blätterteigstrudel gemacht mit kleingeschnittenem Kohl und Faschiertem und etwas Käse. Das ganze noch gut gewürzt- mmmh lecker!!! hätt ich auch mal wieder Lust drauf, fällt mir ein.

  5. hierundjetzt sagt:

    ja, da ist „besorgt sein“ wahrlich milde ausgedrückt.
    trittbrettfahrer mag es viele geben. uns verängstigste letzte woche die nachricht, dass ein 17jähriger dem musiklehrer meines töchterchens, ein messer an die kehle setzte. darauf fand die polizei bei ihm dann eine liste mit namen, diese menschen wolle er am 17.dez. „vernichten“ … – da hört jeglicher spass auf!:(

  6. Ringelstruempfe sagt:

    Sie koennen waehlen:

    *Gruenkohlpizza (schmeckt wirklich)
    *Gruenkohl mit Speck und suess-saurer Sosse (isst sogar der Kleine Mann!)
    *Gruenkohl mit brauner Butter, Fettucine und Pinienkernen

    Bei Interesse melden und ich blogge das ganze dann bei den Ringelstruempfen.

    Guten Apetit!

  7. AM sagt:

    Wie waere es mit einer portugisieschen Gruenkohlsuppe?
    2 El Olivenoel
    2 Linguica/Chorico
    1 gehackte Zwiebel
    2 gehackte,geschaelte Kartoffeln
    1 El gehackten Knoblauch
    2.5-3l Bruehe
    1 L Gruenkohl, gehackte, die Staemme feingeschnitten
    2 Lorbeerblaetter
    S/P
    Thymian, Chilis, Pfeffer zum abschmecken.

    Eine Suppe kochen.

    Alternativ machen wir auch Gruenkohllasagne

  8. AM sagt:

    Eine Alternative Suppe:

    2.75l Huehnerbruehe
    1-2 Pfund kale, sehr fein geschitten
    1 Packung Spaghetti in Stueckchen gebrochen
    1 Stueck Parmesan
    2 Tl Zitronensaft
    Chilischoten (wer mag)

    1. Bruehe erhitzen, Gruenkohl dazu geben und bei mittlerer Hitze 2min kochen. Nudeln dazu geben, bis sie zart aber nicht weich sind (nach Anleitung). Parmesan mit einem Gemuesehobel hobeln.

    2. Kurz vorm Servieren Zitronensaft dazugeben. Mit Kaese und Chili besprenkeln.

  9. LB sagt:

    Hallo,

    Wir haben den Grünkohl aus unserer Kiste zu Colcannon („Irisches Kartoffelpürree“, Rezepte gibt's bei ch*fkoch und Hier klicken) „verarbeitet“ – der Grünkohl wird mit Lauch gedünstet und dann unter Kartoffelpürree gerührt und mit gebratenen Speckwürfeln bestreut. So haben wir zu zweit einen rießengroßen Kopf vernichtet und ein tolles Schlechtwetteressen war es auch!

    Viele Spaß ;)