Das hat mir keiner gesagt!
7. September 2007
Wenn Sie sich gerade im Zustand froher Erwartung befinden, werden Sie von vielen Menschen viele wohlmeinende Ratschläge bekommen. Zusammenfassend lauten die in etwa so: das Kind oben befüllen, unten sauber wischen und in der Mitte warmhalten.
Etwas indiskretere Menschen werden Ihnen sagen, was sie gegen wunde, rissige Brustwarzen tun können oder wie Sie ihre Dammnaht pflegen können. Andere wissen, was gegen Bauchschmerzen hilft, wie der Fliegergriff geht und warum Bäuerchen mit halbem Mageninhalt nicht lebensbedrohlich für´s Kind (allenfalls für Ihr gesellschaftliches Leben, weil Kinder immer heimlich auf die Schulter spucken) sind.
Unverschämte Menschen werden Sie fragen, ob Sie sich das wirklich gut überlegt haben, denn mit Ihrer Freiheit ist es nun vorbei. (lebenslange Elternhaft ohne Chancen bei Amnesty International)
Sie fühlen sich also gewappnet für ein Leben mit Kindern.
Leider haben die wohlmeinenden Menschen ihre Ratschläge und Warnungen irgendwann aufgegeben.
So muss ich mich also alleine durch die pubertären Irrungen und Wirrungen meiner Kinder quälen. Muss Stimmungsschwankungen kompensieren, mit Trotzalter-ähnlichen Anfällen jonglieren und Diskussionen über die Notwendigkeit einer Dusche führen. Regeln, die irgendwann früher, mit kleineren Kindern, ihre Berechtigung hatten, werden in Frage gestellt und müssen aktualisiert und angepasst werden. Andere Regeln, die durchaus noch Sinn haben, werden ignoriert und müssen in Erinnerung gerufen werden.
An manchen Abenden (oder auch beim Kaffee trinken mit der Freundin, die gleichaltrige Kinder hat), frage ich mich, warum mir das niemand vorher gesagt hat. Weil, mal so unter uns „größere-Kinder“-Müttern, die Baby-Zeit war doch echt ein Klacks.
Es wäre nun der richtige Zeitpunkt, dass „noch-größere-Kinder“-Mütter ihre Warnungen und Prophezeiungen aussprechen. Nicht, dass dies irgendetwas ändern würde, aber ich könnte zumindest stur behaupten, dass ich das alles besser mache, mir das nie passieren wird und bei uns sowieso alles anders ist.
Ich bin verwirrt heute, irgendwie. Muss die Angst vor dem anstehenden Tupperabend sein.
7. September 2007 um 15:03
Wir brauchen größere Babyklappen. VIEL größere Babyklappen.
(Gehört das eigentlich inzwischen zum elterlichen Drohrepertoire? „Ruhe! Oder ich geb dich zurück und steck dich in die Babyklappe!“)
Antwort von Frau … äh … Mutti:
Meine bevorzugte Drohung ist: Ich setze dich an einer Autobahnraststätte in einem Land, dessen Sprach du nicht sprichst, aus.
(der pädagogische Ansatz dahinter ist nicht zu leugnen)
Ich drohe auch gerne mit dem Jugendamt, was aber durchaus zu einem Eigentor werden könnte.
7. September 2007 um 15:46
Kommt mir irgendwie bekannt vor. :) Auch das Gefühl, ich könnte gleich mit der Wand reden, weil das Ergebnis das gleiche wäre.
Mir fällt nur der blöde Spruch: kleine Kinder – kleine Sorgen // grosse Kinder – grosse Sorgen ein
7. September 2007 um 15:51
Ich kenne das! Ich kenne das! Ich kenne das! Sehr gern diskutiert wird in unserem von vor-pupertären Winden umgebenen Haus auch die Frage nach der Wahl der Klamotten. Und die Augenbrauen schnellen in die Höhe, wenn ich wage anzumerken, daß ein Minirock und nackte Beine an einem zwar sonnigen, aber knackigkalten Herbstmorgen nicht das richtige outfit sind! Und wenn ich dann noch anhänge, daß ich diese komischen „ohne Füße“ Leggins NICHT kaufe, bin ich eh unten durch!
(Was nützen Leggins ohne Füße, wenn es für „ohne Füße“ zu kalt ist und das Kind dann eh Socken anzieht?? Dann kann es doch gleich einen Strumpfhose anziehen!)
(Mal so generell: Kann man Kinder mit 9 und 11 noch in die Babyklappe stecken?)
7. September 2007 um 16:01
Das kenne ich doch irgendwoher?
Wobei ich momentan beides habe. Eine pubertierende Elfjährige und einen 15 Monate alten Sohn, in der Trotzphase.
Auch schön!
7. September 2007 um 16:06
Gibt es eigentlich eine Pupertät vor der Pupetät – sozusagen eine Prepupertät? Der meine eine, zarte 8 Jahre, befindet sich nämlich in dieser! Die Ohren auf Durchzug, dauernd am Jammern, wie gut es doch die anderen Kumpels haben, die mit einem Nintendo DS light (ja, die Termini beherrsche ich im Schlaf), einer W II, einem eigenen TV und Telefon (hallo… ein Junge?) im Zimmer gesegnet sind und die natürlich keinen nervigen kleinen Bruder ihr eigen nennen. Das schlimmste an der wirklich nervenzerfetzenden Situation (und ich übertreibe nicht) ist nicht nur, dass sich der Kleine ein Beispiel am schlechten Benehmen des Großen nimmt sondern dass mittlerweile die ganze Familie unter seinen Allüren leidet … Bleibt nur zu hoffen, dass es so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt und wir unser Quantum an (vor)pupertäterem Leiden schon jetzt hinter uns bringen … und dann vielleicht Ruhe haben…!?
7. September 2007 um 16:34
Ich bin da mit meinem 4jährigen noch lange nicht – aber wie heißt es so schön, das Mütter-Mantra: „EsistnureinePhaseEsistnureinePhase“.
Viel Spaß beim Tuppern:-)
7. September 2007 um 17:49
Immer positiv denken! Die Anzahl der Jahre bis das pubertierende Kind auszieht ist (fast)an einer Hand abzuzählen. Man ist nicht mehr dafür verantwortlich, ob die Teenies ihre Hausaufgaben alle gemacht haben! Zum einen kann man den Kram oft echt nicht mehr (Euklid? hab ich im Erwachsenenleben nie mehr gebraucht- ehrlich!), zum anderen betonen ja auch die Lehrer immer, dass Selbstständigkeit das oberste Ziel ist. Die Sache mit dem Körpergeruch erledigt sich beim ersten engeren Kontakt zum jeweils anderen Geschlecht von alleine :-) Man muss auch keine Zimmer mehr aufräumen, wenn man die einfach per Definition zum Teenie-Territorium erklärt! Man hängt den Teenies ein Handy um und kann sie recht frei durch die Gegend fahren lassen. Was bedeutet, ich kann mein Taxischild am Auto abschrauben *juhu*.
Da Diskussionen in diesem Alter meist sinnfrei sind, lässt man es einfach bleiben. Schont die elterlichen Nerven ungemein.
Am allermeisten tröstet es mich, dass die, die es in der Pubertät am schlimmsten getan haben, oft die lebenstauglichsten Erwachsenen werden. In 10 Jahren in etwa gehöre ich hoffentlich auch zu den entspannt lächelnden älteren Damen, die nur lässig abwinken,wenn es um Probleme in der Kindererziehung geht.
7. September 2007 um 20:42
Oh, Vorsicht mit der Babyklappen-Sache. Ich habe bisher immer gefragt, wie groß eigentlich so eine Babyklappe sei, wenn mein Nachwuchs meine Nerven als Trampolin missbrauchte. Letztens fragte meine Tochter ihren Bruder, ob Altersheime eigentlich auch Klappen hätten, als ich wertvolle Hinweise auf die Schädlichkeit überhöhten Fernsehkonsum gab.
die Carola
7. September 2007 um 22:13
*Hihi, du sagst es ja so wahr, die Baby-Zeit war echt ein Klacks dagegen.
Sylvia hat es schon sehr präzise auf den Punkt gebracht. Da unterschreibe ich glatt mit.
7. September 2007 um 22:40
Also wenn es nun neben der Pu_p_ertät bei den Pu_p_ertierenden nun auch noch eine Pr_e_pu_p_ertät geben soll, dann finde ich, daß da von Postpubertierenden ziemlich viel pepu_p_t wird. :D
7. September 2007 um 22:41
Wie……das wird noch schlimmer?? Ich dachte man kann sich mit pubertären Teenies irgendwie auf einen Level einigen? So verständnisvolle Eltern/Kind Gespräche…DAS STEHT DOCH SO IN JEDER ZEITUNG…..
F&A sind jetzt drei geworden und reizen und trotzen auf Teufel komm raus…vielleicht komme ich ja um die Pupertät herum……
Hoffnungsvolle Grüße
Mama Melanie
7. September 2007 um 23:13
Wichtig :
Irre und Pupertierende haben IMMER Recht.
Spart viele unnütze Diskussionen.
Weiterhin :
Kleidung nicht diskutieren. Es sind ihre kalten Füsse. Und es wird ihr Schnupfen sein.
Auch :
Üben Sie sich im täuschend echten Mitleid bekunden, es wird nämlich NIE jemandem schlechter gehen als Ihrem pupertierenden Kind. Immer wird es am schlimmsten dran sein. Immer.
Zusatz : Die Sache mit der Dusche hatten wir auch. Bis es umschlug in wahre Badezimmerorgien. ( wohlgemerkt : es ist ein Junge, den wir hier pupertierend leben haben ) Freuen Sie sich, solange sie noch allein Freude an ihrem Bad haben können.
Und vor allem : Pupertät ist, wenn die Eltern schwierig werden.
Auf in den Kampf !
( Der in ungefähr 10 Jahren mit dunserem kleinen Kind – weiblich – wohl seinen Gipfel finden wird … )
7. September 2007 um 23:49
*lach* Sie sprechen mir – wie so oft – voll aus dem Herzen ;-))
Ich hab hier einen kratzbürstigen Kotzbrocken, der binnen Sekunden zum kleinen Schmusemäuschen mutiert. Zwei Munten später blafft mich mein – grade eben noch – süßes kleines Mädchen wieder an, als ob ich der allerletzte Dreck sei… Duschen?? Du liebe Zeit – Wasser muß höllisch weh tun auf der Haut, lieber mit fettigen, zippeligen Haaren rumlaufen *Stöhn*
Gut, daß man das alles nicht schon vorher weiß… Wobei Ihr letzter Absatz… GENAU SO ist es *gg*
Aber irgendwann geht auch die Pubertät vorbei – und ich dachte damals noch, das Trotzalter sei schwierig *kicher*
8. September 2007 um 07:58
Da gibts es nur einen guten Rat:
Augen zu und durch. Es geht vorbei wie alles und man fragt sich danach, warum man sich so viele Gedanken gemacht hat.
Liebe Grüße
Dorothee
8. September 2007 um 11:04
….und wenn es jemand gesagt hätte, hätten Sie es vermutlich nicht geglaubt, und Ratschläge und Warnungen nimmt man (frau) auch nicht unbedingt gerne an. Also hilft es alles nichts: man muss durch, genau so wie man durch die schlaflosen Babynächte muss. Das schreibt eine „noch-größere-kinder“ Mutter, die alles heil überstanden hat, jetzt schon Großmutter von 2 reizenden Enkeln ist und zu dem Ergebnis gekommen ist: Mutter ist man lebenslänglich !
8. September 2007 um 15:22
Soll ich Ihnen die Adresse meiner Mutter geben? Meine Pubertät ist zwar schon Jahre vorbei, aber ich glaube, sie hat noch lebhafte Erinnerungen daran…
10. September 2007 um 10:42
Ach glauben Sie mir, es wird alles besser :ok: – sagt die Mutter eines 23jährigen und einer 18jährigen.
Sie werden die pupertären Erlebnisse irgendwann vermissen………
Liebe Grüße aus Bielefeld
Bine
10. September 2007 um 19:45
Mein Motto:
Wenn man aus dem Gröbsten raus ist, kommt das Grobe …
Und auch in der Pubertät bestätigt sich wieder mal, dass jedes Kind anders ist …
Mein Rezept zur Zeit: Zuckerbrot und Peitsche (im übertragenen Sinn) hilft fast immer
11. September 2007 um 11:46
:D Ich biete 12 und 16…
Und demnächst werde ich ein Buch schreiben: „Die besten Techniken beim Erpressen von Pubertisten“ :ok:
14. September 2007 um 13:29
Ich bin eine von den Müttern mit den älteren Kids ( 14 – 27 ) und ich sag nix….nunja, vielleicht das eine: lasst sie auf keinen Fall den Führerschein machen, bzw. bezahlt ihn ihnen nicht ( ihr habt länger was von eurem Auto, wenn sie für ihren Führerschein selbst sparen müssen ) und kümmert euch um deren Verhütung ( ihr habt mehr von eurer Freizeit, wenn ihr die Sache mit der Verhütung in die Hand nehmt…..)
Witha, eine, die weiß, wovon sie spricht…..