Halbfertig, beinahe gut

13. April 2007

und das konnte ich mal besser. Vielversprechende Aussagen, was?
Machen Sie sich selbst ein Bild.

Bevor meine NÄHMASCHINE KAPUTT ging, saß ich an dieser Tasche:

Ein entzückender Blumenstoff, dazu Einsätze in pink, orange und oliv, abgetrennt von einer Spitzenborte. Das Innenleben der Tasche sähe so aus:

Es fehlt, wie geschrieben, nur noch das Schließen der Träger und das „einmal Drumherum“ mit dem Stickstich. Aber die „NÄHMASCHINE ging ja KAPUTT!

Folgende pompadure entstand aus einem hübschen Blümchenstoff, den die Verkäuferin mir freundlicherweise in großen Mengen in den Restesack stopfte. „Gerade aus der Ausstellung gekommen, den haben wir nicht mehr im Sortiment!“, sagte sie und Frau … äh … Mutti freute sich. Leider übersah ich beim Zuschnitt, dass der für die Ausstellung getackerte Stoff zwei kleine Löchlein hatte. Die Tasche war dann fertig:

und sieht auch fein aus, wie ich finde …

… doch leider sind da diese beiden kleinen Löcher und ein fieser Näh-Schlenker am Träger, die dieses Täschchen in seiner Wertigkeit heruntersetzen. Ich baue noch ein bißchen Schnickeldi dran und setze es dann als „preisreduziertes Mängelexemplar“ ins pompadura-Schaufenster.

Genauso wie diese Tasche:

Auf den ersten Blick ein fröhliches Sommertäschchen, bisher noch ohne Verschluss.
Auf den zweiten Blick offenbart sich, dass der Aussenstoff so extrem dünn ist, dass:

ja, dass man die darunterliegenden Nähte durchscheinen sieht. Den Innenstoff habe ich bewusst etwas fester gewählt, um der Tasche dann doch eine gewisse Stabilität zu verpassen. Und sie hat drei Innentaschen:

Und trotzdem ist sie nicht perfekt. Seufz. Schnickeldi fehlt auch noch, schauen Sie demnächste mal ins pompadura-Schaufenster :-)

So. „Die blöde NÄHMASCHINE ist also KAPUTT!“, dachte Frau … äh … Mutti, „Und was mache ich jetzt?“ Im Garten war es zu heiß, die 30°C Marke wurde in der Sonne heute überschritten. (Hallo Sommer, schön dich so früh hier zu sehen!) Im Haus war es zu unordentlich und ich zu faul zum Aufräumen. Deshalb wurde die Filzwolle hervorgekramt. Das war eine richtig gute Idee, da die Motten sich in der rosa Wolle sehr wohlfühlten. (das Datum! Es MUSS am Datum liegen!) Im Kopf hatte ich ein Dutzend Blümchen, so als feines Taschenschnickeldi. Ich sag´s Ihnen, Filzen kann man verlernen. Letztendlich wurden es nur fünf Blümchen, wobei das erste eigentlich zu zerfetzt ist, meine Ungeduld war da nicht sehr hilfreich.

Drei Restekugeln habe ich noch schnell gerollt und dann kam das jüngste Kind wieder nach Hause und erlöste mich aus meinem selbstgemachten Elend.

Immerhin weiß ich nun, wie ich sehr günstig in den Besitz eines „Miss Geschick“-Trägerhemdes komme. Aber das probiere ich definitiv erst morgen aus, weil heute ginge es schief.

Ihnen einen schönen Abend.

8 Kommentare zu “Halbfertig, beinahe gut”

  1. Vivi sagt:

    Verehrte Frau..äh..Mutti,
    die Blümchenstoff-Pomapdura, gleich ob perforiert oder nicht, die wäre ja sehr, sehr meins. Tausch möglich gegen liebevollst Handgestricktes – machen Sie mir ruhig einen Vorschlag, was.
    Frühlingsgrüße ausm Norden,

    Vivi

    Antwort von Frau … äh … Mutti:

    Also ich wünsche mir ganz arg solch ein dreieckiges Schultertuch, das sich wärmend an kühleren Sommerabenden über die Schultern legen lässt. Sie wissen vielleicht, was ich meine? Ich habe diese Tücher in vielen Strickblogs gesehen, sie bestehen eigentlich nur aus Löchern und sehen ungeheuer kompliziert herzustellen aus. Das wäre was. Allerdings weiß ich, als strikte Nichtstrickerin, nicht, wieviel Arbeit solch ein Tuch macht und ob das tatsächlich mit einem Täschchen, das ich persönlich als Mängelexemplar bezeichne, aufzuwiegen ist. Jetzt sind SIE wieder dran, sagen Sie was :-)

  2. Ines sagt:

    Ich mußte heute sehr viel an Dich denken, als ich an meiner Näma saß und mir spontan der Gedanke „Ich brauch mehr Power“ durch den Kopf schoss… *Seufz*.

    Aber offenbar ist, ähm, tschuldigung, war Deine Näma ja wohl ein etwas hochwertigeres Modell. Bei den tollen Stichmustern, die die kann, öhm, konnte…

    Antwort von Frau … äh … Mutti:

    die vielen Vergangenheitsformen, die sie da benutzen, sind nicht nett. Kein bißchen. Zum Glück ist sie neu, die olle Nähmaschine, da gibt´s noch Garantie drauf.

  3. Susanne sagt:

    Och schade… zu spät…
    Dieses Blumentäschlein mit Ecken und Kanten und Löchlein wäre MEIN Traumtäschlein gewesen.

    Ich hätte sie unbesehen genommen und Ihnen dafür ein solches Dreiecktuch (Sie meinen wahrscheinlich einen „Birch“) aus feiner Lace-Wool in der Farbe Ihrer Wahl gestrickt.

    Leider bin ich wohl zu spät :(

    Aber wenn die andere Dame nicht will: Bitte melden Sie sich bei mir !

    Die Nähmaschine hat aber doch noch Garantie, oder ?

    Liebe Grüße von der blümchentäschchenverliebten

    Susanne

    Antwort von Frau … äh … Mutti:

    vorsichtshalbe habe ich Ihnen eine tröstende mail geschrieben.

  4. Vivi sagt:

    Und OB die noch will, die andere Dame. Und OB!
    Verkomplizierenderweise hat sie aber massenhaft Anleitungen für derlei Tücher. Soll’s denn eher grafisch oder viktorianisch-verspielt sein? Groß, mittelgroß, handlich-klein? Und gibt es Ihrerseits Farbpräferenzen?

    Feintunend grüßt

    Vivi

    Antwort von Frau … äh … Mutti:

    Oh wei, Sie machen es aber kompliziert!
    Ich sage mal eher viktorianisch-verspielt, weil das schnörkeliger klingt als graphisch. (ich bin gar nicht graphisch, irgendwie) Die Größe … h. Ich bin exakt 178,5 cm groß, trage meistens "M". Brauchen Sie meine Körbchengröße? Stellen Sie sich einfach vor, dass ich an einem lauen Sommerabend mit dem besten Vater meiner Kinder bei einem Glas Wein auf der Terrasse sitze und plötzlich überkommt mich ein Frösteln. Da der beste Vater meiner Kinder mir gegenübersitzt, kann er mich nicht wärmen. Da müsste dann ein Tuch her, weit genug, dass ich mich da reinknuffeln kann, aber es muss definitiv nicht bis an die Kniekehlen reichen. War DAS jetzt hilfreich?
    Farben: ich mag alle Rottöne, auch pink und orange, gerne bunt gemixt. Und ich mag alle Grüntöne, gerne mit pink oder orange. Da bin ich doch jetzt wirklich hilfreich, oder?

    Feintunend genug?

  5. Susanne sagt:

    ;)

    Susanne

  6. Tanja sagt:

    Liebe Frau…äh…Mutti,

    so eine tröstende Mail möchte ich jetzt aber auch, denn auch ich habe mich auf Anhieb in die zauberhafte Blümchentasche verliebt *schmacht*…

    Ihren Frust wegen der kaputten Nähmaschine kann ich Ihnen nur zu gut nachfühlen. Ich drücke alle zur Verfügung stehenden Daumen, dass sie – möglichst auf Garantie – repariert werden kann.

    Liebe Grüße
    Tanja

  7. Ines sagt:

    Na, aber Hallo! Die sind doch mal wirklich alle zauberhaft geworden! [Und zu dünnen Stoff oder so gibts nicht. Oder gar „Mängelexemplar“ *pah*! Sind doch schliesslich alles Original pompaduras [-duren?]! Und gerade die mit Fehlern haben echten Charakter!

    [Nur, damit Sie beim nächsten Mal eine bessere Argumentationsgrundlage haben ;).]
    [Und ich bin neidisch auf Ihre Näma- wenn auch (noch, aber sicher bald nicht mehr!) kaputt…]

  8. Anne sagt:

    Hoffentlich haben Sie noch mehrmehr von diesem liebreizendem Blümchenstoff??? Und hoffentlich haben Sie auch bald wieder eine voll funktionstüchtige Nähma, des inneren Gleichgewichtes wegen und naürlich auch für uns, die da draussen darben müssen, weil sie wieder ´mal zu spät sind… lächel

    Liebe „Sommer“grüße auch von hier an Sie
    Anne