Schnippselitis
18. Februar 2009
– Man könnte das, was aus Frau … äh … Muttis Nase quillt, als das erste Grün des Jahres bezeichnen. (wollen Sie evtl. nicht wissen, ich weiß)
– gesteigerte Vitaminzufuhr zur Bekämpfung von Schnupfenviren in Form von vielen Orangen, Äpfeln und Nashis führt zu mittelschweren Schokolade-Lechz-Anfällen. Diese wiederum führen zur starken Reduzierung des Browniesvorrats und gleichzeitig auch zum unförmigen Anschwellen der Hüftgegend. Was dann aber letztendlich ebenfalls wieder eine Motivation für Obstzufuhr ist. Womit der Kreis sich schließt, auch wenn der treue Leser wahrscheinlich den Anknüpfungspunkt verloren hat.
– Für Aschermittwoch wünsche ich mir übrigens einen wundersam-lauen Vorfrühlingstag, da man in die Wand und den Boden unseres Wohnzimmers Löcher klopfen wird und uns obendrein die Heizung klauen wird. Sollte ungewohnterweise alles planmäßig verlaufen, heizen wir demnächst deutlich energiesparender mit neuer Heizung und sehr gemütlich knisternd mit Holz im Wohnzimmer.
– Das jüngste Kind hat in sehr naher Zukunft Geburtstag. Es hat keine Geburtstagswünsche, bis auf den einen: ein eigener Computer.
„Nix da“, sprachen die Eltern, „Den kriegste erst, wenn du auf die weiterführende Schule gehst. Vorher brauchst du keinen.“
Aber manchmal kommt es eben anders, als man pädagogisiert. Die Lehrerin des jüngsten Kindes regte nämlich an, dass das Kind doch einen Kurs an der Volkshochschule belegen möge, um das „zehn-Finger-Tippen“ zu lernen, weil es dann nämlich seine schriftlichen Arbeiten mit Hilfe des Rechners und des Rechtschreibprogrammes erledigen könne. „Genau für solche Fälle braucht man doch das Rechtschreibprogramm!“, sagte sie und ich hatte – na raten Sie mal, wie originell – Tränchen in den Augen.
Um ein wenig Glaubwürdigkeit ins Erziehungsschema zu bringen, werden Rechner und Monitor von den Großeltern geschenkt.
– und wenn Sie noch so viel über meine komplizierte Captcha-Abfrage schimpfen … die bleibt. Sie sorgt nämlich, trotz allem, für Barrierefreiheit und unterstützt eine recht spannende Sache. Klicken Sie sich halt mal durch. (und haben Sie sich schon mal Vorlesen lassen? Geht auch.)
18. Februar 2009 um 10:53
(Wie peinlich wirkt das denn? Sich das Captcha vorlesen zu lassen *gnihi* Da verliere ich ja völlig meine Glaubwürdigkeit gegen über… wem auch immer.)
18. Februar 2009 um 11:09
Liebe Frau Mutti,
damit ich Sie da auf keinen Fall falsch verstanden habe, frage ich lieber nochmal nach. Die Lehrerin Ihres Grundschulkindes ERWARTET allen Ernstes, dass die Kinder Zugang zu einem PC haben und ihre Hausaufgaben daran erledigen?
Oder steh‘ ich mal wieder auf dem Schlauch und hab‘ alles falsch verstanden?
Wie dem auch sei wünsche ich Ihnen einen schönen Tag und selbstverständlich laue Temperaturen für den Aschermittwoch ;)
Herzlichst,
Ihre Blumennase :)
18. Februar 2009 um 11:16
Liebe Blumennase, die Lehrerin ERWARTET nicht, sie BIETET AN. Im Klassenraum gibt es Rechner, das jüngste Kind soll damit arbeiten können. Wir werden dieses Arbeiten daheim unterstützen, da es eine neue und auch irgendwie sehr überzeugende Methode ist, Rechtschreibung und das jüngste Kind auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
18. Februar 2009 um 11:28
das erste grün des jahres….
ich schmeiß mich grad weg vor lachen – gute besserung
18. Februar 2009 um 11:41
Liebe Frau Mutti,
ich wünsche ihrer Nase gute Besserung, und einen lauen Tag an Aschermittwoch, aber nur bei Ihnen, denn wir wollen noch ein wenig den Schnee in der Schweiz geniessen. Nach der Faschingswoche darf es dann überall Frühling werden.
Zum Thema Rechtschreibung und Computer: Auch unser Großer kämpft damit sehr und schreibt gerne Hausarbeiten für MENUK mit dem Computer, mühsam im einFingerAdlerSuchsystem. Das mit dem Kurs ist eine gute Idee. Zum Rechtschreibtraining kann ich ihnen GUT empfehlen. Einfach mal Onkel G**gle fragen, kommt gleich die richtige Seite. Hat meinen echt gefallen und es Trainiert mit dem Karteikastensystem, ohne dass man selbst all die ollen Karteikarten schreiben muss.
Das mit den Großeltern ist doch eine gute Lösung. Die Alternative ist ja, dass das Kind den Rechner von Frau Mutti belegt, dann können wir ja nicht mehr so viel Neues hier erfahren.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu lange und bin nun gespannt auf die Captcha Abfrage (mit Vorlesen lassen, denn der Chef ist schon in Mittag)
Das klappt leider nicht, trotz frisch installiertem Q-Time, dann halt manuell
Liebe Grüße
Leseratte
18. Februar 2009 um 11:43
Die Lehrerin möchte das das jüngste Kind das Rechtschreibprogramm nutzt?
Um ihm den Frust der verflixten Rechtschreibung zu ersparen, oder wie?
So richtig verstehe ich das nicht.
LG
die Spillie-Mama
18. Februar 2009 um 11:49
Liebe Spillie-Mama, das jüngste Kind ist Legastheniker und obendrein VIEL zu langsam beim Schreiben. Die Arbeit mit dem Rechner soll natürlich den Frust reduzieren, aber einfach auch dafür sorgen, dass Tempo und Rechtschreibung keinen Einfluß auf Inhalt mehr haben.
(ist nicht so einfach, mt dem jüngsten Kind, aber die Sache mit dem Rechner ist großartig)
18. Februar 2009 um 11:50
Bis auf die Sache mit der Nase (hier sitzen die Viren in tieferen Verdauungsregionen, also nicht grün) kann ich da nur neidisch seufzen.
Wenn ich Juniors Lehrerin mit dem Vorschlag käme, dass das Kind an einem Rechner schreiben könnte – was die Rechtschreibfehler schon deshalb reduziert, weil die Konzentration nicht von der schwierigen Motorik in Anspruch genommen wird – würde die gute Frau rückwärts umkippen. Geht gar nicht, sowas, da könnte ja jeder kommen.
Hast du einen Link zu dem Rechtschreibprogramm, könntest du mir den schicken ?
Ein Internetzugang wird aber auch an Juniors Grundschule ab und zu für Hausaufgaben vorausgesetzt, man kann nicht früh genug anfangen….
Deine Großeltern würde ich gerne klauen !
18. Februar 2009 um 11:55
Sylvia, wir stehen noch ganz am Anfang von „Arbeiten mit dem Rechner“, insofern gibt es noch keine Programmempfehlungen. Die werden aber sicherlich in den nächsten Wochen folgen.
Die Großeltern … schenken. Kaufen tun wir :-)
18. Februar 2009 um 11:59
Schorriiii… dann habe ich das wirklich falsch verstanden :)
Beruhigend!
Oder nicht? Hab ich vielleicht schon Altersdemenz???
Vielleicht hab ich mir aber auch nur bei der kürzlich nur knapp überlebten Grippe den letzten Rest Hirn mit rausgeschnuddelt (ich weiß, das wollten Sie jetzt nicht so genau wissen, aber Sie durften schließlich auch, Frau Mutti ;)).
Nun denn, ist unser Schulsystem ja doch nicht ganz vor die Wand gefahren und Hoffnung durchaus berechtigt :)
Blumennase wünscht noch einen schönen Tag gehabt zu haben und gute Besserung sowieso ;)
18. Februar 2009 um 12:12
Liebe Frau Mutti,
die Idee mit dem Rechner ist ganz toll! So ist schon einmal das Rechtschreibproblem erledigt und der Jüngste kann sich auf andere Sachen konzentrieren.
Und ich lasse jetzt lesen ;) – nicht, dass Sie denken, ich wäre Spam :DDD
18. Februar 2009 um 12:31
Ach so, ich dachte, es gebe ein spezielles LRS-Schreibprogramm.
Wir üben gerade relativ frisch am Rechner, mit dem popeligen Word. Übungsdiktate werden abgetippt und „kritische“ Dinge (ko-MM-en usw.) farbig markiert. Wenn ich „in die Tasten“ diktiere, macht Junior deutlich weniger Fehler als bei handschriftlichen Diktaten. Ich weiß aber noch nicht, ob es auch bei Diktaten in der Schule hilft, da gibt es mehr Ablenkung.
18. Februar 2009 um 12:47
Achsoooo – jetzt verstehe ich es. Das ist ja dann wirklich eine tolle Lehrerin (und ein tolles Kind sowieso, auch wenn es manchmal nicht leicht ist)
Vielen Dank!!
18. Februar 2009 um 16:17
Liebe Frau Mutti.
So toll ich den Vorschlag der Lehrerin einerseits für Sie und ihr jüngstes Kind auch finde – sicherlich wird dadurch beim Hausaufgaben machen mehr Ruhe und weniger Frust sein… wenigstens kurzfristig.
So .. nun ja, sagen wir mal „schwierig“ sehe ich den Vorschlag für die weitere Zukunft des Kindes.
In meinen Augen macht es sich die Lehrerin ein wenig einfach.. gib dem Kleinen ein Rechtschreibprogramm und alles wird gut… klar, weniger Frust für Kind und Mutti, und weniger Arbeit für die Lehrerin.
Das Problem wird sein, wenn das Kind dann nach der Grundschulzeit in die weiterführende Schule, mit neuen Lehrern kommt.
Eim Vielfaches an neuem Frust ist nämlich dann vorprogrammiert, wenn das Kind dann OHNE Rechtschreibprogramm in Klassenarbeiten sitzt (oder darf es Rechner und Programm die komplette Schulzeit hindurch, incl während der Klassenarbeiten, nutzen?).
Rechtschreibprogramme sind ja gut und schön, aber Rechtschreibung LERNT man dadurch leider nicht, ebensowenig, wie man durch den Gebrauch eines Taschenrechners rechnen lernt. Diese Hilfsmittel sollte man erst benutzen, wenn das Fundament gelegt ist und einigermaßen sitzt.
Nichts für ungut, dass ich den Vorschlag nicht so begeistert feiere, wie die anderen Kommentatoren, Ich rege nur an, den Vorschlag der Lehrerin von mehreren Seiten zu bedenken.
LG
Kerstin
18. Februar 2009 um 16:31
Liebe Kerstin, ich weiß nicht, wie vertraut Sie mit den „Auffälligkeiten“ des jüngsten Kindes sind, bzw. wie lange Sie dieses Blog und seinen Vorgänger bereits verfolgen.
Es ist uns derzeit nicht möglich, auch nur ein halbes Jahr in die Zukunft zu planen, insofern ist es eine großartige Sache, dass dem jüngsten Kind dieser Teil der Schule erleichtert wird. Nebenbei lernt er allerdings die dreihundert häufigsten Worte der deutschen Sprache auswendig, um auch OHNE Rechtschreibprogramm leserlich schreiben zu können.
(evtl. wird er die ganze Schulzeit über Hilfsmittel benutzen dürfen)
18. Februar 2009 um 17:49
das erste grün des jahres, ich klatsch mir auf die schenkel *gröhl*
dito, bei mir auch. bei den kiddies auch. gradsitzen sie auf dem sofa, der große erzählt der mittleren märchen nach(weil er ja noch nicht lesen kann, er macht das aber ganz toll!!)und die kleine hat moe.
ich liebe den februar. und ab morgen: kar-ne-val
(kinder singen schon karnevalslieder auf dem sofa jetzt)
lg und weiterhin gute besserung, pflegen sie ihr grün un freue mich auf grandiose abrissfotos
18. Februar 2009 um 17:58
Dürfen in RLP die LRS-Kinder die ganze Schulzeit über Hilfsmittel nutzen und sind von der Rechtschreibnote befreit? Dann sind Sie deutlich weiter als wir hier. Ich betreue grad die fünften Klassen in LRS und rhythmisiere Silben und klatsche und tu, aber von einmal 45 Minuten in der Woche glaubt wohl auch nur das Ministerium, dass das hilft.
18. Februar 2009 um 19:57
@Kerstin: an der Pädagogischen Hochschule, an der ich Deutsch studiere, ist es gängige Lehrmeinung, dass Officeprogramme mit Rechtschreibhilfe sehr wohl das Erlernen der richtigen Schreibweise unterstützen und insbesondere bei der LRS-Förderung eine feine Methode sind.
Der Umgang mit Office und das Nutzen der Rechtschreibfunktion ist übrigens auch explizit Teil des Deutschunterrichts (in der Sekundarstufe) und in den Bildungsstandards verankert.
Nicht, dass ich das entsprechende Grundschulwerk im Kopf hätte, aber da es an mir bekannten Schulen durchaus übliche Praxis ist, dass schon die Kleinsten Rechner in den Klassenzimmern haben, wird man das sicher (wenn auch nicht wörtlich) irgendwo im Bildungsstandard für die Grundschule wiederfinden können.
19. Februar 2009 um 09:22
Liebe Frau Mutti,
herzlichen Glückwunsch zur einsichtigen Lehrerin.
Meine Tochter hat ähnliche Probleme wie ihr jüngstes Kind (inkl. ADHS, Wahrnehmungsstörung usw.) und ich freue mich schon sehr darauf, wenn sie ab der 2. oder 3. Klasse am Computer schreiben darf.
Zum Glück gibt es hier Gymnasien mit spezieller LRS-Förderung. Dort dürfen die LRS Kinder dann bis zum Abitur mit Hilfsmitteln im Unterricht arbeiten.
LG,
Doris
19. Februar 2009 um 09:23
Ellen,
DANKE !!!!
Heute ist Elternsprechtag an Juniors Grundschule, ich werde mir (noch !) brav und scheinbar beratungsbedürftig den Ansatz der Lehrerin anhören, danach aber Infos sammeln, denn sehr viel länger lasse ich nicht zu, dass er sich so quält (Er hat „nur“ ADHS, vermutlich LRS, da sind sich die Experten uneinig, ist aber weit überdurchschnittlich begabt, und daher leidet er so sehr unter seinem „Versagen“).
Ein Rechner im Klassenzimmer wäre an seiner Dorfgrundschule eine Sensation, noch kann ich mir das nicht vorstellen.
Nochmals vielen Dank für die Info – bisher kenne ich es nur aus Dänemark, dass Schüler mit Problemen im Unterricht am Notebook schreiben dürfen.
19. Februar 2009 um 14:23
@sylvia: Achtung, Bildungspläne sind Ländersache – ich bin in Baden-Württemberg. Und eine Verpflichtung ist es keinesfalls für Grundschulen; von einem Wundermittel für jedes ‚Kind mit Herausforderung‘ ganz zu schweigen. Die Rechnersache kann immer nur ein Ansatz von vielen sein, aber warum diesen nicht nutzen? Viel Erfolg!