Muttierziehung

12. Dezember 2006

„Boah! Und da gab es solche Gläser, in denen schwammen irgendwelche Innereien. In Alkohol eingelegt. Ein Herz zum Beispiel …“, schwärmt Frau … äh … Mutti beim Mittagessen.
„Das sah bestimmt saueklig aus!“, meint das größte Kind und polkt in seinen schwarzen Nudeln.
„Nein, garnicht. Die Flüssigkeit war so trübe, grünlich irgendwie. Und das, was darin war, sah aus wie aus Wachs geformt. Weiß-grau irgendwie. Nicht eklig. Da war auch eine große Zehe, die war riesig groß gewachsen und …“
„Örx, MAMA! Kann ich bitte mal in Ruhe fertigessen? Das ist ja WI-DER-LICH!“, beschwert sich die Mittlere.
„Aber das ist garnicht widerlich, das ist interessant! Stellt euch doch mal vor … da konnte man genau anschauen, was es so alles im Menschen gibt! Da war zum Beispiel dieses riesige Glas. Da war ein menschlicher Darm drin. Der war so groß, weil …“
„MAMA! Es reicht jetzt. Ich esse. Ich will beim Essen nix über Darm hören.“, Töchterlein scheint doch sehr empört.

Frau … äh … Mutti isst schmollend ihren Teller leer. Keiner versteht mich.

4 Kommentare zu “Muttierziehung”

  1. jette sagt:

    (Ich hab Ihnen gern zugehört.)

    Antwort von Frau … äh … Mutti:

    na, Sie haben ja auch nix zu Essen gekriegt (dabei).

  2. jette sagt:

    Ich hätt mit großem Appetit gegessen.
    Ich bin da nich so.

  3. Emma sagt:

    *grins* typisch Frau…äh…Mutti. Laufen diese Gespräche nicht anders herum?
    Lachende Grüße
    die Emma

  4. Ringelstruempfe sagt:

    Und ich dachte, solche Gespraeche fuehrt man nur in der Mediziner-Mensa im Eppendorfer Unikrankenhaus. Ach ja, das waren noch Zeiten. Damals, als wir beim Praeparieren Broetchen assen….