Der Spanier an sich
3. August 2006
ist schon ganz anders.
Zum einen wird der Spanier sehr alt.
Da ihn das hohe Alter gebrechlich macht und in seinem Bewegungsradius einschränkt, sitzt er am Liebsten an lauschigen Plätzen, zum Beispiel auf der Bank unter dem Baum, der wiederum unter unserem Hotelzimmer wächst.
Der alte Spanier hört ein bißchen schwer und spricht deshalb ein bißchen lauter. Obendrein ist er mit der für ältere Menschen typischen Schlaflosigkeit gestraft. Er geht also spät zu Bett und verlässt dieses bereits im Morgengrauen.
Es fällt mir sehr schwer dem hohen Alter der Spanier den nötigen Respekt entgegen zu bringen, vor allem dann, wenn sich diese alten Schnattergänse vom frühen Morgen bis zum späten Abend ihre Lebensgeschichte zuschreien. Früher, als noch alles besser war, als die Jugend noch nicht nachts um vier laut hupend und krakeelend an der Bank der Alten (die unter dem Baum, der unter unseren Hotelzimmerfenster, das nachts offen ist) vorbeirasen und nach Kaffääää kreischen.
Ja, ja, der Spanier.
Das Autofahren ist seine Passion. Er fährt prinzipiell mittig, überholt gerne den Überholenden und weiß genau, dass auf dem drei Meter breiten Berggässchen hinter der Kurve immer frei ist.
Beim Strassenbau tobt er sich kreativ aus. Er baut Kreisel an Kreisel und verbindet diese beiden mit einem Kreisel. Bisweilen scheint er ein paar Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder über zu haben. Die werden dann lustig hintereinander aufgereiht. Was aber auch egal ist, denn es hält sich eh keiner dran.
Besonders gefährliche Kurven beleuchtet er mit hunderten von blinkenden Lichtern, da lässt er sich nicht lumpen. Die Kurve vor Ronda wird liebevoll die „Discokurve“ genannt.
Wenden wir uns der Sprache zu.
Der Spanier lispelt. Manche Buchstaben spricht er nicht, dafür hängt er Buchstaben an Worte, die eigentlich genug davon haben. Aus dem Satz „Der Spanier bremst nur vielleicht am Zebrastreifen“ wird „Därr Eßpanier brrämst nure viejeißt an die EßebrraEßtrreifän.“ Ist dieses Prinzip erst einmal verstanden, muss man sich nur noch überwinden und die Stimme etwas zu heben, bisweilen ein „Si!“ oder ein lässiges „caffee con leche“ oder ein nahezu muttersprachliches „aqua con gas“ einzuwerfen und schon wird man kaum mehr als Tourist erkannt werden. Es sei denn, man ist gegen 14:00 Uhr unterwegs und wundert sich über leere Städte mit geschlossenen Geschäften. Hungrige Mägen werden frühestens um 21:00 Uhr Füllung finden.
3. August 2006 um 16:45
au weia! da werden sich aber alle Nichtandalusier schwer auf den nichtvorhandenen Schlips getreten fühlen und dies sofort auf die Südländer ihres Landes schieben *g*
Gut getroffene Geckogrüsse von Gabriela :-)
4. August 2006 um 14:15
Tja, da kann ich nur muede grinsen. Wohn ich doch im schoenen Griechenland und kann zu deinem Spanienbericht nur sage: Es gibt immer eine Steigerung :)
4. August 2006 um 20:03
na? wirds auch schöne fotos vom erholsamen urlaub auf der seite hier geben?
gespannte grüsse!
5. August 2006 um 21:11
*lachweg* :D :D :D
Besser könnte man die montehackligen „Banker“ nicht beschreiben, ich hab sie direkt wieder im Ohr (waren sie je weg? *ggg*), *grööööhl*
Wahrscheinlich war der OOOOOOOOOOOKÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄYYYYYY-Schreier auch noch da, der hat wie durch ein Wunder schon meinen Angriff mit dem Kaltwasserkübel überstanden – ich hab keinen Kübel gefunden :D
Da sind's schon super, die Spanier – ich ging als Cerveza con Limon por el Senor et una Aqua con gas – Bestellerin auch als Spanierin durch, da fühlt man sich fremdsprachlich doch gleich anerkannt und angenommen – was hat der Typ nur geantwortet…??? :cool:
Herrliche Beschreibung, mehr davon :ok:
Liebe Grüße von eurer Vor-Urlauberin :)