Die Kinder von heute
3. Januar 2006
scheinen allesamt Grobmotoriker zu sein.
Dieser Eindruck drängt sich Frau … äh … Mutti auf. Nein, dieser Eindruck wird ihr von der Sportschuh-Industrie aufgedrängt.
Als die Familie gestern den letzten Urlaubstag des besten Vaters meiner Kinder nutzte, um die hinreissenden Bestien einerseits in neue, passende, wärmende Hüllen (der Große trägt jetzt XS für 219 Euro *umfall*) zu kleiden und andererseits für deren sportliche Karriere Sorge zu tragen, kam es zu Frau … äh … Muttis oben beschriebener Erkenntnis.
Alle drei Kinder gehen gerne in das Leichathletik-Training: laufen, springen, werfen und andere schweißtreibende Tätigkeiten, die Kinder im Gegensatz zu den faulenden Erwachsenen noch gerne tun. Für diese Freizeitbeschäftigung braucht es natürlich ein spezielles Outfit, besonders da in den Wintermonaten in der Sporthalle trainiert wird. Da Kinderfüße schneller als Pilze im Regen wachsen, müssen in regelmäßigen (und gefühlten immer kürzeren) Abständen Sportschuhe angeschafft werden: Laufschuhe, Hallenschuhe, mit griffiger Sohle, mit nichtfärbender Sohle, etc.
Alle drei Kinder haben besondere Füße: der Kleine besonders breite, die Mittlere besonders schmale und der Große hat zwei verschiedene Größen. Das erleichtert den Schuhkauf natürlich nicht. Erstaunlicherweise passte dem Großen das erste Paar Schuhe wie angegossen, sowohl in der Größe als auch im Design (asics, weiß mit orange-rot-gelb und dkl-blau). Der Preis? Einmal Pizza essen mit der ganzen Familie inklusive Getränke. *seufz*
Auch der Kleine fand sofort ein passendes Paar! (Nike, schwarz, cool, Klettverschluss, da zur Zielgruppe passend) Der Preis? Siehe oben.
Die Mittlere hingegen wurde nicht fündig. Zwar gab es in Größe 34 im ersten Sportgeschäft eine ordentliche Auswahl … aber. Alle Schuhe hatten Klettverschluss. Schmale Füße und Klettverschluss harmonieren nicht. Achtjährige Mädchen und Klettverschluss harmonieren nicht. „Da verlerne ich ja das Schuhe binden“, meckert die Mittlere und der genervte Verkäufer verstummt ehrfürchtig.
Ein schneller Blick quer übers Kinderschuhregal zeigt: bis Größe 38 wird geklettet, ab 39 wird bei den Erwachsenen gekauft, die können mit Schnürsenkeln umgehen. Jedenfalls die alte Generation, denn die neue hat ja keine Chance es zu lernen.
Im nächsten Sporgeschäft gab es keine Kindersportschuhe, eigentlich auch keine für Erwachsene. Es gab nur Sneakers und das sind Sportschuhe ohne Sport.
Auch das dritte, vierte und fünfte Geschäft boten nur Klettschuhe an, im sechsten gab es immer ein Paar geschnürte Schuhe diese allerdings zu klein. Gerade als Töchterlein nebst ihren Brüdern etwas unleidlich wurde, liefen wir am siebten Sportgeschäft vorbei. Töchterlein beschloss sich notfalls mit Klettschuhen zufrieden zu geben, die Brüder redeten ihr gut zu. Und tatsächlich wurden wir fündig: das letzte Paar geschnürte Hallenschuhe, alternativ hätte es auch noch ein Paar Hallenfußballschuhe gegeben, die hatten aber, so glaube ich mich zu erinnern, die falsche Farbe. Oder die falsche Funktionalität, egal.) Wir erstanden dieses Paar. Der Preis? Siehe oben.
Völlig unsportlich schlurften wir zum Auto zurück und versackten daheim vor der Glotze. (Charlie und die Schokoladenfabrik, ebenfalls gestern erstanden, als gesunden Ausgleich zum nur-Sportkram-Einkauf)
Resumee: die Verkäufer in den Sportgeschäften berichteten, dass die Schnürschuhe stets zuerst ausverkauft seien, dass aber die Industrie nicht reagiert. Komisch.
Ausserdem hat der Einkauf von Sportkleidung einen mindestens genauso hohen Trainingseffekt, wie das Training mit den neuen Sportsachen. Deshalb fiel gestern das Joggen aus. „grunz“, sagt der Schweinehund.
3. Januar 2006 um 17:03
Uiii, da gehts mir mit einem Ballettschuhen fuer $10 und einmal Stepschuhen fuer $15 richtig gut. Allerdings hat mein Toechterlein soeben Interesse an einem Baseball/Fussballkurs angemeldet. Der Schuhekauf bleibt dann wohl nicht aus. :)
Liebe Gruesse, Ute
3. Januar 2006 um 19:24
Das mit der Grobmotorik ist wirklich so, leider …
Aber schau doch mal, was die Kinder heute in der Schule noch malen und basteln, am liebsten werden Mandalas gemalt. Soll gut für die FEinmotorik sein … Handarbeiten ist ein Fremdwort. Wir haben noch häkeln und stricken gelernt, heute gibt es max. eine Luftmaschenkette.
Ich habe mit unseren Kindern noch gebastelt, aber leider hat noch kein Kind stricken oder häkeln lernen wollen :(
Gleichwohl haben die meisten Kinder heute eine „Sauklaue“, m. E. liegt das auch an der „vereinfachten Ausgangsschrift“, die ist zwar am Anfang einfacher zu lernen, aber später entwickelt sich keine eigenständige Handschrift mehr daraus.
Unsere Tochter hat jetzt einen Tastschreibkurs gemacht, zum Glück hat das ganz gut geklappt, obwohl sie eigentlich lieber „hackt“. Ist auch eine Sache der Grob-/Feinmotorik …
Übrigens konnten alle drei bei Schulbeginn Schuhe binden, das habe wir geübt, früher schafften das die Kindergärtnerinnen …