kann nur besser werden, Teil II
16. Oktober 2009
Das feudale Frühstück ist als absolut gelungen und sehr sättigend zu bezeichnen. Da ich ja eigentlich nie frühstücke, war ich nach zwei Brötchen (einmal mit verschiedenem Fisch, einmal mit verschiedenen Käsesorten und Quittengelee), einem klitzkleinen Nußnougatcroissant und einem Schüsselchen Obstsalat (für die Figur) leider schon satt. Beinahe bereute ich, keine große Tupperdose mitgenommen zu haben, denn was passiert denn in der Gastronomie mit den ganzen Lebensmitteln?
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Als wahre Bloggerin hatte ich natürlich –natürlich – die Kamera dabei. Das Leben und jedes noch so banale Ereignis muss ja dokumentiert und veröffentlich werden. Und so knippste ich meine Fischauswahl und die Käse schneidende Hand der Freundin, die nie Zeit hat und den bunten Teller der Mutter der besten Tochterfreundin und mein Glas mit Karotten-Orangen-Saft und einige andere festhaltenswerte Dinge mehr. Das Meiste davon in orange.
Zum Essen legte ich die Kamera auf die Fensterbank neben mich und dachte, dass das kein guter Platz für eine Kamera ist, denn dort vergisst man sie garantiert leicht. Natürlich – natürlich – vergaß ich die Kamera genau dort, auf der Fensterbank und bemerkte dies eine Stunde nachdem ich wieder daheim war. (und ein riesiges Päckchen aus Halle ausgepackt hatte, das vollbepackt mit vielen, vielen tollen Kleinig- und Großigkeiten und wundervollen selbstgestrickten Socken (angeblich mit Rapporfehler, aber wer weiß schon, was das ist und wie so was aussieht) war und mich sehr, sehr, sehr erfreute. Danke, liebe Frau mit dem wunderbaren Nachnamen!) Ein kurzer Anruf in Oppenheim stellte immerhin klar, dass die einsame Kamera auf der Fensterbank die meinige, bzw. die des besten Vaters meiner Kinder, ist und dass die Kamera ordentlich weggeschlossen wird, bis ich sie auslösen komme.
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Frühstücken mit Freundinnen ist übrigens eine wunderbare Sache, die leider nur viel zu selten zustande kommt. Das tut natürlich – natürlich – unseren Hüften und Geldbeuteln gut. Ich wünsche mir manchmal, dass irgendein ein Fotograf ganz heimlich, vielleicht hinter einer Säule hervor, eine ganze Menge Aufnahme macht. Drei Frauen am Tisch, fröhlich essend und schwätzend, ganz entspannt und ohne Alltagssorgen. Vielleicht muss er nicht unbedingt fotografieren, wie sich die eine, deren Blog Sie gerade lesen, mit Frischkäse am Finger an der Stirn, direkt am Haaransatz, kratzt, aber vielleicht gelänge es ihm, die Stimmung einzufangen. Denn diese Stimmung könnte ich mir dann anschauen, wenn die Alltagswogen wieder über mir zusammenschlagen. Eine kleine Rettungsinsel, sozusagen.
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Noch sind allerdings keine Alltagssorgen in Sicht, denn die Söhne haben sich selbständig um ausreichende Ernährung gekümmert und obendrein in einem Anflug von „Mama ist nicht da und wir machen was ganz Verrücktes“ das Zimmer ihrer Schwester komplett aufgeräumt und geputzt, damit die morgen gerne wieder heimkommt.
(Töchterlein hat übrigens ganz brav eine Ansichtskarte geschrieben. Seitdem ist der große Sohn etwas unleidlich, weil er auch dringend an Felsen klettern muss. Sonst wird er nie mehr glücklich sein können.)
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Ich hatte es bereits erwähnt, tue es aber gerne wieder, mit reinem Gewissen:
Liebe Eltern mit sehr kleinen oder halbkleinen Kindern, Sie, die Sie gerade mal wieder so müde sind, weil Sie Schlaf nur noch aus Büchern kennen oder Sie, die Sie nicht mehr ein noch aus wissen, weil das Kind mit nichts mehr zufrieden zu sein scheint und auch Sie, die Sie nicht mehr wissen, wie Sie mit Kind und Job und dem ersten Herbstschnupfen samt Fieber jonglieren sollen!
Halten Sie durch! Alles wird gut. Es kommt eine Zeit, da Sie wieder das Haus ohne Kinder verlassen können, ohne vorher Babysitter anzuheuern. Die Zeit der ständigen Infekte ist auf einmal vorbei, es wird Ihnen allerdings erst dann auffallen, wenn im Zeugnis bei „Fehltage: keiner“ steht. Irgendwann werden Sie morgens aufstehen und denken: „Irgendwas ist anders?!“ Keine Sorge, das ist nur das Gefühl, das man hat, wenn man acht Stunden am Stück geschlafen hat und einfach ausgeschlafen ist. Das kommt wieder, ehrlich! Sie werden irgendwann für Ihre Erziehungsmühen in den ersten … sagen wir sechs Jahren … belohnt. Es lohnt sich, diese ganze blöde Hausarbeit mit den Kindern zusammen zu machen, denn dabei lernen die, wie das geht und können es irgendwann. Können Staub wischen, Staub saugen und klebrige Tische abwischen. Notfalls auch ein Klo putzen. Sie können kochen und hinterher ihren Kram wegräumen. Irgendwann werden Sie, so wie ich gerade, mit einem Tässchen Kaffee, das Ihnen ihre beinahe 14jähriger angereicht hat, dasitzen und denken: „Wow. Hab ich irgendwie gut gemacht.“
Ehrlich. Versprochen. Dranbleiben!
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Liebe Eltern von Kindern in der Pubertät!
Durchhalten. Die machen das nur, um uns ins Sicherheit zu wiegen und damit wir ihnen den Bockmist von neulich verzeihen. Angeblich wird es nach der Pubertät besser. Habe ich gehört. Von einer die eine kennt, die das irgendwo gelesen hat.
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Schönes Wochenende Ihnen da draußen.
16. Oktober 2009 um 13:56
Kann mich Ihren Ausführungen nur anschließen: Frühstück mit Freundinnen hat einfach was von Urlaubsstimmung – wenn auch nur für ein paar Stündchen. Und auch das mit den Kindern kann ich bestätigen: Irgendwann wird alles wieder leichter und man fragt sich ob es tatsächlich so schnell gehen muß, dass sie einen so gar nicht mehr brauchen…
Liebe Grüße
16. Oktober 2009 um 14:02
Danke für die aufmunternden Worte. Den drittletzten Abschnitt drucke ich mir aus und häng ihn an den Kühlschrank.
Ein schönes Wochenende
16. Oktober 2009 um 14:14
Ich schließe mich Nadine an. Diesen Absatz am Kücenschrank, am Kinderzimerschrank, am …schrank, kann ich auch gebrauchen. Manchmal ist es zum Verzweifeln. Aber nach Ihren Aussagen habe ich ja „nur noch“ drei Jahre vor mir.
16. Oktober 2009 um 14:33
da so diesen abschnitt, sie wissen welchen, ich in zu müde um zu zählen – den habe ich bereits auswendig gelernt und rezitiere ihn von stund an nun regelmässig wenn ich mit kind I und II putze, von der krippe mit einem angeblichen kranken, aber bumperlgsunden kind wieder heimgeschickt werde, ein bisschen wuttränen heule und morgens um 5:20 uhr bereits hände im gesicht habe, die nicht mir oder meinem mann gehören.
danke. sie gute. :))
16. Oktober 2009 um 14:34
danke frau mutti, ich bin gerade in der zeit wo man ausschlafen kann das hab ich also hinter mir, dafür geht beim großen gerade die pupertät los und beim kleinen die „ich nutze meinen charme aus“ zeit los, ja ich gebe ihnen voll und ganz recht und trotzdem ist sie einmalig schön die zeit mit den beiden, ich möchte nicht einen augenblick missen, selbst wenn es mal wieder stressig ist
16. Oktober 2009 um 14:56
Und was ist mit den armen Eltern vorpubertärer Kinder, hm? Hm?
Denen die Schulsorgen über dem Kopf zusammenschlagen und die Gesundheitsprobleme der Kinder und die gerne schon mal angetesteten Hormonschübe.
(Ja, ich weiß, es gibt auch die guten Phasen. Gibt es. Manchmal)
16. Oktober 2009 um 15:01
Ach ja, Frühstücken gehen, das würde ich auch gerne mal wieder machen. Zuletzt haben wir das mit zwei Kindern unter 5 Jahren ausprobiert und es war ein wenig stressig, aber nur ein wenig ;-)
Und auf das Ausschlafen hoffe ich immer noch, irgendwann wird mal der Tag kommen, an dem ich aufwache und mich frage, ob ich was verpasst habe oder ob es wirklich ruhig war …
Vor der Pubertät habe ich keine Angst, auch die jetzige Zeit finde ich nicht wirklich schlimm, es hängt halt immer von der jeweiligen Tagesform ab wie man mit den „Phasen“ zurechtkommt (sowohl von der der Kinder, als auch von meiner).
Mir geht es jetzt schon manchmal wie Ihnen, ich schaue mir unsere Kinder an und denke mir nur „Das haben wir/ich wirklich gut hinbekommen !“.
Liebe Grüße aus dem stürmischen München,
Katrin
16. Oktober 2009 um 15:18
Wissen Sie Frau…äh…Mutti, Sie bzw. Ihr Blog ist mein Rettungsanker in der Not, ich habe Sie schon zitiert und ich habe einen Ihrer älteren kurz-nach-Op-Beiträge zu meinem Wunschtraum befördert, den wo Sie Sonntag morgens Getuschel aus der Küche hören usw. DAS schwärme ich seitdem meinem Mann und meinem gestressten Unterbewustsein vor, DAS ist meine Zukunft! Und auf die freue ich mich wahnsinnig. Mal wieder auf dem Sofa ein Käffchen trinken, das Notebook anschalten TROTZ Kindern im Haus, überhaupt mal wieder IRGENDWO sitzen ohne Kind am Bein… Hach!
16. Oktober 2009 um 15:35
Liebe Frau…äh…Mutti,
wenn Sie mir vielleicht noch den Trick verraten, WIE genau man seine pubertierenden (Kommt das Wort eigentlich von TIER – wegen des aufkeimenden Pumageruches?) dazu bewegt, selbständig und eigenhändig aufzuräumen und die Frau Mama auch noch mit einer Tasse Kaffee zu beglücken?
Mein großartiges (derzeit und trotz Pubertät) großes Kind hat mir neulich nämlich freudestrahlend erklärt, ER müsse sich nicht am Haushalt beteiligen, auch wenn er es könne (was er tatsächlich auch tut, wenn man ihm 24 Stunden die Hoheit über die Wohnung lässt), weil das schlicht und ergreifend die AUFGABE von Eltern sei, sich darum zu kümmern. ER sei nur für sein Zimmer verantwortlich und dieser Pumakäfig gefalle ihm so, wie er ist.
AHA. o.O
Ich werde mich (und IHN) daran erinnern, wenn er ELTERN geworden ist. Bis dahin war ich ob des Arguments erst einmal platt. (Betonungen mangels Kursivschrift im Kommentar groß geschrieben.)
16. Oktober 2009 um 16:23
frau…äh…mutti,
der große sohn, fast 20, hatte just in der vergangenen woche zum ERSTEN MAL! seiner alten mutter eine tasse kaffee kredenzt;
ich habe ihn deswegen nur ein kleines bißchen zusammen geschi**en. (aber das ist eine andere geschichte ;-))
also, sie mütter postpubertärer kinder: diese herrlichen momente gibt es wirklich…wird aber vllt noch ein weilchen dauern, bis sie in den genuß kommen.
ein schönes wochenende und dem knie herzliche besserung,
carmen
16. Oktober 2009 um 17:04
Ja, Frühstück mit Freundinnen ist etwas ganz besonders schönes. Und vielen Dank für die aufmunternden Worte, ich kann ich gerade sehr gut gebrauchen. Die ersten sechs Jahre? Die ersten sechs des ältesten oder jüngsten Sproß … denn beim Ältesten hätte ich ja direkt Chancen das Ganze hier zu überleben?!
16. Oktober 2009 um 17:44
Liebe Frau…Mutmachmutti!
Schön sind sie, die kleinen Erfolge, die kleinen kommenden Mamifreiheiten. Jeder positive Schritt gibt uns Mut für die Tage, an denen man wieder trösten, Nasen wischen, Schulprobleme wälzen und das Klo ganz allein putzen muss…
…prost Kaffee sage ich und sende ein Lächeln als Dankeschön an Sie, die immer wieder diese kleinen Alltagsdinge in so passende Worte kleiden kann!
Frau Suppenklar
16. Oktober 2009 um 17:54
Liebe Frau…Mutti,
kann es sein, dass dieses Frühstück in einem Hotel stattfand – und man als Gast eine Treppe höher muss?
Wenn ja, war ich da am 4.10. auch zum Frühstück. Mit Familie, Töchterchen hatte Geburtstag.
Da kann man gar nicht alles probieren, was angeboten wird. Dann müsste man ja rausgerollt werden.
16. Oktober 2009 um 19:05
Hach, das haben Sie aber wieder schön in Worte gefasst, sowohl das Frühstück mit den Freundinnen, als auch die Geschichte mit der Erziehung usw.!
Aber OH WEH!!! Was muss ich da als ehemalige Dipl. oect. throp. lesen? Sie frühstücken eigentlich NIE!!!
NANANA!!! Nicht gut, GAR nicht gut!!!
Gruß Uschi
16. Oktober 2009 um 19:16
Ach, danke schön dafür:)…ich hatte schon Angst, es würde erst besser, wenn die lieben Tyrannen ausziehen….da machen mir ihre Worte doch Hoffung!
lg,dani (mit zwei gaaaanz unzufriedenen Winzlingen,die eigentlich nur am meckern und streiten sind zur Zeit-am liebsten miteinander)
16. Oktober 2009 um 19:35
Ok, dankeschön für die aufmunternden Worte. Ich habe alle Altersklassen hier. Und müde bin ich auch. Ja, sehr sogar. Darum vermisse ich derzeit auch kein Freundinnen-Frühstück. Aber es klingt alles sehr hervorragend!
16. Oktober 2009 um 20:58
Liebe Frau.. Mutti,
ich habe hier so ein Kind, welches sich im Ministadium befindet- wenig Schlaf!- und eines, dass mich im Vorpubertär/Pubertätsstadium heimsucht!
Das wird wirklich besser? Ich habe noch Hoffnung! Der Große hat damals mit 2 Monaten durchgeschlafen, der Mini denkt heute mit 10 Monaten noch nicht dran..
Dafür ist der Große heute in einer schwierigen Phase – schade eigentlich!
Aber Sie machen mir Hoffnung! DANKE!
16. Oktober 2009 um 22:49
Danke, Danke, Danke für die ermutigenden Worte!!! Vielleicht mach ichs wie Nadine und kleb sie an den Kühlschrank.
Ihnen und ihrer Erziehung weiterhin alles Gute und viel Spaß dabei!
Und ach ja, manchmal denk ich so als Hausfrau auch bei so seltenen Ausflügen ins Cafe, wie schade (oder peinlich), dass das nun ganz was besonders tolles ist. Aber im Grunde finde ich es toll, wenn man sich über sowas noch von Herzen freuen kann und dankbar ist, für diese Momente. Kann man sich als arbeitender, kinderloser Mensch glaub gar nicht vorstellen:-)
17. Oktober 2009 um 01:03
ach, liebe Frau Kapellenstrasse, als ‚dink‘ (double income no kids) vielleicht nicht, aber als arbeitende Mutter, jetzt mal egal ob Teil- oder Vollzeit und egal wie alt die kids sind: jajaja, da tankt man auf! Ausflüge ins Café sind toll. Letzte Woche mit meiner Mum das erste Mal seit Jahren zusammen gemacht. Sie hat (als Pensionierte auf dem Dorf Wohnende) das pulsierende Stadtleben genossen, ich (als in dieser – sehr schönen – Stadt Lebende) das Zusamensein mit ihr und ihre herrlichen Kommentare. Und das gemeinsame Schweigen, schauen, gucken, staunen. Und lästern.
Mehr Café-Besuche für uns Frauen, per Gesetz, bitte. Mehr Frühstücke mit Freundinnen, Stadtbummel mit Müttern, Besichtigungen (natürlich mit Café-Besuch) mit lieben Freunden, …
(Captcha says: ‚The urbanest‘ – sagt alles, oder? – Frau … äh … Mutti, ist Ihr Captcha Hellseher?)
17. Oktober 2009 um 09:00
Ein Tipp:
In vielen kleinen bis mittleren Restaurants bekommen die Angestellten die Reste vom Buffet – und manchmal auch alles, was die Gäste zurückgehen lassen…
Fragen sie mal meine Hüfte! Hier gibts Waffeln und heiße Kirschen am Buffet…
17. Oktober 2009 um 14:18
Guten Tag,
ich lese hier ab und zu mal rein und kenne Sie gar nicht, aber möchte mal anmerken, dass dieses Gerede um da Körpergewicht „ich frühstücke nicht“, „hurra ich habe zwei Kilo abgenommen“ „mein neur Rock passt toll, jetzt darf ich aber nicht zunehmen..“ etc etwas ungesund erscheint, vor weil Sie auf den Photos sehr schlank aussehen.
Muss das denn sein?
17. Oktober 2009 um 20:12
Paula, lesen Sie meinen Blog un dlernen Sie mich kennen. Ich fasse kurz für Sie zusammen: ich habe in diesem Jahr sieben Kilo zugenommen, geschuldet der Bewegungsunfähigkeit wegen zweier Knie-OPs. Und Frustfraß. Die müssen wieder runter, weil ich mich mit ihnen nicht gut fühle. Und mir obendrein der Inhalt meines Schrankes nicht mehr passt.
Zahlen: 178,5 cm, derzeit 75 Kilo. Nicht dick, aber nicht mein Wohlfühlgewicht.
1. November 2009 um 19:39
[…] saß da eine Mutter mit drei Kindern, der Jüngste etwa im Grundschulalter. Sofort dachte ich an diesen Eintrag von Frau Mutti, besah meine müde auf den Pommes kauende Kinderschar und wußte, das wird noch ein […]
16. Mai 2010 um 01:17
Some time ago, I did need to buy a car for my firm but I didn’t have enough cash and couldn’t order something. Thank God my colleague suggested to try to get the business loans at trustworthy bank. Thence, I acted so and used to be happy with my credit loan.