heute eher grau

10. Juni 2010

„Wenn´s Wetter vunn überm Rhoi kimmt, werd´s bees.“*

So spricht der Einheimische und er hat recht. Das Gewitter gestern abend hat  ein paar Blümchen gefetzt und die Grüne Villa schwer gebeutelt. Durch die großen Terrassenscheiben, bzw. durch die Dichtung der derselben, regnet es rein. Das ist sehr schade, denn ich mag Regen nur draußen für den Garten und bestimme obendrein gerne selbst, wann ich putze. (selten und wenn, dann mürrisch)

Das sind die Momente, in denen ich neidisch ins Neubauviertel schiele: lauter niegelnagelneue Häuser ohne Löcher und kaputte Dichtungen. Mit klitzekleinen Gärtchen, die man innerhalb von zweit Stunden gejätet, gehackt und aufgehübscht hat, in frischgepflasterten Tempo30-Zonen, ganz ohne Bagger.

Es ist mal wieder so weit, Frau … äh … Mutti hadert damit, dass sie sich in die Grüne Villa verliebt hat. In das Faß ohne Boden, in die Ruine. In das Haus mit dem gewissen Charme, in die Bruchbude. Inmitten von der stets wuchernden und nie in den Griff zu bekommenden Wildnis.

Manchmal wächst es mir über den Kopf.

*Wenn das Wetter über den Rhein/von der hessischen Seite kommt, wird es böse.

12 Kommentare zu “heute eher grau”

  1. Ellen sagt:

    Wir stehen am Beginn unseres eigenen Grüne-Villa-Projekts – nur ist unsere Villa nicht grün. Dafür bin ich voller Begeisterung dabei; ich fürchte geradezu einen Überschuss an Enthusiasmus. Und diesen würde ich gerne leihweise hier lassen; zumindest bis Gutachter und Verkäufer mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Aber bis dahin dürften Sie ja auch wieder mit ihrer Villa versöhnt sein… :-)

  2. Annette sagt:

    Sehen Sie und ich wohne in einem Mehrfamilienhaus mit schmalen Bebauungsgrenzgarten und hadere damit, dass ich nie in den Besitz einer „grünen Villa“ kommen werde. Das finde ich traurig, aber zugleich weis ich, dass mir so ein Garten ständig über den Kopf wachsen würde. Deshalb genieße ich den Balkon und den geh ich jetzt putzen, denn auch bei uns hat das Gewitter mit Starkregen und Böhen doch so einiges durchfeuchtet und zerzaust.

    LG
    Annette

  3. ladyhawke sagt:

    Ich kann das soooo gut nachvollziehen. Ich beende diese Woche endlich den Frühjahrsputz, der mich geschlagene 4 Wochen gekostet hat. Auch meine nicht-grüne-Grüne-Villa ist ein Fass ohne Boden – selbst wenn man denkt, man sieht den Boden einmal, steht der Denkmalschutz vor der Tür und hat sich etwas ausgedacht. Der Garten ähnlich schlimm: er ist vom Windenknöterich befallen. Kilometerweise. Überall wuchert dieses Zeug und rankt alles zu. Doch wenn ich dann unter einem 20 Jahre alten Flieder sitze, den herrlichen Ausblick genieße und mein großes Kind im Dreck neben dem Sandkasten buddeln sehe, bin ich absolut versöhnt.

  4. Kerstin sagt:

    … das kenn ich – und gerade jetzt, bei dem schwül-warmen Wetter kommt mein Männlein auf die tolle Idee und baut neue Fenster ein. Wozu frag ich mich, wir wollen doch den alten Kasten (2-Familien-Haus – unten mit Schwiegertiger) verkaufen … Es sieht aus, wie nach einem Tornado und das nächste Gewitter steht auch schon hinterm Berg

    In diesem Sinne – viel \Spaß\ beim putzen

  5. Katha sagt:

    So ist das mit alten Häusern… *seufz*
    Bei uns hat es auch immer durch die Fenster geregnet, jetzt haben wir sie endlich mal erneuern lassen. Es funktioniert, es regnet nicht mehr durch die FENSTER rein.
    Aber das war ja nur ein Tropfen auf den heissen Stein- so ein altes Haus hat ja VIELE Baustellen.
    Wir haben ja auch noch eine undichte Dachterrasse, die für Regen im Wohnzimmer sorgen kann…
    Ich denke auch manchmal, dass ein hübscher Neubau toll gewesen wäre- aber dann sehe ich die Riesenprobleme, die Freunde von uns beim Bau haben- WIR wohnen wenigstens schon in unserem Haus….

    Es grüßt
    die Katha

  6. jette sagt:

    ich hab mich auch ein bisschen in die wunderbare grüne villa verliebt, in das heimelige faß ohne boden, in die herrliche ruine, in das haus mit dem gewissen Charme einer äußerst inspirierenden bruchbude, inmitten stets wuchernder und nie in den griff zu bekommender wildnis, in der mir schnecken über die füße kriechen, hummeln mich verzücken und das grünzeugs so hübsch anzuschauen ist. mir könnten die eindrücke glatt über den kopf wachsen

  7. asty sagt:

    wir haben hier so einen Neubau mit Mini-Garten, den ich sogar in 15 min. fertig habe :-)
    Für die Kinder ist es ideal, weil in so einer Siedlung auch immer ganz viele andere Kinder sind.
    Aber wenn hier mal (leider erst in ferner Zukunft) alle ausgezogen sind, dann wünsche ich mir eigentlich auch so eine grüne Villa mit einem Riesen-Garten, in dem man eben auch mal was machen kann, gestalten eben.
    Aber es ist ja noch oft so: was man hat, das will man nicht und was man nicht hat, das will man.
    Liebe Grüsse
    asty

  8. Fiona sagt:

    liebe frau mutti, diese tiefs haben wir doch alle mal und wenn ich mir die bilder anschau die sie immer so fein in ihren blog stellen, dann muss ich sagen, lieber ihre wildnis mit charme, als irgend so ein steriles neues ohne geschichte
    die anderen häuser und gärten, müssen erst noch wachsen und ihre eigene geschichte schreiben :)

  9. Ingeborg sagt:

    Genau!
    Wir haben die Variante in Grau ;-)

    Ihrem heutgen Text könnte ich noch eine Seite mit unerfreulichen Details hinzu fügen.
    Doch wenn es uns auch wieder mal so überkommt, wie Sie schildern, dann erinnern wir uns daran, wovon wir immer geträumt haben:

    Haus am Wasser mit großen (sehr alten)Bäumen.
    Gestaltungsvielfalt,kein Verkehrslärm undundund….
    Es war ein absoluter Glücksfall,den wir damals hatten.
    Also schlucken wir eben die verschiedenen Kröten ;-)

    Wunderschön ist es hier!
    Freunde,die uns besuchen, finden
    den Garten/den Dschungel paradiesisch und die Villa von besonderem Charme.
    Die müssen eben auch nicht jäten,Riesenfenster putzen und so weiter.

    Also freuen wir uns eben weiter über unseren wahr gewordenen Traum und nehmen die „Randerscheinungen“ mit einem lachendem und einem weinenden Auge in Kauf.

    Liebe Grüße

    Ingeborg

  10. babska sagt:

    … und in dem Neubaugebiet gibt es sicherlich viele Häuslesbauer, die bewundernd und träumend auf Ihre grüne Villa schauen. Ganz bestimmt!

    LG
    Barbara

  11. Julia sagt:

    Dass Neubauten dicht sind, ist auch nur ein Gerücht. In meinem Elternhaus gab es – und gibt es auch heute noch – mehrmals im Jahr viel unerwünschtes Wasser im Keller und im Wintergarten, und bei den meisten ihrer Nachbarn sieht es nicht anders aus.

  12. Annie sagt:

    Ich versuche gerade (erfolglos!!!), mir Sie und Ihre Familie in einem 4 Zimmer Neubauhaus mit kleinem Garten vorzustellen *gnniiiihhiiiiii* xxx

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