Noch ein Folgeschaden?
19. Mai 2008
Ob es sich um einen Folgeschaden durch häufige Nutzung handelt, wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben.
Fakt ist: das jüngste Kind kam heute weinend nach Hause und zwar, Insider kennen ja nun die örtlichen Gegebenheiten, nicht durch die Haustür, sondern über die Terrasse. Sein Klingeln hatte nämlich niemand gehört, bzw. niemand hören können, da die Klingel defekt ist. Einen Schlüssel hatte er nicht dabei und sein Weinen auf der Strasse hörte die Frau … äh … Rabenmutti nicht. Wohl aber die aufmerksame Nachbarin von nebenan, die das Kind durch ihren Garten nach Hause schickte.
Fazit: die Sache mit den aufmerksamen Nachbarn ist doch keine so schlechte.
Und zuviele Gäste ruinieren die Klingel. :-)
Aufräumarbeiten
19. Mai 2008
nach einer etwas größeren Party brauchen erstaunlich wenig Zeit. Ein guter Kubikmeter Gartenerde, verteilt im oberen Geschoss der Villa, verschwand im Staubsauger. Die Spülmaschine gurgelte und röchelte und wunderte sich wahrscheinlich sehr, weswegen sie plötzlich so viele Bierkrüge spülen muss, wo die doch letzte Woche noch Mangelware waren. Die Waschmaschine kümmert sich um Tischdecken und zwei Fußabstreiferteppiche.
Und das war´s auch beinahe schon.
Beinahe, weil meine geschätzten Besucher mir durchaus noch mehr Arbeit mitgebracht haben. Da wären ganze Hortensienhecken zu pflanzen. Dazu ein dubioses Gewächs, das „Henne mit Küken“ heisst und angeblich unverwüstlich ist. Ha! Die Wette halte ich gegen. Meine selbst gesäte Cosmea wird vor Scham die ersten drei Spitzen wieder in die Erde ziehen, wenn sie die nahezu ausgewachsenen Büsche sieht, die es einzugraben gilt. Und die Schnecken wetzen schon die Raspelzähne, denn eine wunderbar altrosa Lupine will gepflanzt werden.
Apropos Schnecken: geschenkt bekam ich ein Büchlein mit dem aufschlussreichen Titel: „50 Tipps für Schneckenkiller“. Um meinen Ruf dann doch wieder zu verbessern, bot ich mich als Achatschneckenbaby-Vermittlerin an. (mit dem Erfolg, dass ich Mengen von Gurken, Bananen und Löwenzahnblätter herankarren muss, um die Brut satt zu kriegen.
Etliche Meter Stoff, Zackenband, Reissverschlüsse und bezaubernde Perlen warten im Nähzimmer auf kreative Verarbeitung. Im Nähzimmer, in dem es ausgesprochen köstlich duftet. In einer Pappkiste liegen dort viele bunte lecker riechende Klöße. Vom genießerischen Abschlecken wird allerdings abgeraten. Es handelt sich um selbst gebaute Badebomben. Manche Gäste reisten also nicht mit Axt, sondern mit Bombe an.
Die berauschenden Badebombendüfte sind allerdings nix gegen dieses ominöse Getränk namens „Rivella“, welches zu kontroversesten Diskussionen an meinem Küchentisch führte und auch zum Gegenstand einer Mutprobe der großen Jungs wurde: wer schafft die meisten Becher davon zu trinken. Angeblich waren sie nach dem sechsten Becher berauscht und fühlten eine leichte Übelkeit. Durchaus nachvollziehbar. Und sicherlich gibt es jemanden da draußen, der erklären kann, was GENAU der angepriesene Inhaltsstoff „LactoSerum“ ist. SEHR verdächtig.
Heute scheint die Sonne übrigens auch, aber irgendwie ist mir das heute nicht so wichtig wie am Samstag.
Danke für die reizenden Mitbringsel und überhaupt für den Mut, beinahe wildfremde Menschen zu besuchen und mit ihnen zu feiern. (dass ich komplett aufgeregt und wahnsinnig verunsichert war, merkten wahrscheinlich nur diejenigen, die mich gut genug kennen, um zu wissen, dass ich selten Wortfindungsstörungen habe, gar nicht stottere und nur sehr selten lispele. ßehr, ßehr ßelten.) Danke für wundervolle Berichte und Bilder in den Blogs, Danke für rührende Dankesreden und ein Danke auch an die mitreisenden Väter, die manchmal ein bißchen verloren in der Gegend herumstanden, in der einen Hand ein Bier und mit der anderen Hand ein kleineres Kind auf dem Kletterweg nach oben stützend. Danke an den Zuständigen für´s Wetter und auch an die Nachbarn, die es sich nicht nehmen ließen, die wichtigsten Informationen über die Geschehnisse in der Grünen Villa im Ort zu verteilen. Danke an die ganzen Kinder, die die den meisten meiner Pflanzen mit Respekt begegneten und alle Gummibärchen so schnell aufaßen, dass sie mich erst gar nicht in Versuchung bringen konnten. Danke an alle fleissigen Helfer im Vorfeld, zwischendrin und hinterher. Als ich Samstag nachmittag in die Küche kam und zwischen den Geschirrbergen vier schwatzende, lachende, spülende, abtrocknende und aufräumende Frauen fand, habe ich ein kleines bißchen schlucken müssen.
Danke auch an den besten Vater meiner Kinder, der so bereitwillig die abenteuerlichen Ideen und Pläne seines Weibes unterstützt und natürlich auch ein Danke an die hinreissenden Bestien, die ihre Zimmer, ihr Spielzeug und IHREN Garten zur Verfügung stellten und sich obendrein an sämtliche vorher getroffenen Abmachung hielten. Diese Woche keinen Blumenkohl, meine Lieben.
Ein kleines bißchen auch: Danke, dass es rum ist.
Mein recht hoher Perfektionismus, der sich so gar nicht mit der Villa und der Wildnis vertragen will, war kräftezehrend. Diese verdammte Ungewissheit, wie das Wetter denn nun sein wird. Die Angst, dass solche laaangen, stillen Gesprächspausen entstehen. Die Sorge, dass der Garten womöglich zu klein ist. Reichen die Salate? Die Getränke? Das war alles auch anstrengend und zermürbend.
Nächstes Jahr werde ich viel gelassener und entspannter sein. (gelaßßener und entßpannter)
nur Stichworte
18. Mai 2008
48 Erwachsene, 35 Kinder, 15 Stunden Spaß.
~
Heute große Verabschiedung von den letzten Gästen, die ihre Zelte in den örtlichen Gasthöfen abgeschlagen hatten und nochmal kurz reinschauten.
~
Kleine Gasthof-Anekdoten gefällig?
1. Gegen Mittag klingelte das Telefon:
Frau … äh … Mutti: „Hallooo?“
Frau am Telefon: „Hallo, ich bin Frau Gastwirtin aus der Uttrichstrasse. Ich vermisse meine Gäste. Sind die zuerst zu ihnen gefahren?“
Frau … äh … Mutti: “ …? Äh?“
Frau am Telefon:“ Ja, wenn die schon bei ihnen sind, dann können sie denen sagen, dass ich den ganzen Tag daheim bin und sie jederzeit einchecken können.“
Frau … äh … Mutti: „Oh. Sie meinen Familie Schäfer?! Ja, ich schicke die dann zu ihnen.“
Frau am Telefon: „Wissen, sie, ich hab mir halt Sorgen gemacht, ob da auf der Autobahn was passiert ist. Viel Spaß noch.“
Frau … äh … Mutti: „Danke. Äh.“
2. Die Gastwirtin des anderen Gasthofes begrüsste ihre Gäste mit der Frage: „Gehen sie auch auf dieses Fest?“
Zudem wusste sie ganz genau, dass da mindestens 80 Menschen eingeladen sind.
Ich kenne weder die Gastwirtin des eines noch die des anderen Hofes. Im nächsten Jahr wird wohl der Bürgermeister spontan vorbeischauen, solche Menschenansammlungen dürfen keinesfalls ohne ihn stattfinden.
~
Zu Bruch gingen genau zwei Gläser. Bei beiden war ich schuld. Das erste zerbrach, weil ich einem Gast die Abkürzung zur Terrasse durch´s Fenster anpries, ohne das Sektglas von der Fensterbank zu nehmen. Das zweite zerbrach ich irgendwann gegen halb eins. Keine Ahnung wie. (der Bogen ist völlig in Ordnung, liebe Sabine!)
~
Meine liebevoll bepflanzten eher aussergewöhnlichen Pflanztöpfe, die Suppenkelle und die Nussmühle, wurden ordentlich vom Unkraut befreit und gesäubert. Die Kelle zerbrach dabei leider und die Nussmühle ist nicht mehr dort angeschraubt, wo sie ursprünglich befestigt war. Beides keine irreparablen Schäden.
~
Die Reste des Buffets sind: anderthalb Kokoskuchen und sieben Muffins.
Dazu ungefähr zwei Schweine in Form von Würstchen, Spießen und größeren Fleischbrocken.
~
Die Einladung zum Restegrillen heute morgen führte dazu, dass nahezu alle „letzten“ Gäste das Haus fluchtartig verließen. Das macht mich nachdenklich.
~
Wir haben keine einzige Flasche Wein geöffnet, dafür aber einige Fässer und Kästen Bier geleert. Und dann dieses Likörzeugs, das auf gar keinen Fall mit Liquor verwechselt werden darf… (Insider, über den wirklich nur betrunkene Menschen mit sehr merkwürdigem Humor lachen können.)
~
Holunder und Kirschbaum wurden etwas angekokelt, doch die Feuershow im Abschlussregen war das wert.
~
Frau … äh … Mutti küsste einen Frosch, der sich daraufhin in ein Ampelmännchen verwandelte. In ein grünes. Ausserdem zerhackte sie einen ziemlich großen Seifeblock in ziemlich große Stücke. Das hatte zur Folge, dass nicht jeder Partygast ein Stück davon mit nach Hause nehmen konnte. So ungeschickt, die Frau.
~
Frau … äh … Mutti lernte, warum man an manchen Kröten lecken kann und vielleicht auch möchte. Und dann adoptierte sie acht Baby-Achatschnecken. Die armen Kleinen, wie sie da so hilflos in ihrer Heimchen-Dose lagen …
~
ungefähr sechs Kilo Bananen sind ebenfalls übrig.
~
das „DeiDeiDei-Baby“ wird evtl. sein „ente-watsch-dead“-Buch vermissen, ein Regenschirm, der nicht uns gehört, fand sich unter dem Sofa und einige hübsche Schüsseln stehen noch auf dem Schrank herum.
~
Ich sprach sehr leichtsinnig folgenden Satz aus: „Wenn das Wetter nur einigermaßen gut wird, lade ich nächstes Jahr wieder ein.“
Mitte Mai dann. Hab gerade keinen Kalender griffbereit.
(Was Bilder und weitere, womögliche informativere Berichte anbelangt: klicken Sie sich doch einfach durch meine Gästeliste :-))
Feierabend!
18. Mai 2008
„Namensschildchen“ :-)
selbst schuld, Sie da draußen
17. Mai 2008
„nur die Bloggerinnen“