Frau Antonmann
7. Oktober 2009
kam zur Tür herein und es war schon ein bißchen so, als hätten wir vorgestern erst den letzten Kaffee zusammen getrunken.
(Den Kindern ging es übrigens genauso, nur ohne Kaffee. Und die Männer wählen, glaube ich, ein Bier.)
Frau Antonmann fand innerhalb von zwei Minuten den Cache, den der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib bereits seit einem Jahr suchen. Und ich war weder neidisch noch enttäuscht, sondern schlichtweg erleichert, dass das blöde Ding von meiner Liste kann.
Frau Antonmann fand auch den Cache, für den ich drei Anläufe brauchte, indem sie mal eben hinschaute und lächelte.
Zur Strafe ließen wir die fünf mit unseren Dreien daheim und gingen in die Grundschule zur Wahl des dortigen Schulelternbeirates. Wir sind ohne Amt wieder heimgegangen und fanden ein Holzschwert in unseren Trauben stecken, Frau Antonmann hat schon mal angefangen, Käsespieße zu basteln, die Gute.
Morgen früh, nach dem Frühstück sehen wir uns wieder und dann versuchen wir herauszufinden, wer unseren Picknickkorb, den wir am Weltladen geparkt hatten, gestohlen hat.
Schön ist es. Sehr.
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7. Oktober 2009
In einem bestimmten Alter verliert das Wort „überfällig“ seinen Reiz.
(kann nicht sein. Echt.)
ausgeschlafen.
7. Oktober 2009
Freiwillig. Um sechs Uhr. Ich habe Angst vor mir selbst.
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Zum Morgenkaffee ein buntes Heftchen durchgeblättert und die Rehkeule mit Knödeln sehr begehrenswert gefunden. Leider zufällig keine Rehkeule mit Knödeln im Haus.
Ein paar Seiten weiter viele, viele Dahlien in verschiedenen Gläsern und Vasen. Genauso begehrenswert und eventuell im örtlichen Blumenladen zu haben. Später mal das Knie fragen, was es zu einem kleinen Spaziergang meint.
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Heute Nacht kam der Wind aus einer unüblichen Richtung, von Hessen über den Rhein. Das bedeutet immer unruhige Nächte für mich, denn dann stört mich das Wummern der Schiffsmotoren auf dem Rhein. Das ist so ein ganz tiefes Dröhnen, das man eigentlich nur im Magen hört. Wenn Sie verstehen, was ich meine.
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Meine lieben Leserinnen, die Sie sich für die Engelein begeistern: es wird sicherlich ein paar mehr dieser Engel geben, denn Frau … äh … Mutti plant ja einen Weihnachtsmarkt mit Oma Eis. Allerdings erstmal einen echten Weihnachtsmarkt, samt eisiger Füße, tropfender Nase und zunehmender Fröhlichkeit bei zunehmendem Glühweinkonsum. Deshalb muss ich viele (VIELE) Engel auf Vorrat nähen, den so drei Engel in der Bude sehen eher lächerlich aus. Ausserdem muss ich mir überlegen, wieviel solch ein Engel überhaupt wert ist, denn es gilt eine elegante Grätsche zwischen Materialkosten und Zeitaufwand zu machen. Und dabei mglichst nicht zweistellig zu werden, weil … das kauft ja dann keiner.
Ich werde Bescheid sagen, wenn es Engel zu für alle gibt.
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Gestern rief mich der Schreinerfreund an und jubelte: „Er ist wieder da!“ Und das ist eine ganz tolle Geschichte, denn wieder da ist der Minikater Bruno, der am 17. September verschwunden ist. Ein 15 Wochen altes Katerchen, einfach spurlos verschwunden.
Scheinbar ein abenteuerlustiges Katerchen, denn er hatte sich vier Tage lang auf dem Schulhof und Sportplatz der Realschule herumgedrückt und sich von weggeworfenen Schulbroten ernährt, bis er von einem Kind nach Hause mitgenommen wurde. Ins übernächste Dorf rheinaufwärts. Zum Glück hatten der Schreinerfreund und die Mutter der allerbesten Tochterfreundin Suchplakate aufgehängt, denn so konnte dann doch noch der reisefreudige Bruno seiner Familie zurück-übergeben werden.
(ich freu mich so arg für Euch!)
Übrigens reagiert der Schreinerfreund ziemlich allergisch auf Katzenhaare und vertrat auch immer sehr energisch die Meinung „falsche, fiese, flusige Viecher“. Dass er sich nun so arg freut, dass das struppige Brunokaterchen wieder daheim ist … ist irgendwie niedlich :-)
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So.
Raus aus den Federn, rein in den Tag. Wird ein schöner Tag heute.
Zahlen
6. Oktober 2009
Das Gymnasium hat ca. 1500 Schüler.
Großzügig eine Zahl heraus gegriffen, gibt es ca. 2000 Eltern, die sich für eine Mitarbeit im Schulelternbeirat zur Verfügung stellen könnten.
Heute abend hätten 185 Klassenelternsprecher, deren Vertreter und Wahlhelfer einen neuen Schulelternbeirat wählen können.
Der Schulelternbeirat setzt sich aus zwanzig Menschen zusammen, zwanzig weitere sollen als „Springer und Nachrücker“ zur Verfügung stehen.
Mit Ach und Krach und nach zähen Minuten standen 32 wählbare Menschen auf der Liste.
Acht Menschen zu wenig.
Gewählt wurde trotzdem.
Ich bekam 52 Stimmen, stand somit auf Platz 15 und bin nun Mitglied im Schulelternbeirat.
Alle sechs Wochen treffe ich mich nun mit 19 anderen Vertretern der Eltern und dem Schulleiter, immer von 19:30 bis 21:30 Uhr, um zum Beispiel erklärt zu bekommen, warum eine Schule, die genug Geld hat, keine Lehrer einstellen kann. Vielleicht erfahre ich auch, warum die Mensa das schlechteste Essen anbieten muss. Und kann dem entgegenwirken. Bekomme wahrscheinlich Antworten auf Fragen, die ich alle schon hinter vorgehaltener Hand ins Ohr geflüstert bekommen habe. Zusammen mit der Chance, da etwas zu ändern.
Das mache ich jetzt zwei Jahre lang.
Wenig Zeit, die ich da opfere.
vorher – nachher
6. Oktober 2009
Viertel vor vier, ungefähr:

Viertel nach fünf, ungefähr:

minus 45ml federweißerfarbene Reizflüssigkeit + 5ml weißmilchiges Schmerzmittel + drei Minuten sehr viel, sehr kalte Luft auf´s Knie + schickes Tape in türkis.
„Würde das pinkfarbene Tape nicht besser passen?“, fragte die Arzthelferin den netten Orthopäden und Frau … äh … Mutti nickte begeistert.
„Schon“, stimmte der nette Orthopäde zu, „doch das blaue Tape hat eine kühlende Funktion, während das rote wärmt.“
(Männer! „Rot und blau“ statt „pink und türkis“. Tsss.)
Freitag morgen, 9:10 Uhr erneut Termin, doch das Knie befindet sich wohl auf dem Weg der Besserung. Trotzdem: schonen.
Danke für Ihre Daumen, Sie dürfen jetzt loslassen :-)