Eigentlich.

3. November 2010

Eigentlich ist ein kein guter Stil, einen Blogartikel mit „eigentlich“ zu beginnen. Doch eigentlich ist mir das egal, wenn´s doch so gut passt.

Ich komme zu nix. Mache drei bis sieben Sachen gleichzeitig und davon höchsten zwei Sachen gut. Eigentlich müsste ich mal langsam machen.

Und diese Renoviererei. Eigentlich macht mir das Spaß. Eigentlich bin ich gut in so was. Eigentlich geht das immer viel schneller.

Diesmal nicht. Es zieht sich wie Kaugummi.

Das Abkratzen der Tapete zeigte, dass die Vorbesitzer des Hauses bunte Wände mochten. Und durch die Jahrzente hindurch ließen sich Modestile verfolgen, psychedelische Blumen in pink-orange-lila-türkis und grün über dezenten grauen Streifen mit Rosenmuster. Die unterste Schicht war eine türkis gestrichene Rauhfasertapete, die sich hartnäckig an die Wand klammerte und nur fetzenweise nachgab. Der Unterputz bröckelt und tiefe Löcher taten sich auf. Es brauchte eine Menge Spachtelmasse, um wieder eine glatte Wand zu haben.

Das Verlegen des Bodens fraß einen ganzen Tag, denn  das Zimmerchen ist verwinkelt und beinahe jede Holzplanke musste zugesägt werden. Doch das Ergebnis ist umwerfend.

Die Tapete kam am Tag danach an die Wand, gleiches Problem wie beim Boden. Verwinkeltes Zimmerchen mit vielen schiefen Flächen. Zeitfresser. Doch die Kinder lernten tapezieren und das ist toll. Ich hasse es nämlich :)

(von draußen mal spioniert um zu sehen, wie konzentriertes Arbeiten aussieht :))

Das Streichen von Decke und Wänden wurde dann gestern erledigt, der Rollladenkasten wurde lackiert und abends konnte schon der Kleiderschrank zurück ins Zimmer. Da das Töchterlein sich eine neue Anordnung der Möbel ausgedacht hat, muss heute abend die Säge zum Einsatz kommen, um drei, vier Zentimeter zu gewinnen.

(gestern morgen, kurz vor fertig)

Töchterlein schläft derweil im Nähzimmer, macht ihre Hausaufgaben am Küchentisch und ist entsetzlich genervt.

Das Zimmer des Jüngsten dient als Zwischenlager für die Möbel der Tochter, er hat keinen Platz zum Spielen und ist genervt.

Alle sind mürrisch und mir sind die vielen Durchhalteparolen und -sprüche ausgegangen, ich bin auch angestrengt. Und mürrisch. Bald geschafft. Morgen.

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Das Novemberrezept heute sieht natürlich sehr gruselig aus. Aber glauben Sie mir, es mundet ganz vorzüglich.

Nachdem mir beim dritten Versuch und endlich auch mit ganz normalen Haushaltszucker ein wunderbares Karamell und darauf folgend ein noch wunderbareres Karamelleis gelang, hatte ich fünf Eiweiß übrig. Irgendwelche Baisserstückchen zu kreieren, dafür hatte ich keine Zeit und keine Lust. Wegschütten geht aber auch nicht. So landete die Schüssel mit dem Eiweiß erstmal im Kühlschrank. Drei Stunden später wusste ich noch immer nicht, wie ich das Zeug verwursten soll. Obendrein hatte ich einen Anfall von „ach, wäre ich nur wieder klein, so ganz ohne Verpflichtungen und Verantwortung“. Und ich während ich so vor mich hin selbstmitlitt, fiel mir ein, was meine Omi mit Eiweiß gezaubert hatte: Schneeknödel! Wollte ich auf der Stelle essen. Jetzt. Sofort. Eine große Schüssel.

Ich bemühte Herrn Gugel um ein Rezept, doch der zierte sich sehr und spuckte nur einige wenige, obendrein widersprüchliche Rezepte aus. Und so begann ich zu improvisieren, mich am „so muss es schmecken“ orientierend. Ich schlug das Eiweiß mit Zucker sehr fest, setzte Milch mit Zucker und Vanille auf, stach mit dem Löffel Nocken vom Eischnee ab und schmiss die in die kochende Milch. Es roch wie bei Omi in der Küche. Es sah nur irgendwie anders aus.

Die Nocken quollen auf und wuchsen und versuchten aus der heißen Milch zu springen. Äusserst unwillig ließen sie sich wenden und anoch unwilliger reagierten sie, als ich sie aus der Milch fischte. Dan ließen sie nämlich Luft ab und schmolzen zu kleinen, weißen Klümpchen zusammen. Trotzdem: lecker! Nach etwa einer Stunde, in der ich mindestens zwanzig Löffel, Teller, Schüsseln und Topflappen verkleckerte, hatte ich eine Schüssel weißer, süßer Klümpchen und einen halben Topf voller Vanillemilch. Ich füllte den Topf auf, schmiss noch ein bißchen Zucker und Vanille dazu, ließ das Gemisch aufkochen, band mit Stärke ab und gab, weil´s so langweilig aussah, ein paar Tropfen rote Lebensmittelfarbe dazu. Rosa Vanilleflammeri, Farbe und Duft  für die Seele, Kalorien für die Hüfte. Das heiße Flammeri wurde über die Schneeklumpen geschüttet, das Ganze leicht vermengt und als Nachtisch noc warm zum Abendessen serviert. Und heute mittag gibt´s den Rest, weil kalt schmeckt das auch.

Vielleicht haben Sie da draußen ein echtes Rezept für Schneeknödel, das sie mir verraten wollen? Ich weiß, dass die Vanillecreme eigentlich mit Eigelb zubereitet wird, aber das Eigelb brauchte ich ja für das Karamelleis.

Die Debbsiekrumbeern von neulich werden mit rohen Kartoffeln zubereitet, am Besten mit mehligkochenden, auch wenn die nicht jedermanns Geschmack sind.

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Hätte ich gestern abend zwei Gläser Sekt mit Herrn Skizzenblog weniger getrunken, ginge es mir heute wahrscheinlich etwas besser. Was soll´s, Schnapszahlen müssen eben gefeiert werden.

(und es ist ganz wunderbar, wenn sich beim Vorstellen der anderen Gäste zeigt, dass man die schon seit vielen, vielen Jahren kennt, weil man schon mal zusammen gearbeitet hat. Die Welt ist ein Dorf.)

Falls

1. November 2010

Sie schon immer mal wissen wollten, wie Karamell aus Gelierzucker schmeckt: es lohnt den Versuch nicht. Nicht mal aus Versehen. Auch nicht beim zweiten Versuch, weil man vielleicht denkt, man habe beim ersten Mal irgendetwas falsch gemacht.

schaffe, schaffe, Teil II

1. November 2010

„Fertig!“, rief man nach einer Stunde geschäftigen Treibens aus dem Zimmer der Tochter.

nicht ganz, leider.

Der ganze Spaß dauerte dann doch bis in den Abend, da Aussparungen für Heizkörperrohre geschnitten und Türrahmen und Türen gekürzt werden mussten. Doch das Ergebnis ist ganz wunderbar und gefällt leider auch der Tochter.

Leider, weil dieses Zimmerchen ja immer noch eines meiner liebsten ist und ich sehr gerne mein Nähzimmer wieder dort unterbringen würde. Doch die Tochter will es einfach nicht mehr hergeben, deshalb warte ich eben, bis sie auszieht. (am 18. Geburtstag stell ich ihr die Koffer vor die Tür. Oder so.)

Heute steigt der beste Vater meiner Kinder auf´s Dach, bzw. auf den Dachboden und zieht noch einige Leitungen nach oben, denn die Stromversorgung in der Grünen Villa ist recht abenteuerlich. Der gesamte Strom hängt an einer Sicherung. Gut, dass der Mann früher mal gelernt hat, wie man so etwas verbessern kann.
Später werden Tapeten geklebt und irgendwann ganz spät heute abend/nacht kann ich vielleicht die erste Farbe an die Wand bringen.

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Baustellenessen gestern übrigens „Debbsiekrumbeern und Feldsalat“, „Debbsie“ ist ein tiefes Blech, das mit Speck ausgerieben wird. Hinein kommen viele Krumbeern (=Kartoffeln) in Scheiben. Auf die Scheiben einige dicke Stücke/Scheiben Dörrfleisch und das Ganze bei 200°C Ober/Unterhitze so lange in den Ofen, bis das Dörrfleisch knusprig angebräunt ist. Dann das Dörrfleisch wenden und Zwiebelringe in gewünschter Menge darüberlegen. Die Soße für den Feldsalat mit Joghurt und Knoblauch rühren. Eines meiner Lieblingsessen seit ich zurückdenken kann und ein Erbe meiner Großeltern.