Walnüsse.
20. Oktober 2011
Ich liebe Walnüsse!
Wenn sie ganz frisch sind, vielleicht sogar noch teilweise in der grünen Schale stecken, sind sie am Leckersten. Dann muss man vorsichtig das hellbraune Häutchen von den Nußhälften abziehen, denn das ist bitter. Die Fusselei lohnt sich, denn die hautlose Nuss schmeckt unvergleichlich.
Die Kindelein gehen im Herbst mit dem Opa Nüsse sammeln, den Walnußbäume gibt´s hier zwischen den Wingerten eine Menge. Manche sind in Privatbesitz, doch viele stehen da einfach run und dürfen „beerntet“ werden.
Oma Eis verwandelt sich im Herbst in einen Hamster und verfällt dem Nußsammelfieber. Da es am diesjährigen Weihnachtsmarkt Plätzchen zu kaufen geben soll, ist das aber nicht schlimm. Viele Plätzchensorten schmecken am Besten mit Walnüssen. Spritzgebäck zum Beispiel. Oder mein Lieblingsgebäck aus Kinderzeiten: Nußhäufchen

Die Nusshälften, die der Beamte an Oma Eis´ Seite so liebevoll eingeglast und dabei gezählt hat, sind für diese Plätzchen:

Sollten Sie Interesse an den Rezepten haben … vielleicht hat Oma Eis Zeit und tippt sie als Kommentar. Die Frau ist schließlich schwer beschäftigt, so als Rentnerin. Ständig macht sie Spocht oder backt Plätzchen. Bis jetzt glaube ich sechs Kilo für den Weihnachtsmarkt. Der ist übrigens am zweiten Adventswochenende im Niersteiner Gemeindepark und außer Frau Muttis Schnickeldi und der einen oder anderen pompadura, wird es eine Menge Plätzchen geben und Hübsches von Mme Ouvrage. Einige Besucher erinnern sich vielleicht an die Plätzchen vom letzten Jahr? Die gab es letztes Jahr als kleine Zugabe bei einem Einkauf ab 20,- Euro und möglicherweise schießen wir uns Knie, wenn wir jetzt Plätzchen verkaufen, denn manch einer nahm noch rasch zwei Schnickeldis dazu, um die 20,- Euro zu erreichen ;)
Wie auch immer: merken Sie sich doch mal den Termin: 3. und 4.Dezember im Niersteiner Gemeindepark. Unser Stand wird der sein, der mit vielen Kerzen stimmungsvoll illuminiert ist und in dem mindestens drei verfrorene Gestalten stehen, die sich über ein Schwätzchen, einen Glühwein oder ein „Hallo, ich kenne dein Blog!“ freuen.
Zurück zu den Walnüssen, denn gestern wurde gefragt, was man damit denn machen kann. Zunächst braucht man natürlich jemanden, der sie gerne knackt. Der Beamte an Oma Eis´ Seite ist leider nicht zu buchen, was Ihnen wirklich leid tun kann, denn der Mann knackt wirklich gerne Nüsse. Ich bekomme zum Geburtstag immer ein großes (Gurken)Glas mit geknackten Walnüssen von ihm und das ist wirklich ein ganz großartiges Geschenk!
Walnüsse stecken wir gerne in Datteln. Meistens kann man Datteln entsteint kaufen, manchmal muss man aber auch selbst ran: ein kleiner Schnitt mit einem schrafen Messer, Stein raus, Dattel rein und in die Vorratsdose. Oder direkt in den Mund. Um die süße Schweinerei noch kalorienhaltiger zu machen, kann man die Walnußdattel noch in flüssige Schokolade tauchen. Muss man aber nicht.
Oder man nimmt das großartige Rezept für gebrannte Mandeln von Frau Traumberg und ersetzt die Mandeln durch Walnüsse. Ein Geschmack, der mich direkt in die Kindheit zurückkatapultiert, denn meine Oma machte eben diesen „Nussezucker“. Keine Angst übrigens vor dem Karamellisieren! Pfannen werden rückstandslos sauber, wenn man nach dem „Brennen“ Wasser in der Pfanne aufkocht. Die Zuckerreste lösen sich dann ganz leicht aus der Pfanne und vom Kochlöffel.
Wir ersetzen in den meisten Kuchenrezepten Haselnüsse durch Walnüsse, denn der etwas herbere Geschmack ist ein schöner Kontrast zu dem süßen Teig. Hier habe ich schon mal das Rezept für Plätzchenkuchen gebloggt (unter der Anleitung für das umgekehrte Jo-Jo-Blümchen), ein schnell gebackener Lieblingskuchen.
Und jetzt Sie: Hat jemand ein Rezept für Walnußeis? Gerne mit Ahornsirup!
(darf ich nachher noch mal Ringelfranzbilder zeigen oder muss ich noch zwei Tage warten, damit der catcontent nicht erschlägt?)
Wenn
19. Oktober 2011
Beamte beim Backen helfen:

… süß :)
cat-content, what else?
18. Oktober 2011
Franz.
Wir wurden gewarnt. Rote Katzen seien äusserst durchtrieben und wilde Watzen und besonders frech.
Hab ich natürlich nicht geglaubt, denn erstens glaub ich ja nie was, bevor ich es nicht selbst erlebt habe (außer wenn´s um Sachen geht wie „fass mal nicht in die Steckdose oder spring nicht von der Autobahnbrücke“, da bin ich dann doch belehrbar) und zweitens: wir hatten ja schon einen roten Kater, den Herrn von Sauerstein. Beinahe rot. Rote Flecken immerhin.
Franz. Ringelfranz, weil Beine und Schwanz geringelt sind.
Er hat eine sehr laute Stimme und kann schon ganz toll „Miau!“ sagen. Richtig Mi-au, so wie Sie es lesen. Miau sagt er, wenn er Hunger hat, Durst hat, müde ist, Bauchweh hat, sich langweilt oder einfach, weil er´s kann. Miau. Dauernd. Laut. Und meistens weiß ich eben nicht, warum er es sagt oder eher schreit und fahre deshalb das gesamte Betreuungsprogramm. Ein bißchen so wie beim ersten Kind damals. Dabei ist es nicht mal das erste Katzenbaby hier im Haus. Aber mit Abstand das wildeste. Ständig pflücke ich ihn von Tisch oder Tresen, denn höher als Stuhl- oder Bank dürfen sie nicht, die Katzenviecher. (wenn wir im Raum sind) Das Frühstück mit Oma Eis war deshalb eher sportlich :)
Oma Eis hat heute die Plätzchenproduktion für den Weihnachtsmarkt hier voran getrieben. Franz fand zwar das Rührgerät eher gruselig, dafür den Teig umso spannender. Eine unaufmerksame Sekunde reichte und zwei ausgestochene Plätzchen wurden vom Blech auf den Boden gefegt. Und bevor ich „böse Katze!“ sagen konnte, war das eine Plätzchen halb verschlungen. Die darin enthaltene Menge an Fett scheint allerdings den unstillbaren Hunger für´s erste gestillt zu haben, denn nun schläft sie, die rote Ratte.
Ansonsten ist Franz natürlich die zauberhafteste Babykatze, die man sich nur vorstellen kann und ich wünschte, ich hätte ständig die Kamera im Anschlag. Heute morgen zum Beispiel, als er auf der Stuhllehne ganz oben balancierte, höchst akrobatisch, nichtsdestotrotz: verboten. Oder vorhin, als er mit den Krallen der Vorderpfoten am Wäscheständer hing, malerisch zwischen den Socken.
Wenn ich die Kamera griffbereit habe, dann ist er zu schnell. Oder das Licht zu schlecht.
Hier zum Beispiel der erste Kontakt. Oder der zweite, dritte, vierte. Weiß nicht mehr genau. Martin schaut streng durch die ungeputzte Glastür und die rote Ratte möchte der dicken, großen Katze gerne ins Ohr beissen. Es wird. Sie nähern sich an. Und das Haus ist groß genug, so dass sie sich nicht ständig begegnen müssen.

Franz hat ein etwas eigenwilliges Schlafverhalten. Irgendwo hinlegen und einschlafen mag er nicht. Er will Körperkontakt.

Wenn das Licht gestimmt hätte und die Kameraeinstellung, dann wäre dies womöglich ein grandioser Schnappschuss geworden. So bleibt mir nur, Ihnen zu erzählen, dass Franz etwa eine halbe Stunde dem an einer Schnur festgebundenen Korken, links im Bild, hinterher jagte. Und danach endlich ein bißchen müde war :)

Natürlich hat Franz auch ein eigenes hübsches Körbchen mit kuscheliger Decke darin. Dort hält er sich aber eher selten auf, denn am Liebsten liegt er im Holzkorb, zusammen mit den Wingertsknorzen

Ist schon schwer manchmal, so richtig streng zu sein.

Franz von Rahn
17. Oktober 2011
zog gestern in die Grüne Villa.
Höchst eindrucksvoll, wie nicht mal ein Kilo Kater buckeln und fauchen kann, wenn ein dicker Martin um die Ecke trudelt. Letzterer war interessiert und lässig, verzog sich dann aber doch lieber. Das junge Gemüse muss erst noch aufhören, so hysterisch herumzufauchen.
Franz erkor sich ausgerechnet den Menschen der Familie als ersten Rückzugs- und Schmusepartner, der den Katzenviechern eher neutral gegenübersteht: den besten Vater meiner Kinder.


Zwischen der Tochter- und der Mutterhüfte ließ es sich vortrefflich schlummern. Und ja, natürlich …

… wir sind alle sehr verliebt.
Die Nacht verbrachte Ringelfranz in elterlichen Schlafzimmer, genauer gesagt in meinem Bett, genauer gesagt unter meinem Deckbett, genauer gesagt in meiner Armbeuge. Sowie ich mich wegbewegte, robbte er nach. Ist es eben nicht gewöhnt, alleine irgendwo zu schlafen. Die nächsten drei Wochen wird er noch im Schlafzimmer schlafen, tagsüber kann er sich im Haus frei bewegen, dann ist die Katzenklappe nach draußen zu. Aber nachts öffnen wir sie, damit Martin und Diego (unser halbwilder Kater) ungehindert rein oder raus können. (tagsüber steht die Klapppe nur auf „reinkommen“, die großen Kater werden, sofern sie das möchten, durch die Terrassentüren rausgelassen. Zur Eingewöhnung haben wir ds schon ein paarmal gemacht, das klappt gut.
Franz und der Herr des Hauses halten gerade ein Vormittagsschläfchen, die Kindelein sind in der Schule und der dicke Martin hat seine erste Extra-Streicheleinheit über sich ergehen lassen. Äusserst misstrauisch, denn normalerweise darf er morgens ungestört im Wintergärtchen rumliegen. Warum er ausgerechnet heute mit soviel Liebe bedacht wird, ist im suspekt. Also lasse ich ihn in Ruhe und hoffe später, wenn beide Kater wieder aufeinandertreffen, die Kamera parat zu haben.
Hach. So ein hinreissendes, dürres, staksiges Katerbaby!
Küchenplaudereien
13. Oktober 2011
Drei Kilo Quitten ergeben bisher acht Gläser Quittengelee (und ein weiterer Liter Saft, derzeit eingefroren mangels Gläsern) und ein Blech Quittenbrot, derzeit noch im Ofen zum Trocknen. Zwei Beutel mit je ca. 750g gekochten Quittenstücken liegen ebenfalls schon im Gefrierschrank, um möglicherweise auch zu Quittenbrot verarbeitet zu werden.
Quittenbrot aß ich vor Jahren mal im Schwarzwald und hatte seitdem vor, es selbst zuzubereiten. Und da beim Saftherstellen für´s Gelee der ganze Quittenmatsch übrig bleibt und man genau den für Quittenbrot braucht, beschloss ich, dass heute der Tag des Experiments ist. Zur Einstimmung kochte ich das Gelee und beim dritten „Mist, Mist, Mist, das kleckertistheißauaautsch!“ erinnerten sich die Kindelein daran, dass heute Donnerstag ist und der Opa bestimmt schon auf sie wartet.
Von den gekochten Quiten wog ich ein Kilo ab, entfernte die Kerngehäuse und pürierte sie mitsamt Schale. Das Mus kam in einen Topf, zusammen mit einem Kilo Zucker. Eine Stunde sollte das nun vor sich hinköcheln, man solle ständig rühren, stand im Rezept. „Ist bestimmt übertrieben“, dachte ich, weil kein Mensch kann eine Stunde am Herd stehen und rühren. Sollte man aber doch, wurde mir klar, nachdem es im Topf zu blubbern und zu brodeln begann und sehr heißes Quittenmus durch die ganze Küche spritzte. Und so begann ich zu rühren, denn dann spritzte nix. Höchstens mal ein klitzekleines Spritzerchen auf die Haut, was zu kleinen, neckischen Brandblasen führte.
Quittendämpfe scheinen irgendwie halluzinogen zu wirken, denn während ich so rührte und der Duft immer intensiver, die Masse im Topf dunkler und zäher wurde und ich mich immer hausmütterlicher fühlte, sah ich hunderte von kleinen Cellophantütchen voller Quittenbrot vor mir, mit hübschem Schleifchen und einem liebevoll ausgestanzten und beschrifteten Schild. Quittenbrot und Beerenbrot und mit Äpfeln geht das doch bestimmt auch. Und mit herben Orangen. Rühren, rühren, verbrennen, rühren. Nach einer halben Stunde rief die Freitagsfreundin wegen einer Frage an und es gelang mir, sie zwölf Minuten am Telefon festzuhalten, rühren ist nämlich langweilig. Leider wollte die Freitagsfreundin lieber Renovierungsdreck wegputzen statt mich von meiner Langeweile abzulenken. Oma Eis hingegen wollte gerne ein bißchen telefonieren und deshalb verflogen die letzten rührenden Minuten. Die Masse im Topf zog mittlerweile wie gewünscht „Straßen“, d.h. beim Durchziehen des Kochlöffels durch die Masse, wurde der Topfboden sichtbar.
Ein Blech stand schon bereit, der Ofen war auf 100°C vorgeheizt und als die auf dem Blech verteilte Masse im Ofen trocknete, wurde mir klar, dass ich a) doppeltes Rezept auf´s Blech geschmiert hatte und ich nun über die Dauer der b) sehr langen Trocknungszeit gar nichts mehr wusste. Und dass die Trocknungszeit im Ofen verhinderte, dass ich mir zum Mittagessen irgendwas im Ofen mit Käse überbacken konnte. Drei bis vier Stunden soll die Quittenmatsche trocken, dann auskühlen und in kleine Rauten geschnitten werden. (Quittenbrot soll in Dosen lange haltbar sein und kann vorher in Puderzucker, Hagelzucker oder Kokosflocken gewälzt werden) Ob die doppelte Menge nun auch doppelte Trocknungszeit verlangt, das werde ich in etwa anderthalb Stunden wissen. Oder eben erst heute abend.
Meine großartige Idee, mit der Herstellung von diversen Fruchtmassenbroten sehr, sehr reich zu werden, hat sich irgendwie verflüchtigt. Sollte das Quittenbrot allerdings wirklich so lecker schmecken, wie es bereits duftet, bin ich möglicherweise doch bereit, immerhin den heimischen Bedarf zu decken. Und das eine oder andere Tütchen zu befüllen und zu verschenken.
Was übrigens wirklich sehr schade ist, ist die Tatsache, dass ich die einzige in der Familie bin, die Quitten mag.