Drei Kilo Erdbeeren,
5. Juni 2011
viele leere Marmeladengläser und 33°C Schwüle. Auf in den Kampf, denn das letzte Glas Erdbeermarmelade aus dem letzten Jahr ist beinahe leer.
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Zeichnet es mich nun endlich als perfekte Hausfrau aus, wenn ich gestehe, dass mich der neue Staubsauger sehr glücklich macht? Der stinkt nämlich nicht. Nach Benutzung des alten Saugers musste ich stundenlang lüften, egal wie oft Filter und Beutel gewechselt wurden. (einmal, als ich eine wirklich große Schüssel Lavendelblüten auf den Boden stieß, nur zwei Drittel wieder aufsammeln wollte und den Rest einfach wegsaugte … dieses eine Mal duftete das Haus nach dem Staubsaugen.) Der Neue hat keinen Beutel und dafür ein schickes rotes Kabel. Ausserdem ist er schwarz und was die technischen Daten anbelangt: keine Ahnung. Er saugt und das reicht.
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Der sehnsüchtig herbeigesehnt Regen lässt sich noch immer nicht blicken. Gestern türmten sich höchst pompös und angeberisch etliche graue Wolken übereinander, doch das, was sie ausspuckten, war binnen zwanzig Minuten bereits wieder getrocknet. Ein bißchen Abkühlung gab´s, aber Wasser wäre dem Garten lieber. Mir auch, schon alleine deshalb, weil ich den Duft von Regen auf dürrer Erde liebe.
Apropos Garten: wir haben neue, höchst umfangreiche Pläne. Deren Verwirklichung braucht wahrscheinlich ein paar Jahre, denn wir sind besonders im Pläne schmieden besonders gut, bei deren Verwirklichung gehen uns meisten Geld oder Zeit oder Lust aus. Angefangen haben wir aber, indem wir das Spielhäuschen der Mittleren abrissen. Seufz. Zehn Jahre stand es da und die Clematis braucht nun eine neue Rankhilfe.
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Ich trinke wieder Kaffee. Aber nicht soviel, dass die Rubrik Teesätze wieder in Kaffeesätze umgetauft werden müsste :)
Schuld ist der beste Vater meiner Kinder, der mich mit leckerst gebrautem Esspresso samt Milchschaum verführte. (und Rest-Minischokoeier von Ostern dazu)
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Erdbeeren putzen. Jetzt. (kann ich immerhin mit kaltem Wasser rumpuddeln)
Übrigens:
1. Juni 2011
Ich bin jetzt in dem Alter, in dem eine Mittagsschläfchen absolut unentbehrlich ist.
Leider sind meine Kinder noch immer nicht in dem Alter, in dem sie das verstehen.
(Mutter schläft ca. zehn Minuten, Tür geht auf, „Ich wollte nur sehen, ob du schläfst“, Mutter wach und eher mäßig gelaunt)
Sonst so:
1. Juni 2011
– Spocht fällt derzeit aus und ich bilde mir ein zu sehen, wie sich meine mühsam erarbeiteten Muskeln in Schwabbel verwandeln.
Ausserdem fängt das Knie wieder an zu zicken und das ist nun endlich der letzte Beweis den ich brauchte: diese Spochtgeschichte ist ziemlich gut für meine Gelenke. Das hat mir zwar schon der Orthopäde gesagt, dass ein paar Muskeln zum Stützen hypermobilen Gelenke nicht verkehrt sind, aber Sie wissen ja wie das ist: die anderen können viel erzählen, ich muss es selbst erfahren.
– Stichwort bessere Organisation im Haushalt. Hüstel. Ich sollte das womöglich aufgeben und einfach akzeptieren, dass ich ein verwirrtes, eher planloses Huhn bin. Heut zum Beispiel wollte ich jede Menge Gemüse mit viel Curry und Kokos zu einem leckeren Schlotz kochen und zu Reis servieren. Weil das essen wir alle gerne.
Ein Blick in den Vorratsschrank zeigte, dass da keine Kokosmilch mehr steht, wie auch schon beim letzten Mal und dass ich ungefähr fünf Mal die Frage des besten Vaters meiner Kinder: „Fehlt noch was? Soll ich noch was einkaufen?“ mit Schulterzucken beantwortet habe.
Jetzt gibt es eben eine Menge Gemüse auf Hefeteig mit Käse überbacken. Das mögen wir auch.
– Fleisch und Wurst? Derzeit nicht. Habe ich noch nie in großen Mengen in mich reingeschaufelt und seit etwa drei Wochen gar nicht mehr. Und abends gibt´s keine Kohlenhydrate mehr. Es sei denn, die verstrohwitwete Mme Ouvrage verführt mich nach dem zweiten Bier zu einer von ihrem ältesten Sohn geklauten Tüte Pombären. (und dabei schmecken die gar nicht mal.)
Um´s Abnehmen geht´s mir nicht, nur um´s Wohlfühlen und das zeigt große Erfolge. (und Pickel habe ich auch keine mehr)
– die Urlaubsplanung steht, einzige Unbekannte ist der Zeitpunkt des Besuchs der Cousins aus Rom. Der Vater der beiden wusste jedenfalls noch nichts, aber es sind ja auch noch vier Wochen Zeit um Pläne zu schmieden, ich bin ja flexibel. (und es gab auch schon Jahre, in denen wir mit „und übrigens, morgen oder übermorgen kommen vielleicht die Jungs“ klarkamen)
Wegfahren werden wir nicht, auf speziellen Wunsch einer einzigen Person: Frau … äh … Mutti bat darum, in der allerschönsten Gartenzeit eben diesen auch genießen zu dürfen, statt nach längerer Urlaubsabwesenheit in ein verwildertes Etwas zurückzukehren. Ein unlöcheriges Dach wird sowieso große Löcher in die Finanzen klopfen, da muss eine Reise nicht sein. Die Kindelein murren nicht, sie fahren ja ins Zeltlager. Und nächstes Jahr gibt´s wieder einen großen Familienurlaub. Womöglich der letzte, den wir fünf zusammen machen, denn unsere halbflüggen Kinder haben viele eigene Pläne.
– Heute ist meteorologischer Sommeranfang und ich freue mich riesig darüber, dass er Regen mitgebracht hat. (und bin jetzt höchst gespannt, wann die Winzer, die über späten Frost, große Hitze und zu wenig Wasser jammerten, sich über kühles Wetter und zu viel Regen beklagen.)
Merke
31. Mai 2011
für heute, irgendwann und später mal: Staubsaugen und Vorhänge abhängen ist nicht gleich schonen. Kein Bißchen. Wirklich.
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Oma Eis kam heute statt zum dienstäglichen gemeinsamen Nähen mit anderthalb Kilo Erdbeeren, mindestens genauso vielen Spargeln, Sahne und zehn Eiern. Daraus zauberte sie binnen kürzester Zeit eine Biscuitrolle mit Erdbeerfüllung und Spargelsalat für eine zehnköpfige Familie. Großartig.
Auf meine Frage hin, was sie uns den morgen zubereiten wird, lachte sie allerdings nur und verschwand fröhlich. Zusammen mit ihrem Fensterputzeimer, der noch vom vorletzten Mal hier rumstand.
(und falls Sie nachfragen wollen: nein, ich verleihe sie nicht.)
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Noch dreizehn Tage Schule!
Alltag, reloaded
30. Mai 2011
Der beste Vater meiner Kinder wagte es heute das Haus und sein verwundetes Weib zu verlassen und deshalb kam ich in den Genuss eines äusserst ruhigen, gemächlichen Vormittags. Da der Sonntag gestern ein für die Familie typischer eher etwas planloser, dafür umso praller gestopfter Tag war, hatte ich einen solchen Vormittag bitter nötig, denn obwohl ich kein fremdes Fädchen mehr im Leibe trage und die Wunden wirklich hübsch heilen – ich kann noch nicht wieder so, wie ich gerne möchte.
Die Fäden wurden am Freitag gezogen. Oder besser gesagt: herausgepuhlt. Ein Faden musste ganz unten aus dem Nabel gefischt werden und ich sage Ihnen: dank eines Speckrings um den Bauch ist mein Nabel ausgesprochen tief. Und ich finde Manipulationen am Nabel äusserst kotzenswürdig. Die Naht an der „Drainage-Öffnung“ war sehr verklebt und das Aufschneiden des blauen Fädchen schmerzte mehr, als das Ziehen der Drainage. Der Dottore meines Vertrauens entschuldigte sich wortreich, auch dafür, dass er auf ddem Ultraschallbild wohl eine Flüssigkeitsansammlung gesehen, diese aber nicht als Blut interpretiert habe. Hätte er das nämlich getan, hätte ich mich einen Tag früher auf dem OP-Tisch wiedergefunden. Macht nichts, ich hab’s ja ohne Schäden überlebt und kann das Thema hiermit abschließen. (Jammercontent gibt’s eh bald wieder, denn da wartet noch die Entfernung eines Polypen)
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Das jüngste Mädchen der Familie ist ein sehr niedliches, was es aber nicht davor bewahrt, ein schweres Päckchen zu tragen. Rheuma heisst die Diagnose und das klitzkleine Mädchen humpelt deswegen sehr. „heartbreaking!“, spricht seine Oma aus Amerika und ja, das ist es. Im Laufe der Woche wird es neue Untersuchungen geben, doch letztlich bleibt nur die Hoffnung, dass es eine Form des Rheumas ist, die sich auswächst.
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Versuchsweise saß ich am Wochenende ein bißchen an der Nähmaschine, denn wenn man selbst der Chef ist, ist man ja auch meistens ganz schön streng. Vielleicht stand der Mond falsch oder die Maschine schmollt mit mir, weil ich sie so lange nicht beachtet habe … Jedenfalls wollte es mir nicht gelingen, einen Reissverschluss einzunähen und nach dem zweiten Auftrennen hatte ich dann keine Lust mehr. Auch nicht dazu, eine der Auftragstaschen zu nähen. Ich habe Sie aber nicht vergessen, meine Damen, ich bin nur äusserst unwillig und werde deshalb nie reich. Werde ich sowieso nicht, wenn ich naiv und blauäugig Taschen verschicke, ohne dass vorher bezahlt wurde. Und hinterher auch nicht. Teures Lehrgeld, leider.
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Und dann wollte ich noch rasch in den Raum werfen, dass mir diese „oahr, die Pubertät“ und „jaja, Pubertät ist, wenn die Eltern schwierig werden“-Sprüche ganz gewaltig auf den Zeiger gehen. Das liegt womöglich daran, dass es hier nicht allzu viele der „klassischen pubertären Ausfälle“ gibt, vielleicht auch noch nicht. Es ist, ganz im Gegenteil, eine äusserst spannende, höchst bereichernde Zeit und ich ertappe mich täglich bei dem Gedanken:“Was hab ich tolle, große Kinder, ich hab da wohl irgendwas richtig gemacht.“
Sicherlich passiert jetzt was. So wie früher, als man erwähnte, dass die Kindelein nun endlich des Nachts nur das tun, was alle tun sollten: schlafen. Prompt war es nämlich vorbei mit der nächtlichen Erholungsphase. Ich lasse es trotzdem stehen, das Rumgeprahle, weil sollten sie doch noch austicken, die hinreissenden Bestien, habe ich wenigstens mal wieder spannendere Geschichten, als diese vor Eigenlob stinkenden Angebereien zu erzählen ;)