Drei Trolleys,

8. Oktober 2010

eine Kühltasche, zwei Stoffbeutel. Wanderschuhe, Klettergurte und eine große Auswahl an Karabinern. Kekse, Gummibärchen und Schokolinsen. Badeklamotten, Fleecejacken und Mützen. In Frankreich wird´s abends auch ganz schön kalt, da in den Bergen.

Morgen geht´s auf große Fahrt.

Ohne mich.

(bedauern Sie mich nicht)

Dann ist ja gut.

8. Oktober 2010

Das Haupthaar der Frau … äh … Mutti wuchert. Noch ist das auch in Ordnung, zumal die böse Frisöse ganz tolle „ich-schneid-das mal eben wieder ordentlich“-Arbeit leistet, ganz ohne Neuigkeiten aus englischen Königshäusern oder ekstatische Verzückung ob dicker Haare.

Manchmal steht Frau … äh … Mutti allerdings morgens auf, wirft einen Blick in den  Spiegel und erkennt auf den ersten Blick: da ist heute nix zu machen. Und wenn es zu warm für eine kaschierende Mütze ist, bleiben nur zwei Haargummis und zwei Haarklämmerchen. Die Frisur die dann entsteht, hält Gebammsel aus der Stirn und sieht bei achtjährigen Mädchen niedlich aus. Aber auch der Nachbarin gefällt´s, denn als ich vorhin mit den Wochenendeinkäufen an ihr vorbeischlurfte, rief sie entzückt: „Frau … äh … Mutti! Lassen sie sich Schwänzchen wachsen? Das gefällt mir!“

Um das mal klarzustellen, da wachsen keine Schwänzchen, weder hinten noch vorne und auch nicht auf dem Kopf. Das ist eine Rettungsfrisur, Manno.

heute eher so:

7. Oktober 2010

(in meinem nächsten Leben werde ich auch eine Katze)

Hausaufgaben, hurra!

6. Oktober 2010

Es kann nicht leicht sein, ein Englischlehrer zu sein. ICH jedenfalls finde das nicht leicht. Obendrein gelingt es mir nur sehr schwer, jedes Fitzelchen Geduld zusammen zu kratzen, um mit dem jüngsten kind Hausaufgaben zu machen.

Das läuft bei uns so:

Ich sitze nicht mit am Tisch, denn eigentlich sollte das Kind ja langsam mal alleine in die Pötte kommen. Ganz allein klappt aber nicht, da immer mal wieder ein aufmunternder Motivationsschubs Richtung Hausaufgaben angebracht ist und viele, viele Fragen und Erklärungen nötig sind.

Aktuelle Situation:

Frau … äh … Mutti legt Wäsche zusammen, der Jüngste brütet über den Englischhausaufgaben:
„Mama was kommt hier rein … hmhm [Lücke im Text] rom fortiin rikt?“
Frau … äh … Mutti hat keine Ahnung und muss mal schauen. “ …. room 14, right?“, bitte das richtige Personalpronomen einsetzen.
Wir übersetzen ins Deutsche und dann fällt der Groschen, „it´s“ muss in die Lücke.

Schwierig war es zu erklären, warum das „you“ manchmal Singular ist und manchmal nicht und dass nur Personen „he“ oder „she“ sind.
Schwierig im Sinne von: ich denke nicht mehr darüber nach, ich spreche einfach. Und finde das piep-einfach, das KANN doch nicht so schwer zu begreifen sein, jetzt denke mal mit und konzentriere dich, Kind. Und das Kind wird immer unsicherer, leiser und langsamer.

Ich muss zwei Schritte zurück, etliche Dezibel runter und mehr lächeln. Immer lächeln, alles wird gut. Irgendwann. Er hat ja auch Lesen gelernt. Und Rechnen. Obwohl das niemand so recht glauben wollte.

Zehn Minuten später sind die Englischhausaufgaben geschafft und Mathe steht auf dem Plan:

2 x … = 56

„Dreiundzwanzig Rest zehn!“, kräht das Kind nach sehr kurzer Überlegung und das ist zwar sehr kreativ und im Ansatz nicht ganz falsch, doch es wird wohl Zeit für eine kleine Wiederholung: Umkehraufgaben und schriftliches Dividieren.

Auf in den Kampf, lächelnd.

Entweder war das Mittagessen vorgestern nicht in Ordnung oder eine Virus hat mich in seinen würgenden Klauen oder es ist sonstwas. Mir ist jedenfalls ständig übel und der Bauch zwickt, zwackt, drückt, schmerzt und grummelt lautstark. Die Kniee wackeln und ich will ständig schlafen.

Das ist so nervig.

Und das ist auch absolut kontraproduktiv, sowohl für den Haushalt als auch für die Kiste, in die eigentlich die Weihnachtsmarktschnickeldis wanderen sollen. Die bleibt nämlich leer, dafür staubt die Bude zu.

An solchen Tagen zahlt sich mein Hang zum Truppen-Bekochen aus. Reste werden nämlich für schlechte Zeiten eingefroren. Und so gab es gestern Lasagne, denn die backe ich sowieso immer nur mit vierfachem Rezept. Während die Kindelein auftauten und aufbuken, trank ich literweise Tee, leidend auf dem Sofa. Und als ich so da lag, dem geschäftigen Klappern in der Küche lauschend, stellte ich fest: die brauchen mich beinahe nicht mehr. Sie saßen da am Tisch, aßen, schwatzten über die Schule und alles lief einfach rund.

Einzig um „Räumt bitte das ganze Geschirr in die Spülmaschine!“ zu rufen war ich nötig.

Es ist toll, große Kinder zu haben.

(Sie lasen: einen wenig sagenden Statusbericht aus der Grünen Villa)