Und was ich noch sagen wollte,
27. Januar 2010
um nicht den Eindruck zu erwecken, ich verurteile manche Bücher oder gar deren Leser … ich bin mit Begeisterung mit der hochbegabten Ayla und dem stets potenten Jondalar durch eiszeitliche Steppen gewandert und genauso gerne mit der ebenso hochbegabten Claire und dem nicht minder potenten Jamie durch Raum und Zeit, Schottland, Frankreich und Amerika gereist. Im Bücherregal unten im Nähzimmer stehen sämtliche Kings bis auf den ganz neuen, da warte ich auf die Taschenbuchausgabe.
Es ist mir völlig gleichgültig, wie der Autor heisst oder welchen „Ruf“ ein Buch hat. Ich schlage das Buch auf, beginne zu lesen und dann muss es passen. Dann muss ich „versinken“ können. Und das ist zum Beispiel etwas, was Auel, Gabaldon und King können: farbig erzählen, Spannung aufbauen und Bilder im Kopf wachsen lassen. Und wenn ich dann sogar noch das Gefühl habe, der Autor hat ein bißchen recherchiert und nicht einfach so drauf losgeschrieben, dann passt das ganz wunderbar.
Terry Pratchett und Stephanie Meyers zu vergleichen ist wohl die typische Äpfel/Birnen-Geschichte. Wobei auf der Scheibenwelt ja auch Vampire leben :)
Ich würde niemals Menschen verurteilen, die völlig auf Bella und Edward flippen. Sie finden eben irgendwas in diesen Büchern, das ich nicht gefunden habe.
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Ein Blick aus dem Fenster zeigt ein helles Ding am Himmel, etwas dunstig noch, aber vielversprechend.
Ein Blick auf das Thermometer neben dem Fenster zeigt kuschelige -6°C und würde mich nicht der Kaffee bei ihm und ihr locken, würde mir ein wohlgefälliger Blick nach draußen absolut ausreichen.
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Morgen um diese Zeit bin ich bereits in Berlin! Wie kalt ist es da gerade so? Liegt Schnee? Viel Schnee?
Ich bin ausgesprochen reisefiebrig und das ist evtl. nicht so günstig für den kommenden Nachtschlaf, der sowieso viel zu früh endet. Da wir um sechs Uhr in Frankfurt sein müssen, bin ich mit der Mutter der allerbesten Tochterfreundin und der Freundin, die nie Zeit hat bereits um 4:30 Uhr verabredet. Das ist eher unschön.
Schön aber ist, dass ich heute morgen erfahren habe, wo ich den Schlüssel für unsere Berliner Wohnung abholen kann. Das ist nicht nur schön, sondern vor allem sehr beruhigend.
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Gestern abend fand ein Informationsabend in der Grundschule statt, denn ab nächster Woche werden die Schüler dort Aufklärungsunterricht genießen dürfen. Beginnend mit der korrekten Benennung von Körperteilen und deren Funktionen und endend mit Aufklärung über Verhütung. Um über den exakten Verlauf des Geschlechtsaktes lehren zu dürfen, brauchte die Klassenlehrerin unsere Zustimmung. Die bekam sie auch.
Über die anstehende Pubertät der Kinder wolle sie reden und deren Fragen dazu hören. Sie habe schon einige Fragen gesammelt. Mein Favorit ist und bleibt: „Was sind eigentlich Schampons und wofür braucht man sie?“
Auch über Hygiene und Körperpflege wolle sie mit den Kindern sprechen und als ich meinen Blick so durch den Raum schweifen ließ, stieß ich nur auf Unverständnis in den Gesichtern. Und mir ging auf: die Eltern, die mit mir hier in diesem Raum sitzen, haben alle jüngere Kinder als ich. Deren ältestes Kind ist gerade in der vierten Klasse und sie haben keinen blassen Schimmer davon, das sich ein bade- oder duschversessenes Kind, das stets süß und blumig duftet und fluffiges, glänzendes Haar sein eigen nennt, in ein paar Jahren in ein muffeliges, miefiges, strähniges Wesen mit akuter Wasserallergie verwandeln kann.
Und so lächelte ich der Lehrerin zu und dachte mir meinen Teil :)
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Am Freitag gibt´s Zeugnisse und wir werden keine Überraschung erleben, weil wir alle Noten bereits kennen oder wenigstens erahnen können. Noch ein halbes Schuljahr und dann hat der Große seine Pflichtschuljahre rum. Das ist … sehr schnell gegangen.
seufz.
Wo ist Blade, wenn man ihn braucht?
26. Januar 2010
Töchterlein hatte da einen Handel mit ihrer allerbesten Freundin. Da sich der Lesegeschmack der beiden unterscheidet, sie aber Einblick in die Lesewelt der anderen haben wollten, bekam Töchterlein „Biss zum Morgengrauen“ und die Freundin hatte im Gegenzug „Ein Hut voller Sterne“ und „Kleine frei Männer“ zu lesen. Beide Mädchen waren mit dem Tausch nicht sehr glücklich. Die allerbeste Tochterfreundin quält sich gerade auf Seite vierzig und mit Pratchetts Schreibstil. Töchterlein quälte sich durch ihr Buch und das war eigentlich witzig zu betrachten, wie sie auf dem Sofa sitzend und lesend in regelmäßigen Abständen „So ein Quatsch!“ oder „IIIEeeeh, wie dämlich“ quietschte.
„Mama“, sprach die Tochter, „du musst das auch lesen, damit wir darüber reden können.“
Über Bücher reden ist nämlich toll.
Und so kam es, dass auch ich ein Biss-Buch las.
Ich kann es eigentlich kurz machen: ich find´s doof und völlig überbewertet.
Ich kann es auch länger machen: so blutleer und kalt wie Edward beschrieben wird, liest sich das ganze Buch. Kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, mich im Buch zu befinden. Das, was für mich ein Buch liebens- und lesenswert macht, sind detailierte Beschreibungen von Menschen und Landschaften. In diesem Buch erfährt man eigentlich nur, dass Edward unglaublich attraktiv, blass, kalt und hart wie Marmor ist. Was im Übrigen für mich völlig abtörnend ist und auch irgendwie verstörend auf mich wirkt, weil Bellas so unsagbar auf diese kühlen und harten Körper abfährt. Und Bella. Tja. Ungeschickt, tollpatschig und sich ihrer eigenen Attraktivität nicht bewusst. Das mag tatsächlich Jugendliche ansprechen, junge Mädchen, die sich mit dieser Figur identifizieren können. Ich war da schrecklich zwiegespalten. Natürlich war ich auch mal eine Bella, aber jetzt bin ich das längst nicht mehr und habe auch nicht allergeringste Sehnsucht danach, diesen Zustand wieder zu erleben. (allerdings fiel ich unkeusches Wesen nicht in Ohnmacht, als mich ein Junge küsste) Die Beschreibung dieser Figur ist ähnlich flach wie die von Edward. Ich sah beim Lesen stets die Autorin vor mir, krampfhaft überlegend und sich zurückerinnernd, wie sie ihre Jugend erlebt hat. Oder gerne erlebt hätte. Ich hatte keine Bella vor Augen
Diese ganze Geschichte mit den guten, selbstbeherrschten Vampiren, die nur irgendwelche unschuldigen Bären und Pumas aussaugen (btw: gibt das dann Vampirbären?) und gigantische Superkräfte haben, ging mir gewaltig auf die Nerven. Die vielen inhaltlichen und logischen Ungereimtheiten konnte ich verzeihen, aber Konstruktionen wie „ich rannte die Treppe hoch, knallte die Tür zu und setzte mich ruhig auf´s Bett“ st0ßen mir unangenehm auf. Und ich hoffe sehr, dass eine schlechte Übersetzung schuld ist.
Sämtliche Klisschees werden bedient, angefangen bei getrennten Eltern und Außenseitertum und endend bei den klugen, weisen Indianern, die schon immer alles durchschauten. Abgewiesene potentielle Liebhaber und Vampirinnen, die was Besseres sind.
Ich habe gelernt, dass Vampire überaus intelligent und attraktiv sind, im Sonnenschein glitzern, sehr schnell rennen können und nachts am Liebsten Baseball spielen.
Bisher waren Vampire für mich einfach nur böse. Hatten Stil, schliefen in Särgen und hatten Angst vor Weihwasser und Kreuzen. Und wurden von Blade gejagt, der zwar auch eine Art trockener Vampir ist, aber wenigstens dramatisch mit einem Ledermantel knattern kann und kein bißchen attraktiv ist. Oder sie leben in Salem´s Lot und assimilieren nach und nach alle Einwohner. Böse Vampire sind gute Vampire.
Ich werde die Fortsetzungsbände nicht lesen, weil ich die Faszination, die so viele, viele Frauen gepackt hat, nicht gefunden habe.Töchterlein wird die Fortsetzungsbände nicht lesen, weil sie Bella nicht mag. „Bella findet es gut, dass sie so ungeschickt ist“, sagt sie und ich weiß was sie meint. Die Figur Bella ist tatsächlich als ungeschicktes, hilfloses Mädchen gezeichnet und mit dieser Figur kann sich mein taffes, sportliches Mädchen kein bißchen identifizieren. Macht nix.
Aber schön, dass wir mitreden können. Und mal drüber gesprochen haben.
Chaos, erneut.
25. Januar 2010
Letzte Nacht schneite es.
Gigantische fünf Zentimeter mögen es gewesen sein.

Der beste Vater meiner Kinder beschloss in weiser Vorraussicht, nicht zur Arbeit zu fahren und stattdessen im HomeOffice zu arbeiten. Sehr klug von ihm, denn auf den Straßen brach der Notstand aus. Die B9, die wichtigste Verbindung zwischen Worms und Mainz und auch Zubringer zur Autobahn nach Frankfurt war zu. Auto stand an Auto, auch in zweiter Reihe. So berichtete der große Sohn, der fröhlich mit dem Fahrrad am Stau vorbeischlitterte (und nur dreimal hinfiel).
Unterricht fiel aus, weil Lehrer nicht zur Schule kommen konnten, im Stau steckenblieben. Die Hälfte der Schüler kam zu spät, weil Schulbusse nicht durchkamen.
Ich fahre kein Auto, habe nicht mal einen Führerschein, vielleicht fehlt es mir deshalb an Verständnis für dieser Situation. Können Sie mir mal erklären, warum es zu einem solchen Chaos kommt, nur weil fünf Zentimeter Schnee liegen?
Zum Glück taut es schon wieder, dachte ich vorhin.

Schön blöd eigentlich. Denn in der kommenden Nacht wird das Thermometer wieder unter null rutschen und dann haben wir statt Schnee Eis auf den Straßen. Da weiß dann sogar ich, dass das nicht ungefährlich ist.
catcontent. Und Stickereien.
25. Januar 2010
Sie erinnern sich: Frau … äh … Mutti hatte gestern ihren freien Tag.
Früher hätte ich freie Tage für die Schönheitspflege genutzt. Oder so. Heute ist es dafür zu spät sorge ich für die Schönheit des Hauses und nähe kleine Geschenkchen.
Ein Lätzchen zum Beispiel.

(die hellen Flecken sind ein unkenntlich gemachter Name)
Lätzchen nähen ist ja so was von einfach. Wenn man es kann. Ich übe noch, bin aber fast zufrieden mit dem Ergebnis. Als Schablone diente mir übrigens ein sehr altes, schon lange in einer Erinnerungskiste versenktes Lätzchen des jüngsten Kindes. Ein verzogenes, zerknittertes Lätzchen als Schablone zu nehmen ist nicht sehr günstig, aber siehe oben: ich bin fast zufrieden.
(man kann übrigens eine ganze Stunde lang an so einem Lätzchen herumnähen. Ehrlich. Kann man. Will man aber nicht. Hmpf.)
Vor vielen Jahren, als ich noch große Filzambitionen hatte, filzte ich Topfunterleger. Solche Scheiben eben, die man unter den heißen Topf legt, um die empfindliche Tischplatte zu schützen. (wie man aber die empfindliche Tischplatte vor Kindern schützen soll, steht in einem anderen Buch, das ich noch nicht gelesen habe). Diese Topfunterleger waren mittlerweile mehr als unansehlich, zumal sie von Anfang eher – sagen wir mal – individuell aussahen.
Deshalb:
click!
Der heißgeliebte grüne Riesentopf aus dem blaugelben Möbelhaus, den ich so gerne randvoll mit Köstlichkeiten befülle und stundenlang schmurgeln lasse und der, obwohl er so hübsch ist, nie auf dem Tisch stehen darf, weil er keinen Untersetzer hat – jetzt geht das. (und wieder eines dieser wirklich schlimmen Probleme gelöst)
click!
Samt hübscher Katzenstickerei und Blümchen in den Ecken.
Zwei runde Topfunterleger entriss ich ebenfalls der Nähmaschine, dann waren Schrägband, Lust und Motivation aufgebraucht. Die Unterleger sind nämlich mit dicker Vlieseline gestopft und egal, ob ich zuerst „quiltete“ oder erst aussenrum fixierte: am Ende wellte sich das ganze Gebilde sehr lustig. (aber da kommen ja schwere Töpfe drauf)
click!
Beim Zuschneiden passierte dann das, von dem ich immer hoffe, dass es nicht passiert, weil ich nämlich so ein heilloses Durcheinander auf meinem Nähtisch habe. Ich schnitt in den Stickbutton hinein, weil es sich irgendwie unter den Stoff gemogelt hatte, den ich gerade zuschnitt.
Mit Hilfe von so einem (um)Bügelband, das immer den Vorhängen aus dem blaugelben Möbelhaus beiliegt und einigen höchst professionellen Einsätzen an der Nähmaschine gelang es mir, den Button zu retten. Die Rettungsaktion dauerte in etwa so lange, wie ein erneutes Sticken des Buttons gedauert hätte. Aber ich liebe Herausforderungen und geizig bin ich obendrein. Und man muss schon sehr genau hinschauen, um den Fehler zu sehen. Ausserdem steht dann da ja auch ein Topf drauf.
Katzen und Blumen sollen Frühlingsgefühle wecken, spricht Frau Rieger. Bei mir sind die Farben eher gediegen. Gelb soll die neue Farbe in der Küche sein, doch so recht entschlossen bin ich noch nicht. Welche Farben auch immer SIE mögen, ab Donnerstag, den 28.01.10 können Sie sich Frau Riegers neue Stickdateien ins Haus holen. Wie immer hier.
Hoch die Tasse XVIII
24. Januar 2010
Das Tässchen ist ins Nimmerland gewandert und wurde dort mit wirklich viel Milchschaum befüllt.
Einmal mit dem gepunkteten Löffel umgerührt und dann im Schnee genossen.


