Elternsprecherin, disqualifiziert
8. Dezember 2009
„Und was sollen wir denn für die Klassenlehrerin besorgen?“, fragte die stellvertretende Klassenelternsprecherin gerade am Telefon.
„Nun. Wenn ich ehrlich bin: nix.“, sprach Frau … äh … Mutti, die Spaßbremse, „Weil ich weiß ja gar nix über diese Frau, außer dass sie mein Kind unterrichtet. Wofür sie ja obendrein bezahlt wird.“
„Ja, aber das ist so üblich.“
„Tja, ich kann nicht weiterhelfen, ich mag das nicht.“
„Ok, dann rufe ich mal die Eltern an, die schon nachgefragt haben. Vielleicht haben die eine Idee.“
Hätte ich eine hübsche Gelkerze vorschlagen sollen? Oder ein nettes adventliches Gesteck?
(und obendrein wird das Kind dann mit einem Zettel heimkommen, auf dem steht, ich möge bitte ein bis drei Euro in einen Umschlag packen, für ein Geschenk und eine Karte.)
(ja. Ich bin aufmüpfig. Und wahrscheinlich doch eher ungeeignet für den Elternsprecherjob, wenn dies zu den Aufgaben gehört.)
Ohne Kaffee
8. Dezember 2009
durch das graue Nierstein zum Hausarzt geschleppt. Blut abgenommen bekommen, gesagt bekommen, dass der Blutdruck sehr niedrig, aber vorhanden sei und erfahren, dass im neuen Jahr ein Dauer-EKG fällig ist, weil das, was da manchmal so blubbert, eine Extrasystole ist, die man nicht will.
Hatte ich nicht bestellt, dass ich im neuen Jahr keinen Arzt mehr sehen will?
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Im Wartezimmer des Arztes roch es übrigens so, als hätte man diese ganzen „ich schieße alle fünf Minuten fürchterliche Raumerfirscherduftpartikel“-Geräte mit Desinfektionsmittel gefüttert. Da fühlt man sich gleich viel gesünder, wenn man mal tief einatmet.
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Die Ergebnisse des Bluttest sind morgen da. Morgen allerdings sind weder Arzt noch Helferinnen da, denn die Praxis hat Urlaub. Bleibt zu hoffen, dass ich den OP-Termin am Donnerstag nicht vor acht Uhr habe. Sonst kann ich weder die Ergebnisse vorher abholen, noch können sie gefaxt werden. Immer muss das alles so kompliziert sein.
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Neulich mit der Freundin, die nie Zeit hat und der Mutter der allerliebstenTochterfreundin zusammengesessen und „Dinge, die man nicht sagen darf“ (weil man sich sonst sofort als schlechte Muter outet) gesammelt. Spitzenreiter: „Eigentlich habe ich mir ein ganz anderes Kind gewünscht“
Ganz schön schwer, das zuzugeben. Oder es auszusprechen. Oder es zu verstehen, bedeutet es doch nicht, dass das Kind nicht bedingungslos geliebt und akzeptiert wird, sondern eher, dass die Realität die Wunschvorstellung aus der Schwangerschaft überholt hat.
An zweiter Stelle übrigens: „Wann darf ich endlich die unmittelbare Verantwortung abgeben?“
Diese Frage ist noch ncht entgültig geklärt.
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Die allerbeste Freundin ist aus Berlin zurück und hat mir viele, viele Bändchen von Frau Tulpe mitgebracht. Unglücklicherweise bekomme ich die erst am 23. Dezember und das macht mich sehr zappelig.
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Der türkisfarbene Samtmantel von Boden kam heute an, zusammen mit den gepunkteten Socken. Die Socken sind prima, der Mantel wunderschön. (wunderwunderschön) Zum Glück ist der Mantel zu groß und muss zurückgeschickt werden (ohne eine Neubestellung, leider), denn das Jäckchen von gestern fraß sämtliche Winterreserven.
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Erinnern Sie sich, dass es so schwierig war, Salzsäure und so´n Kram für die Chemieexperimente des großen Kindes zu bekommen? Wegen der neuen Gefahrenverordnung hatte sich unsere Apothekerin so ein bißchen angestellt. Nun waren wir im Nachbarort in der Drogerie. Dort gab es 30% Salzsäure in der Literflasche und die anderen Sachen, Natrondingsbums und wasweißich, in ähnlich hoher Konzentration für ein paar Euro fuffzich. Verdünnen wird der beste Vater meiner Kinder zusammen mit dem Großen, ordentlich mit Handschuhen und Schutzbrille. Und ich nehme dann die restliche Salzsäure und reinige damit die Waschbetonplatten. Das wird hier auf´m Land nämlich so gemacht.
(und von wegen Gefahrenverordnung: im örtlichen Raiffeisenmarkt gibt´s alles, was man für eine hübsche Bombe braucht. Nur kein Silbernitrat, das ehlt noch)
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Oma Eis hat sämtliche Engel und Monster, die ich in den letzten Wochen so nebenher gestickt/genäht habe eingepackt, ausserdem zwei Rollen Geschenkpapier und beide Nudelständer. Sie steht jetzt am Samstag Sonntag! alleine auf dem Weihnachtsmarkt, die Ärmste.
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Morgen gibt es Neues vom Wandertässchen, seien Sie sehr gespannt, ich bin es auch :-)
Ich habe endlich mal die Liste aktualisiert. Wer dennoch fehlt oder wieder heruntergestrichen werden möchte, weil das ja alles nur ein ganz fieser Betrug ist, möge sich bitte melden.
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Mittagessen.
Wenn
7. Dezember 2009
Sie denken, dass das Anprobieren von T-Shirts und Jeans in mies ausgeleuchteten Umkleidekabinen ganz fürchterlich ist, dann nehmen Sie sich doch mal sechs BHs mit.
Seufz.
kurz und knapp
7. Dezember 2009
– Bis halb zwei an der Nähmaschine gesessen, weil ich dringend diese Tasche für mich wollte. Und viermal komplett auftrennen musste. Und abschneiden musste. Und wieder dranfrickeln musste. Jetzt ist das Ding schief, aber hübsch, ich werde bestimmt noch mit einem Bild prahlen.
– mit schlechtem Gewissen, weil es so spät war, ins Bett gegangen. Zur Strafe nicht schlafen können und unruhig im Bett herumgewälzt.
– rasch zum Orthopäden geflitzt, erfahren, dass nicht er, sondern der Kollege operiert. Darüber etwas gefrustet sein.
– das Rezept für Unterarmgehstützen dankend abgelehnt, weil ich hab ja schon drei Paar. Obwohl mir ein Paar gelbe Stützen in der Sammlung noch gefielen.
– das Rezept für die blöden Thrombosespritzen zähneknirschend in Empfang genommen.
– das Rezept für Ibuprofen 600 zu den Unterlagen gepackt.
– das Rezept für die Bewegungsschiene (die Wii-Knie, Sie erinnern sich) wurde vorbereitet und bei Bedarf ausgestellt.
– das Rezept für sechsmal Krankengymnastik zu den Unterlagen gepackt.
– den Orthopäden gefragt, ob es ein OP-Bonusheft gibt und ob man nach fünf Operationen beispielsweise eine Nasenkorrektur bekommt. Vom Orthopäden gehört, dass ich das doch nicht nötig habe. Nun bin ich aber nicht sicher, ob er die Korrektur meinte oder eine fünfte Knie-OP.
Ausserdem vom Orthopäden ans Knie gefasst bekommen. Aber das war mehr so freundschaftlich.
– mit dem besten Vater meiner Kinder gewettet, dass der Meniskus rausgenommen wird, weil das mit dem Reprieren nicht klappen wird. Würde bedeuten, dass ich schon nach einer Woche statt erst nach sechs Wochen wieder laufen kann.
– nebenbei einen Kaffee runtergestürzt, die Unterlagen für die Tagesklinik zusammengerafft und jetzt los: Anästhesiegespräch. (immerhin hab ich den Bogen schon komplett ausgefüllt, das sollte also schnell gehen)
– Die Kindelein bei den Großeltern eingemietet und nach dem Gespräch: Extrem-Stadtbummeling.
– (to-do-Liste schrumpft)
Vögel, die abends feiern,
6. Dezember 2009
frisst morgens die Katz´.
Bittere Erkenntnis für sechs halbwüchsige Jungs, die die Nacht zum Tag machten und erst gegen halb sieben einschliefen. Denn drei der Nachteulen mussten bereits um neun das Haus verlassen, die Generalprobe des Weihnachtsballs stand an. Eine Nachteule sollte um halb zehn daheim sein, weil die Familie einen Ausflug zu Freunden plant. Die fünfte Nachteule beschloss, im eigenen Bett weiterzuschlafen und die sechste Nachteule, meine Nachteule, kroch gerade eben aus den Federn, sehr zerknautscht. Und bei der Information, dass heute noch Englisch und Latein auf dem Programm stehen, wich das letzte bißchen Farbe aus den fahlen, übernächtigten Wangen.
„Gefeiert“ haben die Jungs übrigens mit Bruce Willis, den sie erst langsam, dann noch langsamer und dann erst recht sterben ließen. Und den vierten Teil gab es wohl auch noch, ich gestehe, da schlief ich schon selig.
Verspeist haben sie siebzig Pizzabrötchen. Zwei Klappboxen voll Zutaten (Pilze, Schinken, Salami, Käse, passierte Tomaten und Brötchen) schleppte der beste Vater meiner Kinder in die Grüne Villa. Die Boxen sind leer und der Rekord waren einundzwanzig Pizzabrötchen (= halbiertes Brötchen mit Belag) hintereinander weg ohen Übelkeit oder Völlegefühl. Diese Jungs sind so groß oder größer als ich, wiegen aber etwa die Hälfte. Wo essen die das hin?
Ein Kasten überzuckerter Limonade verschwand genauso in den unersättlichen Mägen, wie zwei sehr große Schüsseln Popcorn. Sie sehen mich beeindruckt.
Große Jungs freuen sich übrigens genauso über gefüllte Schuhe, wie kleine Jungs.
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Pizzabrötchen
20 Baguettebrötchen (zum Aufbacken)
200g Salami
200g Schinken
200g Käse
1 Packung passierte Tomaten
frische Champignons nach Lust und Laune
1 Becher Sahne
Kräuter der Provence, evtl. Salz, Pfeffer (muss meistens nicht, weil Salami und Schinken würzig genug sind)
alle Zutaten sehr fein schneiden, bzw. den Käse reiben, miteinander vermengen. Die Brötchen halbieren und die Pampe draufkleistern. Bei 180° Ober/Unterhitze für ca. 25 Minuten in den Ofen.
(lassen sich gebacken eingefrieren und dann wieder aufbacken)