Hätte ich
4. Dezember 2009
nicht bereits den ersten Kaffee getrunken, als die Arzthelferin meines Orthopäden anrief, um mir den OP-Termin mitzuteilen, könnte ich jetzt beim Hausarzt sein, um aktuelle Blutwerte nehmen und ein EKG schreiben zu lassen. StattdessenTermin: Dienstag morgen, nüchtern bitte.
OP-Vorgespräch und Anästhesieaufklärung am Montag, zuerst in Oppenheim, dann in Mainz. Hinterher ein keiner Bummel, zu Ablenkung und auch weil da dieses Fest vor der Tür steht.
Daheim: gründlich durchputzen, eine Fuhre Spritzgebäck backen, die Weihnachtsgeschenke, die für genäht werden sollen, fertigmachen (Blödsinn, schaff ich nicht, zu viele Idee für wirklich zu wenig Zeit), Weihnachtskarten (oder wenigstens die Adressen) heraussuchen, ein paar Mahlzeiten für betreuungsschlechte Tage vorkochen, das letzte Weihnachtsschnickeldi in die Zimmer werfen, mit dem Jüngsten für Mathe, mit der Mittleren für Französisch lernen und den Großen mit Englisch- und Lateinvokabeln quälen, den Geburtstag des Großen feiern, eine Menge Schuhe mit Nikoläusen füllen (was müssen die Kumpel auch von Samstag auf Sonntag hier übernachten? SEHR raffiniert von den Eltern :-)), ein bißchen Wäsche waschen, mit der Mutter der allerbesten Freundin und der Freundin, die nie Zeit hat am Samstag nachmittag Geburtstagskaffee trinken und über aktuelle alte-Frauen-Gebrechen jammern, Lesestoff und ablenkendes Filmmaterial besorgen und sich freuen, dass vor lauter Hektik erst gar keine Angst vor der OP aufkommen kann. Apropos OP: die ist am Donnerstag. Und ich möchte meinen Orthopäden küssen dafür, dass er es so schnell möglich gemacht hat.
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Der Weihnachtsmarkt allerdings ist für mich gestrichen. Oma Eis muss alleine frieren.
Auch das traditionelle Weihnachtsblasen mit Glühwein am 23. Dezember findet wohl eher ohne mich statt.
Wer das Essen an Heiligabend zubereitet, ist schon beinahe geklärt, da die allerliebste Freundin mit Serviettenknödeln experimentieren will. Und Oma Eis eine Rehkeule versprochen bekam. Der Rest – findet sich.
Silvester werde ich eher nicht tanzen, aber optimistisch für´s kommende Jahr mein Glas heben.
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Angesichts der langen to-do-Liste da oben, werde ich nun meinen Kaffee in Ruhe leeren und mich ins Vergnügen stürzen.
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Für die Menschen vom Fach: auf der Überweisung steht: Außenmeniskusläsion rechts(wahrscheinlich passiert, als ich da neulich, noch mit Krücken unterwegs, auf nassen Fliesen ausrutschte und mit dem fast frischoperierten Knie schrägundkomisch abbremste. Tat sehr, sehr weh.), Innenmeniskushinterhornläsion rechts (das ist dieser Riss quer durch, den die gute Hausfrau gerne mit Buttercreme füllen würde, weil der Orthopäde dauernd von dem Meniskus, der die Form eines Kuchenstücks hat, sprach) und ausserdem, ganz neu für mich Patellakompressionssyndrom rechts. Patella ist die Kniescheibe, so viel ist klar. Kompression ist Druck, denke ich. Wo drückt die Kniescheibe und wieso weiß das der Orthopäde und ich nicht? Und was ist es genau? Wissen Sie es oder muss ich meinen Fragenkatalog bis Montag um eine weitere Frage verlängern?
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Hat jemand da draußen Staffeln von „Friends“ oder „Gilmor Girls“ zum Verleihen? Weil die Ärzteserien habe ich erstmal satt. Ich gehe pfleglich mit geliehenen DVDs um und ein Dankeschön gibt´s bei Rückgabe auch.
Pleeeeeaaaase! *bambieyes*
Danke, Danke, Danke!
Ich bin nun Bestens versorgt und muss mich für ein halbes Jahr lang (ungefähr) nicht um Unterhaltung sorgen :-)
Schmuck und so
3. Dezember 2009
Seit drei Jahren habe ich einen Charlotte-Ring.
Mir gefiel die Idee, einen Ring als Basis für verschiedenstes Schnickeldi zu haben. Dabei ließ ich außer acht, dass dieses Schnickeldi mächtig viel kostet. Nach Weihnachten ergatterte ich einen reduzierten Advenskalender, dessen Inhalt sich als eine Menge Plastikkram entpuppte, nicht ganz schön, aber auch nicht ganz schlecht. Um die Plastiksterne und -blümchen mit dem Ring kombinieren zu können, leistete ich mir einen Einsatz mit Saphir. Und zertrümmerte mir kurz darauf irgendwie den Saphir, so dass der gesamte Aufsatz nur noch hässlich war.
Und so trug ich stets mein Grundmodell, einen breiten Edelstahlring mit Onyxperle.
Zum Geburtstag überrecihte mir der beste Vater meiner Kinder eines dieser verheissungsvoll-kleinen Päckchen und darin fand ich einen Einsatz für meinen Ring mit einem Amethyst. Und weil ich heute so einen Anfall von Kreativität ohne Nählust hatte, kramte ich meine Fimo-Restbestände hervor und knetete.
Erste Ergebnisse kann ich vorzeigen. Fliegenpilz und Spiegelei sind leider zerbrochen, doch ich gebe nicht auf. Ausserdem plane ich so ein paar Sächelchen aus Stoff und vielleicht auch was Gefilztes. (was bedeutet, dass das große Wollepaket, welches am Samstag auf die Reise geht, ein klitzekleines bißchen kleiner ist, liebe Anja).
Hier also Charlotte meets Fimo, erster Versuch:

geht so.
Aber der zweite Versuch gefällt mir arg gut.

Warum ich jetzt nur die ganze Zeit „Lollipop“ vor mich hinsumme und den Zeigefinger aus dem Mundwinkel ploppe, bleibt mir ein Rätsel ;-)
Wenn
3. Dezember 2009
der Orthopäde meines Vertrauens es schafft, das benötigte Equipment (komische Zuckernägel und so) rechtzeitig zu beschaffen, liege ich Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche auf dem OP-Tisch, lasse mir den Innenmeniskus zusammennageln und -nähen und den Außenmeniskus glätten.
Das wäre überaus günstig, da der beste Vater meiner Kinder über die Feiertage und auch danach noch Urlaub hat und ich sechs Wochen Krückenlaufen vor mir habe. Krücken und Haushalt passen nicht zusammen.
Sollte das alles nicht klappen, steht der OP-Termin am 24. Januar im Kalender und das ist aus mehreren Gründen äußerst ungünstig, von den Schmerzen, diemich dann etwas länger begleiten noch begleiten mal ganz abgesehen.
Der Orthopäde meines Vetrauens plauderte übrigens aus dem Nähkästchen. Ihm habe man auch versucht den Meniskus zu flicken, doch habe das nicht funktioniert, weil er die „Schonzeit“ nicht eingehalten habe. Vier Wochen nach seiner OP war der Riss wieder da. Sein Meniskus sei jetzt bis auf die Rissbasis entfernt.“ … und Arthrose … naja. Vielleicht gibt es ja in zehn Jahren was, was man sich ins Knie spritzt und daraus wächst dann ein neuer Meniskus“, sprach er.
Das ist natürlich nicht wirklich ermutigend, aufbauend oder gar tröstend. Aber gerade weil er so offen spricht, mein Orthopäde, habe ich Vetrauen, dass er das so gut wie ihm möglich erledigt. Und in zwei Jahren oder so vertraue ich ihm dann mein linkes Knie an. Habe ich ihm vorhin versprochen :-)
oooch.
2. Dezember 2009
Ihnen allen da draußen allerherzlichstens Dank für Ihre guten Wünsche und seelenschmeichelnden Worte. Ich hadere ja nicht mit meinem Alter (bin sogar ganz froh, 1970 geboren zu sein, das rechnet sich einfach leicht, weil ich mein Alter immer vergesse), aber immer mal wieder mit meinem Äusseren. Jaja, die Eitelkeit.
Frau Knie habe ich zur vierziger Feier ausgeladen, dieses Jahr saß sie noch mit im Boot. Aber morgen nachmittag erfahre ich, wann sie wohl hoffentlich rausfliegt.
Sie merken an meiner blumigen Sprache: ich habe ausgiebig gefeiert. Wie es sich als engagierte Mutter und Hausfrau gehört, tat ich das nicht mit meinen liebsten Freunden, sondern mit den Kollegen vom Schulelternbeirat. Nur halb dienstlich, im Rahmen des Weihnachtsessens. Und weil die Freundin, die nie Zeit hat (aber trotzdem im SEB ist) gepetzt hat, bekam ich sogar ein brummeliges Ständchen von Schulleiter und SEB gesungen. Sehr fein. Rotwein und Pizza waren es auch.
Und vielleicht finden sich auch noch drei Stündchen, um mit den Freunden zu feiern. (am Samstag feiert erstmal der Große)
Ich habe heute mehr Päckchen von weitestgehend fremden Menschen ausgepackt, als von Menschen aus meiner Familie.
Ich habe wundervolle Karte bekommen und den Umschlag der einen Karte zierte ein Flügelschwein, das ich ganz besonders liebe.
Ich habe ein Ballettschwein geschenkt bekommen. Und Schmuck vom besten Vater meiner Kinder. Wow. Schmuck!
Man häkelte mir eine vier Meter lange Luftmaschenkette, malte mir ein düsteres, impressionistisches Bild und und schenkte mir einen Kuss für schlechte Zeiten. Geld gab es auch,welches ich direkt in ein dawanda-Shöpchen trug.
Ich habe nun warme Ohren, warme Hände und keine einzige Ausrede mehr, was das Verarbeiten von Jersey anbelangt.
Ich werde sauber sein und gepflegt und obendrein wie eine Limette duften.
Mein Flügelschwein auf der Fensterbank hat Gesellschaft bekommen und ich ein wundervolles Handarbeitsbuch mit zauberhaften Bildern.
Ich habe einen Antrag gestellt, morgen wieder Geburtstag haben zu dürfen, denn ich musste weder Küche noch Wohnzimmer noch Bad saugen, bekam eine Kiste voller Lieblingsplätzchen und eine Philadelphiatorte, wurde geküsst und umarmt und der Kaffee wurde mir am Bett serviert.
(Oh. Küsse, Umarmungen und Kaffee am Bett gibt´s ja jeden Tag.)
Ich hatte einen wunderschönen Tag. Danke, dass auch Sie da draußen dazu beigetragen haben!
Bilanz.
2. Dezember 2009
Die Nase ist immer noch krumm und die linke Gesichtshälfte sieht ganz anders aus als die rechte.
Das Kinn verdoppelt sich und die Wangen werden zu Merkelbäckchen.
Die beiden Falten zwischen den Augenbrauen, die Schmerz- und Sorgenfalten, haben sich in diesem Jahr tief eingegraben, doch die vielen Fältchen um die Augen schaffen einen Ausgleich. Und die beiden Falten links und rechts vom Mundwinkel sind ebenfalls Lachspuren.
Vielleicht sind die ersten Haare unter der Farbe schon grau und vielleicht verschwinden ja auch die Pickel endlich in den Wechseljahren. Vielleicht mag ich mich nächstes Jahr noch genauso, wie heute.
Fazit: neununddreissig – keine Wehmut.
(und nächstes Jahr gibt´s ´ne Party!)