Sicher,

13. August 2009

dieser Regen da draußen ist ganz toll für meinen vernachlässigten Garten.

Aber.

*böses Schimpfwort*

Die weitere Tagesplanung sah eigentlich vor, sich mit Töchterlein zwischen 23:00 und 2:00 Uhr auf die Terrasse zu legen und Sternschnuppen zu zählen. Nachdem wir es gestern schon verpasst hatten.

Sollte das Wetter bei Ihnen besser und der Himmel klar sein, dann schauen Sie doch mal nach oben. Und sollten Ihnen nicht genug Wünsche einfallen: ich nähme einen für´s Knie :-)

ist ein angenehmes. Vor allem dann, wenn es sich bei diesem Kind um mein wunderbares Töchterlein handelt, das heute morgen früh ausgeschlafen hatte und mal eben ein bißchen Ordnung ins Küchenchaos bringen wollte. Was ihr auch gut gelungen ist.

Und weil ich so fröhlich in eine ordentliche Küche kam und die nicht gleich mit Frühstücksvorbereitungen wieder verwüsten wollte, beschlossen wir, Kaffeestückchen beim Bäcker zu kaufen.  Töchterlein hat obendrein auch neue Chucks vom Onkel aus Amerika mitgebracht bekommen und die müssen eingelaufen (= in den richtigen Verwahrlosungszustand gebracht) werden. Ein Puddingteilchen für die Tochter, ein Mohndingens für die Mutter und als wir den Bäcker verließen nieselte es ganz sanft.

Ideale Voraussetzungen, um am Eisstand am Rhein unten je zwei Bällchen Eis (Bacio und Nuß) zu kaufen, die einpacken zu lassen und sie dann, quasi als Frühstück, in dieser kleinen Nische hinter der Hochwasserschutzmauer mit Blick auf den heute graugrünen Rhein, zu genießen.

„Mama“, sprach das Töchterlein, „Ich liebe den Rhein und wir haben es echt gut, wir zwei.“

Ich konnte nur zustimmen.

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Auf dem Rückweg ein kleiner Abstecher ins Niersteiner „Hier gibts einfach alles „-Geschäft, denn zur weiteren Tagesgestaltung fehlen noch zwei Flaschen Vollabtönfarbe in schwarz.

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Als das Telefon gestern abend um elf klingelte, rutschte mir ganz kurz das Herz sehr tief in die Hose, denn mir war augenblicklich klar, dass es sich bei dem nächtlichen Anrufe nur um den Zeltlagerchef handeln konnte, der mir mitteilen, will, dass mein jüngstes Kind völlig aufgelöst schluchzend neben ihm steht und dringend nach Hause möchte.

Es war aber nur das Töchterlein, das mit den Cousins beim Opa Fußball geschaut, hinterher  beim Spielen die Zeit vergessen hatte und nun ankündigte, dass der Onkel sie nach Hause bringt. Uff.

Es ist nicht einfach, sich Flügel wachsen zu lassen.

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Gestern und vorgestern lebte hier ein Kleinkind. Zum Glück zusammen mit seiner Mutter, denn ich habe wirklich und wahrhaftig vergessen, wie anstrengend es sein kann, unter glühender Mittagssonne ein Lauf- UND Kinderwagen – unwilliges Kind an sich kleben zu haben. Das Argument, dass das Tragen des klebrigen Bündels auch einen hervorragenden Trainingseffekt habe, kam auch nur sehr gequält über die Lippen von Frau Quartalsstrickerin. Nichtsdestotrotz verbrachten wir viele vergnügliche Stunden miteinander, ich durfte sogar mit Kinderwagen und Leihkind beim Brötchen kaufen die Niersteiner Gerüchteküche ankurbeln. Gerne wieder, Sie Liebe!

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Frau Webschaf besuchte uns gestern ebenfalls und ich vermelde erfreut, dass der kleine Bauch beständig wächst. Etwa eine Stunde lang versuchten der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib bei der dringend anstehenden Suche nach einem wundervollen Namen behilflich zu sein, doch Frau Webschaf zeigt sich nicht kooperativ. Unser Favorit war „Dankwart“, doch damit konnten wir nicht landen.

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Zum Abschluss des Tages gönnte ich mir GA und wurde plötzlich sehr jammerig. Die Hochzeitsplanerei ist ja ganz gewaltig kitschig. Aber verdammt noch mal: ich wünschte, das hätte jemand für mich getan. Es ist so liebevoll und süß und nett und mir fehlen die passenden Adjektive, dass da jemand ist, der einfach sagt: schau mal, das ist ein ganz besonderer Tag und der gefeiert.

Ich glaubte, meine Hochzeit herunterspielen zu müssen. Ist ja nix Besonderes. Wäre ja Quatsch, dafür Geld aus dem Fenster zu werden. Wieso dolle feiern? Pah, da stehe ich drüber.

Weia, ich war echt blöd.

Das würde ich heute wohl auch anders machen.

(und mein nächster Geburtstag wird auch gefeiert, egal ob rund oder nicht)

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PP wird irgendwie immer doofer und ER … najaaaa. Ich stelle mir vor, dass die „Macher“ zusammen am Tisch saßen und diskutierten:

„Also irgendwie müssen wir das Ding ja mal fertig kriegen“

„Klar, aber wie?“

„Es muss TOTAL irre und neu und innovativ und rührend und ans Herz gehend und natürlich so was von glaubwürdig sein!“

„Ok, irgendwas, was den Menschen auf ewig im Gedächtnis bleibt.“

„Machen wir doch ein Zeltlager in einer Art Turnhalle mit lauter herzkranken Kindern. Vorher müssen sich die Ärzte singend und merkwürdige Spiele spielend zum Affen machen und der kluge, dicke, hässliche Junge, der bewegende Worte spricht, der muss auch noch rein. Am Besten in Kombination mit dem Arzt, der so mysteriös-geschädigt wirkt.“

„Super! Und die neue Arztchefin muss natürlich auch noch glücklich gemacht werden, in dem wir ihr rasch noch ein Baby schenken, ein bißchen unkonventionell vielleicht, aber Hauptsache zu Tränen rührend. Und ein Heiratsantrag! Wie kriegen wir noch einen Heiratsantrag unter?“

„Fein, fein! Ich sehe, wir bewirken was! Ein bißchen Blut noch dazu und eine kleine Nebengeschichte mit Moral „wähle deine Freunde mit Bedacht“ böte sich da an und schon haben wir ein rundes Ende gefunden. Schade, dass wir die Sache mit dem Arm und den Rotorblättern eines Hubschraubers schon hatten …“

„Super! Und vielleicht drehen wir ja irgendwann doch wieder eine neue Staffel, weil ein paar offene Handlungsstränge haben wir ja vorsichtshalber gelassen. “

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Kaffeepause beendet, Streichklamotten suchen!

Hoch die Tasse VIII

13. August 2009

Das Wandertässchen sorgte beinahe für das schlimme Ende des jungen Norman, hätte da nicht Feuerwehrmann Sam eingegriffen.

Hier.

Der Goethe mal wieder!

10. August 2009

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“

Recht hat er. Und ich versuche ja auch, danach zu leben. Und mich nicht selbst in eine hysterische „Ob´s dem Kind wohl gut geht“-Panik zu manöverieren.

Genau. DEM Kind. Nur der Jüngste. Der Große, um den mache ich mir keine Gedanken. Der war letztes Jahr schon mit, der ist umgeben von all seinen Freunden, der genießt seine Freiheit und die Sachen, die Jungs im Zeltlager halt so machen.

Aber der Jüngste. Er hat sein Lieblingsknuffeltier nicht mitgenommen, damit es nicht verloren geht. Vielleicht auch, weil er in Sorge war, deswegen ausgelacht zu werden. Seine Sorge galt auch, dass man ihn wegen seiner langen Haare als Mädchen auslachen würde. (er will nicht, dass sie geschnitten werden, ich bot das an) Ich erklärte ihm, dass derjenige, der ihn auslacht, selbst doof ist, denn immerhin handelt es sich um ein Jungenzeltlager. Aber ach, Kinder sind manchmal doof, meine nicht ausgeschlossen.

Ich bin so in Sorge, weil ich nichts für ihn erklären kann. Kann den anderen Kindern nicht sagen, warum er langsamer spricht. Kann ihm nicht helfen, wenn seine Langsamkeit ausgenutzt wird. Kann ihm nicht die Haare bürsten und kann … ihn nicht unter meine Gluckenflügel nehmen.

Muss ihm Flügel geben.

Und das ist so sehr schwer. Dabei habe ich gesehen, wie fröhlich er mir aus dem Bus heraus gewunken hat. Neben einem Klassenkameraden sitzend und mit funkelnden, abenteuerlustigen Augen. Ich weiß, dass sein großer Bruder für ihn da sein wird. Genauso wie die Freunde des großen Bruders. Und der Zeltchef ist der Sohn der Freundin, die nie Zeit hat. Ein vetrautes, gemochtes Gesicht. Es wird ihm gut gehen. Und in ein paar Tagen werde ich ein verdrecktes, braungebranntes und fünf Zentimeter in die Höhe gewachsenes Kind am Parkplatz abholen.

Flügel. Auch für mich.

Aufbruchstimmung

10. August 2009

in der Grünen Villa: die Jungs fahren heute für fast zwei Wochen ins Zeltlager. Küchentisch und Tresen sind belagert mit all dem, was der „Rüstbrief“ empfiehlt und mit dem, was nicht drinsteht, was Mütter aber für notwendig halten. Waschlappen zum Beispiel. (immerhin könnte es ja sein, dass wenigstens einer davon benutzt wird)

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Passend zum Zeltlagerbeginn hat sich das Wetter wieder in eine trübe, schwüle Suppe verwandelt, samt Nieselregen und dem Gefühl, unter Wasser zu leben.

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Trotz Empfehlung im Rüstbrief, steht das große Kind dem Thema Wanderschuhe eher ablehnend gegenüber. Die passen nicht zu den sorgfältig ausgewählten Klamotten, ausserdem sind sie schwer an den Füßen und sorgen beim obligatorischen Schlurfgang dafür, dass es gar nicht mehr vorwärts geht. Das jüngste Kind ist hier deutlich unkomplizierter, dem ist es nämlich wurscht, ob das blaue T-Shirt mit Spiderman drauf auch wirklich zur quietschgrünen Hose passt. Ach Pubertät, du machst das Leben ganz schön kompliziert.

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„Wirst du Heimweh kriegen?“, fragt das große Kind misstrauisch seinen kleinen Bruder-

„Nöööö! Ich hatte doch nur einmal Heimweh!“, erwidert dieser empört.

Keiner fragt mich, ob ICH Heimweh nach meinen Söhnen bekomme.

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Und wenn sie wiederkommen, sind die Ferien vorbei. Wo ist die Zeit hin?

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Lachen gefällig? (soooo süüüüß!)

The Story of the Stork