logische Sache, das

7. August 2009

Wenn Frau Aufschieberitis mal wieder das Zepter ergriffen hatte, öffnet sie damit Herrn Murphy alle Türen.

Das heisst nix anderes, als dass Frau … äh … Mutti im Nähzimmer Murx fabriziert und dabei die ganze Zeit „Mist. Mistmistmist. MIHIHIST!“ vor sich hin schimpft und hektisch zur Uhr schielt, weil doch nur noch fünf Stunden Zeit sind, abzüglich Mittagessen kochen, Mittag essen, ein Schönheitsschläfchen und diverse Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Bespaßung von fünf Kindern, die gleich den Computer wieder ausschalten müssen.

Mist.

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Noch zwei Stunden. Chaos. Nadelbruch. Unterfadenschlingereien. Weiß nicht, welche Farbe zu welcher Farbe passt. Zu viele Farben im Haus. Wilde Flüche. Kinder zu den Großeltern geflüchtet. Kein Kaffee mehr in der Kanne. Nur noch eins. Keine Lust mehr. Mist.

Mistmist.

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fertig geworden, gelungen. Keine Zeit mehr für Bilder, denn jetzt: Überraschungsparty für die Mutter der liebsten Tochterfreundin. (hihi, ich freu mich!)

Die Sache mit dem MRT

7. August 2009

„Lassen Sie sich eine Überweisung zum MRT von Ihrem Hausarzt oder einem Orthopäden schreiben, machen Sie so schnell wie möglich einen Termin beim Radiologen aus, am Besten nächste Woche und kommen Sie dann umgehend mit den Bildern, am Liebsten auf CD-ROM, wieder hier her.“

So die Anweisung des hübschen Arztes gestern abend in der Uniklinik.

„Wieso kann ich das MRT nicht hier in der Klinik machen lassen, Sie haben doch hübsche Geräte“, fragte Frau … äh … Mutti, weil das scheint doch naheliegend.

„Ja, wir haben Geräte, doch die werden dann eingesetzt, wenn es sich um einen absoluten Notfall handelt, der sofort oder wenigstens am Morgen danach in den OP muss. Wenn ich Sie als akuten Notfall aufnähme, mit sofortiger OP-Notwendigkeit, dann könnten Sie in unsere Maschine.“

Na gut. So dringend war es mir dann doch nicht und irgendwie war ich auch froh, NICHT direkt in die Röhre geschoben zu werden, weil dann wäre ich ja ein akuter Notfall gewesen. Sie verstehen? Nein? Ich auch nicht.

Heute morgen: Projekt Überweisung

Die Praxis meines Hausarztes ist geschlossen, Dottore gönnt sich einen Urlaub. Ich suchte also den Arzt auf, der mir damals den Daumen auf sehr individuelle Art und Weise getapet hatte, was mir einen bösen Rüffel beim Orthopäden einbrachte, weil dieser dachte, ich hätte selbst den weiterhin ausgekugelten Daumen behandelt. Nun ja, ich wollte keine Diagnose oder Behandlung, sondern eine Überweisung.

„Hallo, mein Name ist Frau … äh … Mutti, ich brauche eine Überweisung zum Radiologen. Hier ist mein Kärtchen, hier der Brief aus der Uniklinik.“

„Nehmen Sie bitte Platz, der Doktor ruft Sie dann auf.“

„Äh. Ich brauche wirklich nur eine Überweisung.“

„Ja, ja, aber die geben wir nicht einfach so raus.“

Ich wollte dann anmerken, dass der Grund und die Diagnose im Brief stehen, doch was soll´s. Die Frau macht ihren Job und ich ihr das Leben nicht schwer. Einzig das Versprechen, dass die fünf Kindelein daheim nicht ewig auf ihre Frühstücksbrötchen würden warten müssen rang ich ihr ab und nahm im Wartezimmer Platz. (unter den ausliegenden Zeitschriften keine einzige Laura, ich bin erschüttert.)

Zehn Minuten später wurde ich in Behandlungszimmer gerufen. Da ich mit unschlagbarem Fachtermini Symptome, Anamnese und Diagnose runterleiern konnte, bekam ich umgehend die gewünschte Unterschrift auf meiner Überweisung und konnte heim zum Telefon fahren. Vorher studierte ich eingehend die Überweisung, ob da auch „MRT Knie re.“ draufsteht. (und der Arzt dachte wohl, dass ich die arroganteste Patientin der Woche war, doch damit kann ich derzeit gut leben.)

Daheim schlief noch alles, deshalb landete die Brötchentüte erstmal lieblos auf dem Küchentisch und ich begann, die Radiologen abzuklappern.

Radiologe 1 hat keine Termin vor Ende September anzubieten.

Radiologe 2 ebenfalls, doch die Dame an der Rezeption äusserte lautstark  ihren Unmut bezüglich des Drängens der Uniklinik. „Die wollen am Liebsten alles vorgestern und schicken die Patienten zum Organisieren vor. Sollen DIE doch die Termine machen.

Radiologe 3 schlug den 21. August vor und als ich fragte: „Vorher haben Sie wahrscheinlich nix frei?“ und die vielen Fragen nach dem „Warum?“ beantwortet hatte, bekam ich den 18. August, 15:00 Uhr. Danke!

Der nächste Radiologe wäre in Bad Kreuznach und da a) die Terminvergabe dort ähnlich sein wird und b) es eine halbe Weltreise dorthin ist, sparte ich mir den Anruf.

Das Knie tut übrigens das, was es immer tut, wenn die Untersuchungsmaschinerie anläuft: nix.

Danke für Ihre guten Wünsche, ich halte Sie auf dem Laufenden. Aber das wissen Sie ja.

gehen Sie direkt dorthin, noch besser: lassen Sie sich fahren.

Nachdem das Knie beim Knacken eine neue Lautstärke geschafft hatte und daraufhin schmerzhaft vor sich hin schmollte und knirschte, hatte Frau … äh … Mutti die Faxen dicke. Die da in der Uniklinik hatten´s verbockt, die sollen´s auch wieder richten.

In der Notfallambulanz war nicht viel los und da Frau … äh … Mutti mit schmerzverzerrter Miene zur Anmeldung humpelte UND obendrein noch steif und fest behauptete, sie sei damals im Mai in der Ambulanz operiert worden, nahm die zuständige Schwester die Sache in die Hand. Sie befahl dem besten Vater meiner Kinder mich in einen Rollstuhl zu verfrachten und mich zur Information zu schieben, damit ich mich dort für die Orthopädie anmelden könne. Sie würde in der Zwischenzeit den diensthabenden Orthopäden verständigen. Und das tat sie auch prompt, denn wir rollten nach der Anmeldung direkt ins Behandlungszimmer und ein neuer Orthopäde in meiner Sammlung knickte, drückte, beugte und zerrte an meinem Knie herum.

Bisweilen runzelte er die Stirn, doch im Großen und Ganzen war er um eine optimistische Mimik bemüht.

„Wenn Sie mir jetzt sagen, Frau … äh … Mutti“, sprach er, „dass es überhaupt nicht mehr geht, dann nehme ich Sie als Notfall direkt auf. Der Meniskus ist wohl weiter eingerissen.“

„Oh, ich … äh.“, Frau … äh … Mutti ganz ohne rhetorisches Geschick.

„Noch lieber wäre mir allerdings, wenn Sie mir so rasch wie möglich ein MRT beibringen, damit wir vor der Athroskopie noch mal auf ein Bild schauen können.“

„Äh, ja. Gut … haha.“ Frau … äh … Mutti kann nur noch stammeln.

„Und ich betone nochmals: wir sind 24 Stunden da. Wenn IRGENDETWAS ist, dann kommen Sie SOFORT.“

Vor lauter Schreck vergaß Frau … äh … Mutti sich mit dem Rollstuhl aus dem Behandlungsraum rollen zu lassen. Wahrscheinlich haben alle Patienten im Wartezimmer den Behandlungsraum dieses Arztes gestürmt, denn da muss ja ein „Sie kann wieder gehen“-Wunder geschehen sein. Frau fuhr mit dem Rolli rein und kam wieder rausgelaufen.

Scherz beiseite.

Mir ist ja schon ein bißchen mulmig. Ich hab ein Rezept für Schmerztabletten und ich darf die Krücken wieder zu Hilfe nehmen. Und ich weiß, dass da nochmal Röhrchen in mein Knie gesteckt werden (vielleicht sollte ich mir einen Reissverschluss einbauen lassen). Und dass mich das nochmal mindestens vier Wochen aus der Bahn schmeisst.

Och Mönsch.

Auf dem Heimweg überlegten der beste Vater meiner Kinder und sein holdes Weib, dass es eigentlich ein psychologisch sehr geschickter Zug ist, einem Patienten zu sagen, dass er selbst es in der Hand habe, wann seine Schmerzen unerträglich werden. Denn wer gibt sich schon gerne die Blöße, als Weichei durch die Gegend zu kullern? Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde es ganz großartig, dass man mir das Heft in der Hand lässt. Ich fühle mich ernst genommen, ohne dass man mir die Eigenverantwortung aus der Hand reisst.

(oh Mann, und ein netter Arzt war das! Und attraktiv obendrein.)

Oh sonniger Morgen,

6. August 2009

du bringst mir einen von der Wand abgerückten Schrank im Flur, denn dahinter, im Kabelkanal versteckt sich eine Maus. Die Staubmäuse, die ihr Gesellschaft leisteten, sind im Staubsaugerbeutel gelandet. So kann ich reinen Gewissens behaupten, dass bei mir auch hinter den Schränken geputzt wird.

Martin hat übrigens das Interesse an seiner Beute verloren. Er liegt auf der Terrasse und streckt seinen Bauch in die Sonne. Nun ist es an mir, eher argwöhnische Blicke in den Flur zu werfen, um die Spitzmaus fangen zu können. Katzen sind doof.

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Im Mailfach landete nach langer Zeit mal wieder die Bitte des afrikanischen Geschäftsmannes, ihm umgehend mein gesamtes Vermögen zu überweisen, damit es ihm besser als mir gehen kann. Niedlich.

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Statt der ursprünglich geplanten vier Kinder schlief heute Nacht kein einziges Kind in der Grünen Villa. Sturmfreie Bude sozusagen. Leider sind wir wohl aus dem Alter heraus, um diese Tatsache für ein paar hemmungslose Orgien zu nutzen. Stattdessen der Arztserienmarathon im Fernsehen mit ein paar intensiven Gedanken darüber, ob ein Besuch der Uniklinik angebracht ist, weil das Knie nach einem merkwürdigen, sehr schmerzhaften Knacken sich nur noch eingeschränkt und unter weiteren komischen Knirschgeräuschen biegen ließ. Einzig der Umstand, dass es beinahe Mitternacht und ich viel zu müde für einen längeren Aufenthalt im eitergrünen Uni-Wartezimmer war, brachte uns von der Idee ab. Heute morgen hat sich am Zustand des Knies nicht viel geändert, aber es ist weder dick noch bunt verfärbt, so dass ich mir den Weg und die Zeit sparen kann.

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Der Schwager hat mir aus den Staaten, neben einem allerliebsten quietschgrünen iPödchen, eine Packung Oreos mitgebracht. Das ist gemein. Auf eine liebevolle Art gemein. Ich kann diesen Dingern nämlich nur sehr schwer widerstehen. Dabei habe ich doch heute morgen auf der Waage etwas höchste Erfreuliches gesehen.  Ob ich mir einen einzigen zum Kaffee holen soll … ? Oreos muss man übrigens ganz genauso wie diese Kekse mit der Schokofüllung dazwischen essen, wobei Oreos natürlich besser schmecken. Die Creme ist dabei nicht so wichtig, ich mag die dunklen Kekse. Das wäre also nix für mich, doch die Idee ist nett :-)

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Gestern abend am See das Schwimmpensum veranderthalbfacht (<- gibt es dieses Wort? Kein anderes scheint besser zu passen), wie geplant. Mittlerweile kennt man uns dort am Kiosk. Wir sind die beiden, die immer kurz vor der Strandreinigung und damit „Schließung“ des Sees scheinheilig nachfragen, ob wir noch Parkgebühr entrichten müssen. Darauf bauend, dass wir das nicht müssen, weil sowieso nur noch eine knappe Stunde Schwimmzeit ist. Seit gestern weiß ich wieder, wie dieses Langstreckenschwimmen funktioniert. Das konnte ich früher richtig gut, jetzt erinnern sich die Muskeln wieder daran.

Das Schlimmste am Schwimmen im See ist eigentlich, dass nur die obersten zwanzig Zentimeter des Wasser eine angenehme Temperatur haben. Das Wasser darunter ist so kalt, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als sich zu bewegen. Und warum manche Stellen des Sees besonders kalt sind, mag ich mir nicht vorstellen. (und habe natürlich dennoch solche Vorstellungen von kilometertiefen Spalten, in denen finstere Seeungeheuer lauern)

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Morgenkaffee getrunken, auf in den Kampf.

Kennen Sie Laura?

5. August 2009

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