Regenwetter? Na und?

17. Juli 2008

Der Pfälzer Wald (in der Nähe von Altleiningen gestartet) bot Schutz vor einzelnen Regenschauern und ausserdem ist es im Wald immer fröhlich.

Dank Geo Caching entdeckten wir im Wald einen Kamelkopf und einen Backofen, schleppten uns Kehre um Kehre hoch zum Bismarckturm und tranken dort in der Nähe, am Gayerbrunnen, einen köstlichen, selbstgebrauten Espresso:

Diese Höllenmaschine liegt gut versteckt und macht den Finder in doppelter Hinsicht glücklich.

Mit sehr müden Kindern nach sechs Stunden Wanderns wieder am Auto angelangt, dort ein kleines Stärkungspicknick genossen und jetzt, endlich wieder daheim, resümierend: dank Geo Caching entdecken wir Flecken, denen wir sonst keine Aufmerksamkeit schenken würden. Einen der großartigsten Caches fanden wir quasi direkt vor unserer Haustür, wären aber niemals dorthin geklettert. Und den Kindern macht es genauso Spaß wie uns. (so als i-Tüpfelchen quasi)

verwaiste Eltern

16. Juli 2008

Nach einem Abendspaziergang auf der Treppe gefunden:

Der „Schönschrift“ nach zu urteilen, wurde die Grüne Villa fluchtartig verlassen.

„Schau mal Mama!“, ruft das große Kind und hebt seine Schneckenkiste hoch, „die haben EIER gelegt!!!“
„Hurra!“, seufzt Frau … äh … Mutti, „Jetzt müssen wir Schneckenbabymörder werden.“

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Samstag morgen, Hausputz

12. Juli 2008

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doch da manchmal vielleicht ja einfach nur vergessen wurde, ein (Nick)Name in die wirklich komplizierte Kommentar-Eingabemaske zu tippen und vielleicht auch manchmal der Tag so grau und trüb und übel ist, dass man einfach auch mal völlig im Ton daneben liegen muss, greife ich den gelöschten Kommentar auf.
Er lautete , leicht beschönigt, etwa so:

„Schön und gut, Frau … äh … Mutti, aber sind Sie nicht furchtbar inkonsequent, wenn Sie billigen Kram aus dem blaugelben Möbelhaus kaufen und sich darüber ein Loch in den Bauch freuen?“

Klar ist das inkonsequent. Und es gibt auch keine Entschuldigung dafür, höchstens die, dass wir sämtliche Möbel, die wir jemals dort gekauft haben, immer noch oder immer wieder in Gebrauch haben. Das älteste IVAR-Regal ist zwanzig Jahre alt und steht im Zimmer der Mittleren. Manche Schränke/Kommoden verkaufen wir, manche landen in der Halle und werden bei der nächsten Umräumaktion wieder nach oben geholt.
Geschirr wird benutzt, bis der letzte Teller zerbrochen und das letzte Glas den finalen Sprung hat. Vorhänge, Tischdecken, Bettwäsche, Geschirrhandtücher – alles teils aus den Anfängen unseres Zusammenlebens, also auch schon 15 Jahre alt. Wir leben mit unserem Kram, bis er kaputt ist. Mehr Wertschätzung kann man, glaube ich, nicht aufbringen.
Der sehr schmale Geldbeutel in früheren Jahren schickte uns zu IKEA und natürlich auch die pfiffigen Ideen und die vielseitig einsetzbaren Möbelstücke.

Wir achten sehr darauf, wie wir uns ernähren. Unser Wein ist vom heimischen Winzer, unser Obst und Gemüse ist zum allergrößten Teil Bioware, unsere Genußmittel wie Kaffee, Tee und Kakao sind Bio und obendrein noch fair gehandelt.
Natürlich gibt es Fast Food. Natürlich kommen im Winter die Äpfel nicht vom Obsthof im Ried. Aber es gibt auch keine Erdbeeren im März.

Unsere Kosmetika verzichtet auf Erdölbestandteile, unser Waschmittel/Putzmittel werden in der Landeshauptstadt in der Nähe produziert und haben angeblich zu 98% abbaubare Tenside. Wir lüften ordentlich, heizen energiesparend und lassen das Auto auch mal stehen. Wir informieren uns über die Herkunft unserer Produkte und versuchen Produkte aus Kinderarbeit zu vermeiden. Wir erkunden unsere Umgebung per pedes und machen Urlaub, der keine achtstündige Anreise braucht. (das aber auch wegen der Schonung unserer Nerven). Wir kaufen lieber zwei teure Shirts als vier billige.

Niemand kann heilig sein. Um konsequent umweltfreundlich und „fair“ zu leben, müsste ich Selbstversorger sein und da ich nicht mal Socken stricken kann, ist dieser Gedanke reine Utopie.
Ich wünsche mir aber, dass es den Menschen bewusst ist, warum Produkte billig sein können, obwohl sie tausend Kilometer zu uns reisen müssen. Denn wenn das Bewusstsein da ist, dann kommt vielleicht irgendwann der Gedanke, dass das Wunschprodukt doch nicht so wichtig ist. Dass der alte Fernseher doch noch ganz prima ist, obwohl er deutlich tiefer als fünfzehn Zentimeter ist, dass der Wintermantel immer noch warmhält, obwohl er nicht orange, wie ALLE Wintermäntel dieses Winters sind und dass der olle Küchenschrank ja noch ganz prima ist, wenn man sich die Mühe macht, ihn ein wenig anzuschleifen und neu zu lackieren.
Ich finde es so unsagbar traurig, dass „Mode“ das Leben diktiert, der neue Wohntrend, die neue Rocklänge und der ganze Lifestyle-Scheiß. Wer seine Schlaghosen liebt, der mag sie tragen, bis der Zwickel durchgewetzt ist, weil dann hat sich die Arbeit, die in dieser Hose steckt, wirklich gelohnt. Wer kann denn heute noch Sockenlöcher flicken? Socken mit Löchern werden weggeschmissen, weil es sich einfach nicht lohnt, die Löcher zu stopfen. Ich bin nicht altmodisch im Sinne von rückständigem Denken, doch ich wünsche mir, dass ein paar der Fertigkeiten, die unsere Großeltern noch beherrschten, erhalten bleiben.
Wer kann heute denn noch kochen, ohne auf Kack-Fertig-Maggi-Scheiß zurückzugreifen? Kreatives Kochen bedeutet: „Ey, ich kann aus Fix-Zwiebelsuppe ein überbackenes Schnitzel machen.“ Lebensmittel gezielt einkaufen und gut zubereiten – eine Wertschätzung und obendrein noch Geld sparend, trotz Bio oder fairgehandelt.

Ende hier, es ist ein Fass ohne Boden.
Ich diskutiere gerne über dieses Thema, zumal ich ganz genau weiß, dass ich VIEL konsequenter sein könnte. Doch ich werde jeden anonymen Kommentar, der obendrein noch patzig daherkommt, löschen. Nicht, weil er vielleicht nicht meiner Meinung entspricht oder mich gar entlarvt, sonder schlicht nur, weil ich es – Achtung, schon wieder – auch als Wertschätzung meiner Person erachte, wenn man sich die Mühe macht, wenigstens einen Nickname und eine anonyme e-mail-Adresse einzutragen.

Schluss jetzt, gleich kommt Besuch und ich sitze hier noch im ausgeleierten T-Shirt :-)