Wenn …
26. Oktober 2007
der beste Vater meiner Kinder sich seinen Geburtstagskuchen backt, hat Frau … äh … Mutti nur ein klitzkleines, schlechtes Gewissen.
Aber immerhin die Gewissheit, dass der auch lecker schmeckt und nicht anbrennt.
Herzlichen Glückwunsch, mein Liebster, und herzlichen Dank für´s Kuchen backen.
Elternabend – Nachwirkungen
25. Oktober 2007
Vier Klassen werden gemeinsam mit pro Klasse drei Lehrkräften acht Tage in die Skifreizeit fahren.
Die Skifreizeit ist so etwas wie eine Tradition am Gymnasium, findet also seit vielen Jahren statt, immer am gleichen Ort, im gleichen Haus, auf dem gleichen Berg. Wer sein Kind auf dieses Gymnasium schickt, weiß das, denn schon in der ersten Schulwoche wird der Sextaner heim kommen und von der Skifreizeit schwärmen, an der er als Siebtklässer teilnehmen darf.
Und dennoch gibt es immer wieder Eltern, die unzufrieden sind. „MUSS das denn sein?“, fragen sie. Nö, muss nicht, ist aber eine feine Sache, so eine Klassenfahrt.
„Ausgerechnet Ski fahren, das ist so teuer!“, sagen sie. Klar, Ski fahren ist teuer. Die Freizeit wird 300 Euro kosten, viele schütteln das nicht so nebenbei aus dem Ärmel. Da aber das Wissen um diese Freizeit wirklich schon lange vorhanden ist und obendrein Weihnachten davor liegt, gibt es bestimmt die Möglichkeit, vorher Geld anzusparen. (und das Gymnasium bezuschusst die eine oder andere Familie, in dem sie Skischuhe und Ski zur Verfüging stellt).
„Mein Kind ist so unsportlich, warum sollte das Ski fahren lernen?“, fragen sie. „Na ja, „, antwortet der eine Lehrer, „Ski fahren ist nicht nur Sport sondern auch Natur erleben.“ Denn die Skifreizeit steht nicht unter einem sportlichen Aspekt, sondern findet im Rahmen der Erlebnispädagogik statt, also Ski fahren, Schnee wandern, Lagerfeuer im Schnee nach der Nachtwanderung, Rodeln und sich einfach draußen bewegen.
„Das Essen ist so furchtbar schlecht!“, berichten Eltern, die ältere Kinder mit Skifreizeit-Erfahrung haben. Mal ehrlich, wer den ganzen Tag an der frischen (Schnee)Luft ist, der hat Hunger. Verhungern wird keiner. Ist das irgendeine Mutter-Ur-Angst, dass der Sprössling nicht ausreichend versorgt wird, die mir völlig abgeht?
„Vor zwei Jahren waren dreissig Kinder krank“, berichtet eine erfahrene Mutter, „und es wurde KEIN Arzt gerufen!“
„Wir waren mit vier Kindern beim Arzt“, erklärt der Lehrer, „und haben jedesmal erfahren, dass es ein Virus ist. Hätten wir uns diese Diagnose dreissigmal anhören sollen?“
„Der Arzt muss kommen!“, verlangt die Mutter, „Er kann ja dann eine Flasche Hustensaft für alle da lassen!“ Hm. Die Freizeit findet in Österreich statt. Ich bin mir nicht sicher, ob die österreichischen Ärzte bei Husten und Schnupfen Hausbesuche machen, die deutschen jedenfalls kommen nur dann, wenn wirklich garnichts mehr geht. Und eine Flasche Hustensaft für alle … schweigen wir.
„Bekommen wir ihre Handynummern, damit wir sie erreichen können?“, fragt eine Mutter die beiden informierenden Lehrer, die sich sichtlich in Verlegenheit winden: „äääh … nein? Eher nicht. Sie können uns abends im Haus erreichen.“ „Aber ich muss sie doch erreichen können!“, beharrt die Mutter und bekommt die Handynummer trotzdem nicht.
Es wird empfohlen, dass die Kinder weder Handy, noch gameboy, noch sonstiges elektronisches Gedöhns mitnehmen sollen, und ein Stöhnen geht durch die Menge der anwesenden Eltern. Wie sollen sie das nur ihren Kindern erklären? Eine Woche ohne gameboy? OHNE Handy, wie sollen sie, die armen Eltern, denn dann erfahren, ob den Kindern das Essen schmeckt?
Ich sitze auf meinem Stuhl und fühle mich wie auf einem anderen Planeten. Bin ich etwa zu lässig? Ich denke, dass keine Nachrichten vom Kind GUTE Nachrichten sind. Ich vertraue darauf, dass diese Lehrkräfte gut auf mein Kind aufpassen, damit es nicht jenseits der Pisten Lawinen auslöst oder in Abgründe stürzt. Es ist mir ziemlich egal, ob das Kind Bohnen, Linsen und Erbsen, die es nicht mag, essen muss, denn eine Woche ohne Lieblingsessen wird es nicht in den Hungertod stürzen. Ich vertraue meinem Kind, dass es sich warm anziehen wird und glaube, dass ein Tag frieren lehrreich genug sein wird, um das grässliche, uncoole Unterhemd am nächsten Tag dann doch zu tragen.
Es ist ziemlich viel Geld. Ja.
Aber es ist auch eine Gelegenheit. Für uns als fünfköpfige Familie ist ein Skiurlaub quasi indiskutabel. (Einmal haben wir das erlebt, in einem Jahr, in dem mal keine Renovierung anstand.)
Es ist eine Gelegenheit, mit vielen Kindern gemeinsam etwas zu erleben und vor allem dieses kalte, weiße Zeug zu genießen, das in unserer Kante selten bis garnicht vom Himmel rieselt.
Es ist auch eine Gelegenheit für das Kind, diese Abnabelungssache zu üben. Und Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für den ganzen Kram, den man nun mal zum Ski fahren braucht, denn nasse Handschuhe wärmen nicht. Ein toller Lerneffekt.
Und es ist – last but not least – eine Gelegenheit, ein fettes Erfolgserlebnis einzuheimsen. „Alle Kinder lernen in dieser Zeit Ski fahren“, sagt der Lehrer, der es wissen muss. Er betreut die Skifreizeit seit vielen Jahren.
Es ist übrigens sehr interessant, Skifreizeit erfahrene Kinder zu befragen, denn die sind allesamt begeistert und schwärmen. Die dazugehörigen Eltern sind es, die über das schlechte Essen jammern. Da stimmt doch was nicht?
wurx.
24. Oktober 2007
Wenn die Biotonne sehr voll und obendrein nicht richtig geschlossen ist, dann kann es zu einem Schmeißfliegenproblem kommen.
Schade, dass es fast keine Spinnen mehr gibt. Die Frösche sind auch schon in der Winterstarre und irgendwelche Geckos oder Chamäleons laufen hier nicht rum. Wird eben der Staubsauger mit halbverhungerten, taumeligen Schmeißfliegen gefüttert.
Manchmal glaube ich, ein leises Surren im Staubsaugerbeutel zu hören. Das kann aber Einbildung sein.
verliebt
23. Oktober 2007
Zierstiche
Verzierung (Schnickeldi)
Tja, die Zweite
23. Oktober 2007
Mit einer neuen Nähmaschine ist es wie mit allen neuen Geräten: man muss sich einarbeiten. Altvertrautes gibt es nicht und im Laden sah das alles VIEL einfacher aus.
Plötzlich erkennt man, dass eine Maschine, die viel kann, auch verdammt pinzig ist. Wenn der Faden nicht zur Nadel oder nicht zum Stoff oder zu Beidem passt, dann reisst er oder die Maschine knackt komisch. Das war der uralten Maschine von der Omi egal.
Die 124 (edit: 149! einhundertneunundvierzig!) Stiche sorgen dafür, dass man sich einfach nicht entscheiden kann, wobei die Entscheidung erleichtertet wird, weil manche Stoffe und viele Stiche nicht zusammenpassen. Dies merkt man leider manchmal zu spät.
Das Aufspulen des Unterfadens und das Einfädeln von Ober- und Unterfaden ist selbstverständlich auch völlig anders und die „im Schlaf könnenden Handgriffe“ sind jetzt nicht mehr.
Doch die ersten Ergebnisse, die sich da abzeichnen, sind einfach wunderbar!
Gestickt wurde noch nicht, da ein wichtiges Zubehörteil fehlt, die entsprechende Kiste war leer. Da aber auch noch die Software fehlt (die musste bestellt werden), ist das nicht allzu tragisch, vielleicht sogar ein Segen, weil ich mich nun ganz auf´s Erobern der Nähmaschinentechnik einstellen kann. Mittlerweile ist es mir sogar gelungen, Stichmusterfolgen zu programmieren. Wie ich die allerdings wiederfinde, ist mir noch ein Rätsel. Es bleibt ein „try and error“-Spiel, das aber wahnsinnig viel Freude bereitet.
Bis ich Ihnen da draußen die ersten Ergebnisse zeigen kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.
(bis dahin könnte ich ein bißchen über die eisige Kälte jammern, die meine wundervoll blühende Kapuzinerkresse dahingerafft und die Hoffnung auf drei, vier letzte reife Paprika und Tomaten zunichte gemacht hat)