Kampfschmusen
12. September 2007
Es gibt nur sehr wenige Dinge die schöner sind, als morgens um sieben mit einem 8jährigen Kind noch eine Runde im Bett zu kuscheln. (schöner wäre vielleicht ein juckender Hautausschlag an der Fußsohle)
Frau … äh … Mutti hat es nach fast zwölf Jahren immer noch nicht gelernt: ein Kind im eigenen Bett zu haben ist KEIN Vergnügen. Besonders das jüngste Kind, das hippelige, zappelige, quirlige, überall kitzelige Kind.
Dieses Kind hat heute schulfrei und während der beste Vater meiner Kinder das Töchterlein nebst Freundin zur Klassenfahrt brachte und der Große zur Schule radelte, schlüpfte ein eiskalter Frosch unter mein wohlig-warmes Deckbett. Ich bat um fünf Minuten Ruhe und „schau mal, wir kuscheln“. Während meine Augenlider langsam wieder nach unten sanken, fing das jüngste Kind an zu zucken. Zuerst nur mit den Händen. Dann mit den Armen. Und den Beinen. Und schließlich landete eine Ferse auf meinem Schienbein und frischte meine Erinnerung schlagartig wieder auf. (Es gibt nur sehr wenige … usw.)
Ich gab den Gedanken an Schlaf auf und versuchte stattdessen nicht allzu sehr im eigenen Bett verletzt zu werden. Den jüngsten Sohn zu umarmen ist ein bißchen so, als klammere man sich an einen Sack voll sehr spitzer Gegenstände. Sehr spitzer, sehr wackeliger Gegenstände.
Ein normal großes Deckbett ist plötzlich nur noch halb so groß, ein kuscheliges Kopfkissen wird zur unförmigen Wurst und ein glattes Laken zu einem krumpeligen Etwas. Dazu braucht es knapp zwei Minuten, ein 8jähriges Kind und einige lustige Kitzelspiele. Und wenn man sich erstmal damit abgefunden hat, dass Schlafen nun unmöglich ist, macht es sogar großen Spaß.
(Und die blauen Flecken am Schienbein verschwinden ja schnell wieder.)
Menüplan
11. September 2007
Frühstück:
ein Fingerhut Kaffee auf 300 ml warme Milch
eine magensaftresistente Kapsel „ich mach dich gesund“
ein halbes Glas Wasser
später: Tee, sehr viel Tee. (Roibosch-Orange, wie immer)
Mittagessen:
Haferbrei
(dazu Haferbrei, denn nichts passt besser zu Haferbrei als Haferbrei)
ein allerhöchstens daumennagelgroßes Stück Schokolade
Tee
Nachmittag:
ein Fingerhut Kaffee auf 300 ml warme Milch
eine Banane (der beste Vater meiner Kinder will mir kein Äpfelchen reiben, der Schuft)
Tee
Abend:
eine milde Hühnersuppe, die ich heute nachmittag noch kochen muss
Tee
Mittwoch: tausche Haferbrei gegen Milchreis
Donnerstag: tausche Milchreis gegen Griesbrei
Freitag: tausche Griesbrei gegen Hirsebrei
Samstag: dunkles Bier, Grillschinken, Fladenbrot im Mittelalter oder vielleicht ein bißchen Haferbrei.
Sonntag: Irgendwas gegen die Halluzinationen
Montag: die Patientin ist auf wundersame Art und Weise vollständig genesen und muss mit sofortiger Wirkung mittels fettreicher, stark gewürzter und schwerer Nahrung aufgepäppelt werde. (alternativ kann sie auch einen Schlauch schlucken, aber wir wollen ja nicht unken)
Mir ist langweilig. Schonen ist langweilig. Stress abbauen ist langweilig. Lesen ist langweilig. Surfen ist langweilig. Fernsehen ist langweilig. Garten umgraben ist fein. Wäre fein.
Keine halben Sachen
10. September 2007
Mit einen beginnenden Magengeschwür begibt Frau … äh … Mutti sich für eine Woche in die stille Ecke.
Manchmal lohnt es sich doch zum Arzt zu gehen.
Aber was zum Teufel ist Schonkost?
***edit***
Schonkost ist nahezu geschmackloser Haferbrei, nach dem es zur Belohnung einen miniklitzekleinen Becher Häagen-Dazs „Vanilla Caramel Brownie“ gab. Fett ist nicht so schlimm und Eis kühlt.
(wenn ich was nicht haben/essen/bekommen darf, dann hängt mein Seelenheil davon ab)
Leidensdruck gesucht
10. September 2007
Zum Arzt kann man eigentlich nur gehen, wenn man nicht mehr kriechen kann. Und dann KANN man ja gar nicht mehr gehen.
Sie lasen „Wirre Logik der Frau … äh … Mutti“, die sich seit Anfang des Monats mit merkwürdigen Magenschmerzen herumquält und auf DAS entscheidende Zeichen wartet, um zum Arzt zu gehen. Denn eigentlich ist ja nix, keine Übelkeit, ausreichend Hunger, nur ab und zu so eine Schmerzwelle durch die Magengegend.
Ach.