Konfuseritis

2. September 2007

Gestern abend zur Ablenkung begonnen, einen Rock zu nähen. Dieses Vorhaben ständig unterbrochen, um eingehende Kommentare und mails zu lesen. Schwanken zwischen Freude, Zweifel, Angst, Solidarität und „warm fuzzy feeling“ im Bauch.
Heute morgen den angefangenen Rock wieder aufgetrennt, weil eben nur eins geht: nähen oder am Rechner sitzen.
Heute morgen dem Töchterlein eine Perle ans Dornröschenkleid genäht, dem großen Kind die Edelsteine an der Krone befestigt. Dazwischen rasch nach mails und Kommentaren geschaut. Das Kleid von Töchterlein zum Entknittern kräftig ausgeschüttelt, danach auf allen Vieren durch die Küche gekrochen, um die Perle zu suchen. Die Perle erneut angenäht.
In den Garten gegangen, um irgendwas zu tun. Irgendwas, das nichts mit Rechner, Kommentaren, LogFiles und mails zu tun hat. Die Jungs rausgerufen, Kartoffeln ernten.
Kartoffeln ausgegraben und dabei gegrübelt. Kurz angebunden sein, obwohl die Kinder nichts dafür können.
Von Mücken aufgefressen werden und Mückenstiche blutig kratzen.
Hunger haben und gleichzeitig nichts essen wollen.
Sich auf die heutige Aufführung der Kinderoper freuen und gleichzeitig am Liebsten daheim bleiben wollen. (mails, LogFiles, Kommentare)
Den Computer, das Bloggen und den ganzen Rest verfluchen und doch gleichzeitig loben, weil ich mich aufgefangen und bestätigt fühle.

Es geht mir gut. Ich muss es mir nur oft genug sagen. Und das Leben geht weiter.

Stalking

1. September 2007

Auszüge aus dem Faltblatt, herausgegeben des Ministeriums der Justiz Rheinland-Pfalz

Woran erkennt man Stalking?
Beispiele für Stalking-Handlungen
– zahlreiche Telefonanrufe, E-Mails oder SMS-Nachrichten zu den unmöglichsten Zeiten im Büro und/oder privat
– Geschenke, Liebesbriefe, in der Folge oft auch mit Beleidigungen und Drohungen

Was können Stalking-Opfer tun?
– Verweigern Sie jeden Kontakt
– Alarmieren Sie die Polizei
– Machen Sie publik, dass Sie verfolgt werden
– Suchen Sie fachliche Beratung bei Telefonterror

Stalking beruht nicht selten auf Persönlichkeitsstörungen. Stalker haben oft ein geringes Selbstwertgefühl und soziale Probleme. Die Tathandlungen sind vielgestaltig und daher kaum vollständig zu benennen. Charakteristisch ist, dass sie eine gewisse Dauer und Häufigkeit aufweisen. In manchen Fällen wird das Opfer über mehrer Monate oder gar Jahre hinweg belästigt.

Studien belegen, dass mehr als 80 Prozent der Opfer von Stalking Frauen sind.

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Es geht uns gut.
Neben mir liegt ein Schreiben: Bestätigung über die Erstattung einer Strafanzeige.

Und Du, Du blödes Arschloch da draußen, ich hoffe, dass sie Dich kriegen.

(dieses Blog wird weiter bestehen, trotz und wegen.)

Ach – stimmt ja.

31. August 2007

Frau … äh … Mutti fällt es wieder ein.
Wenn der Schulalltag wieder begonnen hat, dann bringt das nicht nur den Vorteil der freien Zeiteinteilung am Vormittag mit sich.
Es bringt auch das leidige Vokabelthema mit sich. Diesaml verdreifacht, da das große Kind nun zusätzlich Lateinvokabeln zu pauken hat und die Mittlere sich mit den ersten Englisch-Vokabeln rumschlägt. Dummerweise ist die Groß- und Kleinschreibung im Englischen ganz anders als im Deutschen, hat das Töchterlein heute beim allerersten „Probe“-Vokabeltest bemerkt. Der wäre, bei „echter“ Wertung, völlig in die Hose gegangen.
Mein aufrichtiger Dank geht somit an den Englischlehrer, der wunderbar vermitteln konnte, dass das Lernen gründlicher vonstatten gehen muss.

Frau … äh … Mutti hingegen wünscht sich einen USB-Anschluss im Genick der Kinder, über den neue Vokabeln schnell, einfach und ohne Gezeter von beiden Seiten geupdated werden können.

(Wann sind Herbstferien?)

Lavendel-Froscheline

30. August 2007

Madame Frosch wäre zum Umzug bereit. Sie ist befüllt mit unbehandelter Schafwolle und garantiert ungespritztem, liebevoll per Hand gezupftem Lavendel. Sie hat einige Ecken und Kanten, ein schiefes Gesicht und einen Hüftschiefstand. Und obendrein ist sie kein Kinderspielzeug, sondern ein Liebhaberstück.

So weit die Fakten.

Bleibt die Frage wieviel oder was sie Ihnen wert ist?

Drunten am Teich

30. August 2007

Saß ein kleiner, mißmutig dreinschauender Frosch:

Ich habe ihn gefangen und geküsst.

Nun muss er auf dem Stoffregal wohnen und warten, bis ich der Nähmaschine Gesellschaft für ihn entringe.

Tüddelarbeit. Aber er riecht gut.