Dilemma
30. Dezember 2006
In der Halle hinten rechts, im alten Schlafzimmerschrank, liegt ein altes Abendkleid. Irgendetwas französisches, von der ehemaligen Arbeitgeberin meiner Omi, von Ersterer höchstens einmal, von Letzterer keinmal getragen. Aus streichelzartem, tiefschwarzem Samt, mit grünen, lilafarbenen und roten Blumen und Schnörkeln. Ziemlich Seventies, aber auch ziemlich schön.
In Konfektionsgröße 38, ich kriege es fast zu. Wenn ich die drei Kilo abnehme, die ich seit acht Jahren abnehmen will, passt es wie angegossen. (Wenn ich gleichzeitig eine Brustreduktion um zwei Körbchengrößen vornehmen lasse).
Lange Rede, kurzer Sinn: ich werde es nie tragen, bewahre es aus Nostalgiegründen auf und auch, weil es so wunderschön ist.
Ich könnte es aber auch zerschneiden und eine Tasche daraus nähen.
Könnte ich?
Die beiden letzten Werke,
29. Dezember 2006
unter leisem Weinen und lautem Fluchen der fadenabreissenden, eiernden, immer lahmer werdenden, komisch riechenden und stoffzerknäulenden Nähmaschine entrissen: ein schickes Täschchen und ein noch schickeres Täschen für rein.
Der Trend in der Grünen Villa geht zur Zweit-, bzw. Drittnähmaschine, da die beiden größeren Kinder ebenfalls das Nähen an der Maschine für sich entdeckt haben. ;)
Vorsatz für 2007
28. Dezember 2006
Mindestens zwanzig Ideen verwirklichen.
(Vorsatz für demnächst: mich endlich für eine Nähmaschine entscheiden, damit der Vorsatz für 2007 eingehalten werden kann)
Ich möchte bitte eine Nähmaschine, die genau DAS kann, was die alte Maschine kann.
Och Mensch, warum musste das heißgeliebte Erbstück mit nur 25 Jahren von mir gehen?
(Omi, ich habe sie meistens gut behandelt, nur ganz selten beschimpft und ab und zu auch abgestaubt)
Fetzen
28. Dezember 2006
Wohnte ich am Meer,
sehnte ich mich dann nach Weinbergen?
grau heute.
Der Kater,
27. Dezember 2006
der dringend ein neues Heim sucht, ist zwar niedlich aber leider auch eine Katze. Und Katzen kommen uns nicht ins Haus. Somit wurde der Katerbestand in der Grünen Villa heute nicht aufgestockt.
Der kurze Abstecher ins blaugelbe Möbelhaus dauerte etwas länger, weil die restlichen Einwohner Hessens ebenfalls die richtig gute Idee hatten, mal eben zur IKEA zu fahren. Ausserdem waren die gewünschten Vorhänge schon wieder (5. Versuch) ausverkauft. Zum Trost gab es drei neue Futterschüsseln, eine Leselampe, andere Vorhänge, einen großen Bilderrahmen und eine Mandeltorte für die Hüfte.
Im Baumarkt gab´s rasch noch eine Mischbatterie und beim Juwelier einen stark reduzierten Adventskalender mit Zubehör für den Mutti´schen Weihnachtsring.
Jetzt gilt es eine Entscheidung zu treffen, ob ein Vollbad mit glitzeriger Stinkekugel einem kurzen Geburtstagsbesuch bei einem entfernten Bekannten vorzuziehen ist. Der beste Vater meiner Kinder sitzt bereits zwischen diversen Fischertechnikkästen und macht keine Anstalten, mich weder bei der einen noch bei der anderen Sache zu begleiten.