Sentimentalitis

14. November 2006

Ganz am Anfang:

„Ich kann den Kopf sehen!“
„Es hat viele Haare!“
„Es ist ein Junge!“
„Hat das Kind große Füße!“

Elf Jahre später:

Mein Kinn kann ich nun gemütlich auf diesen Kopf legen.
Viele, dicke Haare sind es, das Hellblond dunkelt immer mehr nach und sicher erbt er irgendwann die Frisur seines Vaters.
Ein Junge auf dem besten Weg in die Pubertät, er freut sich drauf.
Große Füße hat er immer noch, derzeit Größe 40. (er wurde mit Schuhgröße 21 geboren)

Fein, die Mutter von einem großen Kind zu sein.
Alles Liebe, großes Kind.

Merke:

12. November 2006

eine Martinsgans darf auch einen Tag später verzehrt werden.
Klassisch, mit Rotkraut und Knödeln. Und Maronenfüllung.

Die Frau hinter dem Bauch auf dem Sofa bin ich.

Kohlköppe

12. November 2006

Tag der offenen Tür

11. November 2006

im Gymnasium des Großen.
Der beste Vater meiner Kinder hatte Dienst am Stand des Schulelternbeirates, der Große war wichtig, weil er der Einzige der Familie und des Freundeskreises ist, der sich im Schullabyrinth auskennt, die Mittlere hatte die Freundin dabei und war mit der allerliebsten Freundin „dort irgendwo irgendwann“ verabredet, der Jüngste freute sich auf´s Kuchenbuffet. Frau … äh … Mutti war unlustig, da mit beginnendem „Herbst bis Frühling“-Schnupfen in der Nase.

Der beste Vater meiner Kinder repräsentierte brav, die Große war nur ein ganz kleiner Angeber, die Mittlere will unbedingt in die „F+“-Klasse (zweite Fremdsprache ab Klasse 6), der Kleine war enttäuscht vom Kuchenbuffet, dafür gab es Brezeln am SEB-Stand. Frau … äh … Mutti hat gerührt ihr kleines Mädchen im Chemiesaal beim Experimentieren in weißem Kittel und Schutzbrille beobachtet, hat das gestern erst geborene Kind zum Französisch-Schnupper-Unterricht gebracht und sich schon mal im Vorfeld ganz viele Sorgen gemacht, weil die Schule so riesig, verwinkelt und voller Schüler ist.

Zeit für viele Gespräche mit anderen zukünftigen Fünfteklassekindern blieb auch. Am Lustigsten war aber das Gespräch mit der Mutter, die nach Besichtigung der Toiletten das Gymnasium sofort von der Liste der potentiellen weiterführenden Schulen für ihren Sohn strich. „Oha, die Toiletten sind nicht sehr sauber und die Installationen veraltet! Diese Schule KANN ich meinem Kind nicht zumuten!“
Wir haben da irgendwie andere Auswahlkriterien :-)

Freitagsorganisationen

10. November 2006

Freitag ist ein schöner Tag, denn Freitag läutet das Wochenende ein. Ausserdem hat das jüngste Kind früher Schule aus. Dafür kommt der Große erst um halb vier heim, mit einem Bärenhunger aus der Leichtathletik-AG.
Freitag ist der Tag der Leichtathleten, denn am späten Nachmittag beginnt das Training für alle drei Kinder. Zu unterschiedlichen Uhrzeiten an verschiedenen Orten. Auch die Freunde der Kinder sind Leichtathleten, so kann der beste Vater meiner Kinder den Bus mit vielen Kindern beladen und den Fahrdienst übernehmen. Bis hier klingt das alles sehr übersichtlich und durchorganisiert. Dem ist aber nicht so.
Um halb zwei klingelt das Telefon und die beste Tochterfreundin teilt mit, dass sie (die Tochterfreundin) demnächst von der anderen Freundin abgeholt würde. Gemeinsam käme man dann Töchterlein abholen, zum Spielen bei der dritten Freundin. Die Mutter der dritten Freundin brächte dann alle drei Mädchen zum Training bereit wieder in die Grüne Villa, damit der beste Vater meiner Kinder sie in die Nachbarstadt fahren. Prima.
Das jüngste Kind kommt von der Schule, erledigt erstaunlich rasch ein paar seiner Wochenendhausaufgaben und verlangt nach Spielgesellschaft. Da sein Training aber bereits um halb fünf beginnt und es schon kurz nach zwei ist, lohnt sich das kaum. Er akzeptiert die Mutter als Spielkameraden, bis diese einen erneuten Blick auf die Uhr wirft und feststellt: es ist ja schon zwanzig nach zwei. Vielleicht ist es günstiger, wenn die Mädchen zum Spielen direkt in die Grüne Villa kommen? Tochter schnappt sich das Telefon und informiert die beiden Freundinnen über die Planänderung.
Das jüngste Kind beschließt, dass der große Bruder der Tochterfreundin doch auch gleich mitkommen kann, damit er einen spannenderen Spielpartner als die langweilige Mutter hat. Er ruft an und der große Bruder sagt zu. Fünf Minuten später klingeln Tochterfreundin und Bruder.
Zwei Minuten später klingelt erneut das Telefon und die Mutter der Tochterfreundin erklärt, dass ihre Kinder die Autositze daheim vergessen haben. Die Tochterfreundinmutter ist krank, ich hole rasch die Autositze. Kurz nachdem ich wieder daheim eingetroffen bin, klingelt die dritte Freundin: „Es ist ein bißchen später geworden, weil ich Stress mit meiner Mutter hatte, wegen der Hausaufgaben“. Aha, anderen geht es auch nicht besser.
Die Mädchen verziehen sich in Tochters Zimmer, die Jungs gehen Dart spielen.
„Wir gehen mal ins Ried, SOD!“, werde ich von den Mädchen informiert. Es ist fünf nach drei. Viertel nach vier müssen wir los zum Training. (SOD heißt Sonderdetektive, Info am Rande). Eindringlichst wird ihnen Pünktlichkeit eingeschärft, Töchterlein macht einen kurzen Uhrenabgleich.
In wenigen Minuten wird der Große eintreffen. Er wird rasch etwas essen, bevor er seinen Freund anruft, um ihn zu fragen, ob sie gemeinsam in die Nachbarstadt radeln, zum Training. Dass er gerade eine AG und einen gemeinsamen Heimweg mit dem Freund hinter sich hat, ist dabei unerheblich.

Um viertel nach vier wird das Haus leer sein und sich erst gegen sechs Uhr wieder füllen. Und das ist überhaupt nicht schlimm.