Klick!

3. Juli 2006

machte es beim jüngsten Kind. als wir gemeinsam zählend auf dem Sofa saßen:

„acht- und – zwanzig
neun – und – zwanzig
drei – ssig“

„Achtung Kind, jetzt kommt

EIN – und – dreissig
zwei – und dreissig“

„HÄH?!“, sagte das jüngste Kind.
„Was HÄH?“, fragte Frau … äh … Mutti.
„Das geht ja immer so weiter!“, staunte das Kind.

Ja, genau. Ein weiterer elementarer Schritt in die richtige Richtung. Gerne würde ich ein Bild meiner stolzgeschwellten Brust zeigen, doch im Grunde genommen bin ich ja ein schüchterner Mensch. Freuen Sie sich also einfach so mit mir. Und dem Kind.

Wenn

3. Juli 2006

man eine Zwangspause machen muss, dann fallen einem viel zu viele Dinge ein, die man gerne tun möchte.

Gerne hätte ich heute
– die Schuppentür fertig lackiert
– Unkraut gerupft und Verblühtes abgeschnitten
– das Kinderbad geputzt
– eine ausgiebige Joggingtour durch die Weinberge gemacht
– fünf Wäschekörbe leergeräumt
– die Terrasse gekehrt
– meinen Schreibtisch entrümpelt
– die Bücherregale abgestaubt

Schade.

Stattdessen habe ich gelesen. Und am Computer gespielt. Ist beides auch ganz nett.
(Das Beinchen liegt brav hoch und hat bisher keine verdächtigen Streifen. Allzu dick ist es auch nicht mehr. Ich scheine mich an Kriebelmückenbisse zu gewöhnen.)

nature strikes back

2. Juli 2006

Bei der „ich befreie die Himbeeren von Schmutz und Bakterien (Brennnesseln und Ackerwinden)“- Aktion steckte Frau … äh … Mutti mit langen Hosenbeinen und Ärmeln, wegen Dornen, Stacheln, Stechmücken und der frühmorgenlichen Temperatur, im Grünzeug. Irgendwie gelang es aber irgendeinem Viech in das Hosenbein der wirklich schwer arbeiteten Frau … äh .. Mutti zu kriechen und dort kraftvoll zu zu beissen.
Das Ergebniss ist ein dunkelroter, etwa streichholzkopfgroßer Punkt in mitten eines zwei-Eurostück-großen roten Fleckes, welcher sich mittlerweile auf einer recht ansehlichen, heißen Beule befindet.

Ich hab das jedes Jahr und gewöhne mich trotzdem nicht dran.
Ich werde heimtückisch gebissen und sitze zwei Tage später mit beginnender Blutvergiftung beim Dottore. Und ich weiß immer noch nicht, wer mich da überhaupt beisst. Oder ob´s ne Pflanze (fleischfressend?) ist. Oder warum es immer, immmer, immmmer nur mich trifft. Oder warum nur ich so pienzig reagiere.

Nun denn, verzeihen Sie meinen überstürzten Aufbruch, aber die große Hängematte ist nun frei . Ich gehe zum Extrem-Schoning.

Morgenstund

1. Juli 2006

hat Fliege im Mund. Oder in der Nase oder im Ohr.
Sie umsurrt mich, landet auf meinem nackten Arm und kitzelt die Armbeuge. Ich zucke mit dem Arm und sie landet auf meiner Wange, krabbelt Richtung Schläfe. Sie macht mich wahnsinnig, stört meinen Schlaf.
Den Erdbeerkater macht sie nicht minder wahnsinnig. Er spring mit allen vier Pfoten voran auf meinen Bauch und fängt sie doch nicht, diese dämliche Fliege. Aber niedlich sieht er aus, wie er so lauert.
Ich setze mich auf und warte darauf, dass das Biest sich niederlässt. Ich will sie erschlagen. Oder wenigstens fangen und rauswerfen. Sie lässt sich nicht blicken.

Aber dem Erdbeerkater lacht das Jagdglück. Eine Maus ist es, die er geschickt durch die Luft wirbeln lässt und die er dann unter dem Flickenteppich vor dem Bett verliert. Der beste Vater meiner Kinder lobt die Bestie für ihren Jagdeifer und entsorgt die Mäuseleiche. Eine Spitzmaus, die wird er eh nicht gefressen.
Mir gelingt es die Fliege zu fangen und zum Fenster hinaus zu werfen. Wach bin ich mittlerweile auch und der Eimer Kaffee ist nur noch halbvoll.

Sieben Uhr, Samstag morgen.

1 Million Menschen

30. Juni 2006

feiern in Berlin, so heisst es.
Wir hingegen feiern in kleinem, beschaulichen Rahmen. Und zwar den Geburtstag meiner Freundin. Für die Stimmungsmusik sorgen die Nachbarn gegenüber, die samt diverser Bierkästen und extragroßem Fernsehgerät in der Garage sitzen und wohl den tausendsten Kommentar zum Spiel schauen.
Alle haben feierlich geflaggt und langsam fühle ich mich einsam und verlassen auf meiner fußballfreien Insel. Somit habe ich spontan zur Final-Party inklusive Beamer und Leinwand, grillen und Bier in der kühlen Kelterhalle geladen. Falls es tatsächlich zum Wunsch-Finale kommt.
Und falls es bis dahin noch Bier gibt.
Berthold, seines Zeichens Braumeister, berichtet von ernsthaften Engpässen bei Bitburger. Auch Krombacher und Veltins kommen kaum mit der Nachschub-Lieferung hinterher. Man müsse Überstunden und Wochenenddienste schieben. Die Tore seien Tag und Nacht geöffnet für die Lastwagen, die mit dem Leergut anrücken. Händler bekommen exakt die Anzahl an gefüllten Flaschen zurück, die sie als Leergut geliefert haben, Mehrbestellungen sind nicht möglich.
Erschreckend, sehr erschreckend. Allein die Vorstellung, wo 1 Million Menschen wohl das Bier hinpinkeln, das sie konsumiert haben. Ist der Wannsee mittlerweile golden und lauwarm? Ach, ich will es nicht wissen.
Ich gehe meinen Garten gießen und danach zurück zur Feier. Ein Bier trinken, auf Vorrat sozusagen.

Wir diskutierten bereits die Möglichkeit einer Luftbrücke, Bierbomber könnten eingesetzt werden. Oder wenigstens Carepakete versandt werden.